Die aufrüttelnde Rede der Ukrainerin Julija Mendel in Straßburg vor Mitgliedern des EU-Parlaments – Bin gekommen, um mich für die Menschen in der Ukraine einzusetzen – Und doch …. Ihr wisst nichts über diesen Krieg – Zehntausende gefangen in Armut und dem völligen Fehlen jeglicher Hilfe – Leben an der Front – ein Leben in einer anderen Realität – Ein Drittel der Ukraine ist zur Hölle geworden – Ein Zusammenbruch in Zeitlupe – Sehr viele Menschen wollen Russland lieber zerstören als die Ukraine retten – Es gab Vereinbarungen, von denen ihr nie gehört habt – Selenskyj hat sie alle abgelehnt – Glauben Sie wirklich, dass ein endloses Wettrüsten der Ukraine zum Sieg verhelfen wird?
Der folgende Text ist die eindrucksvolle und aufrüttelnde Rede der Ukrainerin Julija Mendel. Sie erklärt darin, warum sie die Eskalations-Politik ablehnt. Sie hat sie gehalten vor der ESN-Fraktion des EU-

Parlaments in Straßburg am 16. September 2026 und vor denen, die die AfD als Teil dieser Fraktion Europa der Souveränen Nationen“ zu der Veranstaltung in den ESN-Fraktionsraum eingeladen hatte. Das Thema der Veranstaltung lautete „Frieden wagen – Diplomatie statt Eskalation“.
Frau Mendel (Jahrgang 1986) durfte dort aber nicht persönlich auftreten. Der Zugang zum EU-Parlamentsgebäude ist ihr verwehrt worden – mit der Begründung, ihr Besucherausweis sei abgelaufen. Auch hat das EU-Parlament seine Dolmetscher angewiesen, ihre in Englisch gehaltene Rede nicht zu übersetzen. Frau Mendel musste außerhalb des Parlamentsgebäudes sprechen, ihre Rede wurde auf dem Bildschirm in die Veranstaltung direkt übertragen. Gerichtet ist sie an das EU-Parlament, an die EU, an die anderen Staaten der westlichen Welt und auch an die Ukraine selbst.
Julija Mendel rechnet mit der aktuellen Kriegs- und Eskalationspolitik ab, schildert die verheerenden humanitären sowie gesellschaftlichen Folgen des Konflikts vor Ort und fordert einen Kurswechsel hin zu Verhandlungen und Diplomatie. Sie schildert den Zusammenbruch des Alltags in der Ukraine: eine kollabierende Demografie, zerstörte Infrastruktur, Traumata bei Kindern und den Verlust an Bildung und Zukunftsperspektiven. Zudem übt sie deutliche Kritik an der politischen Führung in Kiew und an westlichen Akteuren, die eine endlose militärische Logik befeuern, während die ukrainische Bevölkerung den Preis dafür zahlt. Drei Tage vor ihrer geplanten Rede in Straßburg war sie am 13. September per Präsidialerlass von Selenskyj wegen „Verbreitung von Desinformation und russischer Propaganda“ mit Sanktionen belegt worden. Ihre vorher verliehenen staatlichen Auszeichnungen wurden ihr aberkannt, ihre Vermögenswerte eingefroren. Vom Juni 2019 bis Juli 2021 ist sie Selenskyjs Pressesprecherin gewesen, also noch vor dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022.
Dokumentiert hat ihre Rede u. a. das Schweizer Nachrichtenmagazin Die Weltwoche von Roger Köppel. Auch ich dokumentiere sie hier. Aber die Rede ist überlang und sprengt den Platzrahmen dieser Seite. Ich habe sie daher an einigen Stellen kürzen müssen, die durch Punkte (….) gekennzeichnet sind. Die Zwischenüberschriften sind von mir eingefügt. Den vollständigen Text, übersetzt ins Deutsche, finden Sie hier, die Rede als Video-Übertragung auf Englisch hier, das Gespräch zwischen MdEP Hans Ludwig Neuhoff, Roger Köppel und Julija Mendel hier.

sind zum Ergreifen da, nicht zum Verpassen. Also: Diese Bürgerschaft fasst einen Beschluss, von dem sie von vornherein weiß, dass sie für das Beschlossene gar nicht zuständig ist und es schon gar nicht vollziehen kann. Die Bürgerschaft als Schildbürgerschaft. Es gibt einen alten Lübecker Spruch, lange her: „Wat willtu begehren mehr, denn die alte Lübsche Ehr.“ Hängt gestickt auf Leinentuch und eingerahmt bei mir in der Diele. Erbstück. Trotzdem stimmt diese lüb’sche Bürgerschaft über den Antrag ab. Darf sie, lässt das städtische Rechtsamt wissen, rechtlich unzulässig sei das nicht. Aber hergegangen ist es in der Debatte leidenschaftlich, war zu lesen.*)