Ein Landtag lacht Tränen

 

F u n d s a c h e

Also für meinen Betrieb war das bisher ein Topsommer – Werte Grüne, wo ist eigentlich ihre Krise? – Diese Krise ist in ihrem Kopf und zwar nur dort – Launig und unterhaltsam zerlegt Landwirt Alfred Dannenberg die Grünen-Fraktion Niedersachsens

Nun gut, vielleicht nicht Tränen gelacht. Jedenfalls bekommt man keine zu sehen. Aber gelacht wurde durchaus. Geschmunzelt ebenfalls. Wohl nicht von allen MdL in Niedersachsens Landtag. Ganz gewiss nicht von den Grünen unter ihnen, denn die wurden in der Rede zerlegt. Und zwar so lustig und unterhaltsam, dass denen das Lachen ganz schön vergangen sein muss. Gelacht wurde natürlich auf den Sitzen der AfD-Fraktion. Klar, nur von dort kam auch Beifall. Denn am Pult stand einer aus ihren Reihen: der Landwirt Alfred Dannenberg. Der agierte dort launig, witzig und nach Herzenslust. Man merkt es ihm an: Dieser Auftritt hat ihm so richtig Spaß gemacht. Seine Rede sollte man gehört und gesehen haben. Tun Sie sich die an. Die Zeit ist nicht vertan. Es sind 5 Minuten und 17 Sekunden, die erheitern und wohltun. Eine Erholung vom Alltag – politisch und auch sonst. Dergleichen ist selten geworden. Klicken Sie hier. Der schriftliche Redetext ist drangehängt. Zum Verinnerlichen.

Also für meinen Betrieb war das bisher ein Topsommer

„Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, jetzt kommt die Stimme aus der Wirklichkeit. Als ich Montag vom Thema dieser aktuellen Stunde erfuhr, da wollte ich gerade auf den Trecker steigen und die letzten Heuballen reinholen, zweiter Schnitt, super Qualität dank einer Woche Südostwind und Wärme. Die Wochen zuvor waren regenreich. Dadurch gab es guten Zuwachs auf dem Grünland. Abermals zuvor, Anfang Juni, hatte ich von meinen Wiesen schon einen ersten Schnitt Heu einfahren können, ebenfalls von bester Qualität, bedingt durch sonnig warmes Sommerwetter. Die exzellente Erntebilanz vom Grünland können Sie also nicht gemeint haben, liebe Grüne. Tja und mein Wald wächst dank Regen auch super. Also für meinen Betrieb war das bisher ein Topsommer.

Hansjürgen, sag mal …

Anruf beim Pächter meiner Ackerflächen: Hansjürgen, sag mal, wie zufrieden bist du im Moment mit der Ernte. Er sagte genau das, was ich bereits ahnte: Der Mais steht gut da. Ja, beim Getreide war es ein bisschen unterschiedlich. Gerste gut. kein Beinbruch. Anruf beim nächsten Landwirt: Raps okay, Soja okay, die Kartoffeln im konventionellen Anbau stehen sehr gut da. Übrigens, nur die Biokartoffeln hatten etwas Probleme mit Kraut- und Knollenfäule, weil die Biomittel hier nun mal nicht so wirksam sind wie die konventionellen Pflanzenschutzmittel.

Werte Grüne, wo ist eigentlich ihre Krise?

Ich habe meine nette und vor allem erkenntnisreiche Plaudertour am Telefon dann noch quer durch Niedersachsen fortgesetzt – vom Wendland bis ins Emsland, vom Alten Land über die Heide bis Südhannover inklusive Expertise eines kompetenten Ansprechspartners bei der Landwirtschaftskammer. Quintessenz: Getreide je nach Region knapp unter Durchschnitt, Gerste und Raps gut, Probleme bei Weizen und Roggen, aber, jetzt kommt’s, Superernte bei Grünland. Mais sieht je nach Region normal bis sehr gut aus. Bei Kartoffeln und Zuckerrüben steht ebenfalls eine sehr gute Ernte bevor, Obst im Alten Land auch gut. Werte Grüne, wo ist eigentlich ihre Krise?

Diese Krise ist in ihrem Kopf und zwar nur dort

Ich sag ihnen was: Diese Krise ist in ihrem Kopf und zwar nur dort. Sie brauchen diese herbeigeredete Krise als Daseinsberechtigung und weil uns ihre ganzen realen Krisen schon um die Ohren fliegen –  Inflation Zuwanderung, Energiepreise, Messerkriminalität, Wohnungsmangel, Kriegstreiberei, vor denen sie aber die Augen verschließen – fantasieren sie andere Krisen herbei, ohne zu wissen, wie es eigentlich in der Wirklichkeit aussieht. Die Praktiker haben über den Titel dieser aktuellen Stunde verständnislos den Kopf geschüttelt. Es ist nur noch lächerlich: Ist es trocken – Klimakrise. Ist es nass – Klimakrise. Ist es erst trocken, dann nass, dann wieder trocken, also wie diesen Sommer, ist es wieder Klimakrise.

Das war schon immer so, und die Betriebe kommen damit klar

Wir hatten einen ganz normalen norddeutschen Sommer. Die Landwirte wissen schon mit den Bedingungen umzugehen, man muss sie nur lassen. Und wissen Sie, was meine Großeltern mütterlicherseits, liebe Grüße in den Himmel – ebenfalls eine Familie aus der Landwirtschaft – oft gesagt haben, hören Sie mal zu ‚Wat den eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigal‘. Übersetzt: Für den einen ist es gut, für den anderen halt schlecht. Also der Regen im Juli, August war zwar schlecht fürs Getreide, aber gut für Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben und Grünland. Und umgekehrt wäre es halt umgekehrt gewesen. Das war schon immer so, und die Betriebe kommen damit klar.

Womit die Landwirte aber tatsächlich Probleme haben …

Der Erdkundelehrer in mir – mit abgeschlossenem Studium übrigens – muss auch noch was ergänzen: Klimakrise ist kein Fachterminus, sondern ein politischer Kampfbegriff, mehr nicht, und während sie mit Kampfbegriffen Katastrophenszenarien an die Wand malen, arbeiten die Landwirte in Wirklichkeit ganz unspektakulär und professionell mit den Wetterbedingungen dieses Jahres. Womit die Landwirte aber tatsächlich Probleme haben, sind grüne Ideologie und deren realen Folgen: Regelungswut, hohe Preise für Strom, Diesel und Dünger, ausufernde rote Gebiete, Schutzgebiete, höhere Bioquoten, Zwangsstillegung und so weiter. Das nur am Rande.

Melden Sie sich nächstes Mal gerne bei mir

So, liebe Grüne, das ist jetzt das zweite Mal, dass ich sie dabei erwische, wie sie hier an prominenter Stelle ein Katastrophennarrativ einbringen wollen, das in Wirklichkeit überhaupt nicht trägt. Das erste Mal war im Frühjahr ihre Nummer mit den exotischen Zirkustieren, die in Wirklichkeit aber gar nicht mehr mit auf Tour gehen. Sie können es offenbar nicht lassen, und sie haben sich mal wieder überhaupt nicht in der Wirklichkeit informiert. Sie haben nicht recherchiert.  Melden Sie sich nächstes Mal gerne bei mir.  Mein Handy ist voller Kontakte mit Leuten aus der Praxis. Und falls Ihnen das zu viel Wirklichkeit aus erster Hand ist, ich wollte noch was zeigen, das ist die Land und Forst. Ein Blick in diese Zeitung, Ausgabe von letzter Woche, hätte schon gereicht. Da steht zum Erntebericht im Wesentlichen genau das drin, worüber ich sie gerade aufgeklärt habe.

Vielen Dank. Das hat Spaß gemacht

Die Freude kommt jetzt: Sie hätten in dem Artikel auch das folgende Zitat ihres Parteigenossen des grünen Landwirtschaftsministers Özdemir gefunden –  ich muss jetzt schon lachen. Zitat: ‚Alles in allem können wir zufrieden sein mit der Ernte.‘ Tja, nur die niedersächsischen Grünen sind es nicht. Es ist wirklich unglaublich. Eins noch, liebe Grüne, wenn ich sie das dritte Mal mit einer Luftnummer wie dieser erwische, dann gebe ich dem Urheber aus ihren Reihen einen aus, weil sie uns selbst hier eins ums andere Mal beweisen, wie wirklichkeitsfern Sie sind. Vielen Dank. Das hat Spaß gemacht.“

Weitere Landtagsreden von Dannenberg finden Sie hier und aus der AfD-Fraktion im Landtag Niedersachsen hier.

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