Immer mehr Schreckensbilder

Was Carl Friedrich von Weizsäcker schon 1983 voraussagte und sich nun zu verwirklichen droht – Kissinger: Aus Freiheit wurde Unterdrückung, aus Wohlstand Armut – Amerikas Legitimitätsgrundlage beginnt zu bröckeln – Das nächste große Schlachtfeld – Alles nur Wahnvorstellungen?

Prognosen gibt es viele. Sie treten ein oder auch nicht. Man kann ihnen glauben oder auch nicht. Das war schon immer so. Wir alle kennen den Spruch „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“. Er wird dem dänischen Physiker Niels Bohr zugeschrieben (hier), aber auch George Bernard Shaw und Winston Churchill. Die allermeisten Prognosen sind düster, künden Schlimmes an, Schreckliches, Furchtbares. Sie sollen die Menschen aufrütteln, damit sie nicht wahr werden. Oder sie dienen nur als Aufreger, verbreitet aus kommerziellen Interessen, sei es von Wichtigtuern oder von Scharlatanen. Prognosen können auf rationalen Überlegungen beruhen, also ernst zunehmen sein, oder der reinen Phantasie entspringen, also nur Unterhaltungswert haben. Prognosen, die Schlimmes voraussagen und unglaubwürdig oder gar abwegig erscheinen, werden gerne abgetan als Verschwörungstheorien.

Bei einem Mann wie Carl Friedrich von Weizsäcker (1912 bis 2007) dürfte das allerdings schwerfallen. Er ist nicht nur ein hervorragender Physiker und Hochschullehrer gewesen, sondern auch ein hochgeachteter Philosoph, Friedensforscher und Universalgelehrter. In seinem letzten Buch von 1983 sagt er Dinge voraus, die damals schier unglaublich klangen. Eben darum glaubte man ihm nicht – wie einst der Kassandra von Troja. Aber inzwischen droht sich ebendies auf gespenstische Weise zu bewahrheiten. Kassandra hatte recht, Troja fiel und ist nur noch ein Schutthaufen. Was blüht heute Deutschland, was den übrigen Ländern in Europa und anderswo?

Ein Schreckensbild für die Zeit nach dem Sowjet-Kommunismus

Damals, anfangs der 1980er Jahre, mag es nicht mehr sehr schwer gewesen sein, den Niedergang des sowjetischen Kommunismus vorauszusehen. Weizsäcker sprach ihn immerhin aus, indem er es niederschrieb. Aber er ging darüber weit hinaus und malte ein Schreckensbild für die Zeit nach diesem Kommunismus. Deutschland und die Welt würden sich hineinentwickeln in eine totale Katastrophe, darunter in eine Massenmanipulation durch die Medien, in totale Überwachung, in weltweite Kriege, in Verarmung, in Verseuchung des Lebens. Was er prognostizierte, findet sich in seinem Buch Der bedrohte Friede- heute – Politische Aufsätze 1945 – 1981, erschienen im Carl Hanser Verlag, München-Wien 1983. Er hat es selbst als sein letztes großes Werk bezeichnet. Zur Zukunft ganz allgemein schreibt er darin:

„Die Geschichte ist das Schicksal, die Zukunft wird einmal Gegenwart sein“

“Vergangene und zukünftige Ereignisse haben eine verschiedene Seinsweise: vergangene sind faktisch, zukünftige möglich. Wirklich im engsten Sinne sind beide nicht. Beide aber sind von höchster Bedeutung für uns. Die Vergangenheit hat den Rahmen von Tatsachen geschaffen, in den unsere Gegenwart unausweichlich gespannt ist; die Geschichte ist das Schicksal. Die Zukunft aber wird einmal Gegenwart sein. An ihr haben wir also ein vitales Interesse. Wir versuchen, sie zu ergründen, sie zu beeinflussen. Ständig nimmt unsere Phantasie Zukünftiges vorweg. Sie behandelt Mögliches, als wäre es schon wirklich. Und in der Tat, einmal wird es wirklich sein.” Ich gebe hier Weizsäckers Thesen aus diesem Buch wieder, denen Rolf Ehlers im Juli 2012 (hier und hier) die Realität von heute gegenüber gestellt hat:

 1. Die Arbeitslosenzahlen werden weltweit ungeahnte Dimensionen erreichen. Ehlers:  Da sind wir längst angekommen. Nur die permanente Fälschung der Statistiken und die Verdrängung der Arbeitnehmer in unwürdige, nicht existenzsichernde Arbeitsbeziehungen haben es den Politikern und den gleichgeschalteten Medien bisher möglich gemacht, die Bevölkerung über das wirkliche Ausmaß zu täuschen. Es ist aber sicher, dass bald die Dämme brechen werden.

2. Die Löhne werden auf ein noch nie da gewesenes Minimum sinken. Ehlers:  Reallohnverluste gibt es schon seit mindestens einem Jahrzehnt. Selbst in akademischen Berufen sind die Einkommen seit der Wende um 50 Prozent gesunken.

3. Alle Sozialsysteme werden mit dem Bankrott des Staates zusammenbrechen. Rentenzahlungen zuerst. Auslöser ist eine globale Wirtschaftskrise ungeheurer Dimension, die von Spekulanten ausgelöst. wird. Ehlers: Biedenkopf wusste es schon in den siebziger Jahren, dass das Rentensystem zusammenbrechen würde. Dennoch haben Millionen dem kleinen Albakus Norbert Blüm geglaubt, die Rente sei sicher. Sicher ist, dass sie nur noch die Hälfte wert ist. Jetzt geht es auch den Pensionen an den Kragen.

4. Ca. 20 Jahre nach dem Untergang des Kommunismus, werden in Deutschland wieder Menschen verhungern. Ehlers: Cirka .. Ob es wirklich schon in zwei Jahren so weit sein wird, ist nicht ganz sicher. Aber der Zulauf zu den Tafeln zeigt, dass die Armut grassiert.

5. Die Gefahr von Bürgerkriegen steigt weltweit dramatisch. Ehlers: Natürlich zuletzt in Deutschland. Wir gehören ja zu den Braven, die sich nach zwei verlorenen Kriegen nicht mehr zucken, wenn unsere Obrigkeit fremden Mächten ihren Willen tut. Unser Beitrag zum Krieg in Afghanistan ist nur ein Beispiel.

6. Die herrschende Elite wird gezwungen, zu ihrem eigenen Schutz Privatarmeen zu unterhalten. Ehlers: Noch sehen wir in Deutschland davon nicht viel. In den USA, wo noch bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts jedermann sein Haus offen stehen ließ und beim Einkauf die Autoschlüssel im Fahrzeug, mehrten sich schon in den siebziger Jahren die abgeriegelten und streng bewachten Siedlungen für die Betuchten. Heute kann man in Mexiko City sehen, wo wir sehr bald landen werden. Dort sind alle Privatgrundstücke rundum mit Schutzzäunen und Schutzanlagen eingeigelt. In den Wohngebieten kommt man sich vor wie vor endlosen Gefängnissen – nur dass die Bewohner sich selbst sämtlich festungsmäßig eingesperrt haben. Wer Geld hat, leistet sich natürlich Bodyguards.

7. Um ihre Herrschaft zu sichern werden diese Eliten frühzeitig den totalen Überwachungsstaat schaffen, eine weltweite Diktatur einführen. Ehlers: Unsere Regierung, auch unter dem osterfahrenen Innenminister de Maiziere, mischt da kräftig mit. Die Diktatur funktioniert auch dann schon, wenn formal noch Verfassungen gelten, solange die Regierungen nur tun, was von ihnen verlangt wird. Etwa wie seinerzeit Joschka Fischer nach eigenem Bekunden direkt nach seiner Vereidigung zum deutschen Außenminister erst einmal zum Befehlsempfang nach Washington reisen musste.

8. Die ergebenen Handlanger dieses Geldadels sind korrupte Politiker. Ehlers:  Was ist Klientelpolitik anderes als Korruption! Die Schwelle zur fast offenen dreisten Korruption riss schon früh der Neoliberale Otto Graf Lambsdorff. Ihm war aber der noch weit effektivere Liebling der Bayern und der Erzkonservativen, Franz-Josef Strauß, vorhergegangen. Heute herrscht in Berlin eine ungeschminkte Parteienoligarchie, die folgsam alles umsetzt, was die Wirtschaftsmächtigen ihnen diktieren.

9. Die Kapitalwelt fördert wie eh und je, einen noch nie dagewesenen Nationalismus (Faschismus), als Garant gegen einen eventuell wieder erstarkenden Kommunismus. Ehlers: Das ist ein Punkt, an dem von Weizsäcker nicht ausreichend differenziert hat. Der Nationalismus dort, wo sich die Kapitalmacht konzentriert, war schon immer beachtlich. Für alle Länder, die willig folgen müssen, gilt dagegen das Diktat der Anpassung an eine ungehemmte Globalisierung.

10. Zum Zweck der Machterhaltung wird man die Weltbevölkerung auf ein Minimum reduzieren. Ehlers: Dies geschieht mittels künstlich erzeugter Krankheiten. Hierbei werden Bio-Waffen als Seuchen deklariert, aber auch mittels gezielten Hungersnöten und Kriegen. Als Grund dient die Erkenntnis, dass die meisten Menschen ihre eigene Ernährung nicht mehr finanzieren können, jetzt wären die Reichen zu Hilfsmaßnahmen gezwungen, andernfalls entsteht für sie ein riesiges, gefährliches Konfliktpotential. Die Weichen sind gestellt. Der Codex Alimentarius ist ein wichtiges Hilfsmittel. WHO, FAO, WTC und IPCC sind Teil des Systems. BSE, Vogelgrippe, Tamiflu, Schweinegrippe und auch die Treibhauslüge sind Beispiele dafür, dass es längst abgeht in die angezeigte Richtung.

11. Um Rohstoffbesitz und dem eigenen Machterhalt dienend, werden Großmächte Kriege mit Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen führen. Ehlers: Der Einsatz von Atomwaffen ist immer eine Option. Aber auch ohne sie kämpft Amerika im Vorderen Orient ums Öl. Verträge mit den Scheichs und die verlogenen Kriege im Irak und in Afghanistan zeigen deutlich, worum es geht. Der nächste Stein im Puzzle ist der Iran.

12. Die Menschheit wird nach dem Niedergang des Kommunismus, das skrupelloseste und menschenverachtendste System erleben, wie es die Menschheit noch niemals zuvor erlebt hat, ihr Armageddon. Ehlers: Das System, welches für diese Verbrechen verantwortlich ist, heißt unkontrollierter Kapitalismus”. Carl Friedrich von Weizsäcker lässt keinen Zweifel daran, dass die Menschheit kaum eine Chance hat, diesem Szenario zu entgehen. Wir können nur hoffen, dass er vielleicht doch nicht Recht hat. Vielleicht hat er nicht sehen können, was vernetzte Opposition in allen Teilen der Welt bewegen kann. Aber wirklich nur vielleicht.

Weizsäcker über den „typischen Deutschen“

C. F. von Weizsäcker sagte 1983, sein Buch werde die Bevölkerung mit Sicherheit nicht verstehen. Somit würden die Dinge ihren Lauf nehmen. Das deutsche Volk beurteilte er so: absolut obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage. Der typische Deutsche verteidige sich erst dann, wenn er nichts mehr habe, was sich zu verteidigen lohne. Wenn er aber aus seinem Schlaf erwacht sei, dann schlage er in blindem Zorn alles kurz und klein – auch das, was ihm noch helfen könne. Als einzige Lösung, auf die Weizsäcker verwies, sei die Hoffnung, dass die Erde nach diesen unvermeidlichen Schrecknissen noch bewohnbar bleibe (Quelle: hier).

Der Flüchtlingsansturm wie eine nahezu unaufhaltsame neue Völkerwanderung

Rolf Ehlers hat den zwölf Weizsäcker-Thesen die Realität vom Jahr 2012 gegenübergestellt. Jetzt sind wir drei Jahre weiter, und die Realität ist eine noch schlimmere geworden. Wir erleben gerade den Ansturm der Flüchtlinge wie eine ins Werk gesetzte nahezu unaufhaltsame neue Völkerwanderung, die in den Thesen explizit noch nicht vorkommt, aber implizit darin enthalten scheint. Wenn man diese Thesen jetzt wieder

Revue passieren lässt, können einem selbst solche Darstellungen nicht mehr abwegig vorkommen, wie zum Beispiel die über „Die geheime Weltregierung“ hier. Oder über den nicht mehr ganz so geheimen Globalisierungsplan der Vereinigten Staaten hier. Oder das, was in den USA selbst geschieht und worüber im Mai 2015 hier zu lesen war.

Kissinger: Aus Freiheit wurde Unterdrückung, aus Wohlstand Armut

In einer Besprechung des neuen Buches von Henry Kissinger „World Order“ schreibt Friedich Romig: „Der heutige Befund einer aus den Fugen geratenen Welt ist dem Umstand zu verdanken, dass überall dort, wo Amerika seit Wilson intervenierte und seine „Völkerbund“-Ideen propagierte, Chaos entstand. Kissinger konnte nicht verhindern, dass Siege zur Niederlage, aus Freiheit Unterdrückung, aus Macht Ohnmacht, aus Harmonie Spaltung wurden und Wohlstand sich in Armut verwandelte. Der Staatsmann, so seine Erklärung und sein Fazit, trifft oft genug in schwierigen Situationen Entscheidungen, deren Folgen er nicht absieht (S. 374).“

Amerikas Legitimitätsgrundlage beginnt zu bröckeln

Weiter schreibt Romig: „Unbeirrt von den schlechten Ergebnissen amerikanischer Interventionen in allen Weltregionen hält Kissinger die Führungsrolle der USA sowohl auf „philosophischer wie geopolitischer Ebene für unverzichtbar“ (S. 424). Doch auch bei ihm mehren sich die Zweifel, ob Amerika dieser unverzichtbaren Rolle noch gerecht werden kann. Die von den USA vertretene „philosophische“ Legitimitätsgrundlage der Weltordnung – Demokratie, Menschenrechte und internationales Recht – beginnt zu bröckeln. Die „universalen Prinzipien“ und Begriffe werden höchst unterschiedlich interpretiert und von Kriegsparteien gar als „Schlachtrufe“ gegeneinander verwendet (S. 414). Zu irgendeiner Ordnung führen diese Prinzipien nicht.“ Aber mehr als den Rat, „das Notwendige tun, bevor wir von den Ereignissen überrollt werden“, habe Kissinger seinen Freunden in den USA nicht zu bieten. (Henry Kissinger: Weltordnung. Gebunden, 480 Seiten. C. Bertelsmann Verlag, München 2014. ISBN 9783570102497, 24,99 Euro). Nach meiner eigenen Wahrnehmung geht das, was in, was durch und was mit den Vereinigten Staaten geschieht, über ein „Bröckeln“ schon weit hinaus.

Das nächste große Schlachtfeld

Im Juni schrieb F. William Engdahl den Beitrag „Washington heizt Krieg in Europa an“ (Kopp.Online vom 17. Juni 2015). Ebenfalls im Juni schrieb Claus Voigt, über fünf Gründe, warum die Lage heute brisanter ist als je zuvor und warum der Zusammenbruch unseres Weltwährungssystems unvermeidbar ist (MMNews vom 26. Juni 2015). In der Tageszeitung Die Welt war unter dem Titel „Das nächste große Schlachtfeld ist Europa“ unter anderem zu lesen: „Vor einem Jahr rief der IS sein Kalifat aus. Jetzt bereiten die islamistischen Terroristen eine neue Strategie vor. Systematisch schleusen sie Kämpfer über Flüchtlingsrouten in die EU.“ (29. Juni 2015, hier). Näheres dazu im Beitrag von Niko Vogt „Angriffsziel Europa – Weltkrieg III mit anderen Mitteln“ (Quer-denken.tv vom 08. September 2015). Oder von Gerhard Wisnewski „Migrationswaffe: Der genialste Krieg aller Zeiten“ (Kopp.Onlinevom 10. September 2015). Ansehen können Sie sich auch das Youtube-Video „Instrumentalisierende Kriegsführung“ (hier oder anhören diesen Beitrag über „Die geheime Weltregierung“ (hier). Von dergleichen ließe sich noch viel mehr bieten.

Alles nur Wahnvorstellungen?

Sind das alles nur noch Prognosen, nur Wahnvorstellungen? Gar Verschwörungstheorien? Das mag jeder zunächst für sich beantworten. Unlängst habe ich den Satz aufgelesen „Die sicherste Prognose ist die, dass sich kaum eine Prognose erfüllen wird“. Auf sie aber sollten wir uns lieber nicht verlassen.

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8 Kommentare zu „Immer mehr Schreckensbilder“

  1. F. William Engdahl: „Schon bald wird diese tektonische Verschiebung ein Erdbeben auslösen, das die Welt vielleicht davor rettet, durch die endlosen Kriege des Pentagons und seiner Strippenzieher an der Wall Street und im militärisch-industriellen Komplex und unter den sie alle kontrollierenden Oligarchen ausgelöscht zu werden.“

    Der vollständige Artikel hier:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/die-opec-russland-und-die-entstehende-neue-weltordnung.html

    Möglicherweise, Herr Krause, könnte diese tektonische „Macht“-Verschiebung den Vorhersagen von Carl Friedrich von Weizsäcker ein wenig die Spitze nehmen.
    Es bliebe jedenfalls sehr zu hoffen.
    Das könnten die unvorhergesehenen Ereignisse sein, auf die ich in meinem Kommentar vom 10 September 2015, um 11.57 Uhr meine Hoffnung setzte.

  2. Zu dem Thema passend zwei Links:

    http://www.konjunktion.info/2015/09/offener-brief-an-die-bundesregierungen-an-die-kirchen-und-an-die-medien/

    Der offene Brief von Axel Retz kann dort als PDF heruntergeladen werden.

    Und dann ein Beitrag von Dr. Miehling, der kurzzeitig von der Huffington Post veröffentlicht war, dann aber deren Zensur geopfert wurde:

    http://dieter-vollmuth.de/2015/09/15/fluechtlingskrise-der-niedergang-deutschlands-droht/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+watch-wiki+%28AAVollmuth%29

    Niemand -auch ich nicht- muß die in Dr. Miehlings Beitrag vertretene Meinung teilen. Die Meinungsfreiheit gebietet aber, daß er seine Meinung sagen und veröffentlichen darf.

    PS: Wenn das jetzt ohne Fehler ankommt, weiß ich noch weniger Rat, Herr Dr. Krause, weshalb mein gestriger Kommentar auf dem Sendeweg zweifach verstümmelt wurde. Soll ich es erneut versuchen?

  3. Zitat: „12. Die Menschheit wird nach dem Niedergang des Kommunismus, das skrupelloseste und menschenverachtendste System erleben, wie es die Menschheit noch niemals zuvor erlebt hat, ihr Armageddon. Ehlers: Das System, welches für diese Verbrechen verantwortlich ist, heißt unkontrollierter Kapitalismus”. Carl Friedrich von Weizsäcker lässt keinen Zweifel daran, dass die Menschheit kaum eine Chance hat, diesem Szenario zu entgehen. Wir können nur hoffen, dass er vielleicht doch nicht Recht hat. Vielleicht hat er nicht sehen können, was vernetzte Opposition in allen Teilen der Welt bewegen kann. Aber wirklich nur vielleicht….“

    Ich wüßte gern, was Ehlers mit „unkontrollierter Kapitalismus“ meint; doch wohl hoffentlich keine Beschreibung des Jetzt?

    In der EU gibt es allenfalls Reste von Marktwirtschaft. Beinahe jeder Lebensbereich ist reguliert und kontrolliert. Wo besteht denn noch die Möglichkeit, über das Ob, das Wie und die Form von Vertragsschlüssen frei und selbstbestimmt zu entscheiden? Eine der tragenden Säulen der Markwirtschaft, die Privatautonomie, bestehend aus Abschluß-, Inhalts- und Formfreiheit: Wo gibt es sie hier noch?
    Die Organisation der Wirtschaft ist gekennzeichnet von Interventionismus und Korporatismus. Nach meinem bisherigen Eindruck wurden wir in eine Situation gebracht, die irgendwo zwischen der international-sozialistischen Planwirtschaft und der national-sozialistischen Organisation der Wirtschaft mag verortet werden können. Letztere beschrieb M. von Prollius in seinem zur Lektüre empfohlenen Werk:

    http://www.amazon.de/Das-Wirtschaftssystem-Nationalsozialisten-1933-Organisation/dp/3506769480/ref=la_B001K6TEZU_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1442255272&sr=1-5

    Den Mitdenkenden erleuchtende Bezüge zum Handeln der Zentralbanken und der heutigen Politkaste bietet sein vorzüglicher Vortrag „Die verdeckte Inflationspolitik der Nationalsozialisten „:

    https://www.youtube.com/watch?v=Br4YQTOFihg

    Es stimmt: Die Finanz“märkte“ wurden dereguliert. Das aber womöglich als Hinweis darauf zu nehmen, wir lebten in einer Marktwirtschaft, ginge völlig fehl. Das staatsmonopolisierte Geldsystem steht im Widerspruch zur Ökonomie freien Handels und Handelns (ebenso vertrüge sich TTIP damit gerade nicht). Die Apologeten eines Geldsystems wie dem derzeitigen FMS sind immer die Kollektivisten und zudem die Vertreter der ZBen, der Finanz“industrie“, Bürokraten, Technokraten der Politkaste sowie Vertreter der Großindustrie. Letztere benötigen die Macht der Politik über das Geld. Die „ Centralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol“ ist eine Forderung aus dem Kommunistischen Manifest.

    https://de.wikisource.org/wiki/Manifest_der_Kommunistischen_Partei_%281848%29

    Nur damit können die in Kumpanei verbundenen Freunde aus Politik und Groß-Wirtschaft freiheits- und rechtsfeindlich Interventionismus zu eigenem Vorteil fruchtbar steuern. Nur so kann der Korporatismus zur Blüte getrieben werden, was das Welken des Wohlstandes der Untertanen mitverursacht.

    T. Sarrazin benannte seinen Grundirrtum –Respekt dafür an dieser Stelle- jüngst folgendermaßen:

    „…Solange wir keine Edelmetall- oder anderweitige Warenwährung haben, die dem staatlichen Zugriff vollständig entzogen ist, ist Geld immer ein staatliches und damit politisches Produkt, dessen Entstehung und Verbreitung mit der Staatsverfassung und den staatlichen Finanzen untrennbar verbunden ist. Wer Kreditgeld schafft, schafft auch Staatskredit. Der Versuch, beides zu trennen, ist künstlich und zum Scheitern verurteilt…“

    http://www.ef-magazin.de/2015/09/11/7452-laeuterung-mit-knalleffekt-sarrazin-plaediert-fuer-waehrungswettbewerb

    Sarrazin fand zu Einsichten, die jenem Professor, der jetzt einen Alfa-Mann gibt, trotz doppelter Prädestination -oder auch deshalb?- wohl ewig verschlossen bleiben werden.

  4. Das sagte die Ex-FDJ-Sekretärin, welche Kanzlerin des deutschen Volkes zu sein geschworen hat:

    „..Und ich muß ganz ehrlich sagen,wenn wir jetzt anfangen äh uns noch entschuldigen zu müssen dafür, daß wir -äh- in Notsituationen ein freundliches äh Gesicht zeigen, dann äh ist das nicht mein Land..“

    https://www.youtube.com/watch?t=43&v=G9BSD7anl6s

    Die Kanzlerin des steten -und inzwischen bzgl. des von ihr -regelbrechend -veranlaßten verstärkten Zuflußes von Menschenmassen unzweifelhaften – Rechtsbruchs, sollte sich endlich vom Acker machen, sich in der Umarmung ihres sozialistischen Hegemons wärmen und ihre Gesinnungsgenossen in der Regierung ebenso mitnehmen, wie diejenigen dem deutschen Volk keinen Nutzen bringenden Statisten im Bundestag. Für herbeigebombte „Flüchtlinge“ ist im Weißen Haus kein Raum. Platz für Vasallen dürfte sich allemal jedoch dort finden. Herr Willsch z.B. müßte nicht mitreisen.

    Es ist unfaßbar, mit welcher Verachtung die sog. Polit-Elite, die medioker zu nennen, wohl gar noch geschmeichelt wäre?, hier inzwischen diejenigen betrachtet, welche jene Vertretungsschauspieler zwangsweise durch ihr rechtsbrechendes, verantwortungsloses und haftungsloses Dasein füttern.

    Nein, liebes Mit-Pack, liebe Mitunterdrückte und Gegängelte: Das müssen wir uns nicht gefallen lassen. Wann wollen wir endlich aufhören, es zu dulden?

  5. Sehr geehrter Oblomow, Ihren beiden Kommentaren

    @ Oblomow am 15 September, 2015 21:38
    @ Oblomow am 15 September, 2015 23:49

    ist fast nichts hinzuzufügen, außer:

    zu Ihrem Satz:
    „Nein, liebes Mit-Pack, liebe Mitunterdrückte und Gegängelte: Das müssen wir uns nicht gefallen lassen. Wann wollen wir endlich aufhören, es zu dulden?“

    meine Sicht:
    Die Herrschenden werden aufhören zu herrschen, wenn die Kriechenden aufhören zu kriechen.

    zu Ihrem Satz:
    „Ich wüßte gern, was Ehlers mit „unkontrollierter Kapitalismus“ meint; doch wohl hoffentlich keine Beschreibung des Jetzt?“

    meine Sicht:
    Wenn ich das richtig einschätze, kann hier nur die grenzenlose Globalisierung (freie Fahrt für das von der Hochfinanz aus dem Nichts erzeugte Fiatmoney, das ja schließlich nach fortwährender Vermehrung trachtet – und das in Sekundenbruchteilen an den Börsen rund um diesen Globus) gemeint sein. Mit der Vermutung daß damit das „Jetzt“ gemeint sein könnte, liegen Sie vermutlich sogar genau richtig.

    Abschließend: Gut, daß Sie noch erwähnen, daß Zentralbanken eine Forderung im Kommunistischen Manifest waren. Dann weiß jeder, aus welchem Lager diese Einrichtung kommt.
    Deshalb gehe ich auch von meiner Überzeugung nicht ab, daß der Internationale Sozialismus und die Hochfinanz demselben Stall entspringen. Beide steuern auf eine „Eine-Welt-Regierung“ zu.

  6. Sehr geehrter Herr Kolbe (@16 September, 2015 13:39), was Sie zur Globalisierung sagten, sehe ich im Wesentlichen ebenso. Ob Ehlers das aber mit „unkontrollierter Kapitalismus“ meinte, weiß zumindest ich nicht.
    Es ist ein weit verbreiteter Brauch in diesem Lande, politisches Versagen sozialistischer, interventionistischer Prägung hinter einem Vorhang aus Kapitalismuskritik zu verstecken.

    Auch ich sehe Indizien, die darauf hinweisen, daß hinter der Globalisierung etwas ganz anderes steckt als die von Arglosen vermutete internationale Arbeitsteilung. Die entwickelte sich nämlich im freien Handel von allein und bräuchte keine in Geheimverhandlungen von marktfernen Bürokraten und Politfunktionären ausgekungelten zigtausendseitigen Vertragsungetüme.

    Zu Ihrem letzten Absatz: R.Baader gab seinem letzten Buch nicht ohne Grund den Titel „Geldsozialismus“.

  7. @ Oblomow am 16 September 2015 um 18.30 Uhr

    Sehr geehrter Oblomow, meine uneingeschränkte Zustimmung zu Ihren Zeilen!

    Natürlich weiß ich auch nicht, was Ehlers mit „unkontrollierter Kapitalismus“ meinte. Das, was ich am 16. Sept. um 18.30 Uhr geschrieben habe, kann logischerweise nur eine (aber recht naheliegende) Vermutung sein.

    Roland Baader sagt mir etwas – und sein Buch „Geldsozialismus“ hatte ich mir schon vor ein paar Jahren gekauft. Absolut empfehlenswert.

    Schon vor über zehn Jahren hat mir mal ein älterer, absolut kompetenter Mensch gesagt, daß die Internationale Hochfinanz sich solange mit ihren wertlosen Dollars in Sachwerte (Aktien von Firmen, Rohstoffminen, Beteiligungen, Ackerland usw. usf.) einkaufen würde, bis sie genug hat (oder jedenfalls meint, genug zu haben). Erst dann „läßt sie los“, und dann fällt dieses Kartenhaus des ungedeckten, auf exponentieller Basis (Zinseszins) funktionierende Schuldgeld Fiatmoney in sich zusammen – mit verheerenden Auswirkungen auf die Allgemeinheit, hauptsächlich wieder einmal den „kleinen Mann“ treffend. Der sogenannte Schwarze Freitag des letzten Jahrhunderts läßt grüßen.
    Dreimal darf man raten, wer dann wieder zum Sündenbock erkoren wird bzw. schon ist – natürlich der böse Kapitalismus, wie Sie schon richtig schrieben. Und die Masse der Schafe wird, wie eh und je, dieses glauben, und nicht wenige davon werden (wieder einmal) ihr Heil im Sozialismus suchen; das alles hatten wir in ähnlicher Form doch schon Anfang letzten Jahrhunderts. Es wird der Masse der Schafe nicht gesagt, daß die Hochfinanz, der die Menschen diese ständig wiederkehrenden (bei diesem Geldsystem – hochgradig genial, aber genial verbrecherisch!) Booms und Busts erst zu verdanken haben, aus dem Stall des (internationalen) Sozialismus kommt.
    Hat man jemals gesehen oder gehört, daß Gewerkschaften sich für ein stabiles, die Kaufkraft sicherndes Geld eingesetzt (gestreikt) hätten?!

    An dieser Stelle möchte ich Ludwig Erhard aus seinem Buch „Wohlstand für Alle“ zitieren:

    „Es ist ein grandioser Irrtum, wenn ein Volk oder ein Staat glaubt, eine inflationistische Politik einleiten und betreiben, sich aber gleichzeitig gegen deren Folgen absichern zu können. Dies kommt dem Versuch gleich, sich an den eigenen Haaren hochheben zu wollen. Es gilt umgekehrt, alle Kräfte darauf zu konzentrieren, eine Inflation zu verhüten und jedes schuldhafte Verhalten, das zu einer inflationistischen Entwicklung führen könnte, vor der gesamten Öffentlichkeit zu brandmarken und dadurch zu verhindern. Die Inflation kommt nicht über uns als ein Fluch oder als ein tragisches Geschick; sie wird immer durch eine leichtfertige oder sogar verbrecherische Politik hervorgerufen.“

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