Die Energiewende beschränkt auch unsere Freiheit

Sie schränkt Bürgerrechte ein, weitet Bürokratenmacht aus – Die Bundesregierung plant Stromabschaltungen – Freiheit kostet auch die Finanzierung der Energiewende: durch Kaufkraftverlust der Bürger – Erst nur Freiheitsentzug durch die Energiewende, jetzt auch noch durch die Corona-Abwehr – Falsche Hoffnungen geweckt – Was verschwiegen wird

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Ing. Hans-Günter  Appel*)

Mit Angstmache werden Probleme erzeugt, die anschließend bekämpft werden. Das kostet viel Geld, welches in die Taschen der Akteure fließt. Die Bekämpfung führt zu Einschränkungen unserer Freiheit und zur Vergrößerung der Regierungsmacht.  Angst lähmt das Denken. Nur so lässt sich die hohe Zustimmung der Bevölkerung zu der Energiewendepolitik der Bundesregierung erklären. Mit Erfolg wird seit mehr als zwei Jahrzehnten die Klimarettung der Erde als das Hauptproblem herausgestellt. Verursacher soll  Kohlenstoffdioxid (CO2) aus fossilen Brennstoffen sein. Durch ständige Wiederholung und „Erfolgsmeldungen“ über die eingesparten CO2-Emissionen in allen Medien ist diese strittige Aussage inzwischen zu einer unumstößlichen Gewissheit geworden, die nicht mehr hinterfragt werden darf.  Bereits 2005 hat der Kieler Klimaforscher Prof. Mojib Latif gefordert: “Das Wichtigste, was die Gesellschaft über den Klimawandel wissen muss, ist erforscht. Jetzt wäre das politische Handeln nötiger als weiteres Forschen.“ Fördermittel aus Steuergeldern für weitere (unnötige) Forschungen nimmt der Professor aber weiterhin an.

Bürgerrecht wird eingeschränkt, Bürokratenmacht ausgeweitet

Auf den Bürger wird dabei keine Rücksicht genommen. Im Gegenteil. Er wird immer mehr belastet und in seinen Rechten eingeschränkt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 erschwert Einsprüche von Anliegern gegen Windkraft-Anlagen und gibt den Genehmigungsbehörden mehr Macht. Der Bürger muss die Entwertung seines Hauses in der Nähe von Windstrom- und Biogasanlagen ohne Entschädigung dulden. Für Neubauten von Häusern sind aufwändige Wärmeisolierungen und Nutzung von „erneuerbaren“ Energien**) gesetzlich vorgeschrieben. Sie verteuern den Hausbau weit über die Einsparung an Energiekosten. Der Bauherr hat nicht mehr die Freiheit, ein Haus nach seinen eigenen Erkenntnissen und seinem Geldbeutel zu bauen.

Die Bundesregierung plant Stromabschaltungen

Die steigende Versorgung mit Zufallsstrom oder Fakepower (Fake = Täuschung) führt nicht nur zu immer höheren Strompreisen. Die schwankende Stromversorgung kann auch schnell zum Blackout führen. Zum Gegensteuern plant die Bundesregierung, den Bedarf an die Erzeugung anzupassen. Das bedeutet, wir können dann nicht mehr jederzeit Strom verbrauchende Geräte, wie Waschmaschinen, Trockner oder auch Ladestationen für Elektroautos betreiben. Sie werden dann per Fernschaltung bei Strommangel blockiert. Verharmlosend wird diese Idee als „Spitzenglättung mit Smartmetern“ verkauft. Falls das nicht ausreicht, sind Stromabschaltungen bis zu zwei Stunden wechselnd zwischen den Versorgungsgebieten vorgesehen. Eine freie Entscheidung zur Nutzung elektrischer Geräte ist dann nicht mehr möglich. Darüber hinaus hat die Zentrale des Versorgers jederzeit Zugriff auf einzelne Geräte in meinem Haus. Es ist ein Weg zum Überwachungsstaat.

Auch die Finanzierung der Energiewende kostet Freiheit: durch Kaufkraftverlust der Bürger

Die Maßnahmen zur Energiewende schränken die Freiheit der Bürger immer mehr ein. Der größte Freiheitsentzug dürfte jedoch die Finanzierung der Wende durch Steuergelder und die durch staatliche Abgaben hochgetriebenen Stromkosten sein. „Jeder Pfennig, den der Staat dem Bürger abnimmt, schränkt seine Freiheit ein.“ Diese Erkenntnis offenbarte der erste Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Heinrich Nordhoff, als er im Jahr 1966 von der Posener Messe im kommunistischen unfreien Polen zurück war. Er hatte Recht. Über staatliche Abgaben können wir nicht mehr verfügen. Das kann dann nur noch die immer mächtiger werdende staatliche Verwaltung. Doch der heutige Nachfolger von Herrn Nordhoff, Herbert Dies, begrüßt die in diesem Jahr eingeführte Brennstoffsteuer (versteckt als CO2-Abgabe auf Brenn- und Treibstoffe). Damit fördert er die staatliche Machtausweitung und verringert die Kaufkraft der Bürger. Das schädigt  den Absatz von Volkswagen und zerstört Arbeitsplätze.

Erst nur Freiheitsentzug durch die Energiewende, jetzt auch noch durch die Corona-Abwehr

Seit über einem Jahr weitet die Bundesregierung die Freiheitseinschränkungen als Folge ihrer Klimaschutz- und Energiewendepolitik durch ihre Anordnungen gegen das Coronavirus Covid-19 erheblich aus. Angstmache vor tödlichen Gefahren durch das Virus lähmt viele Bürger. Sie akzeptieren und begrüßen sogar Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte, die weit über die von totalitären Staaten hinausgehen. Eine Bewertung des Risikos durch das Virus findet nicht statt, obwohl  man leicht den Anteil der Infizierten an der Gesamtzahl der Bevölkerung ausrechnen kann. Die Bundes- und Länderregierungen versuchen, diesen Freiheitsentzug der Bevölkerung möglichst lange aufrecht zu erhalten. Dazu dient unter anderen die Schließung von Spielplätzen, Sportstätten und Schwimmhallen. Sport stärkt den Kreislauf und damit die Widerstandskraft gegen Krankheiten. So konnte eine zweite Infektionswelle eine geschwächte Bevölkerung erreichen. Profiteure dieser Politik sind die großen Versandkonzerne und die Hersteller von Impfstoffen. Profiteure sind aber auch die staatlichen Verwaltungen, die eine unglaubliche Machtfülle erlangt haben. Verlierer sind wir alle. Wir haben nicht nur viele Freiheitsrechte eingebüßt. Wir werden auch, wie bei der Energiewende, viele unsinnige Maßnahmen bezahlen müssen, die uns die Politik eingebrockt hat.

Falsche Hoffnungen geweckt

Bekanntlich sollen die fossilen Brennstoffe durch Wind- und Sonnenenergie ersetzt werden, um damit vorgeblich die Klimaerwärmung aufzuhalten. Diese „Energiewendepolitik“ unterstützte einst der Publizist Franz Alt mit der Feststellung: „Sonne und Wind schicken keine Rechnung und emittieren kein CO2.“ Er versprach das Energieparadies. Kein Rauch mehr aus Schornsteinen und Strom fast zum Nulltarif. Das Volk glaubte diesen Anpreisungen und war bereit, für die Anlaufphase der Energiewende auch etwas mehr für den Strom zu zahlen. Aus dem monatlich einem Euro (den Kosten für eine Kugel Eis, so einst Jürgen Trittin 2004)  für einen Durchschnittshaushalt, den der damalige Umweltminister Trittin  an Mehrkosten prognostizierte, sind inzwischen 25 geworden mit weiter steigender Tendenz. Die physikalischen Grundkenntnisse des Politologen und Theologen Alt über Energieumwandlungen und Wirkungsgrade waren für eine richtige Bewertung wohl nicht ausreichend.

Was verschwiegen wird

Trotz steigender Kosten haben es die Grünen mit ihrer ständigen Forderung nach Weltrettung durch Klimaneutralität geschafft, viele Wähler zu mobilisieren. Die CDU unter der Kanzlerin Dr. rer. nat. Angela Merkel hat die Weltklimarettung gleichfalls in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Wählerstimmen waren wohl wichtiger als die naturwissenschaftlichen Kenntnisse der Physikerin, und die Medien unterstützen die Energiewende weiter. Täglich gibt es Erfolgsmeldungen über neue Windgeneratoren und Solaranlagen mit Angaben über die installierte Leistung und Investitionskosten. Es wird immer wieder behauptet, solche Anlagen könnten (rechnerisch) eine Stadt oder einige tausend Haushalte versorgen. Aber woher der Strom kommen soll, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, und die  drei-  bis fünfmal höheren Gestehungskosten im Vergleich zum Strom aus Kohle- und Kernkraftwerken werden verschwiegen.

Der stets verfügbare Strom aus Kohle und Kernkraft und der Zufallsstrom mit Wind und Sonne

Die installierte Leistung wird häufig mit der von Kohle- und Kernkraftwerken gleichgesetzt. Doch die verfügbare Leistung der Wendestromanlagen schwankt zwischen Null und 70 Prozent. Sie beträgt im Jahresmittel nur etwa 20 Prozent. Die verfügbare Leistung wird vom Wetter bestimmt. Sie ist weder planbar noch regelbar. Mit Energiewende-Strom mittels Wind und Sonne kann kein stabiles Netz aufgebaut und aufrechterhalten werden. Dieser Zufallsstrom kann nur in ein bestehendes Netz zusätzlich eingespeist werden. Kraftwerke dagegen können die installierte Leistung jederzeit auch wirklich liefern und sogar kurzfristig überlastet werden.

Eine Täuschung der Stromverbraucher

Die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien wollen mit diesem teuren und schwankenden Zufallsstrom das Land versorgen. Das ist technisch nicht möglich und wirtschaftlich Harakiri. Es ist eine Täuschung der Stromverbraucher. Der Stromverbraucherschutz NAEB bezeichnet daher zu Recht diesen Zufallsstrom als Fakepower. NAEB ist eine Vereinigung von Energiefachleuten, die erfolgreich über Jahrzehnte zu einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung beigetragen haben.***)

Immer häufiger liefern Wind und Sonne mehr Strom, als gebraucht wird, und kostet

Es zeigt sich immer deutlicher, die Energiewende ist am Ende. Bei Starkwind und Sonnenschein wird mit jeder weiteren Fakepower-Anlage immer häufiger ein Stromüberschuss produziert, wenn in dieser Situation die Stromnachfrage zu gering ist. Dann muss der Überschuss-Strom kostenpflichtig entsorgt werden. Die Abnehmer dieses Stroms bekommen also noch Geld dazu („negative Börsenpreise“). Schon heute haben wir die höchsten Stromkosten aller Industrieländer der Welt. Mit der von vielen Politikern geforderten Fortsetzung der Energiewende werden die Kosten schnell weiter steigen.

Mit dem Überschuss-Strom Wasserstoff erzeugen ist zu teuer

Das dürfte inzwischen auch die Bundesregierung erkannt haben. Doch statt mutig zu gestehen, man habe sich geirrt, soll die Wende weitergehen. Wind- und Solaranlagen sollen verdreifacht werden. Der Überschussstrom soll Wasserstoff erzeugen, der dann in windarmen Zeiten wieder verstromt wird. Darüber hinaus könnte er auch zum Antrieb für Autos und zum Heizen verwendet werden. Technisch ist das möglich. Doch bei der Energieumwandlung kommt es zu riesigen Verlusten. Von der eingesetzten teuren Fakepower erhält man bei der Wiederverstromung weniger als 25 Prozent. Zu den Stromverlusten kommen noch die hohen Kosten für den Bau und Betrieb der Umwandlungsanlagen, die nur bei Stromüberschuss laufen. Das ist nur ein Bruchteil des Jahres. Es soll also weiter gehen mit der Politik „Energiewende – Kosten ohne Ende“.

_______________________________________

*)  Energie ist nicht erneuerbar, das ist Physikalisch unmöglich. Es zeigt, dass jene Politiker, die diesen Begriff erfunden haben und verwenden, keine Ahnung haben. Energie ist nur umwandelbar in eine andere Energieform, zum Beispiel die in der Kohle gebundene Energie (Primärenergie) in Strom oder/und Wärme (Sekundärenergie).

**)  Die NAEB-Web-Seite finden Sie hier www.naeb.de  und die NAEB-Pressemitteilungen hier.   Wer sich als Energiewende-Opfer sieht (das sind die meisten), sollte NAEB unterstützen, indem er Mitglied wird. Je mehr Mitglieder, umso durchsetzungsfähiger gegen die Energiewende-Politik kann der Verein auftreten. Ein Beitrittsformular finden Sie hier. NAEB ist ein Zusammenschluss von Energiefachleuten, die über Jahrzehnte an einer sicheren Energieversorgung in Deutschland mitgewirkt haben. Wenn ich gelegentlich wie jetzt den Stromverbraucherschutz NAEB zu Wort kommen lasse, müssen Sie wissen, dass ich dort Mitgründer des Vereins bin.

Print

Ein Kommentar zu „Die Energiewende beschränkt auch unsere Freiheit“

  1. Ein Bekannter meinte demletzt: „Wer grün wählt, der soll seine Autoschlüssel gleich mit in die Wahlurne werfen“
    Noch Fragen?

Schreibe einen Kommentar