Wohnungsnot? Kein Problem

Jedenfalls nicht für Lucy Redler (Die Linke) – Sie will Immobilienkonzerne enteignen und als Entschädigung je Wohnung 1 Euro zugestehen – Diesen Faden kann man weiterspinnen: bis in unsere Kinderzimmer – Eigentum verpflichtet, steht doch so im Grundgesetz – Schon der Franzose Proudhon meinte, Eigentum sei Diebstahl – Mein Güte, was für eine Phantasie

Gerade lese ich: „Wegnehmen könnte zum heißesten Trend Deutschlands werden. Weil zu wenig Wohnraum vorhanden ist, greifen jetzt SPD und Linke zunehmend zum Begriff von der Enteignung.“ Zu finden ist das im Focus Online-Magazin (hier). Das Thema wird „Wohnungsnot“ genannt. Seit gut sieben Jahrzehnten hat es keine Zeit gegeben, in der von „Wohnungsnot“ nicht die Rede war und „Wohnungsnot“ nicht beklagt wurde. Jetzt hat Plasbergs Talkshow „Hart aber fair“ diese Wohnungsnot unter dem Thema „Menschenrecht Wohnen“ beleuchtet. Auf sie bezieht sich Focus Online und fragt: „Darf man überhaupt noch besitzen, außer zum Eigenbedarf?“ Linke und SPD seien sich sehr einig: Kapitalismus in Betonform gehe gar nicht. Das Magazin verweist auch auf den  „Jung-Star der SPD“ Kevin Kühnert. Der habe unlängst in einer TV-Show geragt: „Mit welchem Recht hat jemand mehr als zwanzig Wohnungen.“ Die SPD (Bundesjustizministerin Katarina Barley) habe erkannt: „Da müssen wir was tun!“ Aber was und wie?

„Enteignen ist hart, aber fair, Herr Plasberg“

Für Lucy Redler (Partei Die Linke) ist das klar und einfach. In Plasbergs Sendung “Hart, aber fair” vom 11. März (hier) will sie Immobilienkonzerne enteignen – für 1 Euro je Wohnung. Mit diesem Erlös solle der Staat dann neue, bezahlbare Wohnungen bauen. „Enteignen ist hart, aber fair, Herr Plasberg“, ließ sie wissen. Einer meiner Freunde hat diesen schönen Gedanken aufgegriffen und dessen Faden weitergesponnen:

Eigentum verpflichtet – steht doch so im Grundgesetz

„Wird demnächst vom freiesten deutschen Staat in seiner tausendjährigen Geschichte bei allen Vorschulkindern erhoben, welche Anzahl an Bauklötzen und Legosteinen in deutschen Kinderzimmern lagern? Wer mehr als drei, aber weniger als 20 hat, muss die Hälfte abgeben. Wer mehr als 20 Legosteine sein eigen nennt, also überversorgt ist, kriegt sie abgenommen. Schließlich gibt es jede Menge Kinder, die weniger haben. Also ist das nur gerecht. Und Eigentum verpflichtet schließlich. Steht ja auch so im Grundgesetz. Wer nur ‚etwas von seinem Überfluss’ abgeben muss, kommt ja eigentlich noch glimpflich davon. Napoleon wird der Satz zugeschrieben, dass Religion dafür verantwortlich sei, dass die Armen die Reichen nicht einfach totschlagen würden. In Frankreich denkt man eben immer daran, welche Köpfe rollen könnten …“

Schon der Franzose Proudhon meinte, Eigentum sei Diebstahl

Ich zitiere weiter: „Sind die Roten und die Blut-Roten originelle Denker der Neuzeit, die einfach nur ‚radikal neu denken’? Mitnichten. Der französische Sozialist Proudhon (schon wieder ein Gallier) stellte schon 1841 fest: ‚Eigentum ist Diebstahl.’ Also alles schon mal dagewesen. Und wer ‚nur’ (s)ein Eigenheim sein eigen nennt, ist auf der sicheren Seite? Da sollte sich der Bürger nicht täuschen. Wenn die Regierung eines Tages sich ehrlich machen muss und dem Volk die Rechnung für Euro-Rettung und Griechenland-Hilfe(n) präsentieren wird, dürfte die ‚finanzielle Repression’ so richtig Fahrt aufnehmen.“

Eine Gerechtigkeitslücke und wie sie die Sozis dann wohl schließen würden

„Und nach dem Abkassieren bei den durch Mini-, Null- oder Negativzinsen ohnehin gebeutelten Sparern (Enteignung durch den Falschmünzer Draghi) wird sich ja eine ‚Gerechtigkeitslücke’ auftun. Dann nämlich, wenn der Geldbesitzer bluten muss, während der Hausbesitzer ungeschoren bleiben würde (soziale Symmetrie wird dann gemurmelt werden). Dann, ja dann sollte man sich von den Großeltern schildern lassen, wie das nach dem Krieg mit dem ‚Lastenausgleich’ funktioniert hat. Da werden die ‚Kinder des Wirtschaftswunders’ dann für sie neue Vokabeln lernen müssen. ‚Zwangshypothek’ könnte eine davon sein.“

Meine Güte, was für eine Phantasie dieser meiner Freunde hat. Die ist doch gleich und glatt mit ihm durchgegangen. Oder etwa nicht?

Ach, fast hätte ich es vergessen. Seinem ausschweifendem Kommentar hat er diesen Link noch angehängt: „Völker hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht. Die Internationale ..“  https://www.youtube.com/watch?v=kDwZAtE6yWY Endlich mal der gesamte Text von diesem Teil des deutschen Liedgutes. Was bloß will er uns damit sagen?

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2 Gedanken zu “Wohnungsnot? Kein Problem”

  1. Wenn Immobilienfirmen enteignet werden, welcher Investor wird dann in der DDR 2.0 noch einen einzigen Cent investieren?
    Aber macht ja nix: Dann baut die Dame von der SED 2.0 wieder hübsche Plattenbauten!
    Hurra!

  2. So so, Genossin Lucy Redler möchte die Immobilienkonzerne enteignen.

    Gar keine so schlechte Idee.
    Es ergibt sich nur ein kleines Problem, man muss erst das Geflecht der global agierenden Hochfinanz niederwerfen. Ob die sich das gefallen lassen ?
    Man schaue sich die Aktionärsstrukturen der größten Immobilienkonzerne an:

    https://investoren.vonovia.de/websites/vonovia/German/2050/aktionaersstruktur.html
    https://ir.deutsche-wohnen.com/websites/dewohnen/German/1400/aktionaersstruktur.html
    https://www.leg-wohnen.de/unternehmen/investor-relations/aktie/aktionaersstruktur/

    Wem jetzt noch kein Licht aufgegangen ist der darf sein Wissen gerne hier vertiefen:
    https://correctiv.org/aktuelles/wem-gehoert-hamburg/2019/02/05/mieten-unter-palmen

    Tja, das ist selbst für eine Trotzkistin wohl ein paar Nummern zu groß doch als Blendwerk fürs geneigte Wahlvolk taugt es allemal.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/trotzkistin-in-der-linken-die-rueckkehr-der-roten-lucy-a-715152.html

    Der Vorwurf Redlers: „Es ist wichtig, den Kapitalismus zu bekämpfen“
    Meint sie damit gar unser orientalisches Zinsgeld-System ?

    Wie das funktioniert erklärt in dem Artikel:
    https://www.geolitico.de/2019/03/10/draghi-setzt-verarmungspolitik-fort/
    der 1.Kommentator (hubi stendal) ganz vorzüglich.

    Doch waren Trotzkisten nicht sowieso von Geburt an Blender ?

    Dazu findet man Erhellung bei einem weiteren Kommentator (Detlef Reimers) im Artikel:
    https://www.geolitico.de/2019/03/13/die-heuchler-siegen-ueber-wagenknecht/
    (man kann auch das Rakowskij Protokoll lesen)

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