Was Trump will: Frieden schaffen ohne Waffen

F u n d s a c h e : „Wir werden unseren Erfolg nicht nur an den gewonnenen Schlachten messen, sondern auch an den Kriegen, die wir beenden, und vielleicht am wichtigsten, an den Kriegen, in die wir nie hineingezogen werden. Mein stolzestes Vermächtnis wird das eines Friedensstifters und Vereinigers sein. Das ist es, was ich sein möchte: ein Friedensstifter und ein Einiger.  …  Unsere Macht wird alle Kriege beenden …“  (Donald Trump in seiner Inaugurationsrede im Kapitol von Washington am 20. Januar 2025)

Dies sind aus Trumps Rede während der Zeremonie seiner Amtseinführung als 47. Präsident der USA nur sehr wenige Sätze. Aber für Staaten, die in kriegerische Eingriffe der USA verwickelt sind und darunter schwer zu leiden haben – direkt und/oder wirtschaftlich – sind es wichtige hoffnungsvolle Sätze. Hier in Europa denkt man dabei zuerst an den furchtbaren Ukraine-Krieg, den die USA angezettelt und bis jüngst geschürt haben. Im Wahlkampf und auch danach hatte Trump versprochen, ihn zu beenden, sogar in einem Tag, was deutlich den Mund zu voll genommen war. Blitzkriege sind eher zu schaffen als Blitzfrieden. Allerdings könnte Trump innerhalb eines Tages entscheiden, die USA aus der verbrecherischen Aktion endlich zurückzuziehen.

Paul Craig Roberts: Was Trump tun sollte

Von Kriegen die Finger zu lassen, war Trump ohnehin geraten worden, darunter vom Amerikaner Paul Craig Roberts*), der sich mit regelmäßigen Beiträgen damit hervortut, über das politische Geschehen und dessen Hintergründe sachlich aufzuklären. Am Tag der Amtseinführung Trumps erschien von Roberts der Beitrag „Was Trump tun sollte“. Zu den Kriegskonflikten möchte Roberts dies vollzogen wissen:

Israel ist für die USA eine tote Last, und der Völkermord an den Palästinensern schadet den USA

„An der Kriegsfront sollte Trump einfach aus dem Konflikt mit dem Iran und Russland aussteigen. Kriege lenken von innenpolitischen Angelegenheiten ab und verhindern, dass man sich darauf konzentriert, Amerika wieder groß zu machen. ….. Trump sollte zu der Erkenntnis gelangen, dass Israel für Amerika keinen Wert hat. Israel ist eine tote Last, die uns um den Hals hängt, und die bedingungslose amerikanische Unterstützung für Israels Kriege und den Völkermord an den Palästinensern hat Amerikas Ruf enorm geschadet. Wenn Amerika jemals einen moralischen Glanz hatte, so hat es ihn nicht mehr. Der Iran und Russland bedrohen die USA nicht. Der Nahe Osten ist voller Probleme für den Iran, dessen Regierung keine Probleme mit den USA braucht. Ukraine ist Russlands Problem, nicht unseres. Washington ist für den Konflikt verantwortlich. Trump sollte sich entschuldigen und uns aus dem Konflikt herausnehmen. In dem Moment, in dem Trump aufhört, Geld und Waffen an die Ukraine und Israel zu schicken, wird Frieden über die Welt kommen.“

Wenn es die Nato nicht mehr gäbe …

Roberts weiter: „Trump sollte zu seiner ursprünglichen Position zurückkehren, dass die Nato für Amerika keinen Wert hat. Gäbe es die Nato nicht, würden sich Russland und Europa an für beide Seiten vorteilhaften wirtschaftlichen Unternehmungen beteiligen. Diese Unternehmungen würden auch für die Amerikaner Finanzierungs- und Geschäftsmöglichkeiten schaffen. Alle würden prosperieren. ….. Wenn es Trump gelingt, sich mit den wirklichen Herausforderungen zu befassen, denen wir gegenüberstehen, anstatt sich auf falsche Herausforderungen im Dienste von Sonderinteressen zu versteifen, wird er als der größte amerikanische Präsident in der Geschichte eingehen.“ (Der ganze Roberts-Beitrag hier).

Eine zelebrierte Rede, gespickt mit Anmaßungen und Übertreibungen

Man darf, man muss, was Trump will, ernstnehmen. Was ihm davon gelingt, wird sich zeigen. Seine Rede zur Amtseinführung hat er vorgetragen in ruhigem Ernst, im gemessenen Tonfall, mit würdiger Miene, aber auch ziemlich monoton. Keinerlei Lächeln glitt über seine Gesichtszüge. Er zelebrierte die Rede  (in ihrer vollen Länge hier und hier). Aber sie war gespickt mit Anmaßungen, mit Übertreibungen. Großsprecherisch trat er auf, selbstgefällig, imperialistisch, siegestrunken und siegesgewiss. Politisch gekonnt inszenierte er sich selbst. Seinen Mund hat er sehr voll genommen. Doch sein ausgewähltes Publikum riss er immer wieder zu standing ovations hin. Klar: Anhänger. Gleichwohl, Trump ist ein Phänomen.

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Der Spruch „Frieden schaffen ohne Waffen“, entstammt dem Berliner Appell in Ost-Berlin, verfasst von Robert Havemann und Pfarrer Rainer Eppelmann. Der am 25. Januar 1982 veröffentlichte Text, befasst sich mit Überlegungen zum Frieden im damals „Kalten Krieg“.

*) Paul Craig Roberts, Jahrgang 1939, promovierter Ökonom und Autor mehrerer Bücher, war Vizefinanzminister unter Präsident Ronald Reagan und ist ein bekannter Journalist, der für alle wichtigen Zeitungen wie das Wall Street Journal, Business Week, New York Times und viele andere Blätter geschrieben hat. Beim Wall Street Journal war er auch Redakteur gewesen. 1992 hat er den Warren Brookes Award für außerordentliche Verdienste als Journalist erhalten. Er wurde seinerzeit als einer der besten sieben Journalisten der USA eingestuft. Er ist eine treibende Kraft hinter der Wirtschaftspolitik der ersten Amtszeit der Reagan-Regierung gewesen und wurde als „wirtschaftliches Gewissen“ des Präsidenten gelobt. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung hatte Roberts von 1983 bis 1993 den William-E.-Simon-Lehrstuhl für politische Ökonomie am Center for Strategic and International Studies inne, war von 1993 bis 1996 Distinguished Fellow am Cato Institute und saß in mehreren Unternehmensvorständen.

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