Zum Osterspaziergang in Goethes „Faust“

Eine etwas andere Deutung und ein Plädoyer für die Freiheit – Gastbeitrag von Winfried Stöcker

Karikatur Kostas Koufogiorgos (toonpool.com)

Ostern ist diesmal wegen der Corona-Krise anders. Dieser Gastbeitrag ist ebenfalls anders. Geschrieben hat ihn der Lübecker Unternehmer, Arzt und Labormediziner Prof. Dr. Winfried Stöcker.*) Von Lübeck aus hat er ein global tätiges Unternehmen mit über 3000 Mitarbeitern aufgebaut: die EUROIMMUN Medizinische Labordiagnostika AG (hier). Nicht nur sein Osternbeitrag ist anders, auch er selbst ist es. Er widersetzt sich dem politischen Mainstream und bringt daher dessen Anhänger und Mitläufer gegen sich auf.**) Er lässt es an sich abtropfen. Seit Ende März erforscht er einen Impfstoff gegen das Corona-Virus im Selbstversuch. Seit Ende März injiziert er sich wöchentlich ein spezifisches Antigen. Mit ihm sollen sich Antikörper entwickeln, damit daraus eine Immunität gegen die Viruskrankheit entsteht. Stöcker setzt darauf, dass der Selbstversuch, wenn er gelingt, zu einem Impfstoff führt, mit dem sich Risikogruppen immunisieren lassen. Hier nun Stöckers Gastbeitrag zu den diesjährigen Ostertagen.

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Von Winfried Stöcker

In meiner Familie muss jetzt jeder deutsche Gedichte lernen, weil das in der Schule zu kurz kommt. Jeden Abend zehn Minuten, beim Schlafengehen. Wir feuern uns gegenseitig an, und es macht Spaß. Eins davon ist der Osterspaziergang aus Faust 1.

Der Osterspaziergang ist ein Pamphlet für die Befreiung des Menschen. Goethe verheißt uns mit der Frühlingssonne die Freiheit als höchstes Lebensziel (ein Motto, das auch die Ideologen und Totengräber des freien Geistes in der DDR ausgegeben hatten: Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!). Auf die Befreiung des Menschen kommt Goethe im zweiten Teil des Faust-Dramas zurück, als ihm die Erkenntnis zuteil wird, für die er dem Teufel Blut gespendet hat: „Das ist der Weisheit letzter Schluss: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss“. Und: „Solch ein Gewimmel möcht‘ ich sehn, auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. Zum Augenblicke dürft ich sagen: Verweile doch, Du bist so schön!“

Was sollen die „Handwerks- und Gewerbesbanden“ im Gedicht bedeuten? Das sind die oft sinnlosen überbordenden Regularien der (städtischen) Behörden. Dem Dichter war die Bürokratie genauso zuwider wie uns. Diese Zeile macht mir jetzt am ganzen Gedicht den größten Spaß. Ohne Bauamt, Ordnungsamt und viele sonstige Ämter darf der Mensch Mensch sein!

Die Enge der Stadt bringt der Dichter in genialer Weise zum Ausdruck: „aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, aus Handwerks- und Gewerbesbanden, aus dem Druck von Giebeln und Dächern“ … und jetzt kommt‘s: „aus der Straßen quetschender Enge“. Das ist die einzige Zeile im ganzen Gedicht, die keinen Reimpartner findet – dadurch wird der Platzmangel rhetorisch noch überhöht, diese Zeile musste noch rein, wie ein Keil, mit dem Hammer eingeschlagen!

Daneben steht noch die ehrwürdige Nacht der Kirche!!! Ehrwürdig? Ein schlaues Ablenkungsmanöver, damit Goethes Werke nicht allesamt verboten wurden. Das Attribut ist eine geniale Ironie und überhöht noch die Kritik an den Fesseln und Gaukeleien des Christentums. Lasst die Religion hinter Euch und werdet frei!

Der Dichter hat auch bei Prometheus seinen Atheismus nur versteckt zum Ausdruck gebracht, indem er die griechischen Götter verklagt und nicht den bei uns dominierenden Klerus, der uns die Augen verbindet, dass es dunkel werde und wir uns schön fügen. Aber die Sonne duldet auch keine Lügen, sie bringt uns die Freiheit. Und Prometheus brachte uns Erkenntnis (Licht).

Lasst uns die Freiheit verteidigen, die wir gewonnen haben! Lasst sie uns nicht von Traumtänzern („wir schaffen das“), Schwätzern („wir nennen es Garantiesicherung“), Ideologen, der Kirche, Hegemonialmächten, unfairen Ehegatten und gierigen Arbeitgebern kaputtmachen!

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*) Winfried Stöcker wurde 1947 in der Oberlausitz geboren. Von 1967 bis 1973 studierte er in Würzburg Medizin. 1976 wurde er promoviert, seit 1999 ist er Professor der Medizinischen Tongji-Hochschule in Wuhan und seit 2011 Honorarprofessor der Universität zu Lübeck. Sein Unternehmen Euroimmun gegründet hat er 1987. Näheres darüber hier. Stöcker privat äußert sich auch auf seiner Blog-Seite im Internet (hier). Seine Web-Seite finden Sie hier.

**) Das Missvergnügen an Stöckers Anti-Mainstream-Haltung spiegelt sich auch wieder in einem Beitrag über ihn in der FAZ vom 9. April 2020 auf Seite 24. Die eigentliche Nachricht liefert der Autor (Thie­mo Heeg) nur in einem kleinen Absatz erst ganz am Schluss seines Artikels. Davor arbeitet er sich daran ab, dass Stöcker umstritten sei und warum. Er beruft sich dabei auf Wikipedia (hier). Unter der Überschrift „Der Pharma-Unternehmer, der sich selbst impft“ ist der Beitrag auch Online verfügbar

(hier). Aber das „Umstrittene“ an Stöcker ist gerade das, was ihn ehrt. Es zeigt, dass er das links-grüne Gedöns in der politischen Landschaft von heute nicht mitmacht und sich die Vernunft nicht nehmen lässt.

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Ein Kommentar zu „Zum Osterspaziergang in Goethes „Faust““

  1. Wie kann eine unkontrollierte Aktion gegen ein Phantom von irgendeinem Wert sein?

    Faust ist auch für Corona gut:

    Faust: „Nun gut, wer bist du denn?“
    Mephistopheles: „Ein Teil von jener Kraft,
    Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“
    Faust I, Johann Wolfgang von Goethe

    Nachdem ich meine vielen seit 24. Januar verfassten Corona-Artikel nicht mehr zähle, fand ich zu einem Kerngedanken:

    Die tiefen Staaten sind überall ein Sumpf, der ausgetrocknet wird. Weil Justiz und Politik, Konzerne und Leitmedien von Satanisten, Menschenhändlern und Kinderschändern kontrolliert sind, bleibt die Verschwiegenheit gewahrt. Es verbleiben nur Regierungen, die sich in kleinen Schritten Recht und Gesetz nähern, und freie Medien übrig, um Wahrheiten zum Durchbruch zu verhelfen. Das braucht Zeit.

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