Was man über den Klimavertrag nicht erfuhr: Alle Staaten können aus ihm in den nächsten zwölf Monaten wieder aussteigen – Statt vernünftig über Verbindliches hat man sich unverbindlich über Unvernünftiges geeinigt – Warum der Pariser Klimazirkus ohne finanzielle Vorgabe blieb – Eine Erklärung für das Engagement Chinas – Aber Otto Normalbürger versteht nur, dass man sich geeinigt hat, und schläft weiter – Wolken bei Tag kühlen, Wolken bei Nacht wärmen - Kleine Nachlese zu Paris

Wie üblich gibt es in Verträgen Großgedrucktes und Kleingedrucktes. So auch in dem Klimaschutzabkommen von Paris. Das Großgedruckte wird hinausposaunt, das Kleingedruckte lieber nicht. Man muss wohl in Australien sein, um aus dem Kleingedruckten mehr zu erfahren als hierzulande. Jedenfalls hat daraus ein Deutscher, der für einige Monate gerade in Australien weilt, ein hübsches und nicht ganz unwichtiges Detail öffentlich gemacht: Alle Staaten können aus dem Vertrag in den nächsten zwölf Monaten wieder aussteigen.

Das Motiv: Viele Delegierten wollten zuhause keinen Ärger bekommen

Es stand in einem Leserbrief. Geschrieben hat ihn der deutsche Unternehmer Frank Abels im australischen Rockingham, wo er die hiesigen Wintermonate zu verbringen pflegt. Er bezog sich auf die Berichterstattung über den Abschluss des Pariser Abkommens. Sein Brief lautet: „Die Klimakonferenz von Paris war eine Farce. Nichts von Bedeutung wurde dort vertraglich und damit durchsetzbar festgelegt. Ein Meisterstück der Franzosen, der ‚Erfinder’ der Diplomatie. Als Gastgeber war Frankreich zum Schluss glücklich, der Welt vermelden zu können: ‚Wir haben einen Vertrag’, auch wenn es Bindendes darin nicht gibt. Alles beruht auf der Freiwilligkeit der Vertragsstaaten, und dies unterscheidet sich im Ergebnis kaum von dem Freiwilligkeitsstatus der Staaten in der Klimafrage vor dem Pariser Vertrag. Nun aber ist ärgerlicherweise beim Lesen des ‚Kleingedruckten’ dann doch noch herausgekommen, dass alle Staaten innerhalb der nächsten zwölf Monate ohne Probleme wieder aussteigen können. Wie man von australischen Konferenzteilnehmern hörte, war diese Exit-Möglichkeit die Voraussetzung für viele Delegierte, dem Vertragstext überhaupt zuzustimmen, um keinen Ärger zu Hause zu bekommen. Auch eine Rolle hat nach vierzehn Tagen Verhandlungsmarathon wohl gespielt, dass die Delegierten keine Lust hatten, wie in Kopenhagen 2007 ‚nachzusitzen’.“ (FAZ vom 18. Dezember 2015, Seite 29).

Nicht vernünftig über Verbindliches geeinigt, sondern unverbindlich über Unvernünftiges

Wo wir gerade bei der Nachlese Paris sind – auch dies war in einer Zuschrift zu lesen: „Man kann viele Varianten zusammenfassender Sätze über das Ergebnis von Paris schreiben. Einer könnte so lauten: Statt sich verbindlich über etwas Vernünftiges zu einigen, hat man sich unverbindlich über etwas Unvernünftiges geeinigt. Dabei geht es nicht um 1,5 oder zwei Grad Celsius. Für mich ist beides Unsinn. Bis heute weiß niemand wirklich, warum es immer wieder zu Eis- und Warmzeiten gekommen ist. Noch schlimmer, jeder weiß über die Völkerwanderung, dass Warmzeiten besser waren als Kaltzeiten. Ein vernünftiger verbindlicher Beschluss in Paris wäre zum Beispiel, wir sorgten durch die bekanntlich undemokratische UN-Administration dafür, dass arme und bildungsferne Menschen wohlhabender und gebildeter werden. Deren Geburtenrate pendelte sich so von selbst auf ein bis zwei Kinder ein.“

Die erfahrbare Wirklichkeit mehr durch Forschung ergründen als durch Computerspiel

Veröffentlicht hat diese Zuschrift der Hanauer Anzeiger, ihr Autor ist der Chemiker und Physiker Dr. rer. nat. Gerhard Stehlik in Hanau (seine Homepage hier) Die Überschrift lautet „Mehr Wirklichkeit, weniger Klima“. Weiter schreibt Stehlik: „Gleichzeitig sollte mehr Forschung über die erfahrbare Wirklichkeit betrieben werden als durch Computerspiel. Das bedeutete mehr Forschung über Physik, Chemie, Biologie, Medizin und Ingenieurwissenschaft als über Wetter und Klima. Für die Schulentwicklung vor Ort bedeutete das konkret: Im Projekt “Mint” – für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik der S2-Stufe – werden Mathematik (eine Geisteswissenschaft) und Informatik (keine Wissenschaft, sondern Technik) reduziert und Naturwissenschaft und Technik aufgewertet und wieder klassisch ausgestaltet als Physik, Chemie und Biologie und “Technisches Werken” einschließlich Informatik. Schulabgänger sollten so wieder mehr Alltagswissen mitbekommen und weniger Computerspielen lernen.“

Das Erfassen der Wirklichkeit und die Alltagsbildung aufwerten

Doch geht seine Vision, wie er schreibt, noch einen Schritt weiter: „Die ‚große gesellschaftliche Transformation’ ist nicht fürs Klima nötig, sondern um die gesellschaftliche Vorherrschaft der Schwachen im Alltag (Theologen, Politologen, TV-Experten) über die Starken im Alltag (Praktiker, Techniker, Naturwissenschaftlicher, Mediziner) zu korrigieren. Eine Möglichkeit sehe ich, indem sich diese Starken im Alltag zu einer gesellschaftlichen Machtgruppe zusammenschließen und gemeinsam dafür sorgen, dass die einfache und ordentliche Wirklichkeitserfassung und die ‚Alltagsbildung’ darüber aufgewertet werden.“

Wolken bei Tag kühlen, Wolken bei Nacht wärmen

Abschließend schreibt Stehlik: „Unsinnige Bilder wie dieses*), bei dem ein unsichtbares Gas wie CO2 ‚angstvoll gefühlt’ werden soll, sollten in Zeitungen und TV-Sendungen nicht länger ohne Gegendarstellung bleiben. Das Bild zeigt in Wirklichkeit weiße Wassertröpfchen. Der eine oder andere Zeitgenosse weiß das. Nur wenige werden wissen, dass sich unter den dunklen Oberflächen der Ozeane das eigentliche ‚Treibhaus’ der Erde befindet und dass das unsichtbare gasförmige Wasser in der Atmosphäre gemeinsam mit dem unsichtbaren CO2 das ‚Kühlhaus Atmosphäre’ ausmacht und dass bis heute kein Klimaforscher weiß, was die weißen Wassertröpfchen der Wolken in der Atmosphäre netto an Wärmewirksamkeit haben. Wolken bei Tag kühlen, weil sie die Sonne verdecken, Wolken bei Nacht wärmen, weil sie das minus 272 Grad Celsius kalte Weltall verdecken. Ihr ‚Netto’ an Wärme oder Kälte ist jederzeit und überall anders. So Einfaches und Richtiges muss wieder zu Alltagswissen werden!“

Warum der Pariser Klimazirkus ohne finanzielle Vorgabe blieb

Auch die Stromverbraucher-Schutzvereinigung NAEB e.V. hat sich zum „Klimazirkus“ in Paris geäußert: „Auguren sagen, die Einigung ohne jegliche finanzielle Vorgabe resultiere aus der Drohung des US-Senates, der dem Weltklimazirkus mitgeteilt hat, jegliche finanzielle Verpflichtung für die USA sei Makulatur, weil man eine eventuell jetzt von der US-Delegation gegebene Zusage nach Inthronisation der nächsten (republikanischen) Regierung in 2017 widerrufen werde. Die Verschärfung auf 1,5 Grad legt den Grundstein für ein nächstes Treffen, wo dann wider 40 000 Klima-Jongleure um die Welt jetten werden. Außerdem ist das eine gute Ausgangsposition für zusätzlichen Druck auf die deutschen Bürger durch die Politiker, als Vorreiter die Heizung noch weiter herunter zu regeln und noch mehr Windkraftanlagen zu errichten.“ (Ausschnitt aus dem NAEB Strom-Newsletter 2015/12 vom 19. Dezember, Autor: Heinrich Duepmann).

Eine Erklärung für das Engagement Chinas

In diesem Zusammenhang macht NAEB noch auf chinesische Beweggründe bei der Klimaschutzkonferenz in Paris aufmerksam: „Auch für das Engagement Chinas gibt es eine plausible Erklärung: Der Run auf die Kernkraft wird sich verstärken, und da sind die Chinesen nun mal ganz vorn, also kommen Export-Aufträge für Kernkraftwerke. Aber auch bei Höchstspannungstrassen haben die Chinesen die leistungsfähigste Technik und Referenzen für große Distanzen. Man hat bereits über 10 000 Kilometer 1000-kV-Leitungen installiert und weitere 10 000 sind im Bau. Dagegen sind die Deutschen 400-kV-Strecken Spielkram in Mikado-Stablänge. Und wenn dann die Deutschen ihre eigenen Kohlekraftwerke abwürgen, brauchen Sie ja weite Strecken nach Kaliningrad, Slowakien und an die französische Atlantikküste – made by China. Übrigens ist der chinesische Export (absolut) bei elektrotechnischer Ausrüstung inzwischen doppelt so hoch wie der deutsche.“

Aber Otto Normalbürger versteht nur, dass man sich geeinigt hat, und schläft weiter

Doch was bringt diese Nachlese zum Pariser Abkommen? Für die meisten Menschen, gerade auch in Deutschland, nichts, denn sie werden davon nichts erfahren, jedenfalls nicht von den Mainstream-Medien. Wer nichts erfährt, weiß auch nichts. Er schläft weiter. So bleibt es dabei, was NAEB so formuliert: „Der unkundige Leser/Fernseher/Hörer versteht nur, dass man sich geeinigt hat und jetzt die Weltrettung vor dem Klimaproblem auf dem Weg ist (per Kernkraft, Wind, Voltaik, Biogas).”

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*) Dieses Bild, das Stehlik seinem Brief beigefügt hatte, hat die Zeitung nicht veröffentlicht, sondern durch ein ganz anderes, ein reißerisches dpa-Foto ersetzt. und damit den Bezug zerrissen.



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Kommentare


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1 Kommentar


  1. Oblomow am 29 Dezember, 2015 17:52
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    Ein m.E. spannender Artikel zu einem propagandistischen Text aus einem Magazin mit glücklicherweise sinkenden Absatzzahlen:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/redaktion/klimanarren-und-die-luegenpresse-der-spiegel-redaktion.html

  2. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------

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