In der jüngsten Forsa-Umfrage kommt sie auf 26 Prozent vor der CDU, die 24 Prozent erreicht – Beatrix von Storch: „Die Situation in Deutschland heute ist das Ergebnis von jahrzehntelangem linkem Kulturkampf“
Umfragewerte sind keine Wahlwerte, könnten es aber werden. Noch geben sie nur die Stimmung wieder, und in der Stimmung hat
jetzt die AfD die Nase vorn. Die jüngste Forsa-Umfrage vom 12. August weist die AfD erstmals als stärkste Partei im Bund aus. Es ist das Ergebnis der üblichen „Sonntagsfrage“: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre? Dann würden jetzt 26 Prozent der Befragten ihre Stimme der AfD geben. Damit liegt die AfD nunmehr vor der CDU/CSU, die von 24 Prozent der Befragten gewählt werden würde. Die anderen Parteien sind zu Kleinparteien geschrumpft: SPD 13 Prozent, Grüne ebenfalls 13, Linke 11, BSW 4 und FDP 3 Prozent. Allerdings ist die nächste reguläre Bundestagswahl erst 2029. Bis dahin kann noch viel geschehen, sich also noch vieles ändern.
Grundsätzlich geht es zwischen den bestehenden Parteien um einen politisch-kulturellen Konflikt zwischen im Wesentlichen zwei Bevölkerungsgruppen, einer freiheitlich-konservativ und einer sozialistisch-autoritär geprägten. Es ist eine umfassende Auseinandersetzung über die Denk-, Sicht- und Lebensweise in einer Gesellschaft mit unterschiedlichen Auffassungen über den Zustand und die Ziele des Gemeinwesens, ein Kulturkampf also.
Den Kulturkampf hat bisher nur eine Seite geführt, diese aber mit äußerster Härte
„Der schnellste Weg, einen Kulturkampf zu beenden, ist, ihn zu verlieren, schreibt Beatrix von Storch (AfD) in der Wochenzeitung Junge Freiheit vom 8. August. Und weiter: „Dass es bisher in Deutschland keinen Kulturkampf gab, lag daran, daß ihn nur eine Seite geführt hat, diese aber mit äußerster Härte. Die alte Bundesrepublik war ein freiheitlich-konservatives Land und ein Musterbeispiel für einen liberalen bürgerlichen Rechtsstaat. Das Erfolgsmodell der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg lag in ihren geistigen Wurzeln, der Kombination aus christlicher Soziallehre und Ordoliberalismus, verkörpert durch Adenauer und Erhard. Beide, Adenauer und Erhard, wären heute zu ‚rechts‘ für die CDU.“
„Die Situation in Deutschland heute ist das Ergebnis von jahrzehntelangem linkem Kulturkampf“
Wer sich mit der Programmatik der AfD befasse, so Beatrix von Storch weiter, der wisse, dass ihre Positionen weitgehend mit denen der „demokratischen Mitte“ der alten Bundesrepublik übereinstimmten. Es gebe praktisch keine Position der AfD, die in der alten Bundesrepublik nicht politische Mitte und gesellschaftlicher Mainstream gewesen sei. Es sei völlig absurd, dass Positionen, die von praktisch allen Mitgliedern des Parlamentarischen Rates geteilt worden seien, die das Grundgesetz geschrieben hätten, plötzlich grundgesetzwidrig sein sollten. Die politische Linke radikalisiere sich immer weiter. Nicht die AfD habe sich radikalisiert, radikalisiert habe sich die Gesellschaft unter dem massiven Druck und dem immerfort geführten Kulturkampf der radikalen Linken. Die Situation in Deutschland heute sei das Ergebnis von jahrzehntelangem linkem Kulturkampf. Was heute als „demokratische Mitte“ gelte, habe noch vor zwei Jahrzehnten als linksradikaler Narrensaum gegolten.
Der lange Beitrag von Frau von Storch ist eine Lagebeschreibung, die zutreffender kaum sein kann und die zu lesen ich empfehle. Der Titel lautet „Warum die AfD den Kulturkampf gewinnen wird – und was dann passiert. Den gesamten Wortlaut finden Sie hier.