Ärger mit Elektrobussen

Einer abgebrannt, zwei vorsorglich stillgelegt

Vor zwei Jahren gekauft, jetzt stehen sie still: zwei Elektrobusse in Lübeck. Zum vorsorglichen Stilllegen geraten hat die deutsch-türkische Herstellerfirma Sileo in Salzgitter.*) Warum? Einer ihrer Elektrobusse war im bayrischen Burghausen durch Explosion seiner Batteriezellen in Brand geraten, als er in einer Halle stand. Ein Großaufgebot der Polizei brauchte sechs Stunden, um ihn zu löschen, zwei Personen wurden verletzt, der Schaden soll bis zu einer Million Euro betragen. Um auf Nummer  sicher zu gehen, möge die Stadt Lübeck – so schrieb ihr Sileo –  die beiden Sileo-Busse erst einmal aus dem Verkehr ziehen, bis die Explosionsursache geklärt sei. Seit 1. Juli fahren sie nicht mehr.

Allerdings hat es mit den beiden Lübecker Bussen seit Monaten immer wider Probleme gegeben, nämlich beim (jeweils nächtlichen) Aufladen: Am nächsten Morgen waren die Batterien nicht voll. Mit halber Ladung schafften die Busse ihr Tagespensum von 240 Kilometern nicht. Der Einsatz der Busse auf anfänglich zwei Linien wurde auf nur noch eine beschränkt. Preis je Bus rund 500 000 Euro. Subventionen vom Bund haben ihn mitfinanziert. Trotz dieses Rückschlags setzt Lübecks Stadtverkehrsgesellschaft weiterhin auf Elektrobusse. Sechs weitere sind schon bestellt und werden gerade gebaut. Diesmal liefert sie der Mannheimer Hersteller Evobus, nicht Sileo. Bis 2030 will Lübeck seine Busflotte auf zu 70 Prozent auf elektrischen Antrieb umgestellt haben. Das sind rund 140 Fahrzeuge. Lübecks Projektleiter Elektromobilität, Jens Lottmannn, ist sich sicher: „Wir haben vollstes Vertrauen in die Technik.“

Sein Wort in Gottes Ohr. Ihn und Lübecks politische Führung stört es nicht, dass Elektroautos in der Gesamtrechnung deutlich mehr Energie brauchen und mehr Schadstoffe emittieren als Fahrzeuge mit Diesel- oder Benzinmotor. Siehe meinen Beitrag Mundus vult decipi vom 7. Juni 2019 hier.

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*) Quelle dieser Darstellung Lübecker Nachrichten vom 20. Juli 2019, Seite 1 und 9.

 

 

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