Zwischenrufe – Die Lauschangriffe unserer amerikanischen „Freunde“

Tea Party erfrischend einfach erklärt – Die offene Tür zur Atombombe – Die Lauschangriffe unserer amerikanischen „Freunde“ – Stimmungsmache aus der keynesianischen Ecke – Zwei Milliardäre über 80 – Eine Rating-Agentur namens Fitch – Wo bleiben die Gutmenschen in Sachen Sarrazin-Bertelsmann? – Wenn sich Bayern selbständig machen würde*)

Tea Party erfrischend einfach erklärt

Zwischenruf zu: http://www.wiwo.de/politik/deutschland/schulden-braucht-deutschland-eine-tea-party/8951168.html
A breath of fresh Air: Nach all dem Blödsinn, den auch und gerade öffentlich -rechtliche Medien in Deutschland zum Thema „shutdown in Amerika“ verbreitet haben, liest sich der Beitrag von Henning Krumrey in der der Online-Ausgabe der Wirtschaftswoche erfrischend. Während bei ARD und ZDF in Zusammenhang mit der amerikanischen „Tea Party“ zumeist von Betonköpfen, Extremisten, Ultra-Rechten und Erpressung die Rede war, erklärt der WiWo-Autor die „Tea Party“ erfrischend einfach als Bewegung, die den Marsch in den Schuldenstaat stoppen will.

Unerhört, ein solches Anliegen! Soll man etwa nur Geld ausgeben dürfen, das man hat? Wie altmodisch, wie engstirnig, wie wenig modern, ja geradezu reaktionär. Da ist die Vorstellung von einem noblen, eleganten, zeitgemäßen, innovativen, angemessenen und vorbeugenden (gell’, Frau Kraft?) „deficit spending“ doch erheblich erbaulicher. Was muss das doch aus Sicht vieler Keynesianer für ein primitiver Flachdenker gewesen sein, der da sagte: „Wenn Sie aus dem Portemonnaie einen Euro rausholen und ausgeben, dann haben Sie ihn nicht mehr, der ist fort.“ Kurt Beck (SPD) sagte dies einst im rheinland-pfälzischen Landtag auf der Frage der Opposition, was Ausgaben seien. Ob so ein Mann mit derart reaktionären Ansichten im Kabinett Merkel denkbar wäre? Aus „moderner Sicht“ wohl ausgeschlossen!

Die offene Tür zur Atombombe

Zwischenruf zu: http://beta.bluewin.ch/de/news/vermischtes/2013/10/23/vier-us-soldaten-wegen-offener-tuer-zur-atombombe-b.html
Ruhe sanft – oder „Wenn al-Qaida die Pizza bringt“. Geschichten aus dem Tollhaus

Die Lauschangriffe unserer amerikanischen „Freunde“

Zwischenruf zu: http://www.bild.de/politik/inland/nsa/die-akte-nsa-so-dreist-spionieren-uns-die-amis-aus-33107148.bild.html
Die Regierung der USA sorgt dafür, dass die Gruppe ihrer Freunde zunehmend übersichtlicher wird. Oder ist staatliche Überwachung etwa Voraussetzung für „finanzielle Repression“ in den hoffnungslos ver- und überschuldeten Wohlfahrtsstaaten?

Stimmungsmache aus der keynesianischen Ecke

Schon ein bisschen her, aber trotzdem … Zwischenruf zu:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/oekonomen-starten-aufruf-zur-unterstuetzung-der-ezb-a-913369.html
Unheilige Allianz: Verlautbarung aus dem gewerkschaftsnahen DIW in Berlin sind auch nach dem Weggang von Professor Horn zumeist als das zu bewerten, was sie sind: politische Stimmungsmache aus der keynesianischen Ecke (mehr Staatsausgaben, mehr Schulden, expansive Lohnpolitik, Kaufkraftargument der Löhne, Makroökonomie usw.), um Forderungen und Positionen von SPD und Gewerkschaften mehr oder weniger gut „wissenschaftlich“ zu untermauern. Und wenn (Groß-)Banken sich Wirtschaftswissenschaftler ins Haus holen, fangen die oft über kurz oder lang an, darüber zu sinnieren, wie systemrelevant das eigene Haus ist, dass Staatshilfe keine Subvention im herkömmlichen Sinne ist und für Banken andere Regeln als für die „Realwirtschaft“ gelten müssten.

Es bleibt, wie immer in der Wirtschaft, die schlichte Frage: „Who pays?“ Und wenn Banken, Versicherungen und Staaten „toxische“ Papiere halten, will man die nun einmal gerne loswerden. Am besten an die Zentralbank. Bloß weg damit! Gerne zum Nennwert. „Sozialisierung der Verluste“, nennt man so etwas.

Offenbar hat die Schweizer Großbank UBS noch solchen Giftmüll in den Bilanzen. Und bemüht daher die charmante Frau Weder di Mauro. Wenn ich ein Konto bei der UBS hätte, würde ich das jetzt kündigen. Weil ich nun einmal für strikte privatwirtschaftliche Haftung bin. Zahlt der Schuldner nicht, zahlt der Gläubiger. Durch Forderungsverzicht. Zuerst mit dem Gewinn, dann mit dem Eigenkapital. Marktwirtschaft nennt man das.

Zwei Milliardäre über 80

Schon ein bisschen her, aber trotzdem … Zwischenruf zu:
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Der-Kroesus-der-Wirtschaftspolitik/story/15489244
In beiden Alpenrepubliken engagieren sich Milliardäre politisch. In Österreich Frank Stronach, der seine Truppen gegen den Euro-Rettungswahnsinn in Stellung bringt. In der Schweiz der Pfarrerssohn Christoph Blocher, der einst eine Kurzfassung von Hayeks „Weg in die Knechtschaft“ an alle Schweizer Haushalte verteilen ließ. Beide Herren sind über 80 und beide investieren nicht nur Geld, sondern bringen sich auch selbst voll in die Auseinandersetzung ein.

Und in Deutschland? Der Otto-Chef reitet mit dem WWF auf der Klimarettungswelle. Der Reemtsma-Erbe schickt eine rollende Fälscherausstellung über die „Verbrechen der Wehrmacht“ durchs Land. Viele der übrigen Reichen und Superreichen verbessern derweil ihr Handicap auf dem Golfplatz. Wie dichtete einst Heinrich Heine? „Denk ich an Deutschland in der Nacht …“

Eine Rating-Agentur namens Fitch

Schon ein bisschen her, aber trotzdem … Zwischenruf zu: http://www.bluewin.ch/de/index.php/24,851189/Fitch_entzieht_Frankreich_die_Bestnote_AAA/de/news/wirtschaft/sda/
Über die Arbeit zumeist angelsächsischer Rating-Agenturen kann man höchst unterschiedlicher Meinung sein. Was kann man auch erwarten, wenn die ursprünglich als Gläubigerschutz gedachten Rating-Agenturen von denjenigen Leuten bezahlt werden, die sie bewerten sollen? Und in der Hauptstadt der EUdSSR schimpfen die „united Schuldenmacher of Europe“ ja gerne über die schrecklichen angelsächsischen Rating-Agenturen, die im „Währungskrieg“ Partei „pro USA“ und „contra Europa“ seien. Da ist es doch lobenswert, wenn die Nachrichtenagentur sda beim Rapportieren der Fakten den Leser auch darüber aufklärt, dass sich die Rating-Agentur Fitch mit Büros in New York und London zur Hälfte in französischem Besitz findet. Und ausgerechnet eine französisch dominierte Rating-Agentur übt Nachsicht mit dem hochverschuldeten französischen Staat? Also das hätten wir jetzt wirklich nicht gedacht.

Wo bleiben die Gutmenschen in Sachen Sarrazin-Bertelsmann?

Schon ein bisschen her, aber trotzdem … Zwischenruf zu:
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-07/sarrazin-un-bundesregierung
Da wird das SPD-Mitglied Thilo Sarrazin wohl bald in den Knast müssen. Wenn seine Thesen ein „Verbrechen“ sind, müsste die Veröffentlichung seiner „Hetze“ in Buchform ja wohl auch strafbar sein. Wie hieß doch noch gleich der Verlag, der von Sarrazins Buch bisher über 1,3 Millionen Exemplare verkauft haben soll? Ach ja, DVA. Und die DVA gehört zu Random House, also Bertelsmann. Verdient Bertelsmann sein Geld etwa mit Demagogie, Volksverhetzung und Rassismus? Ist ja schrecklich! Aber beim „Kampf gegen Rechts“ darf man auch bei Großverlagen keine Nachsicht üben. 1968 hieß es: „Enteignet Springer“. Da werden die Gutmenschen demnächst vielleicht fordern: „Enteignet Bertelsmann!“

Wenn sich Bayern selbständig machen würde

Schon ein bisschen her, aber trotzdem … Zwischenruf zu:
http://news.yahoo.com/blogs/news/northern-colorado-wants-secede-colorado-174432609.html
Soll jeder seinen eigenen Staat aufmachen. Sollen die Leute dann mit den Füßen darüber
abstimmen, ob das Leben in Nord-Colorado oder Süd-Colorado besser ist. Wenn Bayern sich selbständig machen würde und trotz der merkantilistischen Prägung der sich als Staatspartei verstehenden CSU einfach alle Steuern auf die Hälfte absenken würde, fände in Deutschland eine Völkerwanderung statt. Und auch die „Zurückgebliebenen“ in der bundesdeutschen Rest-Republik würden davon profitieren: Denn die sozialistischen Umverteiler im „Norden“ könnten es dann nicht mehr so toll treiben.

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*) Diese Zwischenrufe – warum? Es gibt Berichte, Informationen, Geschehnisse, Beobachtungen, zu denen man sofort sich zu äußern neigt, was man von ihnen hält. Es sind spontane kurze Kommentare, die nicht unbedingt auf die Goldwaage zu legen sind, kleine Schnellschüsse, teils amüsant, teils ironisch, teils bissig, meist prägnant. So manches davon bekomme ich zugeschickt, habe es gelesen, mich dran erfreut, und das war’s dann. Aber warum nicht auch andere teilhaben lassen und sie als „Zwischenrufe“ weiterreichen? Zum Beispiel die von meinem Freund Sebastian Maisfelder. Was hiermit geschieht.

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