Der Anspruch auf Rente und Pension

Zum Vermögen der privaten Haushalte gehört mehr als ihr Geld- und Sachvermögen: Auch ihre Renten- und Pensionsansprüche sind Vermögen, aber gleichsam heimliche Vermögen. Das ist vielen Menschen nicht bewusst. Daher sind sie „vermögender“ als sie denken.

Ins Bewusstsein gerückt hat dies kürzlich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Denn in seinem jüngsten Bericht über die individuellen privaten Vermögen hat es seine bisherigen Analysen zur Höhe, Zusammensetzung und Verteilung dieser Vermögen um das erweitert, was die Menschen im Lauf ihres Beruflebens an Anwartschaften gegenüber den gesetzlichen, betrieblichen und privaten Alterssicherungssystemen erworben haben.

Dieser Vermögensbestandteil ist alles andere als unbeachtlich und das Bild von der Vermögensverteilung nun vollständiger. Gleicher wird die Vermögensverteilung damit aber nicht, die Ungleichheit allenfalls gedämpft, jedenfalls vorerst, die Unterschiede sind weiterhin gestiegen und hoch.

Aber ein nur eingeschränktes Vermögen

Allerdings sind die Renten- und Pensionsansprüche ein Vermögensbestandteil minderer Qualität. Das „heimliche Vermögen“ unterliegt Einschränkungen. Man kann dieses Alterssicherungsvermögen nicht beleihen. Man kann es sich nicht vorzeitig auszahlen lassen. Sein Wert ist auch nicht wirklich festgelegt und privatwirtschaftlich gesichert, so jedenfalls in der gesetzlichen Alterssicherung, denn hier werden nur sogenannte Entgeltpunkte gesammelt, und der Rentenwert kann von der Politik – wie schon mehrmals geschehen – jeweils neu festgelegt werden. Jeweils heißt „nach staatlicher Kassenlage“.



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Kommentare


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2 Kommentare


  1. Hermann am 31 Januar, 2010 03:44
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    Aus Sicht der mittleren-jüngeren Generation:

    Dem “heimlichen Vermögen” müssen Sie nun die “heimlichen Schulden”, als da wären: die (von der jetzigen Rentner- und Pensionärsgeneration angehäuften) Schulden der öffentlichen Hand und die “ungedeckten Schecks”, die die Leistungsversprechen der maroden Sozialkassen noch lediglich darstellen, gegenüberstellen.

    Und dann sind da ja noch die vielen zugewanderten türkisch-arabischstämmigen “Leistungsträger” unserer heutigen Gesellschaft, die mit durchgefüttert werden wollen, das teure Euro-Währungsabenteuer und die stetigen Zahlungen an EU, NATO, UNO usw.

    Und weil das alles eine Menge Geld kostet, sind auch die Steuersätze und die Beiträge zu den Sozialversicherungen höher als damals, zu Zeiten als die heutigen Ruheständler noch im Erwerbsleben standen.

    Unterm Strich ist hier also eine dramatische Schieflage zu Lasten gerade der mittleren Generation entstanden. Mir kommt es so vor, als traute sich das kein Politiker und auch kaum ein Journalist so offen anzusprechen. Denn was das in Bezug auf viele heutigen Rentner/Pensionäre hieße, die oft ein wesentlich höheres Nettoeinkommen haben als eine moderne Vollzeitarbeitskraft (mit Aussicht auf eine spätere Hungerrente), das ist offensichtlich.

  2. Klaus Peter Krause am 31 Januar, 2010 15:11
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    Sie haben völlig recht. Diese heimlichen versteckten oder “impliziten” Schulden sind gewaltig. Sie machen viele Billionen Euro aus. Es sind feststehende Zahlungsansürche an den Staat. Vor allem die Pensionen gehören dazu. Am 8. April 2008 habe ich auch darüber einen Beitrag geschrieben. Unternehmen müssen für solche Ansprüche Rückstellungen bilden und sie damit offen ausweisen. Der Staat tut es bisher nicht, muss es aber, wenn er von der kameralistischen Buchführung zur doppelten Buchführung (Doppik) übergeht.

  3. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------

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  • Zur Person

      Geboren 1936 in Rostock. Vater Rechtsanwalt und Notar, Mutter gelernte Sportlehrerin und Haus- frau. Aufgewachsen in Bützow
      und Neustrelitz. 1945 Flucht nach Schwerin. 1946 von Schwerin
      nach Lübeck zur väterlichen Ver- wandtschaft. Dort Weiterbesuch der Volksschule, dann Katharin- eum-Gymnasium bis 1957 zum Abitur. Bis 1959 kaufmännische Lehre als Industriekaufmann und anschließend Studium der Wirt- schaftswissenschaften in Kiel und Marburg. Abschluß als Diplom- Volkswirt mit Promotion zum Dr. rer. pol.

      Gleich danach zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dort Wirt- schaftsredakteur von 1966 bis Ende 2001, davon seit 1991
      knapp elf Jahre verantwortlich
      für die FAZ- Wirtschaftsbericht- erstattung. Daneben von 1994
      bis Ende 2003 auch Geschäfts- führer der Fazit- Stiftung, die die Mehrheit an der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und
      der Frankfurter Societäts-Druck- erei hält. Seit 2004 als selb- ständiger Journalist, Publizist und Autor tätig.
      Verheiratet seit 1966. Ehefrau Lehrerin. Kinder: Zwei Söhne,
      eine Tochter.