Russlands Präsident: Vermittlung im Konflikt mit der Ukraine setzt Neutralität voraus – Verwundert über die Reaktion auf seine Erwähnung von Gerhard Schröder als Unterhändler – Putin sagt: Wenn jemand den Kontakt mit Russland wieder aufnehmen will, bitte – Putin fragt: Ist Herr Selenskij der legitime Vertreter der Ukraine? – Putin bekräftigt: Verträge schließen wir nur mit Personen, die zum Unterzeichnen uneingeschränkt befugt sind – Ein persönliches Treffen mit Selenskij will er nicht, sondern erst wenn eine Konfliktlösung gefunden ist – Äußerungen Putins vor Journalisten und auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg im Wortlaut
Russlands Präsident Wladimir Putin ist ein autoritär regierendes Staatsoberhaupt, das die öffentliche Kommunikation nicht scheut. Immer wieder tritt er öffentlich vor Publikum auf, um seine Politik und Motive zu erläutern, wie ausgesucht oder handverlesen dieses Publikum auch sein mag. Er lässt sich öffentlich befragen und steht dann ausführlich Rede und Antwort – natürlich aus seiner Sicht der Dinge, aus russischer Sicht. Damit gibt er sich zugleich der öffentlichen Kritik preis. Politische Führer westlicher Demokratien verfahren nicht anders und reden ebenfalls nur so, wie es ihrer Interessenlage und ihrer Sicht der Dinge entspricht. Auch sie setzen sich der Kritik aus.
Es fällt aber auf, wie ruhig, sachlich und unaufgeregt Putin spricht, wenn er sagt, was er denkt und will. Es mag inhaltlich zu einseitig, verdreht, nicht akzeptabel, gar unzutreffend sein, aber es enthält keine aggressiven Töne, Putin hetzt nicht, beschimpft nicht, poltert nicht, schwadroniert nicht, beleidigt niemanden, sondern präsentiert sich selbstbeherrscht, bedachtsam, wirkt überlegt und staatsmännisch, geht in seiner Redeweise argumentativ und diplomatisch vor, gibt sich gelegentlich ironisch-amüsiert. Oder ist das alles nur politische Schauspielkunst und trickreiche Form von Propaganda? Nach meinem Eindruck nicht. Putin wirkt echt. Von westlichem Führungspersonal hebt er sich insofern wohltuend ab. Eindrücke wie diese vermitteln westliche Mainstream-Medien kaum. Putin darf nicht positiv „rüberkommen“.
Vor kurzem hat Putin zu einem Treffen mit den Leitern internationaler Nachrichtenagenturen geladen. Das fand am 4. Juni in St. Petersburg statt. Der jüngste Newsletter der Russischen Botschaft in Berlin vom 12. Juni 2026 gibt auszugsweise wieder, was Putin dort gesagt hat. So äußerte er sich zu Versuchen der EU, zwischen Russland und der Ukraine Frieden zu vermitteln, und über Gerhard Schröder, den er als möglichen Vermittler genannt hatte. Er will nur Friedensvermittler seines Vertrauens akzeptieren. Auch äußert er sich kritisch zur Frage, ob Selenskij noch der legitime Vertreter der Ukraine sei. Hier Putin im Wortlaut. Die Zwischenüberschriften sind von mir eingefügt.
Weiterlesen …Putin akzeptiert nur Friedensvermittler seines Vertrauens

sind zum Ergreifen da, nicht zum Verpassen. Also: Diese Bürgerschaft fasst einen Beschluss, von dem sie von vornherein weiß, dass sie für das Beschlossene gar nicht zuständig ist und es schon gar nicht vollziehen kann. Die Bürgerschaft als Schildbürgerschaft. Es gibt einen alten Lübecker Spruch, lange her: „Wat willtu begehren mehr, denn die alte Lübsche Ehr.“ Hängt gestickt auf Leinentuch und eingerahmt bei mir in der Diele. Erbstück. Trotzdem stimmt diese lüb’sche Bürgerschaft über den Antrag ab. Darf sie, lässt das städtische Rechtsamt wissen, rechtlich unzulässig sei das nicht. Aber hergegangen ist es in der Debatte leidenschaftlich, war zu lesen.*)