F u n d s a c h e
Ein Jahr Trump – Amerikas Präsident feiert an diesem Dienstag*) seinen zweiten ersten Jahrestag im Oval Office. Als Nummer 47 macht er zwar ein paar Dinge anders denn als Nummer 45. Doch seiner Linie ist Donald Trump treu geblieben: Bedrohen, erpressen, verhandeln – und dann geht alles wieder von vorne los. So treibt der mächtigste Rüpel der Welt alle anderen vor sich her. Der Golfspieler hat es jetzt auf Grönland abgesehen. Sollte Washington die Insel kaufen, wäre der Sieger der dortigen Meisterschaften im Eisgolf gesetzt.
(Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Januar 2026, Bildunterschrift auf der Titelseite)
Nun, die ganze Insel kaufen jetzt wohl nicht mehr. Jüngst in Davos immerhin hat sich der „Rüpel“ zurückgenommen. Nun ist er eingeschwenkt aufs Verhandeln. Auf seine Drohung, sich und den USA Grönland notfalls mit militärischer Gewalt einzuverleiben, hat er verzichtet, ließ freilich in seiner unverblümten Art zugleich wissen, wohl könnten die USA Grönland „mit übermäßiger Stärke“ einnehmen, „wir wären unaufhaltbar“, fügte jedoch sofort hinzu: „Aber wir werden das nicht tun.“ Auch die der EU angedrohten Strafzölle wegen deren Widerstand gegen seine Grönland-Ambitionen hat er fallen lassen. Mit seinen territorialen Ansprüchen auf Grönland ist er auf Kompromisse eingeschwenkt. Er hat sich auf beschränkte Landrechte eingelassen und auf eine mit der Nato koordinierte Sicherheitstechnik. Beurteilungen seiner Rede in Davos lauten „Ein Erfolg für Trump“ (hier), „Trumps klare Ansage“ hier und hier sowie „Trumps Grönland-Strategie nimmt Gestalt an“ (hier) und „Grönland als Spielball der Weltpolitik“ (hier).
Wenn sich Trump in Davos entgegen vorangegangener Aggressivität und verbaler Entgleisungen letztlich zu realistischer Politik in seiner Ausdrucksweise von „Deal-Making“ bequemen muss, dann hat er sicher auch die zunehmende Kritik im inneramerikanischen eigenen Lager in seinem Blick. Selbst Republikaner kritisieren nun den Präsidenten, berichtet die FAZ vom 20. Januar auf Seite 2. In der eigenen Partei wachse derweil der Unmut über den Vorstoß des Präsidenten. In einer Fraktion, in der Loyalität als Maßstab gelte, habe es in den vergangenen Tagen überdurchschnittlich viel Kritik am Präsidenten gegeben. Mitch McConnell, der frühere Fraktionsvorsitzende der Republikaner im Senat, habe in einer Rede davor gewarnt, Trumps Vorgehen könne die Beziehung zu den Verbündeten in der Nato ruinieren, und habe von einem ‚beispiellosen Akt strategischer Selbstverletzung‘ im Falle eines Angriffs gesprochen. Senator Rand Paul aus Kentucky habe in einem Interview scharfe Kritik geübt. Notstandsbefugnisse seien für Notfälle gedacht. In Grönland gebe es jedoch keinen Notfall, diese Darstellung sei ‚lächerlich‘.“
Weiter berichtet die FAZ: „Abgeordnete aus beiden Parteien brachten einen Gesetzentwurf ein, der Trump an militärischen Schritten gegen Grönland hindern soll. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon sagte in einem Interview, eine Invasion würde zu einem Amtsenthebungsverfahren Trumps führen – das er in diesem Falle geneigt sei zu unterstützen. Die Invasionsphantasien seien ‚das Dümmste, was ich je gehört habe‘. Die zwei lautesten Kritiker des Präsidenten in der Sache, Senator Thom Tillis aus North Carolina und Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska, reisten außerdem mit einer Delegation nach Dänemark, um dem NATO-Partner Unterstützung zu signalisieren.“
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*) FAZ vom 20. Januar 2026.
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