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	<title>kpkrause.de &#187; Buchvorstellung</title>
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	<description>Ein weiteres tolles WordPress-Blog</description>
	<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 07:50:33 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Die Goldesel von heute</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 17:25:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>

		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

		<category><![CDATA[Ordnungspolitik]]></category>

		<category><![CDATA[Staatsverschuldung]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom schlechten zum guten Geld
Geldreform? Warum denn das? Geht das überhaupt? Und wie geht das? Noch nie davon gehört? Dann wird es aber höchste Zeit. Ein Buch mit dem Titel „Geldreform“ gibt auf diese Fragen Auskunft. Und auf viele andere.

Denn jeder Kredit ist Geldschöpfung
Den Anstoß für das Buch1) hat die länderübergreifende Finanz- und Verschuldungskrise von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;" align="center"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Vom schlechten zum guten Geld</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Geldreform? Warum denn das? Geht das überhaupt? Und wie geht das? Noch nie davon gehört? Dann wird es aber höchste Zeit. Ein Buch mit dem Titel „Geldreform“ gibt auf diese Fragen Auskunft. Und auf viele andere.</span></p>
<p><span id="more-1034"></span></p>
<p style="text-align: center;"><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Denn jeder Kredit ist Geldschöpfung</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Den Anstoß für das Buch<sup>1)</sup> hat die länderübergreifende Finanz- und Verschuldungskrise von Banken und Staaten gegeben. Offen zutage getreten ist sie 2007/2008 und noch immer nicht ausgestanden, sie schwelt weiter<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>– bis zum nächsten Kollaps. Sie hat das Buch auch notwendig gemacht. Denn die Hauptursache für die Krise und die Hauptverfehlung der für sie verantwortlichen Akteure liegen in der global viel zu großen Menge an Geld, teils in der Form von bedrucktem Papier, teils und vor allem aber in der Form von Buch- oder Giralgeld, bereitgestellt als Kredite, denn mit jedem bereitgestellten Kredit wird Geld in die Welt gesetzt.<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>Und weil sich Kredite superleicht mit wenigen Tastendrücken vergeben lassen, ermöglichen sie eine Geldschöpfung, die prinzipiell unbegrenzt ist. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Wertvoll ist Geld nur durch den Glauben an seinen Wert</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Das Märchen vom Goldesel scheint Wirklichkeit geworden, denn die Goldesel<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>unserer realen Welt von heute sind die Zentralbanken mit ihrem Kreditvergabe- und Geldschöpfungsmonopol. Nur kommt bei diesen Eseln hinten kein kostbares Gold heraus, sondern nur mit Zahlen bedrucktes Papier (Banknoten) oder elektronisch übermittelte Kreditbeträge (Buchgeld). Wertvoll ist dieses Geld nur, solange die Menschen an seinen Wert glauben. Da es beliebig vermehrbar ist und im Verhältnis zur nicht beliebig vermehrbaren Menge an Sachgütern in unverantwortlicher Weise vermehrt worden ist, wird es seinen Wert mehr und mehr verlieren und die Menschen ihren Glauben. Ist der Glaube hin, bricht das Geldsystem zusammen. Dann zählen nur Sachwerte. Wer sie nicht hat, ist arm dran, wer die richtigen hat, ist fein raus. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Das Staatsgeldmonopol als Unheilbringer</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Damit es zu einem Kollaps des Geld- und Finanzsystems nicht (mehr) kommt, plädieren die beiden Autoren für eine umfassende Geldreform. Ihr Ausgangspunkt ist, dass sie das staatliche beherrschte Kredit- und Geldsystem als „unheilbringend“ ablehnen. „Das Staatsgeldsystem ist ein Fremd- und Störfaktor im Gefüge freier Märkte und verursacht zwangsläufig Finanz- und Wirtschaftskrisen,“ schreiben sie in der Einleitung. Die damit verbundenen Missstände (Rezession, Arbeitslosigkeit) würden aber regelmäßig dem freien Marktsystem angelastet, obwohl es doch das Staatsgeldsystem sei, das die Krisen bewirke. Die falsche Diagnose der Krisenursache befördere falsche Maßnahmen: Um den vom Staatsgeldsystem verursachten Übeln zu entkommen, würden die Zentralbanken die Geldmenge ausweiten und für vorübergehende Scheinverbesserungen sorgen. Die aber führten nachfolgend zu umso schwereren Finanz- und Wirtschaftskrisen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Wohin das Staatsgeldmonopol letztlich führt</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Die weiteren Folgen sind: „Dem Versuch, das Staatsgeldsystem aufrechtzuerhalten, fallen immer mehr bürgerliche und unternehmerische Freiheiten zum Opfer. Die Gesellschaften verfangen sich im Gestrüpp des Interventionismus. Der Weg mündet in eine sozialistische Staats- und Befehlswirtschaft, die Unfreiheit, Gewalt und Elend bringt, und durch die das Geld letztlich zerstört wird.“ Alle Staaten hätten sich dem Staatsgeldsystem verschrieben, in dem Geld durch Bankkredite sprichwörtlich aus dem Nichts produziert werde. Dieses System schüre Fehlinvestitionen und (Staats-)Überschuldung und damit politische Anreize, das Geld durch Hyperinflation zu entwerten. Die Autoren berufen sich dabei auch auf den „wohl bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts Ludwig von Mises“ (1881 bis 1973), der einen Zusammenbruch als unabwendbar aufgezeigt habe. Der Österreicher und in Wien lehrende Mises war der Begründer der liberalen Schule der Nationalökonomen, auch österreichische oder Wiener Schule genannt. Mises-Schüler ist unter anderem Friedrich A. von Hayek gewesen. Dieser Schule sind auch die beiden Autoren zuzuordnen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Beliebig vermehrbares Geld ist schlechtes Geld</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Beliebig vermehrbares Geld durch ein Staatsmonopol ist schlechtes Geld, nur knappes und frei entstehendes Geld kann gutes Geld sein. Das ist die Botschaft dieses Buches. Die Autoren wollen das Staatsgeld abgelöst sehen durch ein „freies Marktgeld“. Es entstehe aus dem freien Angebot von und der freien Nachfrage nach Geld – ohne Dazutun und Manipulation des Staates oder irgendwelcher Interessengruppen. Aber ehe sie gegen Ende des Buches die Grundlagen einer solchen Geldreform entwickeln, machen sie den Leser zum besseren Verständnis für ihr Reformverlangen damit vertraut, was Geld ist, warum und wie es entstanden ist, was freies Marktgeld und Free Banking bedeuten, warum das Geld verstaatlicht ist, wie der Staat Geld produziert, was man über Zentralbanken wissen sollte und warum Staatsgeld Krisen verursacht. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Stabiles Geld? Ein unerfüllbares Versprechen </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Der Leser erfährt auch Lehrreiches über die Kaufkraft des Geldes, über die immer und überall üble Inflation, über den leidvollen Weg vom Sach- zum Papiergeld, über den Zins und dessen Notwendigkeit, über den Weg in die Überschuldung und den Weg aus ihr heraus durch Krise, Bankrott und Hyperinflation. Wie nebenbei lernt der Leser, dass stabile Preise nicht bedeuten, dass auch der Geldwert stabil ist (Seite 15 ff.). Daher sei das Versprechen der Zentralbanken, das Geld stabil zu halten, als nicht erfüllbar. Es erweise sich „als Einfallstor für immer weiter um sich greifende Interventionen des Staates in das Wirtschaftsleben, die für immer mehr Störungen sorgen“. So vorbereitet wird dem Leser dann der Weg der „Rückkehr zu gutem Geld“ gewiesen, nämlich das Geld zu entstaatlichen, also zu privatisieren, was die meisten Menschen, weil ungewohnt, geradezu erschrecken wird. Denn es geht darum, dass „die Marktakteure das nach ihrer Ansicht beste Geld frei wählen können“.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Im Gedankengefängnis</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Am Schluss, in einer „Reprise“, haben die Autoren zu Gefallen der Leser auf vier Seiten nachhakende Fragen und ihre Antworten dazu zusammengestellt. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und angenehm kurz gehalten, alles wird gut erklärt, fast alles, denn es bleiben Fragen auch offen – absehbare Fragen, Einwendungen und Abwehrreaktionen vor allem von Politikerseite. Denn mit ihnen werden die Bürger konfrontiert, sollen beeindruckt, sollen von der Idee von vornherein abgebracht, soll die Idee als Utopie von realitätsfernen Spinnern hingestellt und diffamiert werden. Auch wird dem Publikum Abstraktionsvermögen abverlangt. Viele haben das nicht. Außerdem steckt es in einem Gedankengefängnis, denn die meisten können sich anderes als Staatsgeld gar nicht (mehr) vorstellen. Sie daraus zu befreien, wird schwer, wahrscheinlich zu schwer. Auch werden sie glauben, dass sie wieder betrogen werden sollen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Wenn die Menschen ihrem Geld nicht mehr trauen</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Doch sollte man sie daran erinnern, dass es freies Marktgeld früher längst schon gegeben hat. Ebenso, dass schlechtes staatliches Monopolgeld im Wettbewerb mit besserem anderen Geld den Kürzeren zieht. Beispiel dafür sind die Entwicklungsländer, wo man mit Dollar bezahlen muss, was man gegen die heimische Währung nicht bekommt, oder die einstige DDR, in der die D-Mark die beherrschende Nebenwährung zur Mark der DDR gewesen ist. Traut eine Bevölkerung der offiziellen nationalen Währung nicht mehr über den Weg, hält anderes Geld, dem sie mehr vertraut, Einzug in das Land, und an den Märkten dort bestehen dann mindestens zwei Währungen nebeneinander. Aber auch wenn eine Entstaatlichung des Geldes derzeit politisch nicht durchsetzbar erscheint, ist es umso wichtiger, die Menschen mit dieser Möglichkeit wenigstens bekannt und allmählich vertraut zu machen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: center; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Vorschläge für privates Geld gibt es längst</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Vorschläge für privates Geld haben schon Mises (1973) und Hayek (1976) ausgearbeitet. Spätere Vorschläge stammen von Murray N. Rothbard (1983)<span style="mso-spacerun: yes;">  </span>und Jesus Huerta de Soto (2006). Von Hayek stammt dieses Zitat: „Die Geschichte staatlichen Umgangs mit Geld ist, mit Ausnahme einiger kurzer glücklicher Perioden, eine Geschichte von unablässigem Lug und Trug. In dieser Hinsicht haben sich Regierungen als weit unmoralischer erwiesen, als es je eine privatrechtliche Körperschaft hätte sein können, die im Wettbewerb mit anderen eigene Arten von Geld auf den Markt bringt.“ Dem Buch vorangestellt ist ein Lenin-Zitat: „Um die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören, muss man ihr Geldwesen verwüsten.“ Diese Verwüstung findet schon lange wieder statt. Die gegenwärtige, noch nicht ausgestandene Finanz- und Verschuldungskrise ist ihr sicht- und spürbares Symptom. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><sup><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">1) </span></sup><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;">Thorsten Polleit und Michael von Prollius: Geldreform. Vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld. Verlag: Lichtschlag Medien und Werbung KG, Grevenbroich 2010. 192 Seiten. 14,90 Euro.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 8pt;">Der Autor <strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Dr. Thorsten Polleit</strong> ist <span style="background: white; mso-border-alt: none windowtext 0cm; border: windowtext 1pt; padding: 0cm;">Chefvolkswirt der Investment Bank Barclays Capital in Frankfurt mit einer Honorarprofessur an der Frankfurt School of Finance &amp; Management. </span><strong style="mso-bidi-font-weight: normal;">Dr. Michael von Prollius</strong> ist Publizist, leitet den Wissenschaftskreis der Friedrich August von Hayek-Gesellschaft, ist Fellow des Instituts für Unternehmerische Freiheit und Gründer der Internet-Plattform „Forum Ordnungspolitik“, die für eine Renaissance ordnungspolitischen Denkens und für eine freie Gesellschaft wirbt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: Arial; font-size: 10pt;"> </span></p>
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		<title>„Aus dem Jungen wird nie was“</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 09:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>

		<category><![CDATA[Unternehmer]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Unternehmer und „Stadtmöblierer“  Hans Wall 
Von Erfolgsgeschichten vernimmt man in den Medien weniger als von Unglücken, vom Scheitern und von Misserfolgen. Eher dagegen in Büchern. Das Buch von und über Hans Wall ist eines davon. Schon mal von der Wall AG gehört? Nein? Dabei steht doch das, was sie herstellt, überall dort, wo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Unternehmer und „Stadtmöblierer“  Hans Wall </strong></p>
<p>Von Erfolgsgeschichten vernimmt man in den Medien weniger als von Unglücken, vom Scheitern und von Misserfolgen. Eher dagegen in Büchern. Das Buch von und über Hans Wall ist eines davon. Schon mal von der Wall AG gehört? Nein? Dabei steht doch das, was sie herstellt, überall dort, wo die Menschen auf Busse und Straßenbahnen warten, sichtbarlich herum. Es sind Unterstände an Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel, Wartehäuschen, Wartehallen. Und es ist Hans Wall, der dieser Aktiengesellschaft seinen Namen gibt und mit ihr ein großer erfolgreicher Unternehmer ist. Dabei hatte er sich als Kind von seinem unerbittlich strengen Vater anhören müssen „Aus dem Jungen wird nie was“. Ebenso lautet nun auch der Buchtitel. Er ist die Koketterie damit, dass aus dem jungen scheinbaren Taugenichts  Hans Wall doch etwas geworden ist.<span id="more-946"></span></p>
<p><strong>Als Halbstarker Tunichtgut statt Musterkind</strong></p>
<p>Dass man vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann, das weiß man ja, aber dass es auch als Schlosser und Mechaniker funktioniert, das verrät nun sein von ihm geschriebenes Buch, seine Autobiographie. Dass er als Kind und später als „Halbstarker“ in der Tat alles andere als ein Musterkind, nämlich ein Tunichtgut war, damit geht Hans Wall sehr offen um, mit selbstkritischen Reflexionen. Der Erfolgreiche, heute mit sich selbst zufrieden, hält Rückschau und bekennt: „Ich war als Kind weder begnadeter Bastler noch ausdauernder Experimentierer, auch nicht Chef einer Jugend-Gang. Ich war ein Träumer, der ein paar Milchflaschen aus der Molkerei stahl, um vom Pfand Schokolade zu kaufen.“ </p>
<p><strong>Ein vom Vater tyrannisierter Spätentwickler</strong></p>
<p>Wall,  Jahrgang 1942, beschreibt eine „Jugend zwischen Mopeds, Flausen und Arrest“, unter anderem wie er mit seinem Freund Bananen aus einem verplombten Waggon klaute und wie sie sich damit „vollgefressen hatten wie die Affen“, was ihm neben väterlicher Züchtigung drei Wochenenden Arrest im örtlichen Amtsgericht eintrug. Er schildert anschaulich und ausführlich seine Kindheit: sich selbst als Rumtreiber, als abenteuerlustig, als vom Vater tyrannisierten Spätentwickler,  den Vater, strebsamer Molkereileiter in Aalen, als verschlossen, streng, schweigsam, kontaktarm, der ihn häufig verprügelte und bei seinen fünf Kindern Angst und Schrecken verbreitete, die Mutter als liebevoll, warmherzig, gütig und ausgleichend, die Großmutter, unter der die Mutter litt, als kalt, stets vorwurfsvoll und unzugänglich wie der Vater, der ihr Sohn war.</p>
<p><strong>Vom Schlosser zum Projekttechniker</strong></p>
<p>Nach der Schule absolviert Wall eine Schlosserlehre und bekennt: „Als Lehrling war ich keine auffallend fleißige Erscheinung.“  Als fertiger Schlosser bekommt er seine erste Stelle. Das genügt ihm nicht, er läßt sich an der staatlichen Technikerschule zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker ausbilden. Der Abschluß dort verhilft ihm zur Anstellung in einem mittelständischen Unternehmen, das Trinkwasserpumpwerke baute. Er arbeitet sich hoch zum Projekttechniker. </p>
<p><strong>Der Gedanke „Das kannst Du besser“</strong></p>
<p>Man liest, wie ihn nach Schule, Technikerausbildung und Heirat der Ehrgeiz packte, wie sich der berufliche Erfolg einstellte, wie er Selbstwertgefühl bekam, wie er merkte, dass er leistungsfähig wie andere war und auch über diese hinaus: „Zum ersten Mal beschlich mich der Gedanke, den ich zuvor nicht mal gewagt hatte zu denken: Das kannst Du besser. Es war wie ein neues Leben. Ich hatte mich selbst gefunden. Großartig.“</p>
<p><strong>„Ich wollte meinen Anteil am Wirtschaftswunder“</strong></p>
<p>Aber Wall wollte mehr, nicht nur angestellter Techniker sein: „Vor allem wollte ich ein selbstbestimmtes Leben.“ Dazu gehörte für ihn, morgens ausschlafen zu dürfen, nicht früh aufstehen zu müssen („Genetisch gesehen bin ich ein Murmeltier“). Wahrscheinlich sei das die wahre Triebfeder gewesen für alles, was noch kommen sollte.  Doch war es natürlich noch mehr: „Ich wollte meinen Anteil am Wirtschaftswunder.“  Er war, zusammen mit seiner Frau, „aufstiegshungrig“ und berief sich auf Ludwig Erhard, der „Wohlstand für alle“ verkündet hatte, fügt aber hinzu: „Was viele bis heute vergessen haben – es bedeutete auch: Rackern für alle.“ </p>
<p><strong>Die Geschäftsidee mit den Firmenschildern am Ortseingang</strong></p>
<p>Wall studiert Kleinanzeigen, steigt ein in kleines Unternehmen, dessen „unglaubliche Geschäftsidee“ ihn fasziniert: den unübersichtlich dichten Wald von vielen unterschiedlichen Firmen-Reklameschildern an den Ortseingängen, die mit dem Wirtschaftsaufschwung aus dem Boden schossen, auf einem großen und einzigen Hinweisschild zu bündeln, sich von den Bürgermeistern das alleinige Recht zu besorgen, diese Orientierungstafeln zu errichten, und die Unternehmen diese Tafeln bezahlen zu lassen, wenn auch ihr Firmenname dort prangen sollte: „Die Bürgermeister waren begeistert, und die Firmen zahlten bereitwillig, weil sie ihr Logo auf dem schicken neuen Schild sehen wollten.“ Walls Geschäftspartner, ein Verkäufertyp, besorgte die Aufträge, und Wall selbst entwarf die Schilder. Wall schreibt: „Das Geld floß reichlich … Es war eine Goldgräberzeit damals.“</p>
<p><strong>Dann kamen die Buswartehäuschen – ein Knüller</strong></p>
<p>Doch dann hatte Wall selbst eine Idee. Er sah an einer Bushaltestelle ein Wartehäuschen mit der Werbung einer Sparkasse am Dachrand und dachte „Das kannst Du besser“. Er gründete sein eigenes Unternehmen, bot in Hunderten von Werbebriefen an Bürgermeister „Wartehallen nach Bausystem 2011“ an, ohne auch nur eine einzige schon fertigzuhaben, und versprach kostenlose Lieferung und Montage. Im Buch liest man: „Damit waren die Bürgermeister sofort zu begeistern.“ Und Wall fing an, Buswartehäuschen zu bauen, Fundamente zu gießen und Werbung zu verkaufen. „Die Idee erwies sich als Knüller. Es dauerte keine drei Jahre, da hatte ich 1300 solcher Häuschen aufgestellt … Wir waren nahezu im ganzen Bundesgebiet vertreten …  Wir waren von einer kleinen schwäbischen Rumpelbude zu einem deutschlandweit operierenden Unternehmen geworden.“ </p>
<p><strong>Dann die Buswartehäuschen als Werbeträger</strong></p>
<p>Das Konzept war: den Gemeinden unentgeltlichen Service bieten gegen das Vermarktungsrecht von Werbeflächen. Die Unterstände als Wetterschutz für wartende Busfahrgäste waren als Werbeträger interessant geworden. Wohl hatte es Werbung an Bussen und Wartehallen schon in den 1920er Jahren gegeben, „neu war jedoch, daß das nun nicht mehr zufällig geschah, sondern planmäßig“. Dabei ist nicht Walls Ziel gewesen, „jedes Bushäuschen mit möglichst viel Werbung vollzupflastern“, sondern er reduzierte sein auf eine einzige Fläche, und zwar auf die Schmalseite des Wartehäuschens. Und von Beginn an legte er sehr großen Wert auf gute Materialien und erstklassige Gestaltung. Damit ließ sich auch die Vandalismusquote entscheidenden senken. Ohnehin gab es für ihn nur eine Strategie: „maximale Qualität auf allen Ebenen. Der Kunde ist König. Fehler, die machen nicht wir, sondern die anderen.“</p>
<p><strong>… und fand sich plötzlich als Millionär wieder</strong></p>
<p>Doch Wall war nicht der erste, der den Markt für diese Art der „Stadtmöblierung“ entdeckt hatte, sondern zehn Jahre vor ihm die Pariser Firma Decaux, die auf dem deutschen Markt immer weiter vordrang. Zum großen Wettbewerbskampf kam es zwischen ihm und Decaux um einen Großauftrag in Berlin 1984. Wie Wall diesen Kampf durch einen Regenguß gewann, ist eine besonders schöne Stelle in seinem Buch. Zugleich waren die dabei gewonnenen Erkenntnisse der Anstoß zu einem neuen Aufbruch mit seinem Unternehmen: weg aus der Provinz, hin zum Geschäft in Großstädten. Er verkaufte seine 1300 Wartehallen an eine von der Deutschen Städte-Reklame frisch gegründeten Gesellschaft für Stadtverkehrsanlagen – auch das eine köstliche Schilderung – und fand sich plötzlich Millionär wieder. </p>
<p><strong>Als neuer Ernst Litfaß in Berlin</strong></p>
<p>Berlin war der Einstieg ins große Geschäft. Auch begann mit Walls beleuchteten „City-Light-Plakaten“ eine neue Art der Vermarktung. Wall spricht von echter Pionierarbeit so wie einst die von Ernst Litfaß mit seinen Litfaß-Säulen. Aber der weitere Weg war zunächst mit vielen Schwierigkeiten, vor allem finanziellen Engpässen, gepflastert. Walls Angebot blieb bei den Wartehäuschen mit Werbung nicht stehen, es weitete sich aus auf städtische Information- und Leitsysteme, Stadtpläne, Toiletten, Mülleimer, Kioske, Ticketautomaten, Verkehrs- und Ampelanlagen. Wall schreibt über sich: „Ich war Deutschlands erster Stadtmöblierer, nicht nur mit eigener Planung und Produktion, sondern auch mit international renommiertem Design.“</p>
<p><strong>Walls „Stadtmöbel“ prägen 60 Städte in 7 Ländern</strong></p>
<p>Die Expansion über Deutschland hinaus begann 1988 mit den Niederlanden. Nach dem Fall der Mauer eroberte Wall mit seinen Wartehallen, Stadtinformationsanlagen und Plakatsäulen auch Moskau und St. Petersburg. 1994 zog er mit seiner „Wall-City-Toilette erfolgreich in New York ein. In Boston bekam er den Auftrag für eine komplette Stadtmöblierung. Präsent ist Wall in der Türkei, Ungarn, Slowenien, Rumänien und Bulgarien. Wall schreibt: „20 000 Stadtmöbel aus unserer Hand prägen fast 60 Städte in sieben Ländern auf drei Kontinenten.“ Sein Unternehmer-Credo lautet: „Wir wollen nicht die Billigsten sein, sondern die Besten. Nicht der Durchschnitt ist unser Maßstab, sondern Weltklasse, bei den Materialien, beim Design, bei der Verarbeitung, bei der Wartung.“</p>
<p><strong>Lob an Deutschland: Es war offen für einen schrägen Vogel wie mich</strong></p>
<p>Wall ist für den Erfolg dankbar. Was er denkt und fühlt, spricht er offen aus: „Meine Erfahrungen und Erfolge haben mich zu einem freiheitlichen Patrioten werden lassen. Patriot deswegen, weil ich dieses Land, mein Deutschland, von Herzen liebe. Hier wurde mir vertraut, hier konnte ich mich entfalten … Für mich war Deutschland immer ein Land der Chancen und freien Entwicklung. Ich wollte – und ich konnte. Man ließ mich. Dieses Land war offen für schräge Vögel wie mich … Insofern ist die Erfolgsgeschichte von Hans Wall auch eine Erfolgsgeschichte dieses Landes.“  </p>
<p><em>Hans Wall: „Aus dem Jungen wird nie was …“. Vom Mechaniker zum Millionär. Warum in Deutschland jeder eine Chance braucht. Wilhelm Heyne Verlag, München 2009. 287 Seiten.19,95 Euro.</em></p>
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