Das heimliche Vermögen

Der Anspruch auf Rente und Pension

Zum Vermögen der privaten Haushalte gehört mehr als ihr Geld- und Sachvermögen: Auch ihre Renten- und Pensionsansprüche sind Vermögen, aber gleichsam heimliche Vermögen. Das ist vielen Menschen nicht bewusst. Daher sind sie „vermögender“ als sie denken.

Ins Bewusstsein gerückt hat dies kürzlich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Denn in seinem jüngsten Bericht über die individuellen privaten Vermögen hat es seine bisherigen Analysen zur Höhe, Zusammensetzung und Verteilung dieser Vermögen um das erweitert, was die Menschen im Lauf ihres Beruflebens an Anwartschaften gegenüber den gesetzlichen, betrieblichen und privaten Alterssicherungssystemen erworben haben.

Dieser Vermögensbestandteil ist alles andere als unbeachtlich und das Bild von der Vermögensverteilung nun vollständiger. Gleicher wird die Vermögensverteilung damit aber nicht, die Ungleichheit allenfalls gedämpft, jedenfalls vorerst, die Unterschiede sind weiterhin gestiegen und hoch.

Aber ein nur eingeschränktes Vermögen

Allerdings sind die Renten- und Pensionsansprüche ein Vermögensbestandteil minderer Qualität. Das „heimliche Vermögen“ unterliegt Einschränkungen. Man kann dieses Alterssicherungsvermögen nicht beleihen. Man kann es sich nicht vorzeitig auszahlen lassen. Sein Wert ist auch nicht wirklich festgelegt und privatwirtschaftlich gesichert, so jedenfalls in der gesetzlichen Alterssicherung, denn hier werden nur sogenannte Entgeltpunkte gesammelt, und der Rentenwert kann von der Politik – wie schon mehrmals geschehen – jeweils neu festgelegt werden. Jeweils heißt „nach staatlicher Kassenlage“.

Print

2 Kommentare zu „Das heimliche Vermögen“

  1. Aus Sicht der mittleren-jüngeren Generation:

    Dem „heimlichen Vermögen“ müssen Sie nun die „heimlichen Schulden“, als da wären: die (von der jetzigen Rentner- und Pensionärsgeneration angehäuften) Schulden der öffentlichen Hand und die „ungedeckten Schecks“, die die Leistungsversprechen der maroden Sozialkassen noch lediglich darstellen, gegenüberstellen.

    Und dann sind da ja noch die vielen zugewanderten türkisch-arabischstämmigen „Leistungsträger“ unserer heutigen Gesellschaft, die mit durchgefüttert werden wollen, das teure Euro-Währungsabenteuer und die stetigen Zahlungen an EU, NATO, UNO usw.

    Und weil das alles eine Menge Geld kostet, sind auch die Steuersätze und die Beiträge zu den Sozialversicherungen höher als damals, zu Zeiten als die heutigen Ruheständler noch im Erwerbsleben standen.

    Unterm Strich ist hier also eine dramatische Schieflage zu Lasten gerade der mittleren Generation entstanden. Mir kommt es so vor, als traute sich das kein Politiker und auch kaum ein Journalist so offen anzusprechen. Denn was das in Bezug auf viele heutigen Rentner/Pensionäre hieße, die oft ein wesentlich höheres Nettoeinkommen haben als eine moderne Vollzeitarbeitskraft (mit Aussicht auf eine spätere Hungerrente), das ist offensichtlich.

  2. Sie haben völlig recht. Diese heimlichen versteckten oder „impliziten“ Schulden sind gewaltig. Sie machen viele Billionen Euro aus. Es sind feststehende Zahlungsansürche an den Staat. Vor allem die Pensionen gehören dazu. Am 8. April 2008 habe ich auch darüber einen Beitrag geschrieben. Unternehmen müssen für solche Ansprüche Rückstellungen bilden und sie damit offen ausweisen. Der Staat tut es bisher nicht, muss es aber, wenn er von der kameralistischen Buchführung zur doppelten Buchführung (Doppik) übergeht.

Schreibe einen Kommentar zu Klaus Peter Krause Antworten abbrechen