Sackgasse Energiewende – nix wie raus jetzt

Fundsache

„Ausgerechnet unter grüner Regierungsbeteiligung wird jetzt über eine weitere Nutzung der noch verbliebenen deutschen Kernkraftwerke diskutiert. Ein Jahrzehnt lang haben Regierende mit der Macht von Cäsaren, mit dem Pflichtgefühl von Vierjährigen und dem Realitätssinn von Alkoholikern die deutsche Energieversorgung gründlich ruiniert. Jetzt hat die Realität die Wahnvorstellungen eingeholt und man beginnt zu überlegen, wie man aus dieser sehr teuren Sackgasse wieder herauskommt.“

Der Physiker Dr. Hans Hofmann-Reinecke in seinem Beitrag “Das Ende der Wende?” vom 5. März 2022 auf seiner Blog-Seite Think again and trust your judgement (hier). Von ihm erschien das 2012 geschriebene und 2021 aktualisierte Aufklärungsbuch über „Global Warming“ mit dem Titel Grün und dumm – Die Natur lässt sich nicht zum Narren halten. Erhältlich u.a. bei Amazon hier.

Also jetzt nix wie raus aus der Energiewende. Der Krieg in der Ukraine, wo der geopolitische Gigantenkampf zwischen USA und Russland nunmehr zur Eskalation geraten ist, wäre das Weiternutzen der Kernkraft zur Stromversorgung eine gute Gelegenheit. Die törichten westlichen Sanktionen gegen Russland sind wie Schüsse in das eigene Knie. Sie führen zu einer Umwälzung der globalen Energieströme. Sie gefährden und verteuern die Versorgung mit Energie massiv.

Diese Folgen treffen fast ausschließlich Europa, nur wenig die fernen USA. Die westeuropäischen Länder lassen sich von den USA zwingen, deren Kohlen aus dem Feuer in der Ukraine zu holen, die die USA feuerschürend dort hineingeworfen haben. Die USA selbst wollen mit amerikanischen Truppen in der Ukraine gegen Russland direkt nicht kämpfen: „Nur nicht zur Kriegspartei werden – Wie Washington bei der Militärkooperation mit Kiew die Grenze zieht“ (FAZ vom 9. März 2022, Seite 4).  – Nebenbei: Es fällt auf, dass die FAZ die amerikanischen Hilfeleistungen für die Ukraine,   darunter auch Waffenlieferungen (17 000 Panzerabwehrraketen) verharmlosend „Militärkooperation“ nennt, aber nicht „Kriegskooperation“ – also nicht viel anders als Putin, der sich weigert, von „Krieg“ zu sprechen, und den Angriff auf die Ukraine als „spezielle Militäroperation“ bezeichnet wissen will.

Wenn auch Deutschland das bisher fließende Gas aus Russland boykottiert und am Kohleausstieg in der Stromerzeugung weiterhin festhalten will, ist die Rückbesinnung auf den verlässlichen und grundlastfähigen Kernkraftstrom unerlässlich. Die Zukunft gehöre der Kernenergie, schreibt der amerikanische Wissenschaftsautor Michael Shellenberger in der Schweizer Weltwoche. Beispielgebend sind für ihn die Niederlande: „Da ist es gelungen, dass in der Gesellschaft und den Regierungsparteien ein Konsens zustande kam, der darauf abzielt, dass die Kernkraftwerke weiterlaufen und dann zusätzliche Reaktoren dazukommen sollen, um die Energieversorgung zu sichern.“ (hier).

Weil Kernkraft den Strom ohne CO2-Emissionen erzeugt, sollten auch die Grünen das Grün hinter ihren Ohren entfernen können und die Kernkraft nicht mehr ablehnen. Sie haben allerdings das Problem, dass sie (und aufregungssüchtige Medien) die Angst vor radioaktiver Strahlung über die Jahre hin dermaßen erfolgreich geschürt haben, dass diese Angst in den deutschen Köpfen fest verankert und dort schwer wieder auszutreiben ist. Fachleuten allein wird das jedenfalls nicht gelingen. Einer von ihnen, der promovierte Physiker und Strahlenschutzfachmann Lutz Niemann fürchtet sogar, dass die Berichterstattung über die Kernkraftwerke in ukrainischen, von Russen angegriffenen Kriegsgebieten die Angst der Deutschen weiterhin schürt. Am 11. März 2022 schreibt er in einem von ihm zuvor schon öffentlich gemachten Leserbrief an die Tageszeitung Die Welt unter anderem:

„Der Krieg in der Ukraine wird benutzt, die Strahlenangst in Deutschland zu erhalten, damit sich unser Land vom eingeschlagenen Weg zurück ins Mittelalter nicht abbringen lässt. … Durch den Betrieb westlicher Reaktoren – und die Kernkraftwerke in der Ukraine gehören dazu – ist in 19 000 Reaktorbetriebsjahren noch nie ein Mensch durch das spezielle Risiko der Radioaktivität zu Schaden gekommen. Das beweist die exzellente Sicherheitstechnik westlicher Reaktoren. Unsere Kinder und Enkel müssen irgendwann den Murks ausbaden, was unser Land heute in der Energiepolitik macht. Jeder sollte etwas dagegen unternehmen.“

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