Wo im Straßenbild bleiben die Plakate der AfD?

Sie werden immer noch zerstört – Aber AfDler sind plietsch – Vielehe? Die erste ist für einen Deutschen gerichtlich schon bestätigt – Und in Italien schon gefordert: Vielehe müsse ein Bürgerrecht werden

Immer wieder ist zu hören: Überall im Straßenbild Plakate der Parteien zur Bundestagswahl, aber wo bleiben die der AfD? Gute Frage. Die klare Antwort: Kaum sind sie aufgehängt, sind Rollkommandos unterwegs, reißen sie ab und zerstören sie. Bleiben mal welche zwei oder drei Tage hängen, sind sie spätestens am dritten oder vierten weg. Die Truppen der Linksextremisten sind gut organisiert und fix. Gesetzesverstoß? Gewiss, aber Anzeige zwecklos, weil Polizei machtlos. Die Altparteien gucken weg, dulden die gesetzwidrige Zerstörungswut, geben sich wohl gar heimlicher Freude hin. Schöne Demokraten sind das. So wird aus dem Wegsehen – alles schon gehabt – aus (Schein)Demokratie schleichend Diktatur.

Statt an Laternenmasten nun als Mini-Plakate im Briefkasten

Aber AfDler sind plietsch, wie man in Norddeutschland sagt: Sie verschicken in Schleswig-Holstein ihre Plakate als Postkarten direkt in die Briefkästen der deutschen Wähler. Zwanzig verschiedene Bild-Motive als Verkleinerungen der Wahlplakate. Sie verschicken sie an die privaten Wohnadressen, die ihnen bekannt sind, und bitten Sympathisanten, die Karten ebenfalls an die ihnen bekannten Wohnadressen zu schicken. Die 45 Cent für das Postkarten-Porto sind zu erübrigen – bei 100 Stück 45 Euro. Die AfD Schleswig-Holstein hat 50 000 Stück drucken lassen. So mancher Postbote wundert sich bereits. Und die Post kann sich über die Zusatzeinnahme freuen – wenn sie das denn überhaupt darf, denn sich freuen im Zusammenhang mit der AfD ist doch ganz, ganz schlimm politisch unkorrekt.

Die Plakate per Postkarte haben viele Motive

Hier eine kleine Auswahl:

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Alle übrigen Motive finden Sie hier. Der AfD-Landesverband Schleswig-Holstein erläutert dazu: „Wir verhelfen einem Medium zur Renaissance, welches fast schon aus der Mode gekommen ist: die gute alte Postkarte. … Die Plakate enthalten jeweils eine kurze, treffende Botschaft, die eine klar umrissene Zielgruppe anspricht. Die Textmenge ist so klein, dass sie jeder liest. Im Gegensatz zu einem Wahlprogramm. Auch Faltblätter werden nur von wirklich interessierten Menschen gelesen, weil die Politikverdrossenheit unfassbare Formen angenommen hat.“ Ratschläge an die AfD-Mitglieder für die Einsatzmöglichkeiten der Postkarten lauten (kursiv = Zitat):

 1. Am Infostand
Hier können Sie eine ganze Kampagne auf kleinstem Raum präsentieren. Ein Passant kann sich ein Motiv mitnehmen, welches ihn persönlich anspricht. Die Auswahl ist dabei viel größer, als es mit Faltblättern je möglich sein kann.

2. Einsatz als Postkarte
45 Cent-Briefmarke drauf, Empfänger eintragen und ab in den Briefkasten. 10 Stück verschicken Sie für ein Porto von 4,50 Euro, 20 Stück für 9 Euro.

Wem könnten Sie eine Postkarte schicken?
Das Polizeirevier in Ihrer Nähe freut sich bestimmt über das Motiv „Polizei stärken – Sicherheit für Land und Bürger“. Kennen Sie jemanden, der kürzlich über seine Stromrechnung geklagt hat? Motiv: „Strom darf kein Luxus sein“. Kennen Sie einen der 4 Millionen GEZ-Verweigerer? Prima, der sollte wissen, was die AfD will: „GEZ nein danke, Rundfunkgebühren abschaffen“. Alle Landwirte in Ihrem Ort erreichen Sie mit der Postkarte „Förderung von Familienbetrieben: Deutsche Landwirtschaft stärken“. Erst kürzlich hat sich ein Kollege über den fortwährenden Flüchtlingsstrom aufgeregt? „Grenzen schützen“ passt schon.

Bedenken Sie doch auch mal Ihren Bürgermeister alle 3 oder 4 Tage mit einem Gruß von der
AfD! Er freut sich bestimmt. Zwar wird er nicht die AfD wählen, aber zumindest der Postbote sieht, dass der Bürgermeister Post von der AfD erhält. Wem wird er das alles erzählen? Ihr Arbeitskollege, der immer meint, dass doch sowieso egal ist, wen man wählt, kann doch auch mal die vernünftigen Positionen der AfD in seinem Briefkasten finden. Es kommt immer nur darauf an, dass Motiv und Empfänger zusammen passen. Das Schöne ist, dass Sie den Absender weglassen können. So bekommt jemand Post, weiß aber nicht, woher das Gewitter aufzieht.

Links zu weiteren Plakatmotiven und anderen AfD-Informationen

Weitere Plakatmotive finden Sie hier, Wahlkampf-Themen der AfD hier, die Mitschnitte der AfD-Bundespressekonferenzen in Berlin hier, Wahlwerbe-Spots hier, eine Übersicht über die AfDDirekt- und Listenkandidaten zur Bundestagswahl hier (dort in der Karte auf ein Bundesland klicken). Zum gesamten Grundsatzprogramm kommen Sie hier, zum gesamten Wahlprogramm hier. Und wenn Sie sich über die Karikaturen der AfD amüsieren wollen, dann hier.

Der erste Deutsche, der zwei Ehefrauen haben darf: ein Syrer

Apropos Islam in Deutschland, wie finden Sie dies: Einem Syrer ist, gerichtlich bestätigt,  der erste Deutsche, der zwei Ehefrauen haben darf.:„Der Mannheimer Verwaltungsgerichthof (VGH) hat beschlossen, dass ein gebürtiger Syrer die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen darf – ungeachtet dessen, dass er zwei Ehefrauen hat. Das Prinzip der Ehe sei kein Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, hieß es im Gerichtsurteil. Im Jahr 1999 war der nun 36-jährige Syrier nach Deutschland eingereist und hatte 2008 eine Deutsche geheiratet. Danach beantragte er die deutsche Staatsbürgerschaft und erhielt 2010 die Einbürgerungsurkunde. Dann stellte sich heraus, dass er kurz nach seiner Hochzeit in Deutschland noch eine Frau in Syrien heiratete. Dies führte dazu, dass seine Einbürgerung widerrufen wurde. Nun fällte das Gericht das Urteil, dass ihm die Staatsbürgerschaft nicht entzogen werden durfte.“ (Quelle hier). 

In Italien schon gefordert: Vielehe muss ein Bürgerrecht werden

Ein Anspruch auf Vielehe (Polygamie) wird in Italien bereits geltend gemacht: „Ein bekannter muslimischer Vertreter in Italien hat gefordert, dass Polygamie ein Bürgerrecht werden muss, ähnlich wie es bei gleichgeschlechtlichen Ehen der Fall ist, die das südeuropäische Land erst kürzlich erlaubt hat. Das katholisch geprägte Italien reagierte erwartungsgemäß über Parteigrenzen hinweg mit Empörung. Doch wirklich inhaltliche Argumente gegen konsensuelle Polygamie gibt es in der Debatte kaum. ‚Es gibt für Italien keinen Grund polygame Ehen von mündigen Personen nicht zu akzeptieren’, schrieb Hamza Piccardo, Gründer der Union islamischer Gemeinden und Organisationen in Italien (UCOII), letzte Woche in einem umstrittenen Facebook Post. Weiter betonte er: ‚Wenn es eine Frage der Bürgerrechte ist, dann ist die Polygamie ein Bürgerrecht. Muslime stimmen homosexuellen Partnerschaften nicht zu und müssen dennoch ein System akzeptieren, das sie ermöglicht.’ Piccardos Äußerungen verursachten Aufruhr im erzkatholischen Italien, das im Bezug auf die gleichgeschlechtlichen Ehen immer noch gespalten ist.“ Weiteres dazu hier.  Die Nachricht stammt vom 12. August.

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PS. Ich bin so frei, für die AfD einzutreten und für sie zu werben. Wenn ich das, wie hier, tue, müssen Sie als Leser wissen, dass ich im März 2013 dieser Partei beigetreten bin – erstmals einer Partei überhaupt. Ich bin überzeugt, dass unser Land diese neue Partei dringend braucht, und möchte daran mitwirken, dass eine für Deutschland und Europa ruinöse Politik beendet wird. Ich glaube, dass ich innerhalb der Partei meine Vorstellungen darüber zunächst besser zur Geltung bringen kann als außerhalb. Ich habe am Grundsatz- und auch am Wahlprogramm der AfD mitgearbeitet. Nicht alles darin deckt sich mit meinen Vorstellungen. Aber das sind, gemessen am großen Ganzen, Marginalien. Ich will, dass diese Partei nun auch in den Bundestag kommt, in den meisten Länderparlamenten ist sie bereits vertreten. Neutral bin ich in Sachen AfD demnach nicht, wohl aber unabhängig und um Objektivität bemüht. Das Urteil darüber muss ich dem Leser überlassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „Wo im Straßenbild bleiben die Plakate der AfD?“

  1. Den Beitrag habe ich (kein AfD-Mitglied, aber Anhänger der fdGO) gerne „rebloggt“, da der öffentliche Diskurs ohne Bemühen um Reflexion verarmt und schließlich vertrocknet. Sollten Sie als Autor Bedenken gegen die Wiedergabe auf kirchfahrter.wordpress,com haben, bitte ich um eine kurze Nachricht, der Beitrag würde in diesem Fall umgehend entfernt.

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