„56 Grad! Ganz Deutschland ein Brutofen!“

„Menschen sterben“ – „Wälder brennen“ – „Vieh verendet“

Fundsache

„Menschen sterben an Hitzschlag und Sonnenstich. Wälder brennen. Die Städte lechzen nach Wasser. Auf Weiden und in Ställen geht das Vieh zugrunde.  Bei 56 Grad im Gehäuse versagte die Bahnhofsuhr von Wanne-Eickel ihren Dienst. Keine Ende abzusehen! Örtliche Gewitter bringen keine Milderung. Wälder brennen. Die Sahara-Hitze strömt weiter aus Nordafrika nach Europa ein. Auch Österreich stöhnt unter der Hitze. Bei 40 Grad im Schatten fahndet die Wiener Polizei nach Wasserverschwendern.“

In diesen Tagen heute? Nein, im Sommer vor 65 Jahren. Alles schon mal dagewesen. Es war Anfang Juli 1957 die Schlagzeile der Bild am Sonntag (BamS) als Aufmacher auf der Titelseite mit Datum 7. Juli 1957. Ausgegraben und zugeschickt von einem Freund.

Aber die 56 Grad in der Schlagzeile sind irreführend. BamS erweckte damit beim Leser  zunächst den Eindruck, das sei eine gemessene Außentemperatur, und hat ebendas als Aufreger beabsichtigt. Tatsächlich herrschten diese 56 Grad nur im Gehäuse jener Bahnhofsuhr, und das mochte die nicht. BamS lieferte ein Beispiel für journalistische Untugend. Und nun mache sogar ich eine Schlagzeile daraus.

Der Juli übrigens ist zwar ein warmer, aber kein heißer Sommermonat gewesen, war beim Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE) zu lesen. Während die „Qualitätsmedien“ die Juli-Hitze wieder einmal überstrapaziert hätten, habe der Deutsche Wetterdienst (DWD) den Juli-Mittelwert für Deutschland mit nur 19,1° Celsius angegeben. Damit habe es der Juli 2022 nicht geschafft, zu den zwölf wärmsten Juli-Monate seit 1881 zu gehören. Der ganze Artikeltext hier.

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