Elektromobilität im Soldaten-Alltag

Aus Berlin: Von der maroden Truppe zur grünen Vorzeige-Armee – Und aus Brüssel: die Stromsparsteckerpflicht

Unsere Autos sollen wir gefälligst mit Strom betreiben. Nicht mit Benzin und Diesel. Am besten mit Strom aus Wind, Sonnenstrahlen und „Biogas“. Wir werden belehrt (hier): „Die Zukunft fährt elektrisch.“ Wir bekommen zu lesen (hier): „Die deutsche Automobilindustrie treibt die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland mit großem Engagement voran.“ Wir müssen seit 2010 die NPE ertragen: die Nationale Plattform Elektromobilität (hier). Uns wird seit 2015 das EmoG aufgenötigt: das Elektromobilitätsgesetz (hier). Wir werden bestochen, Elektroautos zu kaufen: seit 2. Juli mit einem „Umweltbonus“, vulgo Kaufprämie (hier). Man hält uns anklagend vor (hier): „Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland mit der Elektromotorisierung noch hinterher.“ Wirklich schlimm ist das. Unverantwortlich. Beschämend. Dabei geht es doch um das schlimme CO2. Wir müssen doch das Klima schützen. Aber wir Deutschen kriegen das hin. Wir schaffen das. Der Bundestag sann auf Abhilfe. Hier das Ergebnis.

Ursula von der Leyen schwärmt

Am 13. Juli lasen wir: „Der Bundestag hat heute beschlossen, dass der gesamte Fuhrpark der Bundeswehr in den kommenden Jahren schrittweise auf emissionsarme Elektro-Fahrzeuge umgerüstet wird. So soll die bislang desaströse Öko-Bilanz des Militärs bei Manövern und Auslandseinsätzen deutlich verbessert werden. Ab spätestens 2022 sollen sämtliche Panzer, Geländewagen, Kriegsschiffe, U-Boote, Flugzeuge und Helikopter der Bundeswehr ausschließlich mit Öko-Strom betrieben werden. ‚Der Einsatz von E-Panzern, E-Booten und E-Likoptern spart

Elektroautos in Europa

nicht nur eine Menge CO2-Emissionen, sondern ist auch besser für die Gesundheit der Truppe’, schwärmt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.“ Den ganzen Text auf der Web-Seite Der Postillon finden Sie hier. Delektieren Sie sich daran. Die Truppe als Vorbild der Nation. Sie wird unter den deutschen Autofahrern gewiss viele Nachahmer finden, und das Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen, wird spielend erreicht.

Die Stromsparsteckerpflicht

Doch um beim Satirischen zu bleiben. Auch die EU-Rokraten in Brüssel haben, wenn es um das Stromsparen geht, phantastische Ideen. So war – ebenfalls beim Postillon – schon im Januar zu lesen: „Die Klimakatastrophe droht, der Strom wird immer teurer: Jetzt will die EU-Kommission mit einer Energiesparsteckerpflicht für alle Haushaltsgeräte nachhelfen. Ab Januar 2017 soll so nach und nach der Stromverbrauch europäischer Haushalte um die Hälfte reduziert werden. Mit bloßem Auge ist der neue Energiesparstecker kaum von einem herkömmlichen Netzstecker zu

   Die EU-Steckdose der Zukunft

unterscheiden. Doch die Reduktion der Kontakte von zwei auf nur noch einen lässt bereits darauf schließen, dass hier dauerhaft 50 Prozent Energie gespart werden. … Die Resonanz ist äußerst positiv. Viele Hobby-Bastler wollen nach der Umrüstung gar eine Stromersparnis von bis zu 100 Prozent festgestellt haben – deutlich mehr, als vom Gesetzgeber versprochen.“ Den ganzen Postillon-Text finden Sie hier. Viel Spaß damit.

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2 Kommentare zu „Elektromobilität im Soldaten-Alltag“

  1. Und das Schlimme ist, es ist U.v.d.L. zuzutrauen die Bundeswehr zur E-Wehr machen zu wollen! (Äh, U-Boote fahren auf Tauchfahrt eh schon elektrisch [Energiequellen: Akkumulator, Kernkraft oder Brennstoffzelle)!
    Und den EU-Rokraten ist die Ideen des Stromsparsteckers ebenfalls durchaus zuzutrauen!
    Tja, lieber Postillon, war nix mit Satire, Realität holt auf!

  2. Darauf fällt mir nur diese fiktive Geschichte ein, die der Kommentator

    kassaBlanka am 14.07.2016 um 07.23 Uhr auf:

    http://www.freiewelt.net/nachricht/neues-zur-energiewende-heute-10067726/?tx_comments_pi1%5Bpage%5D=1&cHash=17467ff5e66a55cabe46850aa6212dcd

    als Link in seinem Kommentar eingebettet hat.

    Kleiner Auszug aus dieser fiktiven Geschichte:

    »Ein Dezembermorgen in einem kleinen Dorf in der Eifel

    Seine Gedanken schweifen immer weiter ab. Er denkt an damals. Damals, solange ist damals noch gar nicht her. Jeden morgen fuhr er zur Arbeit. Jeden morgen 50 km. Wenn der Tank leer war, fuhr er einfach zur nächsten Tankstelle. Jeden morgen ärgerte ihn die Verschwendung der Anderen. Jeden morgen sah er die gleichen Autos mit nur einer Person. Jeden morgen die gleichen Leute, die schneller fuhren als er. Wieso tun die das, dachte er immer. Das verbraucht doch unnötig Benzin.

    Vor seiner Arbeitsstelle gab es sogar eine ‚Zapfsäule‘, an der man kostenlos ein E-Mobil laden konnte. Kurz entschlossen kaufte er sich ein Mittelklassenwagen mit Elektroantrieb. Einen Kleinwagen wollte er nicht fahren, das wäre ein Rückschritt gewesen. Es kostete ein kleines Vermögen, aber mit Eco-Prämie, Steuerfreiheit und kostenlosen Laden würde es sich bestimmt rechnen.

    Unter optimalen Bedingungen sollte die Reichweite 120 km sein. Er merkte aber schnell, daß es bei diesem ewigen auf und ab in der Eifel nur 90 km waren. Im Winter wurde es noch weniger, da Licht und vor allem die Heizung eine Menge Strom verbrauchten. Er schaltete deswegen die Heizung auch selten ein und fuhr morgens direkt zur freien Stromzapfsäule.
    Eines Morgens stand auf ‚seinem‘ Parkplatz ein fremdes Auto.

    Ein Kollege hatte sich auch ein E-Mobil gekauft. Die Streitereien wuchsen mit jedem zusätzlichen Elektrowagen. Im folgenden Jahr würden sogar zwei Kollegen entlassen, da sie ihr Wagen mit einem Verlängerungskabel vom Büro aus geladen haben.

    Im Winter gab es immer mehr Nächte, die Herr Müller im Büro verbringen mußte, da die Akkus seines Autos fast leer waren und er sie tagsüber nicht laden konnte. Schließlich baute man mehr Ladeparkplätze, exklusiv für Elektroautos. Das dafür auch Mutter-Kind-Parkplätze und sogar Behindertenparkplätze weichen mußten, war Herrn Müller nur recht, sollen die sich doch ein Elektrofahrzeug kaufen. Leider mußte man dann für das Laden zahlen.«

    Den vollständigen Artikel findet man hier:

    http://www.science-skeptical.de/blog/ein-dezembermorgen-in-einem-kleinen-dorf-in-der-eifel/006079/

    Da wird so manch einem das Lachen vergehen.
    Die BW kann man dann getrost vergessen.

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