Im Siegestaumel

Der Klimavertrag von Paris wird bejubelt, taugt aber nichts – Außerdem: Weit wichtiger als ein Klimaschutzabkommen aller Staaten wäre eine Friedensabkommen aller Staaten

„Große Freude über den Klimaschutzvertrag von Paris“ – so jubelte die FAZ mit ihrer Schlagzeile in der Ausgabe vom 14. Dezember. Da wird sich das Klima bestimmt ganz doll mitfreuen. Endlich, endlich wird es geschützt. Seit tausenden von Jahren mit menschlichem Leben auf der Erde hat es ohne solchen Schutz auskommen müssen. Alle Staaten machen mit beim Schützen, Staatschefs in aller Welt haben das Klima-Abkommen gefeiert, lesen wir. Nun, wohl nicht die in aller Welt, sondern nur die auf der Erde. Kommt ja nicht so drauf an bei diesem gewaltigen Sieg dem Taumel darüber. Ebenso wenig, wie es darauf ankommt, ob Menschen das Klima wirklich schützen können und sich die Natur darüber kaputtlacht – wenn sie es könnte. Der amerikanische Präsident Barack Obama verstieg sich zu dem Satz „Dieses Abkommen ist unsere beste Chance, den einzigen Planeten zu retten, den wir haben.“ Retten? Retten wovor?

Das „giftige“ CO2 und das „natürliche“

Na, klar doch: Retten vor dem lebenswichtigem Kohlendioxid mit der chemischen Formel CO2. Jedenfalls vor jenem Kohlendioxid, das in fossilen Rohstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas gebunden ist und freigesetzt wird, wenn Menschen diese Rohstoffe verbrennen, um damit Strom und Wärme zu erzeugen. Dieses anthropogene CO2 gilt als nicht lebenswichtig, im Gegenteil, es wird als schädlich hingestellt, geradezu als sei es ein Giftgas – im Gegensatz zum „natürlichen“ CO2 – eben dem lebenswichtigen, nämlich für die Pflanzenwelt. Aber chemisch ist das wurscht: CO2 ist CO2 – unabhängig davon, woher es kommt.

So winzig ist der anthropogene CO2-Anteil

Ohnehin ist CO2 in der irdischen Atmosphäre nur ein Spurengas. Am Volumen der sogenannten reinen Atmosphäre (also ohne den sehr variablen Wasserdampf) hat das gesamte Kohlendioxid einen Anteil von nur 0,03 bis 0,038 Prozent. Das meiste ist Stickstoff (rund 78 Prozent) und Sauerstoff (rund 21 Prozent). Aber von diesen ohnehin sehr wenigen 0,03 bis 0,038 Prozent des gesamten CO2 sind 95 bis 97 Prozent naturbedingt und nur 3 bis 5 Prozent menschlichen Ursprungs, also anthropogenes CO2. Das heißt, diese 3 bis 5 Prozent anthropogenes CO2 haben an der Atmosphäre nur einen verschwindend geringen Anteil von 0,0011 bis 0,0019 Prozent. Wer also weismachen will, mit diesen winzigen Mengen werde durch frevelnde Menschenhand das ganze globale Klima beeinflusst, der könnte ebenso gut versuchen, den Menschen einzureden, die Erde sei ein Scheibe – was vor langer Zeit immerhin auch schon einmal geglaubt worden ist.

In den Meeren ist sechzigmal so viel CO2 enthalten wie in der Atmosphäre

Was global an CO2 freigesetzt wird, kommt zu rund 97 Prozent aus der Natur (Ozeane, Verwitterung von Carbonaten, Atmung von Lebewesen, Verwesung, Vulkanismus) und nur rund 3 Prozent aus menschlicher Tätigkeit (Industrie, Landwirtschaft, Vieh, Brandrodung). Nach einer früheren Auskunft sogar des politisch bestimmten Umweltbundesamtes macht der menschliche Anteil sogar nur 1,2 Prozent aus. Die meisten wissen das nicht. Ebenso nicht, dass in den Meeren der Erde sechzigmal soviel CO2 gelöst ist, wie es die Atmosphäre enthält. Aber jedermann weiß, dass die Ozeane den größten Teil der Erdoberfläche bedecken. Wird das Meer wärmer, wird CO2 an die Atmosphäre abgegeben (Entgasung). Wird es kälter, wird wieder mehr CO2 im Meer gelöst, also dort gebunden und gespeichert. Der CO2–Gehalt in der Atmosphäre folgt also der Erd- und Meerestemperatur. Er selbst jedoch verursacht keine Temperaturänderungen.

Ein CO2-Anstieg ist nicht Ursache, sondern Folge eines wärmeren Klimas

In der Erdgeschichte hat der CO2-Anstieg immer erst nach den Klimaerwärmungen stattgefunden, er war nicht Ursache, sondern Folge der Erwärmung. Selbst dann, wenn Klimaschutzpolitik das Verbrennen fossiler Energieträger gänzlich unterbände, was sogar beabsichtigt ist, würde das einen CO2-Zuwachs in der Atmosphäre nicht aufhalten können: Wird das Klima wärmer, tritt der Zuwachs ein. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben“ und das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung haben ebenfalls gezeigt, dass in der Erdgeschichte der CO2-Anstieg zeitlich immer erst nach den Klimaerwärmungen stattfand, also nicht Ursache, sondern Folge war.

An einem wirklichen Beweis fehlt es

Darum gibt es auch keinen wirklichen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass höhere CO2-Gehalte – welcher Herkunft auch immer – einen signifikanten Einfluss auf das Klima haben. Der Wärme-Effekt von CO2 (nicht Treibhauseffekt) ist bereits bei niedrigen CO2–Gehalten praktisch abgeschlossen. Höhere CO2-Anteile haben keine Wärmewirkung mehr. Entscheidend für das Erdklima ist die Sonne. Aber die Sonneneinstrahlung schwankt. Auch der CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre schwankt. Das hat er schon immer getan, ganz ohne menschliches Zutun.

Aber tritt nicht die Mehrheit der Wissenschaftler für den Klimaschutz ein?

Alles dies sind Tatsachen. Darum ist belegbar, dass anthropogenes CO2 die Erde nicht „aufheizt“. Dagegen haben die Klimaschützer noch immer nicht belegt, dass es dies wirklich tut. Sie berufen sich nur auf Modelle und Modellrechnungen. In Modelle kann man eingeben, was herauskommen soll. Das aber vermitteln „die Medien“ nicht. Politiker schon gar nicht und die Gewinnler der Klimaschutzpolitik erst recht nicht; das passt nicht, das wird unter den Tisch gefegt. Aber eine große Zahl von Wissenschaftlern (angeblich die Mehrheit) vertritt die CO2-Erwärmungsthese, als sei sie belegte Tatsache, und die Mehrheit der Menschen glaubt es. Aber um mit Friedrich Schiller zu sprechen: „Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen. Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat? Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl? Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt, um Brot und Stiefel seine Stimm‘ verkaufen. Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen. Der Staat muß untergeh’n, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.“ (Fürst Leo Saphieha in Schillers „Demetrius“).

Bis zur Abkehr vom Irrglauben wird es dauern

Um zu widerlegen, was die Mehrheit als vermeintlich zutreffend glaubt und vertritt, genügt ein einziger Mensch. Doch gibt es nicht nur einen, sondern viele Wissenschaftler, die die Klimaschutzpolitik für einen Wahn halten, also für verrückt. Erst eines noch fernen Tages wird es wohl so weit sein, dass die Menschen erkennen, dass sie einem allseits verbreiteten Irrglauben aufgesessen sind. Dann wird ihnen der Siegestaumel von Paris längst vergangen sein. Gedauert hat es auch, bis die Menschen erkannt und anerkannt haben, dass sich die Sonne nicht um die Erde dreht, sondern die Erde um die Sonne.

Ein Schutz vor Kriegen wäre weit wichtiger als einer vor dem Klima

Die „große Freude über den Klimaschutzvertrag von Paris“ ist ein Sieg der Glaubensverbreiter über die Vernunft und das Wissen. Wichtiger wäre es, die Menschen und die Erde nicht vor dem Klima zu retten, sondern vor den Kriegen und mit allen Staaten dieser Erde ein Friedensabkommen zustandezubringen. Das wäre einen Siegestaumel wirklich wert. Das Klimaschutzabkommen dagegen ist eine Farce und eine politische Verirrung mit überaus teuren Folgen.

PS. Diesen Kommentar erheblich ergänzend Michael Limburg (EIKE – Europäisches Institut für Klima und Energie) hier. Die Dürftigkeit des Abkommens beschreibt die der Klimaschutzpolitik hörige FAZ zutreffend in Ihrem Leitartikel hier.

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6 Kommentare zu „Im Siegestaumel“

  1. Vielen Dank Herr Dr. Krause für die verständliche und klare Darstellung zum Klimawahnsinn.Wenn dumme Menschen das nicht verstehen kann man das noch verstehen. Wenn aber wissende diesen Unsinn verbreiten, dann sind sie Betrüger.Es gibt so vieles zu tun, den Frieden erhalten, die Natur schützen, Krankheiten bekämpfen, hungernden helfen usw.Warum löst man nicht diese Aufgaben? Lesen Sie bitte dazu den Strategieplan von Prf. Thomas P.M. Barnet im Internet. Dann verstehen Sie die wirklichen Ziele!

  2. Danke, Herr Krause, auch für ein paar von Ihnen hier quantifizierte Fakten, nach denen ich zuletzt gesucht habe! – Das anthropogene CO2 macht also knapp 2 Tausendstel Prozent des gesamten CO2 in der Erd-Atmosphäre aus, oder anders gerechnet: auf 1 Gramm anthropogenes CO2 kommen 50.000 g = 50 kg natürliches CO2. Und trotzdem soll von einer minimalen Minderung dieses einen Gramms die „Rettung“ des Weltklimas, was immer dies sein mag, abhängen? Die Rettung afterwissenschaftlicher Lehrstühle und von Parlamentsmandaten grüner Politiker für deren Existentiallust am Schurigeln – das glaube ich gerne. – In die Wälder sollte man sie jagen, diese grünen Quacksalber, zu Aufforstungsprogrammen; dann wäre ein Problem gelöst, das es nur deshalb gibt, weil es die grüne Lobby-Propaganda global zu einem solchen hochpopanziert hat. Demnächst werden sie das CO2 auch noch in Jutesäcken einfangen und zur Verklappung in ihre Rathäuser hineintragen. Überall nichts als geschäftstüchtiger Aberglaube.

  3. „Demnächst werden sie das CO2 auch noch in Jutesäcken einfangen und zur Verklappung in ihre Rathäuser hineintragen.“ So sieht`s aus, sehr geehrter Herr Radtke. Und falls es doch noch Hirn vom Himmel regnen sollte, wüßten jene damit nichts anderes anzufangen, als es als Biomasse zur alternativen Energie-Gewinnung zu verwenden.

    Hier ein Faktenbuch:

    http://www.buchausgabe.de/public_products/handbuch-der-klimalugen-harry-g-olson-1047

    Weitere kritische Literatur:

    http://www.buchausgabe.de/public_search/list?search%5Bauthors_last_name_equals%5D=&search%5Bname_like%5D=Klima&commit=Suchen

    Und dann z.B. noch:

    http://www.eike-klima-energie.eu

  4. @ Oblomow. – Danke für die Infos!
    .
    „Hirn vom Himmel“. Nur welches? Auf der nach oben offenen Hirn-Skala von (Maße in Hofreiter) derzeit am Homobonus nachgewiesenen 100 Hofreiter gibt die Biomasse eines Grünhirns nicht viel her, getrocknet ca. 0,32 Hofreiter. Das ändert sich erst, so die einschlägigen Forschungen, wenn man 2 Grünhirne fusioniert. Da liegen die Werte, wenn auch nur sehr kurz (das typische Grünhirn brennt weg wie Zunder), bei knapp 1 Hofreiter. Beim Katholikenhirn sieht das dagegen alles ganz anders aus. Im Schnitt (bei normalem Gebet, Kirchgang und ordentlicher Lebensführung) kommt es auf 98 Hofreiter. Ich erkläre mir das durch den Gnadenstrahl Gottes, unter dem der Katholik wandelt und energetisch gewissermaßen mit höchsten Gemütskräften karbonisiert wird. – Es steht in diesem Thema hier irgendwie Zwei- oder Dreilagiges gegen meinen Eichenwald und Ihren Regenwald. Was Sie, verehrter Oblomow, natürlich nicht zu moralisch bedenklichen Schlußfolgerungen verführen sollte. – Was macht ‚qed‘? Dekarbonisiert er gerade wieder, oder köhlert er heimlich? Sie wissen schon, seit Paris (Musel und Klima-Konfusel – zwei Katastrophen hintereinander über dieses so schöne Flittchen) kann man mit Coal-Brandy in Heat-Easys echt Kohle machen. Steigen wir in das Geschäft mit ein?

  5. Hier etwas zur ideologischen Hintergrundbeleuchtung des Themas:

    „…If you want to know why internationalists and collectivists have been force-feeding the climate change agenda to the world despite considerable opposition and well-publicized incidences of exposed fraud on the part of climate scientists, consider the prize at the end of the game. If climate change and ecological panic become ingrained “truths” within our social framework, literally any horror can be justified…..“

    http://alt-market.com/articles/2764-ecological-panic-the-new-rationale-for-globalist-cultism

    Eine Teilübersetzung gibt es hier:

    http://www.konjunktion.info/2015/12/oekologische-panik-die-neue-begruendung-fuer-den-globalistischen-kultismus/?pk_campaign=feed&pk_kwd=oekologische-panik-die-neue-begruendung-fuer-den-globalistischen-kultismus

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