Der Gauck-Satz, der weiterhin seine Runde macht

„Wann, Herr Bundespräsident, beklagen Sie denn die Vertreibungsverbrechen an Deutschen?“ Zwei Ostpreußen mahnen ihn, auch dieser Opfer zu gedenken

In Gedenkreden wird vieles gesagt. Nachdenkliches, Bedenkenswertes, Routiniertes, Herkömmliches, Gewohntes, auch Banales. Die wenigsten Äußerungen prägen sich im Wortlaut wirklich ein. Doch gelegentlich fällt ein Satz, der es in sich hat und daher über lange Zeit haften bleibt. Ein solcher Satz ist dieser: „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz.“ Bundespräsident Joachim Gauck sprach ihn in der Gedenkstunde des Bundestages am 27. Januar in Berlin, um an die Befreiung der Opfer aus dem Konzentrationslager Auschwitz zu erinnern. Der Satz macht weiterhin seine Runde, regt viele auf, empört viele. In meinem Beitrag vom 28. Januar „Jeder kennt Auschwitz. Aber wer kennt Ketschendorf?“ hatte ich an andere schreckliche Lager erinnert, an solche n a c h dem Krieg, an die der Kommunisten in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, an die Lager der sowjetischen Besatzungsmacht, und gefragt: Wann und wo eigentlich wird an sie erinnert? Das hat der eine oder andere aufgegriffen. Im Folgenden, gleichsam als Nachtrag, gebe ich zwei solcher Stimmen wieder. Die Zwischenüberschriften sind von mir eingefügt.

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Der Sieger Bernd Lucke

Wie man gegen Widerstände eine Wunschsatzung durchbekommt und darüber auch an Zustimmung verliert – Der AfD-Bundesparteitag in Bremen und eine zusätzliche Dokumentation

Gut gelaufen. Kein Chaos auf dem Bundesparteitag der AfD in Bremen. Dabei war es alles andere als abwegig, ebendies zu befürchten. Erfreulich diszipliniert ging es letztlich zu, und so hat der Parteitag eine neue Satzung beschlossen. In vielen Punkten ist sie Bernd Luckes Wunschsatzung. Aber als das Ergebnis verkündet wird, ist in seinem Gesicht als erstes ungläubiges Erstaunen abzulesen: Nur zwölf Stimmen geben den Ausschlag. Nur zwölf Stimmen weniger von 1487, und die für Satzungsänderungen erforderliche Zweidrittelmehrheit wäre gescheitert. Dabei hatte Lucke wirklich alle Register gezogen, um die von ihm gewollte und von seinen Gefolgsleuten in der Satzungskommission unterstützte Satzung durchzubringen. Festzuhalten, wie dies gelang, gehört ebenfalls zur journalistischen Informations- und Dokumentationspflicht.*) Was hiermit geschieht.

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