Das bedeutet Stromausfall

Gegenwärtiges Übertragungsnetz und bestehende Regeltechnik
sind auf dezentral erzeugten, schwankenden Wind- und Solarstrom nicht ausgelegt

Es genügt nicht Strom zu erzeugen, man muss auch in der Lage sein, ihn zu verteilen, also dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird. Solange Strom mittels Kohle, Kernkraft und Erdgas erzeugt wird, also jeweils in Großkraftwerken und damit zentralisiert an Standorten in Verbrauchernähe, ist das mit dem bisherigen Stromleitungsnetz stets gelungen. Die Stromversorgung in Deutschland hat auf diese Weise gut funktioniert, sie war, weil preisgünstig, bezahlbar, das Stromnetz war sicher, Stromausfälle blieben den Verbrauchern erspart. Bisher. Denn seit eine abenteuerliche und verantwortungslose Energiepolitik – begründet mit CO2-Einsparung für einen (vermeintlich möglichen) Klimaschutz und gestützt auf die absichtsvoll geschürte Angst vor Kernkraft – Strom immer mehr aus Wind- und Sonnenenergie gewinnen will, wird die Stromversorgung wegen der über das Land breit verteilten Windkraft- und Fotovoltaikanlagen geradezu zersplittert.

Gefahr für die Netzstabilität

Schwerpunkt der Windstromerzeugung ist das nördliche Deutschland und (vorgesehen) dort das Meer. Die Verbraucherschwerpunkte liegen aber im mittleren, westlichen und südlichen Deutschland. Dafür aber sind das gegenwärtige Stromnetz und die bisherige Regeltechnik nicht ausgelegt. Die Windstromerzeugung schwankt, und die Regeltechnik hat es schwer, die Frequenz des Stroms bei den notwendigen 50 Hertz zu halten. Beides gefährdet deshalb die Stabilität des Netzes. Für eine zuverlässige Stromversorgung muss die 50-Hertz-Frequenz im Netz ständig stabil gehalten werden. Schwanken darf sie allenfalls zwischen 49,8 und 50,2 Hertz. Nimmt die Zahl der Windgeneratoren immer weiter zu, droht das Netz zusammenzubrechen. Das bedeutet Stromausfall. Das Einspeisen von Windstrom in dieses Netz hat seine technische Grenze erreicht. Gleichwohl wurde nicht beschlossen, mit dem Windstromunfug aufzuhören, sondern gigantische 4000 Kilometer neuer Stromtrassen durchs Land zu ziehen. Das ist aber sehr viel langsamer durchzusetzen als Windkraftanlagen in die Gegend zu stellen.

Der Netzanschluss für Strom von der Nordsee verzögert sich

Der niederländische Netzbetreiber Tennet TSO GmbH in Niedersachen und Schleswig-Holstein, einer der vier in Deutschland, bekommt das jetzt zu spüren und kann die politischen Zeitvorgaben nicht einhalten. Er hatte 2010 das frühere Höchstspannungsnetz von Eon in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gekauft und ist damit nun auch für den Anschluss der Nordsee-Windkraftanlagen an das Stromnetz verantwortlich. Damit kommt er aber nicht wie von ihm erwartet voran. Daher schrieb er in einem Brandbrief an Bundeskanzleramt, Umwelt- und Wirtschaftsministerium, er brauche für ein Off-shore-Feld 50 Monate statt 30. Die Gründe: Kapitalgeber bekommen kalte Füße, Kapitalbedarf und Kosten sind gewaltig, bei Zulieferern gibt es Engpässe, das Wetter ist zu schlecht, der Bürgerwiderstand wächst.

Hamburg bereitet die Stromrationierung vor

Stromausfälle in Deutschland sind keine Phantasiegebilde. Die Stadt Hamburg bereitet sich darauf schon vor, denn jetzt im Winter drohen Versorgungslücken. Zu lesen war das im Hamburg-Teil der Tageszeitung Die Welt vom 21. November. Danach arbeitet der Stromnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH an einem Notfallplan, der die Hansestadt vor einem Stromausfall bewahren soll. Eine solche Situation trete ein, wenn im Winter bei Hochdrucklagen keine Windenergie erhältlich sei und zusätzlich das Kernkraftwerk Brokdorf unerwartet abgeschaltet werden müsse. Die Firma verhandele mit großen Stromverbrauchern der Stadt über eine Abschaltung des Stroms. Verantwortlich für den drohenden „Blackout“ ist der plötzliche, politisch motivierte Ausstieg aus der Stromversorgung mit Kernkraft. Zuvor standen vier Kernkraftwerke für Hamburgs Strombedarf zur Verfügung: Stade, Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf. Nun liefert nur noch Brokdorf. Wenn Brokdorf ausfällt, wird’s zappenduster. Von allen deutschen Großstädten hat Hamburg den größten Strombedarf, jährlich über 13 Terrawattstunden, im Winter zehn Prozent mehr als im Sommer.

Winstrom fällt an, auch wenn er nicht gebraucht wird

Allmählich auch merken immer mehr Bürger, dass Wind und Sonne dauerhaft und verlässlich Strom nicht liefern können, ganz allein schon gar nicht. Denn wenn er gebraucht wird, weht nicht immer der nötige Wind. Und wenn er weht, dann gibt es jetzt schon derart viele Anlagen, die Strom gerade auch dann erzeugen, wenn er gar nicht gebraucht wird. Man kann ihn dann nur (mit Verlust) exportieren, oder die Betreiber müssen die Anlagen abschalten, um das Netz nicht zu überlasten und nicht zusammenbrechen zu lassen. Dummerweise nämlich kann man Strom großtechnisch noch immer nicht speichern.

Kabelanbindungen auf See überdurchschnittlich störanfällig

Sind Beteiligungen an Windkraftanlagen wirklich noch eine sichere Geldanlage? Ist der Kapitalbedarf für Errichtung und Netzausbau nicht doch viel zu hoch und der Strom dann unverantwortlich teuer? In der FAZ vom 17. November 2011 war unter anderem zu lesen:

„Windkraftanlagen auf See müssen an See- beziehungsweise Erdkabel angeschlossen werden. Und je weiter ein Windrad von der Küste entfernt steht, desto aufwendiger ist der Netzanschluss. So rechnet man damit, dass ein Viertel bis ein Drittel der Investitionskosten eines Windparks auf die Netzanbindung entfallen. …. Salzwasser, Feuchtigkeit und mechanische Belastungen machen die Kabelanbindungen ans Festland überdurchschnittlich störanfällig. So ist das Gros aller Versicherungsfälle auf Fehler in den Kabelverbindungen zurückzuführen. Extrem stark belastet werden die Kabel dort, wo sie in die stählernen Beine der Windräder eingeführt werden.

Wie schwierig das Verkabeln von See-Windrädern ist, zeigen die derzeit laufenden Arbeiten an dem nach seiner Fertigstellung größten Offshore-Windpark der Welt: London Array. Er liegt rund 24 Kilometer östlich der Küsten von Essex und Kent. 175 Windanlagen (Nennleistung zusammen 630 Megawatt) werden in maximal 20 Meter tiefem Wasser aufgestellt. Bis heute sind rund 80 Fundamente gerammt, aber noch zu keinen zehn hat man Kabel legen können. Der Grund: Die Stützbeine der zum Setzen der Fundamente benötigten Hubschiffe hinterlassen tiefe Löcher, um die die Kabel sorgfältig herumgelegt werden müssen. Damit hat man nicht gerechnet.“
http://verlag2.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=epaper/re_pp.asp&msrv=/fn/epaper/sfn/showedetail/DocID/1869482/EditionID/34/SectionID/57/PageID/1868303/pDay/17.11.2011%2000:00:00/showtyp/1/SH/0/index.html

Die Energiewende nicht machbar, die Rechnung nicht bezahlbar

In der Preußischen Allgemeine Zeitung vom 22. Oktober 2011 hat der Leser Dr. Gustav Krüger aus Herrenberg diese Rechnung aufgemacht: „Bei Windrädern rechnet man mit Kosten von einem Euro pro Watt Nennleistung. Also kostet der Ersatz der Leistung der Kernkraftwerke von 17000 Megawatt 17000 Millionen Euro. Die erbrachte Leistung der Windkraft beträgt nur ein Fünftel der Nennleistung, also braucht man 85000 Windräder zu einem Preis von 85000 Millionen, also 85 Milliarden Euro. Dazu die nötigen Leitungen. Ein Kilometer Hochspannungsleitung kostet im Durchschnitt eine Million. Jeder mag sich ausdenken, wie viel Kilometer Leitungen wohl benötigt werden.

Aber das ist erst der Anfang. Für die Zeit der Windstille braucht man Energiespeicher. Die Leistung muss genau der der stillgelegten Kraftwerke entsprechen. Das ist beispielsweise die Leistung von 450 Walchensee-Wasserkraftwerken. Die Pumpspeicherwerke müssen in der vorgesehenen Zeit gebaut werden. Man weiß aber nicht einmal, wo das sein soll. Von einem Pumpspeicherwerk erhält man nur ein Viertel des zur Energiespeicherung gebrauchten Stroms wieder zurück. Die sogenannten Wirkungsgradverluste müssen ebenfalls durch Windräder aufgebracht werden. Also schätzungsweise nochmals 50000 Windräder. ….

Dazu kommt eine ungeheure Kapitalvernichtung durch das Abschalten voll funktionsfähiger Kraftwerke. Auch abgeschriebene Kraftwerke sind nicht wertlos. Noch viel teurer wird alles, wenn man Solarstrom nutzen würde. Da helfen auch Sonnendächer nicht. Und das CO2? Das Märchen vom klimaschädlichen Kohlendioxyd sollte nicht mehr erzählt werden. CO2 ist ein lebenserhaltendes Nutzgas und je mehr Menschen es gibt, umso mehr CO2 wird zur Ernährung gebraucht. Ergebnis: Die Energiewende ist nicht machbar und die Rechnung nicht bezahlbar. Bitte nachrechnen!“

Wie wenig der Wind wehte – eine britische Untersuchung

Im April 2011 wurde eine britische Studie bekannt, wonach Windkraftanlagen (Wind“parks“) weniger effizient sind als behauptet. Untersucht wurde die Stromerzeugung von „Windparks“ in Großbritannien zwischen November 2008 und Dezember 2010 von der Stuart Young Consulting. Nach Darstellung von Windkraftindustrie und Regierungsseite erreichen die Anlagen im Jahresdurchschnitt etwa 30 Prozent ihrer Nennleistung. Aber die Studie hat ergeben, dass während der Hälfte des untersuchten Zeitraums nur unter 20 Prozent der Kapazität erreicht worden sind und während eines Drittels der Zeit sogar unter zehn Prozent. Eine BBC-Bericht darüber ist hier zu finden: http://www.bbc.co.uk/news/uk-scotland-12985410

Ständige Verteuerungsschübe für Strom durch das EEG

Mit Jahresbeginn 2012 müssen wir privaten Stromverbraucher die staatlich verordnete Erzeugung von Strom aus Sonne, Wind und „Biogas“ mit 3,59 Cent je Kilowattstunde subventionieren (Zwangsumlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz EEG). Das sind zwar nur 1,8 Prozent mehr als 2011, aber dafür war dieser Betrag zum Jahresbeginn 2011 schon um über 70 Prozent heraufgesetzt worden. Ein neuer Verteuerungsschub auf 3,66 bis 4,74 Cent steht 2013 bevor. Das ist bis zu einem Drittel mehr. Für einen Privathaushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden steigt die Zwangsabgabe dann von 140 auf rund 190 Euro im Jahr. Insgesamt werden wir privaten Stromverbraucher 2012 mit rund 14,1 Milliarden Euro EEG-Abgabe belastet. Bis 2016 wird mit einem Anstieg dieser Belastung auf 19 Milliarden Euro gerechnet.

Was Kanzlerin Merkel wissentlich falsch versprach

Vor dem Bundestag am 9. Juni 2011 hatte Bundeskanzlerin Merkel dies versprochen: „Die Unternehmen genauso wie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland müssen auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden. Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen. Heute liegt sie bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde.“ Aber Frau Merkel hat wissen müssen, dass dies ein falsches Versprechen war. Doch wollte sie mit dieser Unwahrheit beschönigen, was ihre Regierung gerade verfügt hatte: den Ausstieg aus der Stromversorgung mit Kernkraft, das Abschalten von acht Kernkraftwerken und den beschleunigten Ausbau der Stromerzeugung mit Windkraft und Fotovoltaik. Es ist ausgeschlossen, dass Frau Merkel nicht weiß, dass dies den Strompreis weiter nach oben treibt. Also hat sie wissentlich die Unwahrheit gesagt.

Warten, bis sich die Macht des Faktischen durchsetzt

Diese zwangsläufige, künstliche und daher mutwillige Stromverteuerung durch immer noch mehr Windkraft- und Fotovoltaikanlagen ist für Bürger und Unternehmen eine Zumutung. Um sie noch abzuwenden, müssten sie sich auflehnen. Aber wann wird sich die Macht des Faktischen durchsetzen, bis das geschieht, und dann einen Politikwechsel erzwingen? Wenn es nämlich zu massiven Stromausfällen kommt, ist Deutschland schlecht vorbereitet und der Bürgerzorn gewaltig. Regional hat es solche Ausfälle schon gegeben. Nach der Ursache werde noch gesucht, hieß es dann. Aber welche es war, wurde später nie öffentlich gemacht. Denn der Windkraftstrom durfte die Ursache nicht sein. Energiefachleute, andere Kundige und Besonnene haben vor Ineffizienz, zu hohen Kosten und Stromausfällen frühzeitig gewarnt, aber Zeitgeist, Mainstream, politische Korrektheit, Gewinnstreben trabten ungerührt über sie hinweg oder achtlos an ihnen vorbei. Auf sie gehört wurde nicht. Die Hunde bellen, die Gewinnler-Karawane zieht weiter.

PS. Wer will, mag versuchen, einen billigeren Stromanbieter zu finden, zum Beispiel über diesen Link: http://www.billig-tarife.de/stromtarife/

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Ein Kommentar zu „Das bedeutet Stromausfall“

  1. Das bedeutet Stromausfall

    Davon müssen wir zumindest ausgehen. Dass die Regierenden- unter dem Komando von Merkel wissen ,das sich de rstrom massiv verteuern wird, das kann man annehmen.
    Aber unsere „OBERALTERNATIVEN“ Illusionisten juckt das nicht, das muß bezahlt werden ,basta. Für viele wird das hart werden.
    Für einige „Erneuerer“ kommt ja der ÖKO-Strom aus der Steckdose, da kann er doch nicht ausfallen. wie von Zauberhand kommt er da hinein.
    Merkel als Physikerin sollte eigentlich bessere Kenntnisse darüber haben.

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