Jetzt gibt es auch die „Blauen“

Die politische Farbenlehre ist um eine Farbe reicher: um die der Alternative für Deutschland. Die neue Partei überrascht mit einem professionellen Wahlkampf.

Es gibt die Schwarzen, die Roten, die ganz Roten, die Gelben, die Grünen. Nun gibt es mit dieser Bundestagswahl auch die Blauen. Denn Blau hat sich als ihre Farbe die neue Partei, die Alternative für Deutschland (AfD), auserkoren. Wo immer die AfD sich öffentlich zeigt – bei Kundgebungen, auf ihren Plakaten, auf ihren Faltblätter – die beherrschende Farbe ist Blau. Bei der Großkundgebung am 17. August in Hamburg zum Beispiel haben die über tausend Teilnehmer die Hamburger Innenstadt in ein blaues Plakate- und Bannermeer verwandelt (siehe das Foto hier: https://kpkrause.de/wp-content/Foto.doc). Diese Partei, die formal erst im April gegründet worden ist und danach zunächst alle personellen Kräfte brauchte für das wochenlange Sammeln von Unterschriften, um sich zur Wahl überhaupt stellen zu dürfen, hat mit einem hochprofessionellen, flächendeckenden Wahlkampf geradezu überrascht.

Mini-Kabarett mit „Lucky und die Kanzelette“

In allen wichtigen Fernsehsendern laufen die Werbe-Spots der Partei, teils 90, teils 30 Sekunden lang (siehe hier: https://kpkrause.de/wp-content/TV-Spots.doc). Die 90-Sekunden-Spots in ARD und ZDF gelten als die „Flaggschiffe“ des AfD-Wahlkampfes. Sie sollen vermitteln, wofür die Alternative für Deutschland steht. Die 30-Sekunden-Spots sind, wie das AfD-Bundeswahlkampf-Team erläutert, „eher emotional aufgemacht“. Es gibt davon drei verschiedene Versionen. Hinzukommt als Internet-Hit die Serie „Lucky und die Kanzelette“. Es ist eine Video-Produktion mit schon fünfzehn Folgen, die im Gespräch zweier Handpuppen auf unterhaltsame Weise die hohlen, abwiegelnden und schönfärberischen Sprüche der Kanzlerin mini-kabarettistisch ins Lächerliche ziehen. Die eine Handpuppe stellt Angela Merkel („Kanzelette“) dar, die andere Bernd Lucke („Lucky“). Die jeweiligen Titel lauten zum Beispiel: Wahlkampf-Weichspüler, Neue Scheine braucht das Land, Die machen das schon, Nichtwähler wählen auch, Es kommt auf die Verpackung an, Wunderpillen und Wahlversprechen.

Aktuelle Nachrichten mit dem AfD TV

Alle Folgen von „Lucky und die Kanzelette“ laufen auf Youtube und sind hier zu finden: https://www.youtube.com/playlist?list=PLDA2aPJ3BES9whdUvJ0Yvt78tRH-ehVKo  Und hier kann man abstimmen, welche Partei den besten Werbe-Spot hat: http://www.n-tv.de/politik/Waehlen-Sie-den-besten-TV-Spot-article11245201.html  Darüber hinaus hat der AfD-Landesverband Nordrhein-Westfalen das Online-TV-Projekt „AfD TV – Aktuelle Nachrichten“ entwickelt. Die Themen in der dritten Sendung zum Beispiel lauten EZB-Politik zeigt Wirkung, AfD NRW gegen die „Steueroase Bundestag“, Angriffe auf Wahlkampfgruppen und Groß-Demonstration in Hamburg: http://www.youtube.com/channel/UCSBSPVgfXAPSySlQvNlA8Uw

In München rollen sechs Kleinlaster mit AfD-Werbung durch die Stadt

Für die entscheidende Zeit kurz vor dem 22. September fahren seit dem 26. August in München sechs Kleinlaster, beklebt mit kurzer, einprägsamer AfD-Werbung, durch die Stadt. Es sind die Autos eines  Parteimitglieds, weil sie für ihn ohnehin ständig geschäftlich im Einsatz sind. Auf den Klebefolien steht: „Damit Europa nicht am Euro scheitert.“ Die Partei schreibt dazu: Tausende Menschen, die unterwegs sind, werden mit dieser Kleinlaster-Werbung an die AfD erinnert und über sie informiert. Ein fahrender Klein-Laster mit AfD-Wahlwerbung ersetzt unzählige Wahlplakate. Sie sind der Hingucker, ein regelrechter Magnet für die Blicke der Passanten. Das ist eine ganz neue Form von Werbung, die in London schon längere Zeit sehr populär ist. Wer also einen Kleinlaster à la Mercedes-Sprinter o.ä. hat, kann den mit ein paar Euros zu einem Werbeträger machen. Liebe Handwerker, Spediteure, Kurierdienst-Betreiber – da geht doch was …“

Aufmunterungen für die Parteimitglieder vom AfD-Wahlkampf-Team

Das AfD-Bundeswahlkampf-Team versorgt die Parteimitglieder und Sympathisanten zur Aufmunterung regelmäßig mit „neuen Botschaften aus unserem blauen Wahlkampf“, bisher achtmal. Am 29. August teilte es mit: „Unsere Bekanntheit steigt massiv. Unsere Tour-Teams sind ja quasi fahrende Stimmungsmesser. Während am Anfang der Tour gegenüber der Alternative für Deutschland noch eine gewisse Reserviertheit vorherrschte, ist dies in weiten Teilen der Republik inzwischen zu unseren Gunsten spürbar gekippt. Die Tour-Manager berichten, dass immer mehr Leute von allein auf die Mobile zukommen, Flyer haben wollen (auch nicht nur einen), ermunternde Worte übrig haben, Daumen hoch zeigen und sagen „Wir wählen Euch“. Der Rückhalt in der Bevölkerung steigt Tag für Tag.“

„Erst lachen sie über Dich, dann bekämpfen sie Dich“

Am 27. August munterte das Team-Mitglied Olaf Kriewald die AfD-Anhänger so auf: „Der Wahlkampf nimmt spürbar Fahrt auf. Unsere Plakate ‚verschwinden“’ in Massen, Herr Prof. Lucke wird attackiert, unsere Wahlkämpfer werden bepöbelt, Info-Stände zerstört. Liebe Freunde unserer jungen Bürger-Bewegung: Es ist geradezu abstrus, dass ausgerechnet die Partei, die die Bürgerrechte bewahren will, so massiv angegriffen wird! Es sagt viel über den Zustand der Demokratie in unserem Land aus – und zwar nichts Gutes. Für die nächsten Wahlkämpfe werden wir wohl auf Plakatträger aus Metall umstellen müssen mit entsprechenden Halterungen – in Schleswig-Holstein sind sie schon in der Erprobung. Es gibt auch erste Schmerzerfahrungen, die Randalierer in der Erwartung eines leichten Kunststoff-Plakates machen mussten. Ich möchte diese Mail mit einem Zitat von Mahatma Gandhi beginnen: ‚Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.’ Offensichtlich sind wir in Phase 3 von 4 angekommen. Wir müssen dies aushalten und unsere Lehren daraus ziehen. Es sind weniger als 4 Wochen bis zur Wahl. Eine Lehre besteht darin, dass unser Wahlkampf hauptsächlich auf Kanälen stattfinden muss, die eben nicht angreifbar sind. Ein TV-Spot ist nicht zu bekämpfen, ein Faltblatt, welches zu Millionen in Briefkästen eingeworfen wird, auch nicht.“

Was die Partei sonst noch auf die Beine stellt

In einer Mitteilung zuvor schrieb das Wahlkampf-Team: „Durch viele Maßnahmen arbeiten wir derzeit an der Steigerung der Bekanntheit unserer Partei. Viele Orte sind schon ganz blau plakatiert, an Flyern dürfte schon weit mehr als eine Million Stück verteilt worden sein. Unsere Info-Stände gehören in vielen Orten zum Straßenbild, die drei AfD-Mobile legen Tausende Kilometer zurück und sind unermüdlich im Einsatz, Hörfunkspots sind produziert, Großveranstaltungen werden vorbereitet, die Spitzenkandidaten sind auf Wahlkampftour. Mehrere Kinos werden gechartert, um den Film EUPOLY öffentlich vorzuführen.“ Eingerichtet hat die Partei einen „Plakatspenden-Shop“ und einen Online-Shop für AfD-Fan-Artikel: www.shopfuerdeutschland.de Dort zu haben sind als Werbemittel für die Partei unter anderem Luftballons, Pins, Kaffeebecher, Kühltaschen, Rucksäcke, Jojos, Schiebepuzzles, Geduldsspiele, Zollstöcke, Flyer, Postkarten, Kugelschreiber und Herren-Poloshirts.

Die AfD-Pressearbeit vor allen anderen Parteien auf Platz Eins

Alle diese Beispiele zeigen, wozu die Bürger-Bewegung und neue Partei Alternative für Deutschland inzwischen in der Lage ist und wie schnell sie es auf die Beine gestellt hat. Erfolgreich ist die Partei auch in ihrer Pressearbeit. Im Pressestellen-Test des Magazins der Kommunikationsbranche PRMAGAZIN schneidet die Alternative für Deutschland unter den Bundesparteien als beste ab:

Alternative für Deutschland –  Sehr gut: 188 Punkte (ungewichtet: 96)
Piratenpartei – Sehr gut: 162 Punkte (ungewichtet: 80)
CDU – Gut: 157 Punkte (ungewichtet: 78)
Die Linke – Gut: 155 Punkte (ungewichtet: 77)
FDP –  Gut: 153,5 Punkte (ungewichtet: 77)
Bündnis 90/Die Grünen – Reformbedürftig: 60 Punkte (ungewichtet: 40)
SPD – Reformbedürftig: 60 Punkte (ungewichtet: 40)

Dazu schreibt das Magazin: „Dass die Pressearbeit der Parteien auf Hochtouren läuft, lässt sich schon an der Vielzahl von Pressesprechern und -referenten ablesen. Doch Masse ist nicht alles. Unser Test zeigt: Besonders die jungen Parteien liefern gute Leistungen ab, während sich die traditionellen ihre Ergebnisse mit ermüdenden Floskeln und späten oder ausbleibenden Antworten verhageln. Den Testsieg holt Dagmar Metzger von der Alternative für Deutschland. Sie kommt schon beim ersten Gespräch ins Plaudern, verweist auf gute Ansprechpartner und überzeugt mit pointierten Antworten. Grüne und SPD enttäuschen.” Siehe hier: http://www.prmagazin.de/meinung-analyse/hintergrund/pressestellentest-bundesparteien.html  Bei einer Online-Abstimmung mit der Frage „Welcher Partei würdet ihr am ehesten vertrauen?“ schnitt die AfD mit 42 Prozent am besten ab, alle übrigen Parteien erreichten nur zwischen Null (CSU) und 5 Prozent (Piratenpartei): https://kpkrause.de/wp-content/Vertrauen-in-Parteien.doc

Bei Maybrit Illner: Sieger Bernd Lucke

Wahlveranstaltungen der Partei mit Reden ihrer Kandidaten sind stets sehr gut besucht.Ihr Spitzenkandidat, Bernd Lucke, einer der drei Sprecher der AfD-Bundespartei hat Gelegenheit gehabt, die Partei und sich in allen maßgeblichen Talkshows des Fernsehens darzustellen, zuletzt gestern Nacht (5.September) bei Maybrit Illner, wo er als Einziger das Polit-Geschwafel der anderen Teilnehmer mit Fakten, Zahlen und glaskaren Äußerungen zu kontern verstand. Hier ein FAZ-Leserkommentar dazu: „Bei dem finalen Showdown vor den Wahlen durften vier ausgewiesene Eurofanatiker gegen einen Widerspenstigen in den Ring treten um ihn ein für alle male mundtot zu machen. In der rechten Ecke: Ein Banker mit Manieren eines Gebrauchtwagenhändlers, der in Gr schon das neue Dubai kommen sieht. Ferner eine unsägliche Quotendame aus dem Elfenbeinturm Brüssel, mit Wohnsitz in dem Geldwäscheland Luxemburg. In der linken Ecke: Ein Sozi, dessen Partei der Regierung Rechtsbruch vorwirft, aber bei allen Abstimmungen mit „Ja“ stimmte und ein Minister, der vor kurzem noch Gr aus dem Euro werfen wollte, jetzt aber nichts mehr davon wissen will. Für den glänzend disponierten Bernd Lucke war es dann auch ein leichtes, die Schwinger dieser tumben Gegner auszukontern. Daher das Urteil der Fernsehzuschauer und in allen Foren: Sieger Bernd Lucke.

Nach den jüngsten Wahlprognosen würde die AfD in den Bundestag einziehen

In den Wahlprognosen klettert die Partei inzwischen höher. Neu im Kreis der Wahlprognosen ist die Seite http://www.wahl-radar2013.de. Hier werden die klassischen Prognosen von Forsa, Infratest, Forschungsgruppe Wahlen & Co. mit den Online-Ergebnissen von Wahl-o-meter anderen Diensten nach einem speziellen Schlüssel gemittelt. Hier liegt die AfD gegenwärtig bei 7,6 Prozent.  Damit würde sie in den Bundestag einziehen.

Zum Schluss gibt`s noch was Spaßiges – ein Merkel-Song:
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=3-zxNdfbpkg#t=22

 

PS. Wenn ich über die AfD schreibe, müssen Sie als Leser wissen, dass ich im März 2013 dieser Partei beigetreten bin – erstmals einer Partei überhaupt. Ich bin überzeugt, dass unser Land diese neue Partei dringend braucht, und möchte daran mitwirken, dass es gelingt. Ich glaube, dass ich innerhalb der Partei meine Vorstellungen von einer grundlegenden Politikwende zunächst besser zur Geltung bringen kann als außerhalb, jedenfalls in der Gründungs- und Wahlkampfphase. Ob auch noch nach der Wahl, wird sich zeigen. Ich will also, dass diese Partei in den Bundestag kommt.Neutral bin ich demnach nicht, wohl aber unabhängig und um Objektivität bemüht. Das Urteil darüber muss ich dem Leser überlassen. Ein Amt in der Partei habe ich nicht übernommen, gehöre aber einem Arbeitskreis von Fachleuten für Energiepolitik an, die ebenfalls Mitglieder oder zumindest Sympathisanten der AfD sind. Dieser Kreis hat für die Partei bis zum 12.Juni 2013 ein Programm zur Energiepolitik ausgearbeitet und dem AfD-Bundesvorstand vorgelegt. Daraufhin hat der Bundesvorstand diesen Arbeitskreis zum „AfD-Bundesfachausschuss für Energiepolitik“ ernannt, jedenfalls vorläufig. Es ist unserem Arbeitskreis gelungen, den Bundesvorstand davon zu überzeugen, dass die Energiewende-Politik der Altparteien ein ebenso wichtiges Wahlkampfthema ist wie deren Politik zur „Euro-Rettung“. Seitdem werden die Aussagen der Partei zur Energiepolitik konkretisiert und fallen entschiedener aus. Nicht alles im Wahlprogramm deckt sich mit meinen Vorstellungen.Dazu gehört vor allem die Energiepolitik.

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2 Kommentare zu „Jetzt gibt es auch die „Blauen““

  1. Sehr gute Darstellung dieser Partei.
    Gerade wegen der substantiellen Europroblematik und der verlogenen Energiepolitik habe ich diese Partei schon per Briefwahl gewählt. Es ist die einzige Partei, die neben der Asylpraxis diese Themen realtitätsnah angeht.

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