Auch Meutern kann zur Pflicht werden

Bisher nur Aufsässigkeiten – Widerspruch führt zu mehr Widerspruch – Das Beispiel Boeselagers, des Mit-Verschwörers gegen Hitler – Eine Predigt gegen Merkel – Nichts aus der Geschichte gelernt? – Die Rede eines einstigen Brigadegenerals

 „Warum gibt es auf der ‚MS Angela’ keine Meuterei?“ fragt Henryk M. Broder in der Tageszeitung Die Welt vom 1. Dezember. Sein Beitrag dort knüpft eine Parallele zwischen dem Meuterei-Drama 1789 auf dem berühmten Dreimaster „Bounty“ der britischen Admiralität gegen dessen Kapitän William Bligh und der Stimmung derzeit in der CDU gegen die Parteivorsitzende Angela Merkel im schiffsrumpfähnlichen Parteigebäude der CDU in Berlin (hier). Seit einigen Wochen rumore es im Maschinenraum des Motorschiffes (MS) Angela. Es sei nicht mehr das leise Murren, das ab und zu nach außen gedrungen sei, wenn die Kapitänin mal an Land gegangen sei. Nein, „die Maschinisten mucken auf, laut und vernehmlich“. Merkel allerdings habe auf der Kommandobrücke alle im Griff und lasse sich von niemandem ausbooten. Ja, warum gibt es diese Meuterei nicht?

Bisher nur Aufsässigkeiten, nur Ansätze zur Meuterei

Broders zutreffende Antwort lautet, es fehle (in diesem Vergleich zu damals) Blighs Gegenspieler, der Oberbootsmann Fletcher Christian. Merkel also hat keinen. Oder noch keinen. Ansätze von Meuterei hat es zwar gegeben – Broder nennt zwei Beispiele – aber Merkels „Erster Offizier“ Volker Kauder schritt ein und unterdrückte sie. Die erste Aufsässigkeit weist Broder dem CDU-Haushaltsexperten Andreas Mattfeldt zu (hier), die zweite dem Finanz-Staatssekretär Jens Spahn (hier). Broder meint: „Wenn ausgerechnet ein Zweiter Offizier, der Jens Spahn heißt und an Bord für die Finanzen zuständig ist, ein Manifest verteilt, in dem er mit der Kapitänin abrechnet und sie davor warnt, ‚die alten Fehler von falsch verstandener Toleranz gegenüber anderen Traditionen und Kulturen (zu) wiederholen’, dann kann und mag auch der Erste Offizier nicht viel ausrichten. Denn der Zweite Offizier ist ein junger Mann mit Charisma, der Erste dagegen ein grau gewordener Adlatus, der nichts als befehlen und gehorchen gelernt hat. Aber – er ist es, der im Ohr der Kapitänin sitzt und sie berät.“

„Widerspruch führt zu mehr Widerspruch“

Gleichwohl, so meint Broder, werde es in absehbarer Zeit keine Meuterei auf dem „MS Angela“ geben. Kapitän Bligh habe zwar eine Wiedergängerin gefunden, aber Jens Spahn sei kein Fletcher Christian, der es mit ihr aufnehmen würde. Das trifft wohl zu. Doch ebenso trifft zu, was Broder zusätzlich anmerkt: „Solche Vorfälle bleiben auf Dauer nicht ohne Wirkung. Steter Tropfen höhlt den Stein, jeder Dammbruch fängt mit einem Haarriss an, und Widerspruch führt zu mehr Widerspruch. Das weiß auch die Kapitänin und geht weise jeder Konfrontation aus dem Weg. Sie überlässt es ihrem Ersten Offizier, Volker Kauder, die Mannschaft zu disziplinieren. Aber auch dessen Macht ist nicht unbegrenzt. Es kommt darauf an, mit wem er es zu tun hat.“

Boeselager im Weltkrieg II: Preußische Offiziere müssen meutern

Ein Freund von mir kommentiert die Meuterei-Angelegenheit so: „Die Verschwörer des 20. Juli mussten höllisch aufpassen, wenn sie andere Offiziere auf Widerstand ansprachen. Einer der Angesprochenen sagte zu Philipp von Boeselager: „Preußische Offiziere meutern nicht.“ Boeselager meinte: „Preußische Offiziere müssen meutern!“ Heute geht es nicht um Kopf und Kragen. Sondern höchstens um Dienstwagen und Büro. Doch schon der Gedanke an ein noch nicht abbezahltes Haus oder Kinder in Ausbildung kann so manchen Abgeordneten, der nur über die Liste ins Parlament gelangen kann, handzahm machen. Die meisten Abgeordneten des Jahres 2015 sind von Ausbildung, Charakter und Begabung höchstens Mittelmass. Zumeist liegt ihr Niveau deutlich darunter. Und daher zählen nicht die Schicksalsfragen der Nation. Sondern Blüms Spruch: „Die Rente ist sicher.“ Meine, werden viele Volksvertreter still hinzufügen … Die Revolution findet nicht statt.“ Aber Meutern – siehe Freiherr Philipp von Boeselager, einer der Offiziere und Verschwörer gegen Hitler – kann zur Pflicht werden.

Eine Predigt gegen Merkel

Aber die sollte stattfinden. Der von mir schon verschiedentlich zitierte Lutz Radtke1) ist – wie immer mehr andere Bürger – der Meinung „Angela Merkel will offenkundig ein anderes Deutschland. Was sie gegenwärtig tut, ist eindeutig gegen das eigene Volk gerichtet.“ In Beiträgen wie diesen hierhier und hier ist es unter anderem belegt. Radtke verweist auf die politische Predigt eines evangelischen Pfarrers in Baden-Württemberg. Anders als die meisten seiner Glaubensbrüder schließt sich dieser dem Willkommens-Hurra seiner amtlichen Kirche nicht an und weist auf die Folgen hin, die die Flüchtlingsmassen für Deutschland haben werden. Seiner Predigt hat er die Überschrift gegeben „Wie gehen wir als Christen mit der Zuwanderunsproblematik um“ (hier). Darin klagt er vor allem Kanzlerin Merkel an. Radtke äußert dazu: „Für mich ist es das erste Mal, dass ich – in dieser geballten Form – Informationen und Begründungen zu einer Politik erhalte, die immer mehr Bürger in großer Sorge um unser Land ‚auf die Barrikaden’ treibt. Aber hören Sie selbst. Bitte nehmen Sie sich die Zeit – diese Predigt könnte zu einem ‚Pflichtprogramm’ für Bürger werden, denen die Zukunft unseres Staates (und damit auch ihre eigene) alles andere als gleichgültig ist!“

„Nichts aus der Geschichte gelernt?“

Nochmals zur Meuterei. Ein Kommentator zu meinem Beitrag vom 23. November „Zurück zu Gesetz und Recht“ schrieb heute am 2. Dezember (hier) unter anderem: Bitte wann, erinnern sich die Kräfte in Polizei und Staatsanwaltschaft an ihre gesetzlichen und verfassungsmäßigen Pflichten? Wann lesen Soldaten das Grundgesetz – die immerhin vorläufige Verfassung dieses von Merkel und Kumpane zur Erosion gebrachten Staates – und das Soldatengesetz? Und wann unternehmen insbesondere die Genannten endlich alle Anstrengungen, sich nicht auch noch selbst strafbar zu machen? Wann? Nichts aus der Geschichte gelernt? Weil sie in den sozialistischen Bildungskolchosen mit Bedacht insbesondere in den jüngsten Jahrzehnten gar nicht gelehrt wurde? Niemand wird sich mit dem Verweis auf solche -selbst verschuldete – Defizite aus der Verantwortung schleichen können! Das darf und wird kein drittes Mal gelingen!“ Nochmals: Auch Meutern kann zur Pflicht werden.

Die Rede eines einstigen Brigadegenerals

Abschließend noch ein Hinweis auf eine Rede des Brigadegeneral a. D. Reinhard Günzel, veröffentlich am 7. November: „Für wie dumm haltet ihr uns – Jetzt reicht´s! Fünf Generationen nach Hitler werden wir immer noch gefangen gehalten, geistig – das ist das übelste Gefangensein, wir sind nicht selbstbestimmt. Jetzt wird unser Volk ‚slowly but surely’ ausgetauscht, das ist de facto ein schleichender Genozid, für diese Entwicklung steht Merkel, sie muss die deutsche Nation hassen …“ Günzel ist Kommandeur der Spezialeinheit KSK gewesen. Seine Rede in einem Ausschnitt hier.

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1) Lutz Radtke gehört zu den unermüdlichen Warnern der für Deutschland ruinösen Politik in zu vielen wichtigsten Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft gehört. Der in Ostpreußen geborene und heute im Odenwald lebende Radtke war über viele Jahre Vorstandsmitglied der Pirelli Reifen AG und ist heute Pensionär, der kritisch das politische Geschehen verfolgt und kommentiert.

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4 Gedanken zu „Auch Meutern kann zur Pflicht werden“

  1. Ob sich ein Fletcher Christian findet, wenn die Offiziere eine Wandlung der von Herrn Günzel beschriebenen Art erfahren haben?

    Schade übrigens, das Herrn Günzels Rede nur auszugsweise veröffentlicht wurde.

  2. Wir alle müssen kämpfen, ein jeder an seinem Platz und mit seinen Mitteln, jeden Tag ein mutigen Schritt weiter gehen.
    Es ist kräftezehrend und ich fühle mich sehr oft ohnmächtig und leide beinahe körperlich, mitanschauen zu müssen, wie täglich unsere Heimat, die Zukunft meiner Kinder ein Stück weiter in den Abgrund gerissen wird. Ich leide besonders auch als Christin an dem unsäglichen Verrat. Die Kirchen opfern ihr Christenvolk auf dem goldenen Tablett der unmenschlichsten Ideologie auf Erden, dem Islam und unterwerfen sich „im Namen der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe“ den gottlosen Globalstrategen.

    Und wenn das meine letzten Zuckungen sein sollten. Ich kann nicht anders, als ein stückweit zu meutern, jeden Tag mehr.

  3. Toleranz und Recht
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    „Toleranz“ ist wie der Gegenbegriff ein völliger Wischiwaschi-Begriff und nur für Festreden geeignet. Ich will keine Toleranz von meinen Mitbürgern, sondern den Schutz meiner verfassungsmäßig garantierten Freiheitsrechte, wie ich umgekehrt die Pflicht zu akzeptieren habe, die Rechte meiner Mitbürger nach den bestehenden Freiheitsgesetzen ohne jedes Wenn und Aber zu beachten. Toleranz, eine ins Belieben ihrer Auslegung durch Dritte gestellte Haltung, mir Rechte zu gewähren oder zu verweigern, kann mir gestohlen bleiben. Der Glaube meines Nachbarn, seine ästhetischen Präferenzen, seine politischen Einstellungen (soweit nicht verfassungswidrig), sein Mäzenatentum, seine Sexualpraktiken, kurz, alles was der inneren, ethischen, gewissensgetragenen Selbsterziehung oder der Indifferenz des Menschen unterliegt, hat nicht an meine Toleranz zu appellieren, sondern die strikte Respektierung ihrer rechtlichen Handlungsspielräume von mir einzufordern, solange mir der Raum, meine inneren Präferenzen ebenfalls frei selber wählen zu können, nicht bestritten und willkürlich eingeschränkt wird. –
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    Richtig schlimm wird die Verwirrung in diesem Thema, wenn laufend, und dies sogar durch die Staatsmacht selbst, das Recht gebrochen wird und diese Rechtsbrüche durch ein moralisch angeblich Höheres gerechtfertigt werden und vom dummen Volk auch noch als Jubel- und Willkommenstoleranz zu feiern sind. Von einer rechtlich eingebundenen Intoleranz geht keinerlei Gefahr für die Welt aus, von einer rechtlich ungebundenen Toleranz aber ein Großteil des Elends in der Welt. Toleranz wie Intoleranz sind in Wahrheit beide ein großes Übel, wenn sie rechtlich nicht domestiziert sind. – Bei kollektiv inszenierten Toleranzprozessionen wird es dann vollends abgeschmackt, und man ist klug beraten, sich vor denen schnell aus dem Staub zu machen, die hier hemmungslos entrücken. Weg mit der Toleranz! Her mit dem Recht! Erst dann ist Frieden möglich.
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    Über die in unserem Lande ausgebrochene Toleranz des permanenten Rechtsbruchs durch die Regierung und große Bevölkerungsteile, die die Beseitigung der Rechtsordnung und damit ihres Status als Bürgersouverän aktiv mitbetreiben, erübrigt sich jeder weitere Diskurs. Und auch darüber, daß Intoleranz gegenüber dergleichen Staatsfreveln ethische und rechtliche Pflicht ist.

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