Die unentbehrliche Kernkraft

Auf Dauer kann auch Deutschland nicht auf sie verzichten – Worüber die „System-Medien“ sachlich-nüchtern berichten müssten – Die fünf physikalisch-technisch bedingten Tatsachen – Die sieben weiteren Mängel des Energiewende-Stroms – Die These, industrielles CO2 heize das Erdklima auf, ist unbewiesen – Die Informationslücke über die Strahlungsgefahr schließen – Aufklären, aber die Schlussfolgerungen den Aufgeklärten selbst überlassen – Kernkraft als Weg in die nachhaltige, umweltschonende Energie-Zukunft – Eine bisher beispiellose Desinformationskampagne

Janson-Karikatur.de

Allmählich scheint es zu dämmern, dass auch Deutschland zum Erzeugen von Strom auf die Kernkraft nicht verzichten kann.*) Bisher gibt es nur Anzeichen dafür, einen Durchbruch bei weitem noch nicht. Aber dauerhaft werden sich deutsche Politiker über technische, physikalische und wirtschaftliche Tatsachen nicht hinwegsetzen können, denn diese werden auch zu politischen Tatsachen werden. Das geschieht spätestens dann, wenn einer maßgeblichen Menge von Wählern klar geworden ist, dass die deutsche Energiewende-Politik die eigene Haut gefährdet – indem die deutsche Wirtschaft ins Trudeln gerät, indem dadurch Arbeitsplätze verlorengehen, indem das monatliche Einkommen in die Schwindsucht gerät, indem die Stromrechnung nicht oder kaum noch bezahlbar ist, indem man sich den bisherigen Urlaub nicht mehr leisten kann, indem der Wohlstand sinkt, indem ein drohender flächendeckender Stromausfall tatsächlich stattfindet. Was die eigene Haut zu verletzen droht, geht dann ganz schön unter die Haut. So etwas haben die Leute nicht so gern. Das werden die Politiker zu spüren bekommen. Dann müssen sie umschwenken. Jedenfalls theoretisch gesehen. Aber nicht alles, was nur als theoretisch oder als Wunschdenken erscheint, ist davor sicher, tatsächlich auch Wirklichkeit zu werden. Eine Chance also gibt es.

Die „System-Medien“ müssten allmählich die Kurve kriegen

Die Chance besteht darin, dass die „System-Medien“ in ihrer Berichterstattung und Kommentierung zur Energiepolitik allmählich die Kurve kriegen und sich schrittweise an die bisher „vergessenen“ Informationen heranpirschen, damit ihr Schwenk in die journalistische Wahrhaftigkeit als Gesichtsverlust möglichst verborgen bleibt. Nehmen wir also einmal an, die betreffenden Redaktionen, auch ihre Hintermänner, fänden zur Einsicht, ein Schwenk sei im Eigeninteresse unausweichlich – erst die eine Redaktion, dann eine andere, danach eine weitere und schließlich immer mehr. Was in diesem Prozess müssten sie ihrer Kundschaft zur Kenntnis geben? Vor allem das Folgende.

Die fünf physikalisch-technisch bedingten Tatsachen

Sie müssten nüchtern-sachlich darüber informieren, warum die Stromerzeugung nur mittels Wind, Sonnenschein und Gas aus Pflanzenvergärung („Bio-Gas“) für ein Industrieland wie Deutschland untauglich ist. Sie müssten aufklären über die physikalisch-technisch bedingten Mängel dieser Stromerzeugung, die unabänderlich, ihr also inhärent sind. Das haben sie bisher nicht getan. Zur ständigen Aufklärung gehören diese Tatsachen:

  1. Wind und Sonnenlicht haben eine viel zu geringe Energiedichte.
  2. Wind- und Solarstrom sind unzuverlässig.
  3. Wetterabhängiger Zufallsstrom bedeutet schlechte Regelbarkeit.
  4. Der Nutzungsgrad von Wind- und Solarstrom ist zu gering.
  5. Strom ist in der nötigen Größenordnung nicht direkt speicherbar.

Diese fünf Mängel sind naturgesetzlich bedingt. Sie hängen dem EE-Strom unausweichlich und unwiderleglich an wie ein schwerer Klotz. Schon sie allein genügen, um von der Stromerzeugung mittels Wind und Sonne abzusehen.

Die sieben weiteren Mängel des Energiewende-Stroms

Auch die sieben weiteren wesentlichen Mängel des Wind-, Solar- und Biogas-Stroms, des Energiewende-Stroms, müssten die „System-Medien“ zum ständigen Thema machen:

  1. Der Zufallsstrom von Wind und Sonne zwingt eine doppelte Stromerzeugungskapazität auf.
  2. Der Zufallsstrom ist höchst unwirtschaftlich.
  3. Dieser Energiewende-Strom ist nicht wettbewerbsfähig.
  4. Der Energiewende-Strom bedeutet eine verkappte, unsoziale Umverteilung.
  5. Der Energiewende-Strom belastet Flora, Fauna und das Landschaftsbild.
  6. Haben die Windkraftanlagen ausgedient, wird es zu einem großen Problem, sie abzureißen („Rückbau“) und sie zu entsorgen.
  7. Vor allem aber: Die Energiewende ist eine gewaltige volkswirtschaftliche Belastung, die völlig unnötig ist.

Die These, industrielles CO2 heize das Erdklima auf, ist unbewiesen

Ferner wäre hierüber zu berichten: Die Darstellung, das industrielle („menschengemachte“) CO2 heize das Erdklima auf, ist unbewiesen. Dass ihr, wie behauptet, 99 Prozent der einschlägigen Wissenschaftler zustimmen, ist falsch und ein Beweis ohnehin nicht. Die vorgelegten Klimamodelle sind umstritten und taugen als Beweis nicht. Daher ist Kernkraft nicht deswegen nötig, weil sie bei der Stromerzeugung direkt kein CO2 emittiert wie fossile Brennstoffe, sondern weil sie eine hohe Energiedichte hat, den Strom zuverlässig liefert, leicht regelbar ist, einen hohen Nutzungsgrad aufweist, keine doppelte Stromkapazität und keine Stromspeicher verlangt, wirtschaftlich, wettbewerbsfähig und sozial ist sowie jene Schäden an Pflanzen, Tieren und Landschaft nicht anrichtet, wie sie mit dem Energiewende-Strom geschehen. Außerdem steht Kernenergie als Rohstoff für die Stromerzeugung anders als Erdöl, Erdgas und Kohle über Jahrtausende unbegrenzt zur Verfügung.

Die Informationslücke über die Strahlungsgefahr schließen

Außerdem ist die Informationslücke über die Strahlungsgefahr zu schließen. Extrem gefährlich, weil absichtsvoll tödlich, ist die Kernenergie bei militärischer, kriegerischer Nutzung. Das wird hingenommen. Sie ist es nicht bei friedlicher Nutzung in Kernkraftwerken zur Stromerzeugung. Das wird nicht wahrgenommen. Die „System-Medien“ müssen Wissenschaftler zu Wort kommen lassen, die dies erklären und begründen, Wissenschaftler, die wirklich unabhängig sind und die, wenn sie das tun, beruflich nichts (oder nichts mehr) zu befürchten haben. Bisher werden ihre Aufklärungsversuche als politisch lästig unterdrückt. Daher können sie mit ihrer Fachkundigkeit in die breite Öffentlichkeit nicht hineinwirken, der Angstmacherei nicht begegnen und zur Meinungsbildung nicht beitragen.

Aufklären, aber die Schlussfolgerungen den Aufgeklärten selbst überlassen

Karikatur vademecum brandenber.eu

Aufklärung in dieser Weise macht eine Urteilsfindung in der breiten Bevölkerung erst möglich. Bisher ist sie einseitig informiert und hat deshalb – verständlicherweise – vor dieser Strahlung Angst. Dabei geht es nicht darum, dass sich die Medien für die Kernkraft einsetzen, für sie werben sollen. Es genügt, wenn sie umfassend aufklären. Dann werden die so Aufgeklärten durch eigene Schlussfolgerung darauf kommen, dass die friedlich genutzte Kernkraft nicht die bisher geschürte Gefahr bedeutet und dass es letztlich ohne sie gar nicht mehr geht.

Kernkraft als Weg in die nachhaltige, umweltschonende Energie-Zukunft

Auf eine informative, sachliche Darstellung zur Kernenergie in dem Buch Kernkraft ist der Weg in die nachhaltige, umweltschonende Energie-Zukunft habe ich schon einmal hingewiesen.**) Die Autoren ziehen unter anderem folgendes Fazit: „Fossile Brennstoffe können zwar über die weiteren Jahrhunderte keine Lösung der weltweiten Energieversorgung sein, die sogenannten Erneuerbaren Wind und Sonne aber auch nicht. … Die im Buch beschriebenen neuen Typen von Kernkraftwerken der Generation IV sind aus heutiger Sicht die einzig wirklich nachhaltige und umweltschonende Lösung des kommenden Energieversorgungsproblems. Sie sind der Weg in die Energiezukunft. … Man kann sie inhärent sicher bauen, sie sind optimal umweltschonend, und sie verursachen kaum noch radioaktiven Abfall, weil sie durch ihre integrierte Aufbereitung in der Lage sind, 100 Prozent des Natururans und Thoriums zu nutzen. Die Kernbrennstoffe Thorium aus der Erde und Uran aus dem Meer haben zusammen eine Reichweite von vielen Millionen Jahren. Mit Kernkraftwerken der Generation IV verfügt man damit über eine erneuerbare Energiequelle.“

Eine bisher beispiellose Desinformationskampagne

Karikatur: Internet-Fund

Und weiter: „In Deutschland will man von ihnen aber nichts wissen. Die zivile Nutzung der Kernenergie wird hierzulande seit Jahren mit einer weltweit beispiellosen Desinformationskampagne überzogen … Die restliche Welt hat für diese Entwicklung Deutschlands nur noch Kopfschütteln übrig …Deutschland sollte als eine der größten Industrienationen der Welt den rückwärtsgewandten Weg des Technikpessimismus dringlichst verlassen, wieder optimistisch nach vorne schauen und die Früchte ernten, die uns moderne Technik bietet. … Eine neue Generation von aufgeklärten deutschen Bürgern, Ingenieuren und Forschern wird in verstärkter internationaler Verflechtung und Zusammenarbeit die momentane, völlig aus dem Ruder gelaufene Öko-Ideologie Deutschlands und das trotzige Abkoppeln von der restlichen Welt aufgeben. Pessimismus und Abkopplung haben sich, wie die Geschichte lehrt, noch nie als vorteilhaft erwiesen.“

Die Kernkraft-Befürworter Nuclear Pride Coalition und der Verein Nuklearia

Befürworter der Kernkraft haben sich zu einer Nuclear Pride Coalition zusammengeschlossen (hier). Auch Teile der Umweltbewegung wirken daran mit, wie sich aus der Mitgliederliste entnehmen lässt. Bisher ist es nur ein kleines Grüppchen. Das Gründungstreffen der Nuclear Pride Coalition hat Anfang September 2018 in Amsterdam stattgefunden. In einem Bericht darüber schreibt Teilnehmerin Lida Ruishalme (von der Bewegung Mothers for Nuclear, Schweiz) unter anderem: „Eigentlich unglaublich, dass ich mich schäme oder eingeschüchtert fühle, weil ich Kernenergie öffentlich unterstütze. Wenn ich schon so empfinde, nur weil ich ein T-Shirt mit einem Kernkraft-Slogan trage, was ist dann erst mit denjenigen Menschen, die morgens ihre Kinder zur Schule schicken und dann zur Arbeit ins Kernkraftwerk fahren? Stellen Sie sich die Tausende von Menschen in meinem Nachbarland Deutschland vor, die dort jeden Tag arbeiten, in einem Land, wo die Angstmacherei gegen die Kernenergie institutionell etabliert ist, mit grob irreführende Aussagen offizieller Stellen und mit starkem politischem Druck! Und wofür? Sollen sie sich etwa schämen, weil sie dazu beitragen, CO2-armen Strom zu erzeugen, der Millionen von Menschen vor Luftverschmutzung bewahrt hat?“ Der ganze Text (in englischer Sprache) hier. Auch gibt es einen Verein, der sich für die Kernkraft zur Stromerzeugung einsetzt: Nuklearia e.V. Näheres über ihn hier.

Für den künftigen Strombedarf ist die Kernkraft unentbehrlich

Abschließend: Der Strombedarf der Menschheit wird steigen. Noch nämlich lebt ein großer Teil von ihr in absoluter oder relativer Armut. Menschen sind immer darum bemüht, ihre Armut zu lindern und zu überwinden. Das geht zwar nicht nur, aber letztlich notwendigerweise vor allem mit mehr Strom. Für diesen Strombedarf ist die Kernenergie auf Dauer unentbehrlich.

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*) Jüngste Beispiele:

–    Mainstream–Blatt FAZ berichtet: Frankreich setzt auf Atomstrom und fährt gut damit (FAZ vom 21. Februa                 2020).

–    Mainstream-Blatt FAS berichtet: Die geniale Erfindung der Atomkraft – Franzosen denken  anders (FAS vom             23. Februar 2020)

–    Die CDU zeigt sich in einem Positionspapier offen für die Rückkehr zur Kernkraft. Welt-Nachrichtensender                   vom 2. Februar 2020 (hier).

–    Das EU-Parlament stimmt für die Kernenergie (Entschließung vom 28. November 2019 zur Klimakonferenz                der Vereinten Nationen 2019 in Madrid.

–   Sachsens Ministerpräsident Michale Kretschmer hält einen Wiedereinstieg Deutschlands in die Atomkraft für             denkbar. Damit die Bürger und Politiker aber frei entscheiden könnten, dürfe sich Deutschland nicht komplett             aus dem Thema herausziehen. „Kernforschung muss weiter betrieben und gefördert werden. Wir müssen                       technologieoffen bleiben. Das heißt nicht, dass wir gleich neue Kraftwerke bauen. Aber wir müssen die                           Kompetenz dafür behalten.“ Derzeit gebe es für die Atomenergie in der deutschen Gesellschaft keine Mehrheit,           sagte Kretschmer. Es sei aber richtig, die Frage immer wieder neu zu diskutieren. „Immerhin hätte man mit                 Atomenergie weniger CO2-Emissionen.“ (hier).

**) Beitrag vom 8. Oktober 2019 „Die Kernkraft nicht fürchten, sondern nutzen“ (hier).

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3 Kommentare zu „Die unentbehrliche Kernkraft“

  1. Man folge der Spur des Geldes, mit welchem die Kernkraftgegner gesponsert werden: Es ist immer noch die alte und beständig aktualisierte Methodik einer ideologischen Kriegsführung gegen die Deutschen. Gespeist vom Hass auf ihr gutes Ansehen in der Welt und vom Neid auf ihre Kreativität.

    Leider gehören Gutgläubigkeit und Naivität auch zu den typisch deutschen Eigenschaften, was dazu führt, dass ihre Gegner, (auch die in den eigenen Reihen!), leichtes Spiel haben und genügend geschickte Agitatoren in Stellung bringen konnten, die mit gezielten Desinformations-Kampagnen zu den angeblich viel zu großen Gefahren der Kernkraft-Nutzung, immer wieder traurige Erfolge erringen können, während in der übrigen Welt die Entwicklung weiter geht und die Deutschen immer mehr in‘s Hintertreffen geraten.

  2. Zwei Punkte kann man gar nicht deutlich genug betonen:
    1. Die Energiedichte von Kernkraftwerken ist sehr, sehr, sehr viel höher als die von Windenergieanlagen und erst recht von Solarzellen.
    2. Deutschland wurde und wird mit einer beispiellosen Desinformationskampagne überzogen. Dieser ganze Manipulations- und Nudging-Dreck muss hinweggefegt und durch Wahrhaftigkeit ersetzt werden.

  3. Jein. Nur, wenn man so etwas wie Tschernobyl verhindern kann. Leider waren die Opfer, die überlebt haben, schlimm dran. Ein mir bekannter ukrainischer Arzt der mit einem Spendenbasierten Medizinmobil einen riesigen Bezirk versogt und im einzigen Krankenhaus Betroffene operiert hat, hat Bilder von solchen Auswüchsen-ist wörtlich zu nehmen- gezeigt. Nasen oder Kinne hatten solche Ausmaße angenommen , dass die Menschen nicht mehr den Mund öffnen konnten.
    Sowas kann man sich nicht vorstellen.

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