Dann kostet es uns Stromverbraucher bis 2025 rund 1,3 Billionen und bis 2050 möglicherweise 4 Billionen Euro – Wollen Sie das?

Was kostet es, wenn Deutschland die verrückte „Energiewende“ seiner Politiker so fortführt, wie es bisher immer noch geplant ist? Dass es dazu kommt, ist zwar unwahrscheinlich, denn das Geplante wird an den Realitäten letztlich scheitern. Aber trotzdem hat der Diplom-Ingenieur Klaus Maier diese Frage zu beantworten versucht. Denn zu Recht stellt er fest: „Wer ein Projekt angeht, sollte wissen was es am Ende kostet. Wer ja zur Energiewende sagt, muss auch die Kosten akzeptieren. Kategorisch sagt er: “Eine Lösung, die zu keinen akzeptablen Kosten zu haben ist, ist keine Lösung.” Untersucht hat er die Kosten, die bis zum Jahr 2050 drohen, wenn bis dahin – das ist die Annahme – alles wie geplant so weiterläuft. Das Ergebnis sieht sehr schrecklich aus, und deswegen wird es unausweichlich so wie bisher nicht weiterlaufen können.

Das politische 80-Prozent-Ziel

Maiers Berechnung geht von dem politisch gesetzten Ziel aus, dass die deutsche Stromversorgung im Jahr 2050 zu 80 Prozent aus sogenannten erneuerbaren Energien (EE) gedeckt werden soll. Dabei werden die volatilen Erneuerbaren Energien (VEE), also die aus Wind und Photovoltaik, einen Anteil von 68 Prozent haben. Für diese VEE sind große Speicher nötig, falls bei Mangel an Wind und Sonne keine Backup-Kraftwerke

einspringen sollen. Die dann notwendigen Speichergrößen und Speicherkosten hat Klaus Maier über ein komplexes Rechenmodell ermittelt und die vier meistdiskutierten Speicherlösungen in einer Tabelle einander gegenübergestellt. Demnach scheiden Pumpspeicherkraftwerke wie auch Druckspeicher aus, weil sich die notwendige Kapazität wegen ihrer immensen Größe und Kosten auch nicht annähernd realisieren lässt. Die Batteriespeicherlösung kommt wegen der astronomischen Kosten ebenfalls nicht in Frage. So blieb nur die sogenannte Power-to-Gas-Lösung als prinzipiell realisierbar übrig.

Die bis 2050 kumulierten Gesamtkosten vielleicht sogar 4 000 Milliarden Euro

Die Kosten, um die es geht, sind zum einen die zusätzlichen Investitionskosten (für Trassen, Leitungsnetze, EE-Anlagen und große Stromspeicher) und zum anderen die laufenden Kosten (für Wartung, Zinskosten, sonstige Betriebskosten, Gewinne u.a.). Sie zusammen ergeben die Stromgestehungskosten. Hinzukommen Steuern und Abgaben an den Staat und seine Institutionen. Und aus allem zusammen errechnet sich dann der Strompreis für die Stromverbraucher. Die bis 2050 kumulierten Gesamtkosten, die volkswirtschaftlich aufzubringen sind, dürften wohl mit 4000 Milliarden Euro (4 Billionen) zu veranschlagen sein. Damit würden einer vierköpfigen Familie vom Jahr 2000 bis 2050 im Durchschnitt dieser fünfzig Jahre jährlich rund 4000 Euro an Kaufkraft entzogen worden sein. Wegen dieser Kosten rechnet Maier damit, dass das Projekt Energiewende spätestens 2025 abgebrochen werden muss.

Die Zwangsabgaben für den Ökostrom steigen bis 2025 auf 800 Milliarden

Vorgetragen hat Klaus Maier seine Berechnung in Helmstedt auf einer Tagung der Stromverbraucher-Schutzvereinigung NAEB e.V. am 11./12. April.**) Auf der gleichen Veranstaltung hat Günter Unseld vorgeführt, dass sich die Zwangsabgaben der Stromverbraucher an die Betreiber der EE-Stromerzeugungsanlagen in Deutschland für diesen „Ökostrom“ von 2000 bis 2014 schon auf 150 Milliarden Euro summiert haben. Doch weil sich

 

           Zwangsabgaben der Stromverbraucher 
             an Betreiber von Ökostrom-Anlagen
                     Hochrechnung bis 2025
                     in Milliarden Euro
  Auszahlungen             Auszahlungen
     Jahr  plus Zahlungsverpflichtungen
      im Jahr             bis zum Jahr
    2014         24,6                   400
    2020          35                   619
    2025      über 40                   800
Quelle: Günter Unseld, NAEB Stromverbraucherschutz e.V.

 

der deutsche Staat mit dem EEG*) gesetzlich verpflichtet hat, dass die Betreiber diese Zwangsabgaben zwanzig Jahre lang bekommen, sind an solchen Zahlungsverpflichtungen für diese Installationen  bis 2014 zusätzlich bereits 250 Milliarden Euro aufgelaufen, die bis zum Jahr 2034 ausgezahlt werden müssen.  Zu den 150 Milliarden, die die Verbraucher bis 2014 bezahlt haben, kommen also bis 2034  die 250 Milliarden Zahlungsverpflichtungen hinzu, so dass sich die Kosten bis dahin auf 400 Mrd Euro aufsummieren werden. Und sollte sich an dieser Subventionsgesetzgebung nichts ändern, würden sie im Jahr 2020 auf 619 Milliarden zugenommen haben und im Jahr 2025 auf 800 Milliarden.

Dazu kommen die Kosten für 4780 Kilometer neue Hochspannungs-Trassen

Das sind aber, so Unseld, noch nicht sämtliche Kosten, die durch die Versorgung mit EE-Strom entstehen. Darin nicht enthalten sind die Kosten für die Netzerweiterungen, die ohne den „Ökostrom“ nicht nötig wären. Gebaut werden müssen neue Hochspannungstrassen und Verteilernetze. Bis 2017 sollen 1880 Kilometer neue HGÜ-Leitungen errichtet werden. Das gilt bis dahin als unmöglich. Fertig sind derzeit erst 438 Kilometer. Die Baukosten betragen je Kilometer 11,5 Millionen Euro. Legt man sie unter die Erde, kostet der Kilometer 80 Millionen. Später sollen diese Trassen noch um 2900 Kilometer Hochspannungsleitungen verstärkt werden. Schaubild hier

Auch 280 000 Kilometer neue Niederspannungsleitungen sind zu errichten

Dazu kämen die Niederspannungs-Verteilernetze. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft dringt auf deren massiven Ausbau, vorrangig dort, wo besonders viel „Ökostrom“ anfällt. is zum Jahr 2032 sollen es 130 000 Kilometer neue Leitungen sein, bis zum Jahr 2050 (weil dann der „Ökostrom 80 Prozent des deutschen Strombedarfs decken soll) sogar 280 000 Kilometer. Die Kosten dieser neuen Niederspannungsleitungen bis 2032 gibt Unseld mit 23 Milliarden Euro an (davon 70 Prozent bis 2022) und bis 2050 mit 40 bis 50 Milliarden.

Bis 2022 werden für die zusätzlichen Stromnetze 55,5 Milliarden fällig

An Investitionskosten für die zusätzlichen Netze bis 2022 sind nach Unseld insgesamt 55,5 Milliarden Euro zu stemmen. Die Hochspannungsleitungen schlagen mit 25 Milliarden zu Buch, die Verteilernetze mit 16,1 Milliarden, die Anbindungen der Windkraftanlagen auf See mit 12 und die Transformatoren (Smart Trafos) mit 2,4 Milliarden. Aber nicht nur die Investition kostet, sondern auch der Betrieb. Nach Unselds Angaben sind das jährlich 8,8 Milliarden (für Kapitaldienst, Abschreibungen, Versicherungen, sonstige Betriebskosten, Gewinn). Dazu kommen noch 4 Milliarden als Kosten für Vorhaltekraftwerke, die gebraucht werden, wenn Wind und Sonne ausfallen. Man nennt sie auch Schattenkraftwerke, Backup-Kraftwerke oder Stand-by-Kraftwerke.

Der Schutz vor einem Netzzusammenbruch ist ebenfalls zusätzlich zu bezahlen

Ständig bedeutsamer werden auch die sogenannten Redispatch-Kraftwerke. Sie werden gebraucht, um die Netzstabilität zu sichern, wenn die VEE-Anlagen wetterbedingt Strom im Übermaß erzeugen, für den die Stromverbraucher gerade keinen Bedarf haben. Dann müssen sie – es sind herkömmliche Kraftwerke – ihre eigene Stromerzeugung drosseln. Eine quasi amtliche Erklärung des „Redispatching“ finden Sie hier, eine andere hier. Redispatching ist notwendig, um das Stromnetz vor einem Zusammenbruch zu bewahren, und verursacht ebenfalls Kosten. Sie werden mit dem weiteren Ökostromausbau schnell steigen. Noch offen sind, so Unseld, die Kosten für Regelbatterien, um kurzzeitige Stromspitzen zu speichern. Nach seinen Berechnungen werden die zusätzlichen Stromnetzkosten von etwas unter 2 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf jährlich knapp 13 Milliarden im Jahr 2021 zunehmen. Darin enthalten sind die Betriebskosten, Abschreibungen, Kapitaldienst, Kosten der Vorhaltekraftwerke und der Gewinn.

Falls diesem Treiben kein Ende gesetzt wird …

Dieser ganze Zauber, dieser schier unglaubliche Aufwand wäre nicht nötig, wenn Deutschland bei der herkömmlichen Stromerzeugung geblieben wäre, statt sich in die abenteuerliche und unverantwortliche „Energiewende“ zu stürzen. Für den privaten Endverbraucher ist der Strompreis seit deren Beginn kräftig gestiegen und hat 2014 rund 30 Cent je Kilowattstunde erreicht. Im Jahr 2020 wird er (einschließlich der genannten zusätzlichen Netzkosten, aber ohne die Vorhalte- und Redispatching-Kraftwerke), wenn alles so weitergeht, auf 45 Cent zugenommen haben.

Viele Großbetriebe sind von der Zwangsabgabe EEG-Umlage ausgenommen und von den zusätzlichen Netzkosten teilweise ebenfalls befreit. Deren Entlastung wird dem Strompreis für die privaten Verbraucher auch noch aufgeladen. Von 2007 bis Ende 2014 ist der durchschnittliche Strompreis je nach Bundesland zwischen 35 Prozent (Bremen) und über 57 Prozent (Bayern) gestiegen, allein die EEG-Umlage um 437 Prozent. Sie hat sich also, weil klein angefangen, mehr als vervierfacht (Einzelheiten hier). Bis 2025 werden die Ökostrom-Kosten nach NAEB-Angaben auf 1 300 Milliarden (= 1,3 Billionen) Euro hochgetrieben sein, falls diesem Treiben kein Ende gesetzt wird.

Warum Merkel und Medien die Energiewende-Kosten unter der Decke halten

Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel für die Stromerzeugung lautet: Sie muss (neben der Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit) auch bezahlbar sein. Aber halten Sie für bezahlbar, was diese Energiepolitik Ihnen zumutet? Wollen Sie so viel zahlen, selbst wenn Sie es könnten? Und völlig unnötig? Haben Ihnen Kanzlerin Merkel und andere führende Politiker diese horrenden Kosten schon einmal genannt? Nein? Warum wohl nicht? Das liegt auf der Hand: Sie würden mit Protesten überschüttet werden, denn die Belastung für Sie als Endverbraucher wird zumeist unerträglich werden. Haben Ihnen die „Qualitäts-Medien“ des Mainstream, hat Ihnen die „vierte Gewalt“ als vorgebliches Kontrollorgan solche Zahlen schon einmal richtig vorgelegt? Nach meiner Kenntnis nicht. Warum wohl auch sie nicht? Weil sie alle in dieser Ökostrom-Schwärmerei kritiklos und willfährig mitschwimmen und mit diesem Brett vor dem Kopf für solche Pflicht und für die Interessen der Verbraucher blind geworden sind.

Einmal bekloppt, immer bekloppt?

Andrea Andromidas***) erinnert an einen Ausspruch von Siegmar Gabriel als Bundeswirtschafts- und Umweltminister am 17. April 2014 in Kassel (hier) in einem Anfall von Offenheit folgendes sagte: „Die Wahrheit ist, dass die Energiewende kurz vor dem Scheitern steht… Die Wahrheit ist, daß wir auf allen Feldern die Komplexität der Energiewende unterschätzt haben… Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte.“ Der Andromidas-Beitrag mit der Überschrift „Energiewende einmal bekloppt, immer bekloppt?“ endet mit dieser Feststellung:

„Es gibt nur einen Ausweg: Damit aufhören, bekloppt zu sein“

„Es ist vorauszusehen, daß alle jetzt schon vorhandenen Probleme mit steigendem Anteil an wetterabhängiger Technik sich potenzieren werden – und daß alles, sowohl Versorgungssicherheit als auch Wirtschaftlichkeit als auch Umweltschutz, auf der Strecke bleibt. Die fixe Idee, daß Marktjongleure retten könnten, was lange vorher von Sachunkundigen in den Sand gesetzt wurde, entspricht zwar dem Zeitgeist, wird aber nicht funktionieren. Unsere Industrie, die das Resultat wissenschaftlichen Forschens aus mehr als 200 Jahren ist, hat unter der Führung ideologischer Geisterfahrer keine Chance. Es ist höchste Zeit, daß Industrieverbände aufhören, sich diesem Irrsinn zu beugen. Es gibt nur einen Ausweg: Wir müssen endlich aufhören, bekloppt zu sein.“ (Ihren ganzen Beitrag siehe hier).

____________________________________________________________________________

*) EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz

**) Wenn ich NAEB zitiere, müssen Sie wissen, dass ich Mitglied bei NAEB bin und dort dem Beirat angehöre, also befangen sein kann. Die NAEB-Web-Seite finden Sie hier und  hier. Die NAEB-Pressemitteilungen hier und hier. Wer sich als Energiewende-Opfer sieht, sollte NAEB unterstützen, indem er Mitglied wird. Je mehr Mitglieder, umso durchsetzungfähiger gegen die Energiewende-Politik kann der Verein auftreten. Ein Beitrittsformular finden Sie hier.

***) Andrea Andromidas ist Mitglied in der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo), Landesverband Hessen in Wiesbaden, und dort 2.stellvertretende Vorsitzende (Web-Seite hier).



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Kommentare


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13 Kommentare


  1. Oblomow am 7 Mai, 2015 19:14
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    Sehr geehrter Herr Dr. Krause,

    ich möchte Ihnen einfach einmal dafür danken, dass Sie -nicht nur in diesem Beitrag- kritisch und informativ tätig sind. Wenn das doch in der FAZ -abgesehen von Steltzner und Plickert, in deren Beiträgen ansonsten vergessene journalistische Tugenden aufblitzen (dann und wann; wenn sie es einmal dürfen?) – noch Standard wäre….

    Man hat wohl eine Beschreibung des Standortes und Zustandes dieses Staatswesens, wenn man wahrnimmt, dass freier um Sachverstand bemühter und auf eigenem Denken gegründeter Geist beinahe vornehmlich von außerhalb des Erwerbslebens stehenden Quellen versprüht wird, werden kann oder gar darf?

  2. Max Giese am 8 Mai, 2015 11:59
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    Das ist ja grass. Durch Zufall bin ich auf diese Seite gestoßen und war entsetzt. Das hat ja nun wirklich nichts mit Kritik und Sachverstand zu tun. Sollte es tatsächlich jemanden unter den Autoren dieser Seite geben, die keine Photovoltaik auf dem Dach haben und davon profitieren und gleichzeitig über die Kosten der Energiewende nörgeln? Doppelmoral nennt man das.
    Der größte Fehler in der Hochrechunng von Kosten ist, dass sie auf Basis von bekannten und etablierten Denkmustern aufbauen. Nicht berücksichtigt ist, dass eine freie Marktwirtschaft es immer geschafft hat Geschäftsmodelle und Lösungen zu entwickeln, die für die aktuellen Herausforderungen von den Verbrauchern akzeptiert und angenommen werden. Im obigen “Artikel” gehen Sie von Großtechnologie aus. Die aktuellen Herausforderungen werden aber mit Anwendungen gelöst, die eher “Klein” sind. Als Verbraucher muss ich mich entscheiden, ob ich ununterbrochen zu jeder Zeit Strom haben will oder ob ich genug Flexibilität habe diesen Anspruch fallen zu lassen. Diese Entscheidung hat zukünftig einen monetären Wert. Es geht hier um Ressourcenverknappung und Klimabeeinflussung. Mit deren Auswirkungen müssen unsere Kinder und Enkel zurechtkommen. Eine Energiewende ist der einzige Weg.
    Der Zug ist schon in voller Fahrt. Den werden Sie nicht mehr aufhalten. Setzen Sie ihre Energie für eine zukunftsfähige Energieversorgung ein und nicht für diesen bedingungslosen Opportunismus.

    Gibt es eigentlich einen positiven Beitrag auf Ihrer Seite. Ich habe noch keinen gesehen.

    Vermutlich wird es mein Kommentar nicht auf diese Nörglerseite schaffen; was wieder ein Beweis der Doppelmoral wäre. (Meinungs-)Freiheit dann nur wenn sie ins Konzept passt.

    Max

  3. Andreas Schneider am 9 Mai, 2015 09:01
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    Leider finden solche kritischen Beiträge in den etablierten Medien mit einem großen Leserkreis viel zu wenig Eingang; umso stärker ist damit der Einfluss der “Wende”-Lobby auf die Meinungsbildung weiter Kreise der Bevölkerung. Aus meiner Sicht ist es dabei zunächst einmal weniger dramatisch, dass sich kein Widerstand regt; vielmehr wird jedoch gerade unbedarften und jungen Menschen mit der tagtäglichen medialen Indoktrination dieses Riesendesaster von Kindesbeinen an als “normal” und (ich muss hier dieses Unwort aufgreifen) “alternativlos” eingeprägt.

    Irgendwann hat sih noch immer gezeigt, dass nicht rechenbare Produkte/Leistungen, die keinen wirklichen Gegenwert (mehr) zu bieten imstande waren, von der Bildfläche verschwunden sind. Und das sehen wir gerade an der Energiewirtschft ganz drastisch im eigenen Lande:

    letztmals im Jahr 1962 (!) hat der deutsche Steinkohlebergbau noch Gewinn erwirtschaftet. Aber während über Jahrzehnte hinweg die Arbeitsplätze im “Pütt” mit Unsummen an Steuergeldern subventioniert wurden (dies, obwohl selbst Einheimische weg von der Kohle hin zu Öl oder Gas gingen und türkische Kohlebergwerke schließen mussten, weil “Kumpel Ali” sein Heil im besser bezahlten deutschen Bergbau suchte), hat man aus rein ideologischen Motiven heraus eine Vision aufrecht erhalten, die schon lange keinen Bestand mehr hatte.

    Diese Subventionierung hat zudem den überfälligen Strukturwandel gerade in den Begbauregionen de Ruhrgebiets unterdrückt. Die Folgen sehen wir heute – ja, die Region ist landschaftlich schöner geworden, das noch aus Kindheitstagen bekannte Bild der Rußwüsten Vergangenheit. Wo aber liegt die wirtschftliche Zukunft solcher Regionen, die nun oftmals weiterhin von Subventionen abhängig sind?

    Fragen, die die Öko-Jünge unsere Tage nicht zu beantworten imstande sind. Nackte Tatsachen sind durch ideologische Feingeistereien nicht aus der Welt zu schaffen. Und was ist an den ebenso erkennbar wirtschftlich untragbaren “neuen Energien” so signifikant anders als das, was wir schon am Schicksal der Steinkohle erfahren haben?

  4. Otto Weber am 9 Mai, 2015 19:29
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    @Max Giese,
    Von Sachverstand sind Ihre Ausführungen nicht geleitet, sondern nur von fakten-resistenter Ideologie.

    Eine seriöse Planung und Bewertung findet immer aufgrund gesicherter Erkenntnisse und Fakten statt und nicht aufgrund von nebulösen Wunschvorstellungen.

    Die sogenannte Energiewende ist geradezu ein Musterbeispiel für die Missachtung der Marktwirtschaft. Auf die von Ihnen erhofften wirtschaftlichen „Geschäftsmodelle“ warten wir als Verbraucher schon sehr lange vergeblich; ob sie jemals kommen? Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt; bei Ideologen wahrscheinlich nie. Stattdessen wurden bereits zig 100 Milliarden völlig uneffektiv fehlgeleitet, allein über 120 Milliarden an EEG-Subventionen.

    Wenn Sie den Artikel gelesen und verstanden hätten, wüssten Sie, dass ein Großteil der Stromerzeugung aus Gründen der Versorgungssicherheit großindustriell bewerkstelligt werden muss. Geradezu dilettantisch und fahrlässig ist die Wahnvorstellung, ob der Verbraucher „ununterbrochen zu jeder Zeit Strom haben will“!!

    Ihnen ist wohl noch nicht aufgefallen, dass wir ein INDUSTRIELAND sind. Oder meinen Sie, dass z. B. VW die Produktion mit den Launen des Zufallsstrom mit genügender „Flexibilität“ 10 Mal am Tag stilllegt oder bei windstiller Nacht am besten direkt eine von der Arbeitslosen-Agentur subventionierte Freischicht einlegt. Ach Entschuldigung, ich vergaß Ihre „Klein“-Lösung: Jeder setzt sich auf sein Werksfahrrad und speist den nach nicht etablierten Denkmustern erzeugten Dynamo-Strom ein.

    Sie wissen wahrscheinlich nicht (wozu auch), dass die deutsche Stromwirtschaft nur ca. 1% des weltweiten CO2-Ausstoßes bewirkt, und dass ihre völlige Stilllegung nach bereits wenigen Monaten durch den weltweiten Zuwachs zunichte gemacht würde.

    Wenn die Energiewende der einzige Weg und die Lage so ernst ist, sollten Sie effektiverweise lieber versuchen dies den Chinesen, Russen, Indern und US-Amerikanern einzureden.

    Bei so viel Ignoranz kann ich leider nicht mit einem positiveren Beitrag dienen.

  5. Hans-Peter Klein am 10 Mai, 2015 08:21
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    Dieser Artikel ist ein Paradebeispiel tendenziöser Stimmungsmache. Mit Milchmädchenrechnungen wird zu beweisen versucht, was bereits beschlossene Meinung ist, die man als objektive Fakten darzustellen versucht.

    Woher Ihre Abneigung gegen sauberen Ökostrom eigentlich kommt, das ist mir schleierhaft, ich vermute eine grundsätzliche Abneigung gegen alle “grünen” Ansätze.

    Ich möchte hier in Sachen Energiepolitik, ganz im Sinne eines ergebnisoffenen, Freien Denkens, ein dringend nötiges Differenzierungsvermögen anmahnen. Die Energiewende ist ein hochkomplexes Generationenprojekt, nach meiner Überzeugung eine im Ansatz richtige Grundsatzentscheiding. Die technisch wirtschaftlichen Probleme sind eine in der Tat riesige Herausforderung, ja und ? Gerade dann sind deutsche Qualitäten gefragt, nämlich Innovationskraft, Eigeninitiative, Risikobereitschaft, Durchhaltevermögen, Realitätssinn, Bereitschaft zur Verhaltensänderung.

    Das Ganze macht allerdings nur dann einen Sinn, wenn wir uns über das eigentliche Ziel dabei im Klaren sind: Eine ökologisch verträgliche Wirtschaftsweise und Industrielandschaft, die wir guten Gewissens den kommenden Generationen weiter geben können.

    Wenn die neuen Wertkonservativen, und ich finde mich bei vielen Beiträgen hier in der “Freien Welt” wieder, in Sachen Energiewende sich gegen den Zug der Zeit stellen, sorry, dann verpassen und verbauen sie eine Riesenchance, in der Gesellschaft und speziell bei der jüngeren Generation Punkte zu sammeln. Gerade die Energiewende ist ein Schlüsselpolitikfeld, wo gezeigt werden kann, wie wertkonservatives Denken und zukunfstgerichtete Veränderungsbereitschaft ganz hervorragend miteinander korrespondieren (können: wenn man’s richtig macht).

    Eine Lösung dieses, (hier: internen) Konfliktes sehe ich nur, wenn Sie (die an der Vergangenheit orientierte Gegenseite) sich mit der eingangs aufgeworfenen Frage ehrlich auseinandersetzen: Woher kommt eigentlich Ihre Abneigung ?

    Die Diskussion über die Energiewende muss hier, im wertkonservativen Lager, dringend geführt werden. Eine eventuelle Meinungsführerschaft der Besitzstands-Konservativen werde ich mit aller Vehemenz bekämpfen.

    Hans-Peter Klein, Dipl. Ing.

  6. Marc Ortner am 10 Mai, 2015 15:58
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    Also hier im Ruhrgebiet gibt es die kWh schon für unter 25c und nicht 30c (knapp 20% weniger).

    Ansonsten wäre es mal interessant, die kompletten Rechnungen zu sehen. Ich kenne z.B. andere Studien (mit Rechenweg und Annahmen), die von keinen sonderlichen Steigerungen des EEG nach 2020 mehr ausgehen. Hat der Autor mit einkalkuliert, dass das bestehende Stromnetz auch so enorme Summen in Unterhalt und Wartung verschlingt und bestehende Investitionen so oder so fällig wären bzw. andere notwendige Kosten substituieren?

    Ich nehme auch nicht an, dass in irgendeiner Form der technische Fortschritt mit einkalkuliert worden ist, oder? Wenn ich mir Kosten und Wirkungsgrade von Energie-Erzeugern wie -Speichern seit Einführung des EEGs anschaue und nur grob bis 2025 oder sogar 2050 extrapoliere, sehe ich da noch einige Einsparpotentiale.

    Davon ab, wird bei solchen Berechnungen auch gerne mal verdrängt, dass Energiepreise auch vor der Energiewende schon gestiegen sind und Primärenergie in DE vorwiegend aus dem Ausland importiert wird, zudem aus Staaten, zweifelhafter Stabilität. Von 1981 – 1991 ist der Preis einer kWh von 10c auf 15c gestiegen, also knappe 50% in 10 Jahren – und das ganz ohne EEG.

    Fazit: Ist manchmal nicht ganz so einfach, wie mancher es gerne hätte …

  7. Otto Weber am 11 Mai, 2015 13:46
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    @ Hans-Peter Klein
    >>Die Diskussion über die Energiewende muss hier, im wertkonservativen Lager, dringend geführt werden. Eine eventuelle Meinungsführerschaft der Besitzstands-Konservativen werde ich mit aller Vehemenz bekämpfen<>Ich nehme auch nicht an, dass in irgendeiner Form der technische Fortschritt mit einkalkuliert worden ist<<

    Oh, ja, eine ganz progressive Vorgehensweise. Man kalkuliert den technischen Fortschritt ein, den man noch gar nicht kennt, so erhält man jedes gewünschte Ergebnis. Wie hoch sind z. B. die absoluten Kosten, die Kostenersparnisse und Wirkungsgrad-Verbesserungen von Speichereinrichtungen, die noch gar nicht bekannt sind? Wahrscheinlich ist man beim BER auch so vorgegangen.

    Bei der Entwicklung der Strompreise kann Ihnen auch geholfen werden. Vergleichen Sie doch bitte mal die Strompreise unserer Nachbarländer ohne sogenannte Energiewende.

  8. Otto Weber am 11 Mai, 2015 13:50
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    Nochmal!!

    @ Hans-Peter Klein
    >>Die Diskussion über die Energiewende muss hier, im wertkonservativen Lager, dringend geführt werden. Eine eventuelle Meinungsführerschaft der Besitzstands-Konservativen werde ich mit aller Vehemenz bekämpfen<<.

    Oh, ah, wer soll so ein Kauderwelsch verstehen? Angeblich sind Sie Dipl. Ing. !?
    Dies bezweifele ich. Außer der Aneinanderreihung von substanzlosen Worthülsen sind in Ihrem Kommentar keinerlei Fakten oder konkrete Zahlen, die in der Bewertung des Projektes weiterbringen, außer dem geforderten Realitätssinn, der allerdings bei der sogenannten Energiewende vollkommen fehlt.

    Das „ergebnisoffene, freie Denken“ findet bei einem solchen Projekt seine Grenzen in den technisch-physikalischen und wirtschaftlichen Gesetzen, die aber durch ideologisch verblendetes Wunschdenken außer Kraft gesetzt wurden, Wie bereits erwähnt, Deutschland ist ein INDUSTRIELAND, keine rot-grüne Wünsch-Dir-Was-Veranstaltung.

    Meine Abneigung, nein Ablehnung, gegen diesen nicht durchdachten schädlichen technisch-wirtschaftlichen Schachsinn, ist in den Fakten begründet. Sie sollten sich ideologiefrei erst darüber informieren.

  9. Otto Weber am 11 Mai, 2015 13:52
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    @ Marc Ortner
    >>Ich nehme auch nicht an, dass in irgendeiner Form der technische Fortschritt mit einkalkuliert worden ist<<

    Oh, ja, eine ganz progressive Vorgehensweise. Man kalkuliert den technischen Fortschritt ein, den man noch gar nicht kennt, so erhält man jedes gewünschte Ergebnis. Wie hoch sind z. B. die absoluten Kosten, die Kostenersparnisse und Wirkungsgrad-Verbesserungen von Speichereinrichtungen, die noch gar nicht bekannt sind? Wahrscheinlich ist man beim BER auch so vorgegangen.

    Bei der Entwicklung der Strompreise kann Ihnen auch geholfen werden. Vergleichen Sie doch bitte mal die Strompreise unserer Nachbarländer ohne sogenannte Energiewende.

  10. QDE am 11 Mai, 2015 20:22
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    Lieber kpk, ich verstehe einige Kommentare nur dann, wenn ich das alte deutsche Sprichwort zu Hilfe nehme:”Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.” Ihr CDK

  11. Marc Ortner am 11 Mai, 2015 23:06
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    @Otto Weber
    Nicht bekannt? Hmm, geht so. Neuerungen in solchen Feldern tauchen selten von heute auf morgen einfach so auf. Zum einen gibt es in den Laboren schon ganze Menge Ansätze, die zwar noch nicht für große Maßstäbe taugen, allerdings die Machbarkeit belegen, zum anderen sind solche Technologien erstaunlich evolutionär (kontinuierlich), d.h., der Rest ist meist simple Trendextrapolation, alleine weil sich die Auswirkungen von Skaleneffekten recht gut antizipieren lassen. Werfen sie z.B. mal einen Blick auf Kosten und Effizienzgrade von Solarzellen im Zeitverlauf. Sie werden da relativ wenige Sprünge feststellen, genau wie bei der Entwicklung in der Halbleiterbranche etc.

    Davon auszugehen, dass wir 2025 oder 2050 noch die gleichen Technologien und Kosten wie heute haben, ist zumindest wesentlich fraglicher, als mal den ein oder anderen Blick in die Glaskugel zu riskieren.

  12. Otto Weber am 12 Mai, 2015 14:47
    --------------------------------------------------------------------

    @ Marc Ortner am 11 Mai, 2015 23:06
    Danke für Ihre Hinweise. Diese überzeugen mich hier aber nicht.

    Wo setzen Sie bei einer konkreten technischen Planung, Wirtschaftlichkeits- und Kostenuntersuchung an. Sie müssen zwischen diesen ganzen ungelegten Eiern eine Auswahl treffen. Ein pauschaler Abschlag ist doch völlig unseriös, es sei denn, Sie wollen Lachnummer bei der Geschäftsleitung oder Kunde bei der Arbeitslosen-Agentur werden.

    Sicherlich ist die Technik in 2025 oder 2050 mehr oder weniger eine andere, die Kosten sind erfahrungsgemäß fast immer höher.

    Die Glaskugel befindet sich leider nicht im Inventar eines Ingenieurs.

  13. Otto Weber am 13 Mai, 2015 07:13
    --------------------------------------------------------------------

    >>EEG: Unsinn ohne Ende
    12.05.2015 Von Dagmar Metzger, Steffen Schäfer und Christian Bayer

    Dennoch lässt sich am Ende nur konstatieren: die Energiewende wird früher oder später ……scheitern müssen. In ferner Zukunft dürfte das EEG dann Historikern als wunderbares Beispiel für die verheerenden Konsequenzen des Gestaltungswillens einer politischen Klasse dienen, die ohne Sachverstand, ohne die geringste Ahnung von Mathematik und Physik sowie einer grenzlosen Ignoranz gegenüber wirtschaftlichen Grundkonstanten, dafür aber mit einem umso größeren Idealismus und einer unerschütterlichen Pseudomoral agiert.

    Für den Bürger der Gegenwart wird diese zukünftige Geschichtslektion sehr teuer. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das Projekt wohl bis zum bitteren Ende durchgezogen werden wird, obwohl allen Verantwortlichen inzwischen die Unmöglichkeit des Unterfangens bewusst sein dürfte. Erst wenn eine breite Öffentlichkeit ob der nicht mehr tragbaren Strompreise und der damit verbundenen massiven Abwanderung von Arbeitsplätzen zu Fackeln, Mistgabeln und Hanfseilen greift, wird über den Abbruch nachgedacht werden – bis dahin aber dürfte das wirtschaftliche Fundament unseres Landes durch die Energiewende unwiederbringlich zerstört worden sein…<<

  14. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------

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