Die Energiewende vernichtet Volksvermögen

1989 sorgte Kernkraft für die Hälfte der deutschen Stromversorgung, verlässlich und preiswert – Mit falschen Behauptungen über Kernkraftstrom Ängste geschürt – Regelbare Kohlekraftwerke sollten die Kernkraftwerke ersetzen – Dann sollten auch Kohle, Erdgas und Erdöl nicht mehr sein dürfen, nur noch Wind und Sonne – Der nächste Verlust an Volksvermögen: die Aufgabe der Kohlekraftwerke, das Beispiel Moorburg – Jetzt sollen noch zu bauende Gaskraftwerke das Stromnetz stabilisieren – Kohle, Erdgas, Erdöl und Kernkraft sind als Energieträger unentbehrlich

Von Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel

Das Abschalten oder gar Zerstören von intakten Kern- und Kohlekraftwerken ist ein großer Verlust an Volksvermögen zu Lasten der Steuerzahler und der übrigen Bürger. Die grünen Demonstrationen – zuerst gegen die Kernkraftwerke und später gegen die Kohle- und Gaskraftwerke – zeigen ein erschreckendes Bild von den naturwissenschaftlichen Kenntnissen der Demonstranten. Sie haben offensichtlich keine klare Vorstellung davon, wie Energie unser Leben erleichtert und verbessert. Jeder von uns nutzt Energie. Ohne diese Energie würden wir in der Steinzeit leben mit einer Lebenserwartung von etwa 30 Jahren.

1989 sorgte Kernkraft für die Hälfte der deutschen Stromversorgung – verlässlich und preiswert

Deutschland hat nach dem zweiten Weltkrieg eine zuverlässige Stromversorgung aufgebaut. Das Rückgrat waren Kohlekraftwerke in Verbrauchernähe. Früh hat Deutschland die Forschung und Entwicklung zur Stromerzeugung aus Kernkraft aufgenommen. 1961 ging das erste Kernkraftwerk ans Netz. In den nächsten 28 Jahren übernahmen 19 Kernkraftwerksblöcke die Hälfte der Stromversorgung in Deutschland. Der preiswerte und verlässliche „Atomstrom“ trug wesentlich zum wirtschaftlichen Aufstieg bei.

Mit falschen Behauptungen über Kernkraftstrom Ängste geschürt

In den letzten zwei Jahrzehnten vor 2000 kam es zu immer stärkeren Protesten der grünen Bewegung gegen den Bau und Betrieb von Kernkraftwerken. Mit falschen Behauptungen wurden Ängste in der Bevölkerung geschürt. Die Gefahr durch havarierte Kernkraftwerke wurde mit der von Atomsprengköpfen gleichgesetzt. Ein GAU (größter anzunehmender Unfall, die Kernschmelze) werde über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte große Gebiete um das Kernkraftwerk unbewohnbar machen. Die austretende Strahlung werde tausende Menschen töten und die Zahl von Fehlgeburten und Missbildungen über Generationen erhöhen.

Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl, Fukushima: langfristige Strahlungsfolgen sind nicht bekannt

Dies alles ist nicht eingetreten. Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki haben mit ihrer unheimlichen Sprengkraft viele Menschen getötet. Doch langfristige Folgen durch Atomstrahlung sind nicht bekannt. Die Überlebenden dieser Bombenabwürfe und deren Nachkommen haben keine vermehrten Fehlgeburten und Missbildungen. Das Gleiche gilt auch für die Menschen, die in der Umgebung von Tschernobyl und Fukushima während der dortigen Reaktor-Unfälle lebten. In Tschernobyl gab es nach Wikipedia etwa 50 Tote durch den Reaktorunfall. Alle gehörten zum Betriebspersonal oder zu den Rettungskräften. Die meisten davon starben an zu hohen Strahlendosen. Wikipedia ergänzend: „Verschiedene NGO sind der Ansicht, dass die Spätfolgen des Unfalls über eine Million Todesfälle verursachten. Die UN und andere Organisationen wie das Tschernobyl-Forum (hier) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO, hier) bezeichnen solche Angaben als übertrieben und fordern detaillierte Dokumentationen.“ Viele Medien haben solche NGO-Verlautbarungen als Schreckensnachrichten verbreitet, ohne auf Zweifel hinzuweisen.

Regelbare Kohlekraftwerke sollten die Kernkraftwerke ersetzen

Die Proteste und Demonstrationen mit Unterstützung der grün-linkslastigen Medien hatten Erfolg. Regierung und Bundestag beschlossen, die Kernkraftwerke stillzulegen. Damals war allen Beteiligten noch bewusst, für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung braucht Deutschland regelbare Kraftwerke mit einer ausreichenden Momentan-Reserve. Die Kernkraftwerke sollten daher durch Kohlekraftwerke ersetzt werden. In Wilhelmshaven wurde der Bau von 3 weiteren Kraftwerken zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Uniper Kraftwerk mit Importkohle als Brennstoff geplant. Nur eins wurde gebaut. Die Abschaltung der intakten Kernkraftwerke war die erste Aktion der Grünen zur Vernichtung von Volksvermögen. Die Betreiber mussten entschädigt werden, um Insolvenzen zu vermeiden, die die Stromversorgung gefährdet hätten. Die Staatskasse und somit der Steuerzahler mussten die Verluste tragen.

Dann sollten auch Kohle, Erdgas und Erdöl nicht mehr sein dürfen, nur noch Wind und Sonne

Doch kaum war man sich über den Ersatz der Kernkraftwerke durch Kohlekraftwerke einig, forderten die grünen Politiker, auch die Kohleverbrennung einzustellen. Das durch die Verbrennung entstehende Kohlenstoffdioxid (CO2) werde durch Absorption von Infrarot-Strahlung die Erde kritisch erwärmen, Naturkatastrophen vermehren und verstärken und so die Erde unbewohnbar machen. Die Verbrennung von Kohle, Erdgas und Erdöl müsse gestoppt werden. Die Energieversorgung sollte ausschließlich durch die Nutzung von Wind und Sonne erreicht werden. Mit diesen Argumenten wurde das Kohleaustiegsgesetz erlassen mit detaillierten Angaben über die Abschalttermine. Die freigesetzten Mitarbeiter der Kraftwerke und die Kaufkraftverluste in der Region wurden entschädigt.

Der nächste Verlust an Volksvermögen: die Aufgabe der Kohlekraftwerke, das Beispiel Moorburg

Die Aufgabe der Kohlekraftwerke ist der nächste große Verlust an Volksvermögen, den wiederum der Steuerbürger tragen muss. Der Widersinn dieser Politik zeigt sich am Kraftwerk Moorburg bei Hamburg. Es wurde als Ersatz für die Kernkraftwerke gebaut und nach wenigen Betriebsjahren, also fast neu, wieder abgeschaltet. Das Sprengen wichtiger Anlagen macht ein Wiederanfahren unmöglich. Hier wurde weiteres Volksvermögen vernichtet.

Jetzt sollen noch zu bauende Gaskraftwerke das Stromnetz stabilisieren

Und die weitere Vernichtung wird geplant. Statt sicherem und preiswertem Kohlestrom soll teurer Strom aus noch zu bauenden Gaskraftwerken das Stromnetz stabilisieren. Denn inzwischen ist es auch den grünen Ideologen klar geworden, eine Stromversorgung mit ständig schwankenden Wind- und Solarstrom ist nicht möglich. Mal gibt es zu viel Strom, der unter Zuzahlung entsorgt werden muss, mal gibt es zu wenig, dann drohen Stromabschaltungen von Betrieben oder Stadtteilen. Diese Planung wird weiterhin verfolgt, obwohl dadurch die CO­2-Emissionen nur geringfügig vermindert werden. Es sind unsinnige Investitionen, die den Strompreis weiter in die Höhe treiben.

Kohle, Erdgas, Erdöl und Kernkraft sind als Energieträger unentbehrlich

Die „grüne Energiewende“ fast aller Parteien muss Deutschland weiter in die Deindustrialisierung treiben. Nur verlässliche und preiswerte Energie kann die deutsche Wirtschaft stabilisieren und sichern. Energie von Sonne und Wind ist weder verlässlich noch preiswert. Das bieten nur die Energieträger Kohle, Erdgas, Erdöl und Kernkraft. Sie gilt es zu nutzen. Sie aus ideologischen Gründen abzulehnen, führt zur Vernichtung von Industrie und Volksvermögen.

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Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel ist Vorstandsmitglied im Verein NAEB Stromverbraucherschutz.

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