Warum Elektroautos Unsinn sind

Zumal wenn der Staat meint, sie subventionieren zu sollen – Was Autokäufer begreifen, aber Politiker begreifen nicht wollen – Was zeigt, wie utopisch die Planung ist – Die Batterie ist schneller hin als der Benzintank – Das unterschätzte Gewicht der Batterien – Nützlich für Busse und Taxis im Stadtverkehr, aber doppelt so teuer – Und bist Du nicht willig, dann gebrauch’ ich Gewalt und subventioniere – Verrückter geht’s immer – Ein notwendiger Nachtrag

Gewiss, der Autoantrieb mit elektrischem Strom hat seinen Reiz: Keine Abgase und statt zur Sprittankstelle zu fahren, schiebt man das Ladekabel seines Autos abends in die Steckdose der heimischen Garage oder wechselt die Batterie aus, und morgens ist es wieder fahrbereit. Nur nicht über lange Strecken und auf unabsehbar lange Zeit ebenfalls nicht. Es hapert an der Speicherkraft der Batterien. Die Entwicklungskosten sind hoch, die Verkaufszahlen zu gering, die Preise für die Autos zu hoch, die Investitionen in diese Technik ein Zuschussgeschäft. Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat das Vorhaben im Jahr 2010 deutlich genug kritisiert. Dass trotzdem derzeit schon rund 65 000 „E-Fahrzeuge“ in Deutschland zugelassen sind, also auf deutschen Straßen folglich auch fahren, hat nichts zu sagen. Denn es bedeutet nicht, dass sich die technisch bedingten Schwachstellen batteriegetriebener Autos in Luft aufgelöst haben.Aber was kümmert Politiker das „Geschwätz“ von Experten, was kümmern sie unleugbare Tatsachen. Deutsche Politik tut alles, um das Elektroauto mit Steuergeldern hochzupäppeln, darunter mit einer Kaufprämie von bis zu 4000 Euro je erworbenen Wagen.

Was Autokäufer begreifen, aber Politiker begreifen nicht wollen

Zu den Tatsachen gehört, wie auf dieser Blog-Seite schon einmal zu lesen war, dies: „Elektroautos sind technisch und wirtschaftlich den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor unterlegen. Sie bringen auch keine Verbesserung des Umweltschutzes und schonen Brennstoffvorkommen nicht. Die Planung, in Zukunft nur noch Elektromobile zuzulassen, ist sowohl technisch wie auch wirtschaftlich Unsinn. Trägt man alle Fakten zusammen, kostet ein Elektroauto mindestens doppelt so viel wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Darüber hinaus muss man warten, bis die Batterie aufgeladen ist. Eine Fahrt quer durch Deutschland geht dann nur noch mit längeren Aufenthalten. Fast alle Autokäufer haben dies begriffen. Auch Kaufprämien von einigen tausend Euro ändern hieran nichts. Denn auch dann ist das Elektroauto immer noch wesentlich teurer und unzuverlässiger als die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Elektroautos werden daher nur von gut betuchten Technik-Freaks gekauft, die ein solches Gefährt als Zweit- oder Drittauto ausprobieren.“ (Quelle: hier).

Was zeigt, wie utopisch die Planung ist

Närrisch auch dies: Das Ziel ist nicht nur die 1 Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, sondern diese Million Autos, wenn sie in Garagen oder auf Parkplätzen (zum Beispiel Firmen-Parkplätzen) als Speicher von Ökostrom permanent am Netzkabel zu haben. Jeder Blick auf einen beliebigen Firmenparkplatz oder eine großstädtische Wohnstraße widerlegt diese utopische Planung. Es müsste dann nämlich für jedes Fahrzeug eine Lade- (und Entlade-)stelle zur Verfügung stehen. Das mag in Ein-Familien-Haus-Siedlungen noch vorstellbar sein, aber nicht in städtischen Ballungsräumen. (Weiteres zum Elektroauto in einem früheren Beitrag von mit hier). 

Die Batterie ist schneller hin als der Benzintank

Die große Schwachstelle der Elektroautos ist die Batterie. Der Tank eines Benzin- oder Dieselautos hält durch, bis das Fahrzeug ausgemustert und verschrottet wird, die Batterie nicht, sie verschleißt schneller. Ihre Lebensdauer ist abhängig von den Lade–Entlade-Zyklen. Je mehr das Auto gefahren wird und je häufiger diese Zyklen, umso schneller ist sie hin.  Und ist die Batterie leer oder kurz davor, ist die Neuaufladung eine zeitliche Geduldsprobe. Der Benzintank dagegen ist in drei Minuten wieder voll. Diesem Nachteil lässt sich nur ausweichen, wenn das Auto zugleich einen Verbrennungsmotor hat, dessen Benzintank vorübergehend die leere Batterie ersetzt.

Das unterschätzte Gewicht der Batterien

Außerdem sind Batterien überaus schwer,sie bringen in die Autos gewaltiges Gewicht. Wollte man die Reichweite von Elektroautos auf die gleiche von herkömmlichen Autos bringen, befände man sich schnell im Land der Utopie. Das hat gerade sehr schön ein Leser in seiner Zuschrift an die FAZ zum Ausdruck gebracht: „Mein Enkel, 14 Jahre alt, sagte zu mir: ‚Opa, ich rechne dir in fünf Minuten vor, dass ein Elektroauto Unsinn ist.’ ‚Was? Das glaube ich nicht! Also dann mal los!’ Also: ‚Der Akku im Auto hat 12 Volt und 80 Amperestunden, also 1 kWh. 1kWh sind 860 kcal. Ein Liter Diesel hat 10 500 kcal, das entspricht dann also 12 Akkus. Ein Akku wiegt 25 Kilo, 12 Akkus also 300 kg – das entspricht also 1 Liter Diesel. Ein Tank mit 100 Liter Diesel entspricht dann also einem Lkw-Anhänger von 30 Tonnen. Da sieht ein Porsche aber ganz schön blöd aus. O.K., eine Lithium-Ionen-Batterie ist zehn Mal besser – also dann nur drei Tonnen. Aber die kostet zehnmal mehr und brennt dann ab und zu.’ Keine fünf Minuten, von einem Achtklässler!“ (Martin Bard, Bad Staffelstein, in der FAZ vom 5. November 2016, Seite 8 mit der Überschrift „Unsinn, Opa!)

Nützlich für Busse und Taxis im Stadtverkehr, aber doppelt so teuer

Nützlich allenfalls können batteriegetriebene Autos, weil abgasfrei, im Stadtverkehr sein – als Busse, Taxis und  Behördenfahrzeuge, falls man denn bereit ist, die weit höheren Kosten in Kauf zu nehmen, die dann auf die Fahrgäste oder Steuerzahler abgewälzt werden. Ein Elektrobus  kostet nach Angaben des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) rund 700 000 Euro – etwa doppelt so viel wie ein konventioneller Diesel-Bus. Außerdem sind teure Ersatzbatterien vorzuhalten  und ist die Ladeinfrastruktur aufzubauen. Die bescheidene Reichweite kommt hinzu. Unter rein betriebswirtschaftlichen Aspekten ist die Anschaffung von Elektrobussen nach VDV-Angaben nicht wirtschaftlich. In einem Positionspapier schreibt er: „Betrachtet man die gesamte Nutzungsdauer, ist der Elektrobus bislang 40 bis 60 Euro je 100 Kilometer teurer als ein vergleichbarer Diesel-Bus.“ (FAZ vom 30. August 2016, Seite 17).

Und bist Du nicht willig, dann gebrauch’ ich Gewalt – und subventioniere

Die Regierung hat das Ziel ausgegeben, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos im Land unterwegs sein sollen. Mit den staatlichen Zuschüssen soll das gelingen. Oder anders ausgedrückt: Und bist Du nicht willig, dann gebrauch’ ich Gewalt:  4000 Euro für reine Elektroautos und 3000 Euro für Hybride mit aufladbarer Batterie plus Verbrennungsmotor. Zum Subventionsprogramm gehört auch der Aufbau von 15 000 neuen Ladestellen. Dafür stellt der Bund von 2017 bis 2020 rund 300 Millionen Euro bereit. Künftig soll auch jeder fünfte Behördenwagen des Bundes ein Elektroauto sein. Für die Mehrkosten bei der Beschaffung sind 100 Millionen Euro vorgesehen. Wer das Elektroauto an seiner Arbeitsstätte auflädt, muss das nicht als geldwerten Vorteil in der Steuererklärung angeben. (FAZ vom 28. April 2016, Seite 1). Politisch begründet wird das alles mit dem nicht minder unsinnigen Klimaschutz.

Verrückter geht’s immer

Von 2030 an wollen die Klimaretter nur noch Elektroautos zulassen und bis zum Jahr 2050 den Antrieb der Autos völlig auf Strom umstellen. Die Marktwirtschaft wird immer mehr ausgehebelt, die  interventionistische Staatswirtschaft wird zum Moloch und treibt Deutschland dem Ruin zu. Wer einmal dachte, verrückter geht’s nimmer, lernt immer wieder: Verrückter geht’s immer. Bis es wirklich nicht mehr geht.

Ein notwendiger Nachtrag

FAZ-Leser sind in der Tat „kluge Köpfe“, wie sich das Blatt in seinen Werbeanzeigen immer wieder gern anpreist. In der Ausgabe von 17. November (Seite 8) in den Briefen an die Herausgeber sind zwei von ihnen zu Wort gekommen. Sie korrigieren jenen von seinem Opa zitierten vierzehnjährigen Enkel. Dr. Tilman Driessen, Leiter der Forschungsstelle Energiewirtschaft, Bad Soden-Allendorf schreibt:

Akku-Gewicht nicht 3000 Tonnen, sondern 450 Kilogramm

„Der aufgeweckte Enkel des Leserbriefschreibers Martin Bard („Unsinn, Opa!“ F.A.Z. vom 5. November) schätzt das Akku-Gewicht in É-Mobilen leider deutlich zu hoch ein – beispielsweise sind es beim Tesla S nicht 30 000 oder 3000, sondern rund 450 kg, mit 70 kWh für eine Reichweite von circa 300 bis 500 km, wofür ein Verbrennungsmotor etwa 20 bis 50 kg Treibstoff benötigt (der auch brennen kann). Zudem muss man gewichtige Teile wie Tank und Getriebe abziehen, die bei E-Mobilen entfallen können. Weiter muss man keinen schweren zentralen Motor einsetzen, sondern kann leichte Motoren direkt in die Radnaben einbauen. Elektromotoren benötigen dramatisch weniger Bauteile als Verbrennungsmotoren und können so deutlich leichter, robuster und billiger sein.

Die Kalkulation des Enkels setzt statisch die heutige Situation an und vernachlässigt die stetige Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Akkus, bislang um circa. fünf bis sieben Prozent pro Jahr. Die Kosten sanken sogar um 10 bis 15 Prozent jährlich, und angesichts der jetzt erhöhten Forschungsanstrengungen sind weitere technische Fortschritte und Durchbrüche zu erwarten.

Der Schadstoffausstoß ist bei Kraftwerken für den Strom wesentlich besser zu beherrschen als bei den über 40 Millionen feinmechanischen Verbrennungsreaktoren, die auf unseren Straßen rollen. Zudem lassen sich auch erneuerbare Energieträger nutzen – von starker Beschleunigung und lautlosem Fahrkomfort ganz abgesehen. Fahren Sie einmal mit Ihrem Enkel ein E-Mobil – Sie werden beide begeistert sein und merken, dass diese Zukunft schnell kommt.“

Erst mal kritisch hinterfragen

Und Michael Schneider, Offenbach, schreibt: „Wenn der Enkel von Martin Bard aus Bad Staffelstein in 5 Minuten seinem Opa vorrechnen will, dass Elektroautos Unsinn sind, so sollte der Opa mit seiner Lebenserfahrung erst mal kritisch hinterfragen, warum etwa Tesla und viele andere Autobauer rein elektrische Autos über Hunderte Kilometer mit einer Batterieladung und akzeptablen Geschwindigkeiten bewegen, ohne dass sie Lkw-Gewicht benötigen. Und vielleicht sollte der Opa dann nicht unreflektiert Leserbriefe schreiben, sondern erst mal für dringend benötigte Nachhilfe – zumindest des Enkels – in den MINT-Fächern sparen. Enkel und Opa empfehle ich darüber hinaus, regelmäßige und zusätzliche Informationen einzuholen, die F.A.Z-Seiten Technik und Motor bieten sich an.“

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2 Kommentare zu „Warum Elektroautos Unsinn sind“

  1. Wie Sie schon ganz richtig schreiben, Herr Krause: Das Problem ist nicht die Stromerzeugung, nein, es ist die Stromspeicherung.

    Hier kann man nur immer wieder auf die nachfolgende, unabhängige Netz-Seite verweisen:
    http://www.eike-klima-energie.eu/

    Solange das Problem der Speicherung von Strom, und zwar in Größenordnungen, wie sie eine vollentwickelte industrielle Volkswirtschaft, wie z. B. die deutsche, benötigt, nicht zufriedenstellend gelöst ist, kann man das durch gewissenlose, in geistiger Vollumnachtung stehende Politiker dem Volk und der gesamten Wirtschaft aufgezwungene EEG nur als das sehen, was es ist, nämlich als ein „An-die-Wand-Fahren“ einer funktionierenden Volkswirtschaft aus (vielleicht nicht nur) ideologischen Gründen.

    Das gleiche gilt für diesen größten Volksbetrug mit der Verteufelung des lebensnotwendigen CO2 – seit der damaligen katholischen „Wenn-das-Geld-im-Kasten-klingt…-Aktion“.

    Diese, geistig im Mittelalter zurückgebliebenen „Zauberlehrlinge“ der grünen Ideologie werden wohl erst Ruhe geben, wenn alle Haushalte zur Stromerzeugung einen mittels Fahrrad angetriebenen Dynamo vor dem Haus stehen haben – der bei Strombedarf zu betätigen ist.

    Aber halt, da war doch noch etwas:

    »Vortrag über die „Erneuerbaren“ Lobby des ökoindustriellen Komplexes gehalten von Günter Ederer am 4.12.10 in Berlin.

    Und unten sehen Sie als aktuellen Beweis einen weiteren hochrangigen Lobbyisten für „Erneuerbare“, der ungeniert und von höchster Stelle vor dem Europa Parlament die Klimaleugnerkeule schwingt, um die durch Angstmache erzeugte zwanghafte Umverteilung zugunsten der Ökolobby zu steigern.«

    Zum besseren Verständnis dieser grünen mafiösen Ideologie dringend zu empfehlen – und unter diesem Link zu finden:

    http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/lobbyismus-vom-feinsten-die-krakenarme-der-lobby-fuer-erneuerbare-vortrag-des-fernsehjournalisten-g-ederer-auf-der-3-int-klima-und-energiekonferenz-in-berlin/

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