Um Kriege zu führen, braucht man drei Dinge

Aufgelesenes mit Anmerkungen: Das einst von Linken bekämpfte, aber jetzt hochbegehrte Wachstum – Einst sollte die Rente sicher sein, heute angeblich Online-Banking – Geld wie Heu (in Österreich) – Zum Beispiel die Tea-Party-Bewegung – Wieso braucht keine Sau die FDP? – Um Kriege zu führen, braucht man drei Dinge – Klimawandel als Asylgrund – Unsere Politiker geben vor, „klimaneutral“ zu fliegen – Beitreten zur Schweiz – Das nützliche CO2 – Etwas zum Schmunzeln

Das einst von Linken bekämpfte, aber jetzt hochbegehrte Wachstum
Aufgelesen: „Hilferuf eines gescheiterten Reformankündigers. Merkel soll ihn raushauen: Der französische Präsident Hollande verlangt von Deutschland mehr Wachstumsmaßnahmen und einen weichen Euro. Die EZB solle ihre Geldpolitik lockern und die Notenpresse anwerfen. Anstatt die eigenen Reformanstrengungen zu erhöhen, erhofft sich Hollande nun allerdings Impulse für die französische Wirtschaft durch verstärkte deutsche Investitionen. … … Man werde die ‚angekündigten Reformen umsetzen’, kündigt der notorische Reformankündiger Hollande wieder einmal an, um sogleich ein großes Aber zu artikulieren: ‚aber der Rhythmus der Reformen, die das Defizit reduzieren sollen, hängt auch vom Wachstum ab’. Man verlange von Deutschland ‚keinerlei Nachsicht’, aber ‚wir wünschen uns eine stärkere Unterstützung des Wachstums’, sagt Hollande.“ Der ganze Bericht hier.

Anmerkung (von einem meiner Freunde): Linke Lebenslügen. Bei der Zeitungslektüre fasse ich mich jeden Tag an den Kopf und wundere mich, was die führenden Köpfe in Staat und Gesellschaft so alles erzählen. Da ist also wieder mal ein Sozialist, der Wachstum fordert. Wachstum? Waren es nicht die Sozialisten, die sich begierig an der Veröffentlichung des Club of Rome aus dem Jahre 1972 „Limits of Growth“ orientiert hatten? Und in der Folge dieser von der Volkswagenstiftung (!) finanzierten Weltuntergangsstudie (denken Sie daran, wenn Sie demnächst ein Auto kaufen wollen) haben uns die Sozialisten über lange Zeit vor Wirtschaftswachstum gewarnt, geradezu die Apokalypse beschworen.
KEINE der Prophezeiungen des Club of Rome hat sich bewahrheitet. Ökonomen hatten diese auf Modellen und Trendextrapolationen (erkennen Sie die Parallele zum vom IPCC propagierten Klimawandel?) beruhende Studie ohnehin für „geistigen Müll“ gehalten, da die „Experten“ des Club of Rome die Bedeutung von Preisen für die Nachfrage(mengen) komplett ausgeblendet hatten. Das hat die zahlreichen „second hand dealers of ideas“ in Politik und Medien nicht davon abgehalten, mit diesen Gedanken hausieren zu gehen. Passte ja auch zu schön zur Grundannahme aller Linken „Der Kapitalismus ist schuld“. Lassen wir mal das intellektuelle Elend des Club of Rome und seiner linken Bewunderer (Friedenspreis des deutschen Buchhandels 1973, hymnisch gefeiert von der ZEIT, die ja auch die SED-Diktatur bis zuletzt weichzeichnete) beiseite. Sind es nicht gerade die damals wachstumskritischen Sozialisten von damals, die heute Wachstumsförderung verlangen/fordern? Haben diese „Experten“ hinzugelernt? Oder verscherbeln sie immer den Blödsinn, der sich gerade am besten verkaufen lässt? Frage an Herrn Hollande: Wenn Ihre weniger werdenden Gefolgsleute am nächsten Earth Day (22. April) alle für eine Stunde das Licht ausmachen, führt das dann zu Wachstum beim Absatz von französischem Atomstrom, den Ihre deutschen Glaubengenossen so fürchten? Der Linke, ein lebender Widerspruch …

 

Einst sollte die Rente sicher sein, heute angeblich Online-Banking
Aufgelesen: „Gigantischer Passwort-Klau aufgedeckt. Jetzt ist wohl ein guter Zeitpunkt, um wichtige Passwörter zu ändern: Mehr als eine Milliarde Einwahl-Kombinationen aus Benutzernamen und Passwörtern soll eine Hacker-Gruppe aus Russland erbeutet haben. Jeder kann betroffen sein. Es könnte der bisher größte Datendiebstahl im Internet sein.“ Der ganze Bericht hier.

Anmerkung (von einem meiner Freunde): 1986 (Norbert Blüm): Die Rente ist sicher. 2014: Online-Banking ist sicher

 

Geld wie Heu (in Österreich)
Aufgelesen: „Warum hat das Innenministerium kein Geld? Natürlich hat das Ministerium Geld. Geld wie Heu. Und das Geld wird wirklich mit vollen Händen hinausgeschmissen.“ Und dann folgt eine Aufzählung mit 41 Beispielen, wofür das österreichische Innenministerium das Geld rausgeschmissen hat, zusammen 4, 525 Millionen Euro. Siehe hier. .

Anmerkung (von Lutz Radtke): Wie die Österreicher ihr Geld ausgeben, ist natürlich ihre Sache – wir mögen das, siehe das nachfolgende Beispiel, nicht besonders gelungen, ja, geradezu verschwenderisch finden. Und wir in Deutschland? Ich fürchte, eine solche Aufstellung eines deutschen Ministeriums dürfte kaum anders aussehen! Denken wir nur an die Millionen (im Augenblick sind es wohl 30), die unsere Familienministerin (die Dame heißt Schwesig) jedes Jahr für den „Kampf gegen Rechts“ ausgibt. Was erreicht sie damit? Gibt es nach so vielen Jahren eine Art Bilanz, einen „Erfolgsnachweis“? Die linke Szene bekommt Millionen. Jahr für Jahr. Und es sollen noch mehr werden. Wofür bitte? Für Demonstrationen, brennende Autos, Unterstützung bei Landnahme von Asylanten? Da hätten wir Bürger doch auch gern eine solche Liste. Wer bekommt wie viel für welchen Zweck? Wie oft, wie lange noch? Sogar von 5 Jahren ist die Rede … Dafür ist offenbar genug Geld da. Armes Deutschland!

 

Zum Beispiel die Tea-Party-Bewegung
Aufgelesen: Bei Vorwahlen in Kansas haben die Konservativen der Tea-Party-Bewegung einen weiteren Schlag versetzt, meldet die Nachrichtenagentur AP. „Three-term Republican Sen. Pat Roberts edged out Milton Wolf in Kansas‘ primary Tuesday night as mainstream conservatives dealt another blow to the tea party movement. A GOP businessman swamped a first-term Michigan congressman, upending his re-election bid.” Der ganze Bericht hier .

Anmerkung (von einem meiner Freunde): Was würden linke Medien nur ohne die Tea Party machen? Deutsche Mainstream-Medien haben für die Tea-Party-Bewegung in Nordamerika u.a. folgende Adjektive parat: erz-konservativ, ultra-konservativ, reaktionär, extrem. Auch für Medien sollte gelten: Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit. In der Tea Party sind zumeist diejenigen republikanischen Wähler versammelt, die es leid waren und sind, von den Vertretern des republikanischen Partei-Establishment VOR Wahlen schöne Worte wie
– limited government
– Defizitreduzierung
– ausgeglichener Staatshaushalt
– Sparsamkeit
zu hören. NACH Wahlen haben gewählte republikanische US-Politiker dann regelmäßig die gleichen Verschuldungsorgien zelebriert, für die sie die gegnerischen Demokraten immer kritisiert hatten. Irgendwann lassen die Leute sich das nicht mehr gefallen. Und proben den Aufstand. Natürlich ist die Tea Party ein US-amerikanisches Phänomen. Etwaige Ähnlichkeiten mit bürgerlichen Parteien in Europa wären daher rein zufällig.

 

Wieso braucht keine Sau die FDP?
Aufgelesen: „Ganz Deutschland rätselte über den Wahlkampfslogan der Liberalen in Brandenburg: Keine Sau braucht die FDP. ‚Aber die Menschen schon’, lautet jetzt die Auflösung, die FDP-Landeschef Gregor Beyer und Spitzenkandidat Andreas Büttner am Donnerstag in Potsdam präsentierten. Mit dem Spruch Keine Sau braucht die FDP auf ihren Wahlplakaten hatten die Liberalen im Internet für Aufsehen gesorgt. Doch jetzt wird klar: Die Freidemokraten haben sechs Wochen vor der Wahl nicht aufgegeben – sondern sich etwas dabei gedacht: Indem andere Texte darübergeklebt werden, ergeben die Slogans einen neuen Sinn, wie zum Beispiel Jeder Brandenburger braucht die FDP.“ Siehe hier .

Anmerkung (von einem meiner Freunde): Wieso braucht keine Sau die FDP? Die Erklärung dafür bietet der Theologe Dr. Sebastian Moll in einem Interview mit www.freiewelt.net: „2009 kam die FDP mit einem Traumergebnis von 14,6 Prozent an die Regierung, worüber wir uns alle sehr gefreut haben. Doch dann machte auch diese Partei alles falsch, was man falsch machen konnte. Sie hat kein einfacheres Steuersystem durchgesetzt und in der Euro-Politik völlig versagt, weil sie sich von Merkel hat erpressen lassen und die deutliche Stimmung in der Partei gegen die Eurorettung nicht respektiert hat. Auch die völlig planlose Energiewende hat sie nicht verhindert. So entwickelte sich die FDP immer mehr zu einer staatsgläubigen Partei, die alle tief in die bürgerlichen Freiheiten eingreifenden Gesetze mitgetragen hat.“

 

Um Kriege zu führen, braucht man drei Dinge
Aufgelesen: „Pleiteweltmeister – Die größten Staatsinsolvenzen: Argentinien bedient seine Staatsschulden nicht mehr und ist damit technisch gesehen pleite. Weltmeister der Staatsbankrotte ist aber ein ganz anderes Land. Welches Land sich dieses zweifelhaften Titels rühmen darf und wo sich Deutschland unter den Pleitenationen einreiht – unser Ranking sagt es Ihnen.“ Über Deutschland (Platz 8) ist zu lesen: „Deutschland musste bis zum heutigen Tag 8 Staatspleiten hinnehmen. Meist waren Kriege der Grund, weshalb Deutschland seine Kredite nicht zurückzahlen konnte. Das letzte Mal kam es zu Beginn des zweiten Weltkriegs zu Zahlungsausfällen.“ Alles weitere hier.

Anmerkung (von einem meiner Freunde): Wohl aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden für diese Statistik nur die letzten 200 Jahre herangezogen. Was verraten uns die Kurztexte von finanzen.net über die Kunst des Pleitemachens?
1) Um Krieg zu führen, braucht man drei Dinge: Geld, Geld, Geld. Geht der Krieg verloren, sehen die Gläubiger in der Regel in die Röhre.
2) Verschwendungssucht und Prunksucht haben nicht nur den türkischen Sultan in die Pleite getrieben. Die Staatsrechnung des am Schluss recht kopflosen französischen Königs vor der Revolution spricht Bände.
3) Brauchte man früher total degenerierten Adel, der in Versailles die Staatseinnahmen verbrannte, oder verlorene Kriege, um die Staatsfinanzen restlos zu zerrütten, geht das in modernen Zeiten auch mit einen Sozialstaat.
Wie geht eigentlich die CDU mit ihrem früheren Bundestagsabgeordneten Hansjörg Häfele um (war auch mal Staatssekretär im Finanzministerium von 1982 – 1989), der als Oppositionspolitiker zu sozial-liberalen Zeiten regelmäßig heftig gegen die Schuldenpolitiker der Regierung Schmidt/Genscher wetterte und 1979 angesichts von 420 Milliarden Staatsschulden der Bonner Republik der SPD damals vorhielt: „Das war genau der Betrag, mit dem Adolf Hitler das deutsche Volk seinem Schicksal überlassen hat.“ Heute ist das 1 x Bankenrettung übers Wochenende.

 

Klimawandel als Asylgrund
Aufgelesen: „Zum ersten Mal hat ein Staat den Klimawandel als Asylgrund akzeptiert. Damit darf Sigeo Alesana mit Frau und Kindern in Neuseeland bleiben – seine Heimatinsel droht im Meer zu versinken. Es ist die Flucht aus einem kleinen Paradies, die die Familie Alesana angetreten hat. Zusammen mit seiner Frau hat Sigeo Alesana seine Heimat, den Pazifik-Inselstaat Tuvalu, im Jahr 2007 verlassen – und sie werden nicht mehr zurückkehren. Denn sie sind die ersten anerkannten Flüchtlinge des Klimawandels.“ Der ganze Bericht hier.

Anmerkung (von einem meiner Freunde): Ein paar Fakten mehr (Anstieg um wieviel Zentimeter seit wann) hätten dem Artikel nicht geschadet. Ergänzende Anmerkung von mir: Mit Klimawandel ist ja wohl eine Erwärmung des Klimas gemeint. Aber ob und wann und wo und wie und warum der Meeresspiegel steigt oder nicht, wird wissenschaftlich kontrovers diskutiert. Bedenken sollte man aber auch, dass, wenn es wärmer wird, auch mehr Wasser verdunstet. Über das Kaspische Meer habe ich gelesen, dass es dort zwischen Sommer und Winter Temperaturunterschiede von 30 Grad Celsius gibt und der Wasserspiegel dieses Binnenmeeres im Sommer sinkt, weil viel mehr Wasser verdunstet, als die Wärmeausdehnung und Zuflüsse (Wolga!) nachliefern können.

 

Unsere Politiker geben vor, „klimaneutral“ zu fliegen
Aufgelesen: „Bundestag und Bundesregierung wollen sich offenbar nicht vorwerfen lassen, mit Dienstreisen zum Klimawandel beizutragen. Sie setzen deshalb auf „Klimaneutralisierung“, wie aus der Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht. Von 2008 bis 2012 wurden 9,91 Millionen Euro ausgegeben für Zertifikate über 499 126 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente. Auch im Entwurf für den Haushalt 2015 sind im Etat von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) 2 Millionen Euro für „Maßnahmen zur Klimaneutralisierung der Dienstreisen der Bundesregierung“ vorgesehen. Schon 2008 habe der Ältestenrat des Bundestags beschlossen, sämtliche Dienst- und Mandatsreisen für Abgeordnete durch Zahlung einer Kompensation ‚klimaneutral’ zu stellen, heißt es in der Anfrage. Die damalige Bundesregierung entschied das auf Betreiben ihres SPD-Umweltministers Sigmar Gabriel ein Jahr früher. Schwarz-Gelb hatte die Kompensationsmittel gekürzt.“ (FAZ vom 30. Juli 2014, Seite 17)

Anmerkung: O, Schwachsinn, lass nach. Worin er besteht, ist hier zu lesen. Daran ändert sich auch dadurch nichts, dass die Bundesregierung mit dem Geld, das auf diese Weise zusammenkommt, Klimaprojekte in Entwicklungsländern finanziert – unter anderem „brennholzsparende Kocher“ für Nigeria und Windkraftanlagen für Indien. Die Kocher dürften wohl sinnvoll sein und Windkraftanlagen in Indien, wenn es örtlich an einer Stromversorgung fehlt, ebenfalls. Aber das Geld dafür stammt aus Bundesmitteln, nicht aus dem privaten Säckel der fliegenden Politiker, es trägt nur ein anderes Etikett. Für wie dumm werden wir gehalten? Der FAZ ist dieser Unfug und Schwindel keinen Kommentar wert gewesen. Wie auch? Wer auf der Windkraftwelle mitschimmt, verliert seine Urteilskraft.

 

Beitreten zur Schweiz

Aufgelesen: „So sähe die neue Großmacht Schweiz aus. Immer mehr Nachbarregionen wollen der Schweiz beitreten. Nach Baden-Württemberg und der Lombardei zeigt nun auch das Südtirol Interesse an einem Beitritt zur Schweiz (hier). Wir haben die Vor- und Nachteile zusammengetragen. Eine nicht repräsentative Umfrage mit über 44 000 Teilnehmern zeigt: Über achtzig Prozent der 20-Minuten-Leser wollen, dass die Schweiz neue Kantone aus dem Ausland aufnimmt. Siehe hier.

Anmerkung (von einem meiner Freunde): Noch haben Städte wie Stuttgart, München, Mailand und Bozen keine Schweizer Postleitzahl. Aber das Selbstbestimmungsrecht der Völker bedeutet, dass sich ausgebeutet fühlende Regionen anderen Staatsgebilden anschließen könnten. Das Schweizer Pendlerblatt „20 Minuten“ gibt schon einmal einen Vorgeschmack darauf, wie sich das Angesicht Europas verändern könnte, wenn die Nachbarn der Eidgenossen Anschluss an das Erfolgsmodell Schweiz suchten.

 

Das nützliche CO2
Aufgelesen: Die Bundesregierung gerät bei ihren Klimazielen in Bedrängnis: Die Stromproduktion aus Braunkohle brummt. Das bläst auch jede Menge schädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre. Unter den fünf europäischen Braunkohlekraftwerken mit dem höchsten Kohlendioxid-Ausstoß sind vier aus Deutschland. Das ist auf Basis der Emissionen 2013 das Ergebnis einer Studie, an der unter anderem die Umweltstiftung WWF beteiligt war. Siehe hier.

Anmerkung: Die Wirtschaftswoche sollte sich mit der Materie mal etwas gründlicher und wie journalistisch geboten beschäftigen. Und nicht nur sie. Journalistische Tugend ist abhanden gekommen. Stattdessen nachplappern, im Mainstream schwimmen, Gutmensch spielen. Schon mal etwas davon gehört, dass mehr CO2 das Pflanzenwachstum fördert, was nützlich wäre für die Welternährung?

 

Zum Abschluss Aufgelesenes zum Schmunzeln: Blondinen sollen dumm sein? Diese Blondine hier ist jedenfalls ganz schön clever. Gucken Sie mal.

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Haftungsausschluss / Disclaimer siehe hier

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