F u n d s a c h e
„Die Leistungsfeindlichkeit des Einkommensteuertarifs ist seit Jahren bekannt und macht insbesondere den Wechsel von Teilzeit- zu Vollzeitarbeit unattraktiv.“
Dr. Stefan Schöncke, Chefvolkswirt der Initiative neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) im Newsletter vom 18. Juni 2026 www.insm.de
„Verantwortlich dafür ist zum einen der sogenannte Mittelstandsbauch, also die starke Grenzbelastung gerade bei mittleren Einkommen. Aber auch das zu frühe Greifen des Spitzensteuersatzes trägt dazu bei. Er liegt bei 42 Prozent und greift aktuell bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von knapp 70.000 Euro. Damit trifft er eben nicht nur Spitzenverdiener, wie der Name eigentlich vermuten lässt, sondern die obere Mittelschicht, beispielsweise Techniker oder Meister. Dass dieses Problem immer weiter zunimmt, zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts. Im Jahr 2012 zahlten noch 5,4 Prozent aller unbeschränkt Steuerpflichtigen den Spitzensteuersatz. 2022 waren es bereits 7,4 Prozent.“
„Neben der Reform der Sozialversicherungssysteme liegt hier der Schlüssel, um Leistung in Deutschland wieder mehr zu belohnen. Entsprechend beschäftigen sich die Chefverhandler von Union und SPD intensiv damit – bislang ohne Durchbruch. Während die Union die Reform primär durch Einsparungen im Haushalt finanzieren möchte, will die SPD Gutverdiener stärker belasten – was vor allem mittelständische Betriebe, die der Einkommensteuer unterliegen, mitten in der Krise hart treffen würde. So fern eine Einigung aktuell also zu sein scheint, so wichtig wäre sie. Damit sich Arbeiten wieder mehr lohnt und der Spitzensteuersatz auch wirklich nur von Spitzenverdienern gezahlt wird.“
Klaus Peter Krause: Copyright, Haftungsausschluss, Impressum hier.