Drum sie schmieden ein Komplott …

Griechisches Bubenstück in gereimter Form von Roland Vaubel

„Ach, was muss man oft von bösen …“ Wissen Sie, welche Geschichte mit dieser Gedichtzeile beginnt und wer ihr Autor ist? Natürlich wissen Sie das: Es ist die Geschichte von Max und Moritz, aufgeschrieben und gezeichnet von Wilhelm Busch. Man kann diese Geschichte, jedenfalls deren Anfangsverse, auch ein wenig umdichten, zeitbezogen, politisch, griechisch variiert, umgemünzt auf die bösen Buben Vaks* und Tsipras/Sapritz*. Der Wirtschaftsprofessor Roland Vaubel hat das getan.** Lesen Sie selbst.

  Griechisches Bubenstück

Ach, was muss man oft von bösen

Griechen hören oder lesen!

Wie zum Beispiel hier von diesen,

welche Vaks und Tsipras hießen.

Ja, zur Übeltätigkeit

waren sie nur zu bereit.

Bald schon nach gewonn’ner Wahl

wurden Brüssel sie zur Qual.

Seht, da ist der Lehrer Schäubel,

grimmig wünscht er sie zum Deubel.

Seines Lebens schönster Traum

ist der große Euroraum.

Sehr viel Geld hat er verliehen,

mancher hat es ihm verziehen,

denn der Schäubel hat versprochen

(oft hat er sein Wort gebrochen),

dieses Geld, das kommt zurück,

Beistand bringt Europa Glück.

Schäubel will die Griechen lehren,

ihren Wohlstand zu vermehren.

Vaks und Sapritz, diese beiden,

können das nun gar nicht leiden.

Griechenland ist doch bankrott!

Drum sie schmieden ein Komplott.

Ihre Schulden woll’n sie streichen,

lässt sich Schäubel nicht erweichen,

immer mehr Kredit zu geben.

So verdrießt man ihm das Leben.

Schäubel sitzt jetzt in der Klemme:

Soll er Held sein oder Memme?

Zahlt er nicht, wird offenbar,

dass sein Kurs der falsche war.

Viele Bürger fragen nun:

was ist hier jetzt wohl zu tun?

Der Minister sollte gehen,

denn er kann nicht widerstehn.

Vaks und Tsipras tun ihn jagen,

„Nein“ kann nur ein Neuer sagen.

 

Und die Moral von der Geschicht:

Versprich den Leuten Falsches nicht.

 

PS. von kpk: Am 27. Februar hat der Bundestag einer Verlängerung des Hilfspakets für Griechenland zugestimmt. 541 Abgeordnete von Koalition und Opposition haben den entsprechenden Antrag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gebilligt, 32 Parlamentarier dagegen gestimmt, davon 29 aus den Reihen der Union und drei aus der Linksfraktion. Einer derjenigen, die die Verlängerung ablehnten, war der hessische CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch. Er knöpfte sich in seiner Rede, wie die FAZ schrieb, den griechischen Ministerpräsidenten Tsipras und den griechischen Finanzminister vor – mittels eines alten und beliebten Wahlkampfmittels, dem politischen Gegner zu schaden: „Schauen Sie sich Tsipras an, schauen Sie sich Varoufakis an: Würden Sie von denen einen Gebrauchtwagen kaufen?“  (FAZ vom 28. Februar 2015, Seite 2)

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* Vaks = der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis und Alexis Tsipras der griechische Ministerpräsident.

**  Professor Dr. Roland Vaubel, Universität Mannheim, mir von ihm zugeschickt am 10. März und unterzeichnet mit „Orlandis Vopoulos“.Doch schrieb Herr Vaubel, ich könne das Gedicht auch unter seinem richtigen Namen verbreiten. Einen Beitrag von Vaubel zu Griechenland und Schäuble habe ich hier veröffentlicht.

 

 

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