Der um sich greifende Bildersturm

Die heutige Bilderstürmerei durch geistig Verwirrte und Verirrte ist ein Grund, an deutsche Geistesgrößen zu erinnern, und an große deutsche Erfinder und Entdecker. Es ist nämlich möglich, dass auch sie noch Ziel und Opfer jener werden, die sich anmaßen, anderen aufzuzwingen, was sie denken, sagen und schreiben sollen und was nicht. Das Unwesen und der Unfug der political correctness läuft auf eine Meinungsdiktatur hinaus, und ist sie installiert, folgt schrittweise die politische.  Dem gilt es zu begegnen und vorzubauen. Über diese großen Deutschen gibt es ein Buch. Sein Autor Menno Aden scheut sich nicht, an sein Buch zu erinnern. Ich habe es am 23. Februar 2018 vorgestellt (hier). Es lohnt sich, es zu lesen. Denn die Zeit von großen Deutschen wie jener von damals ist vorbei. Zu wissen, was verloren ging, kann aber die Voraussetzung dafür sein, den Kampf gegen den unseligen Zeitgeist der politischen Korrektheit zu gewinnen und die Hoffnung darauf nicht aufzugeben. Der folgende kurze Gastbeitrag von Menno Aden ist zuerst auf seiner eigenen Web-Seite erschienen (hier). Klaus Peter Krause

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. iur. Menno Aden

In diesen Tagen des immer weiter um sich greifenden Bildersturms  möchte ich auf mein Buch Kulturgeschichte der großen deutschen Erfindungen und Entdeckungen verweisen.*) Die Bilderstürmerei scheint mir doch so gefährlich  zu sein, dass es dringend ist, dass wir uns unserer großen deutschen Namen in der Wissenschaft noch einmal vergewissern, ehe auch sie in die  cloaca maxima der politischen Korrektheit entsorgt werden. Sie alle haben – ggfs. vor Jahrhunderten – einmal etwas gesagt, was man heute nicht mehr sagen darf. Die Tatsache, dass  einer der überhaupt größten Deutschen aller Zeiten,   Martin Luther,  wegen damals zeitgemäß üblicher Äußerungen  über die Juden verächtlich gemacht und von der evangelischen Kirche   verleugnet wird,   ist so unglaublich und ungeheuerlich, dass alles  möglich erscheint:

Wenn man lange genug in ihren Schriften sucht …

Mutatis mutandis**)  stehen nämlich dann alle vor der kulturellen Entsorgung.  Mit   Jesus angefangen, der weibliche Propheten für eine Unmöglichkeit hielt, über  den Apostel Paulus,  der   homosexuelle Praktiken  für sündhaft hielt, Goethe (der meinte,  Amerika  du hast es besser – dabei hatten die doch Negersklaven!) und  Fritz Haber (der als   bekennender Jude den 1. Weltkrieg gewinnen helfen wollte), Heisenberg, der mit Speer über die A-Bombe sprach,   Kepler, Gutenberg und Konrad Zuse, Rudolf Virchow, Justus Liebig,  Wernher von Braun, Oswald Spengler  usw. usw. –  wenn man lange genug in ihren Schriften sucht und nicht auf die Zeitumstände achtet, sind alle zu entsorgen: Wilhelm von Humboldt, der die Franzosen nicht mochte,   Immanuel Kant und die Frauen (sehr kritisch!) , Hegel  und, ach Gott, Hölderlin, der sprach gar von Deutschland als dem  Herz der Völker – geht`s noch? Weg damit.

Also liebe Freude – mein  Buch ist vielleicht eine der letzten Möglichkeiten, einigermaßen unvoreingenommen Deutschlands Geistesgrößen zur Kenntnis zu nehmen. Das meine ich gar nicht so satirisch, wie es klingen mag. Da sich  alle Welt aus dem Wikipedia informiert, sollten Sie nämlich einmal darauf achten, wie  die dortigen Texte „mit der Zeit gehen“-  und zwar wenige durch offene Unwahrheiten als durch Verschweigungen und Akzentverschiebungen.  Die beigefügte Besprechung (hier) könnte dazu helfen, für das Buch zu interessieren und diese deutschen Größen in ihrem Umfeld zu würdigen. Darin finden sich auch  die Gründe dafür ,wieso es kam, dass ausgerechnet Preußen, das gar keinen Sklavenhandel betrieb,  den eigentlichen Anstoß zur Abschaffung der Negersklaverei gab.

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*)  Menno Aden. Kulturgeschichte der deutschen Erfindungen und Entdeckungen von Albertus Magnus bis Konrad Zuse. IFB Verlag Deutsche Sprache, Paderborn 2017. 439 Seiten. 24,90 Euro. ISBN978-3-942409-55-1. Und:  ISBN 978-3-942409-87-2. 626 Seiten, EUR 29,90 Euro.

**)  mutatis mutandis = mit den nötigen Abänderungen (bei Vergleichen)

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