Die Kernkraft nicht fürchten, sondern nutzen

Der falsche DIW-Befund, Kernkraftwerke seien gefährlich, zu teuer und zum Klimaschutz keine Option – Entschiedener Widerspruch aus dem Lager der Kernkraftbefürworter – Im DIW-Papier gravierende Schwachstellen und Fehler gefunden – Es verstößt gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis – Wie gefährlich ist die friedlich genutzte Kernkraft wirklich? – Kernkraft ist der Weg in die nachhaltige, umweltschonende Energie-Zukunft – Die bespiellose Desinformationskampagne in Deutschland ist zu beenden

Kernkraft kann man für militärische Zwecke nutzen und für zivile, also für unfriedliche und friedliche. Unfriedlich kann Kernkraft Menschenleben vernichten („Atombombe“), friedlich kann sie das Leben von Menschen erleichtern, nämlich durch das Erzeugen von Strom. Einige Staaten machen beides, andere nutzen sie nur friedlich. Zu den anderen gehört Deutschland, jedenfalls bisher. Aber demnächst nicht mehr, denn es hat beschlossen, ausgerechnet aus der friedlichen Nutzung bis 2022 auszusteigen.*) Dieser Beschluss ist ebenso töricht wie der CO2-Wahn und die Klimaschutzpolitik. Er konterkariert diese Politik sogar. Sich über das Pro und Contra Kernkraft zu informieren, gibt es jetzt abermals eine Gelegenheit.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin unterstützt den Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Kernkraft in einem Bericht.**) Zwei andere Autoren halten mit einem Beitrag in der Fachzeitschrift International Journal for Nuclear Power (atw) dagegen. Das Buch Kernkraft – Der Weg in die Zukunft tritt ebenfalls dafür ein, die Kernkraft weiterhin für die Stromerzeugung zu nutzen. Diese Nutzung haben grün-linke Umweltschutzbewegungen, politische Parteien und Medien, zumal in Deutschland, in einseitiger Weise derart verteufelt, dass die solchermaßen indoktrinierten und geschundenen Bürger diesen Ausstieg in offensichtlicher Mehrheit gutheißen und Kernkraftwerke fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Das aber müssten sie nicht.

Wie das DIW den Anlass für seinen Bericht erläutert

Der DIW-Bericht gegen die Kernkraft trägt die Überschrift „Zu teuer und gefährlich: Atomkraft ist keine Option für eine klimafreundliche Energieversorgung“. Als Anlass nennt der Bericht, dass sich die Diskussionen über wirksamen Klimaschutz verschärfen und verschiedene Stellen die Kernkraft als saubere Stromerzeugung ins Spiel bringen. So mehrten sich Stimmen, Deutschland solle im Sinne des Klimaschutzes die Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke verlängern. Auch enthalte die Fortschreibung der langfristigen EU-Klimaschutzstrategie (Clean Energy Package) nicht nur erhebliche Laufzeitverlängerungen, sondern auch den Neubau von über hundert Atomkraftwerken bis 2050. Ferner plädiere die Internationale Energieagentur (IEA) in einer aktuellen Studie für „nuclear power in a clean energy system“ und argumentiere, Kernkraft solle durch erhebliche Subventionen sowohl für Energieversorgungsunternehmen als auch für neue Techniken unterstützt werden.

Der DIW-Befund: Kernkraftwerke sind gefährlich, zu teuer, zum Klimaschutz keine Option

Vor diesem Hintergrund untersucht der DIW-Bericht den „sauberen“ Strom aus Kernkraft hinsichtlich dessen historische, gegenwärtige und zukünftige Kosten und Risiken. In der vorangestellten kurzen Zusammenfassung heißt es: „Die Ergebnisse zeigen, dass Atomkraft aufgrund radioaktiver Strahlung für über eine Millionen Jahre mitnichten als ‚sauber’ bezeichnet werden kann, sondern für Mensch und Umwelt gefährlich ist. Zudem fallen hohe Risiken bezüglich Proliferation***) an. Eine empirische Erhebung aller jemals gebauten 674 Atomkraftwerke zeigt, dass privatwirtschaftliche Motive von Anfang an keine Rolle gespielt haben, sondern militärische Interessen. Selbst bei Vernachlässigung der Kosten für den Rückbau der Atomkraftwerke und die langfristige Lagerung des Atommülls wären rein privatwirtschaftliche Investitionen in Atomkraftwerke mit hohen Verlusten verbunden – im Durchschnitt knapp fünf Milliarden Euro pro Kraftwerk, wie eine betriebswirtschaftliche Simulation zeigt. In Ländern, in denen noch Atomkraftwerke gebaut werden, wie etwa China und Russland, spielen private Investitionen auch keine Rolle. Atomkraft ist zu teuer und gefährlich und daher keine Option für eine klimafreundliche Energieversorgung.“ Den gesamten DIW-Text (zehn Seiten) finden Sie hier.

Entschiedener Widerspruch aus dem Lager von Nuklearia e.V.

Diesem DIW-Befund widersprechen die Technikhistorikerin Dr. Anna Veronika Wendland und der Physiker, Kraftwerksfinanzierer und Unternehmensberater Dr. Björn Peters entschieden. Beide sind Mitglieder im Verein Nuklearia e.V. Der Vorsitzende des Vereins, Rainer Klute, hat mich auf deren Gegen-Untersuchung aufmerksam gemacht. Nuklearia ist ein gemeinnütziger, industrie- und parteiunabhängiger Verein zur Förderung der Kernenergie. Er sieht in der Kernenergie eine wesentliche Säule der Energieversorgung. In der Eigendarstellung heißt es: „Fortschrittliche Reaktoren arbeiten sicher, sauber und nachhaltig. Atommüll lässt sich in Schnellen Reaktoren als Brennstoff nutzen. Anders als erneuerbare Energien steht Kernenergie jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung und verbraucht keine großen Landflächen. Im Unterschied zu Kohle oder Gas ist Kernenergie CO2-arm und vermeidet Luftverschmutzung. Kenntnisse über Kernenergie sind in Deutschland rar geworden. Das wollen wir ändern.“ Die Nuklearia-Web-Seite finden Sie hier.

Im DIW-Papier gravierende Schwachstellen und Fehler gefunden

Der DIW-Bericht hat öffentliche Wirkung gehabt. Das war auch sein Ziel. Ebendas hat die Autoren Wendland und Peters zur Gegen-Untersuchung motiviert: „Politiker, Medien und Atomgegner zitieren die DIW-Publikation nun als abschließendes wissenschaftliches Verdikt über die Kernenergie – allerdings ungeprüft. Besonders die Behauptung des DIW, es habe ‚alle Atomkraftwerke’ einer genauen Analyse unterzogen, wird als innovatives Argument wahrgenommen.“ Das Autorenpaar hat das DIW-Papier eingehend und umfangreich geprüft, seine Aussagen mit 88 Fußnoten belegt. Untersucht hat es die Berechnungen der DIW-Autoren, deren wirtschafts- und technikhistorischen Annahmen sowie deren Aussagen zur Reaktorsicherheit. Gefunden hat es gravierende Schwachstellen, Fehler und eine Voreingenommenheit der Autoren.

Das DIW-Papier verstößt gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis

Zusammenfassend stellen Wendland und Peters fest, die DIW-Autoren könnten ihr Ergebnis nur erzielen, weil sie Forschungsdaten und Forschungsliteratur nur selektiv aufbereiten, aktuelle Forschungsstände nicht rezipierten und Sachverhalte fehlerhaft darstellten. In wesentlichen inhaltlichen Punkten und in der Wortwahl folgten sie unkritisch den Narrativen der Anti-Atom-Bewegung. Flankiert werde dieses Vorgehen durch eine hoch selektive Quellen- und Literaturauswahl, die die Botschaft transportieren solle, Kernenergie sei Hoch-Risiko-Industrie. Aussagen neutraler Quellen rissen sie aus deren Kontext oder stellten sie in deren Aussage falsch dar. Weite Bereiche der Forschungsliteratur ignorierten sie. Der Befund des DIW, es handle sich bei der Kernenergie um eine gefährliche Polit- und Militärtechnik ohne ökonomischen Nutzen, entspränge einer verzerrenden Darstellung historischer Sachverhalte, die durch die Quellen und den internationalen Forschungsstand nicht gedeckt sei. Etliche Behauptungen zu kerntechnischen Sachverhalten seien sachlich unrichtig. Ein solches Vorgehen verstoße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. ****)  Den Gesamttext finden Sie hier und hier.

Unrentabel waren und sind Kernkraftwerke nicht

Die Aussage des DIW-Papiers, Atomkraft sei zu teuer und daher unrentabel, belegen dessen Autoren mit einer Computer-Simulation. Peters und Wendland rekonstruieren diese Simulation und rechnen vor, dass man auch heute mit einem Kernkraftwerk (KKW) Geld verdienen kann – falls man in der Rechnung anstelle der willkürlichen DIW-Annahmen realistische, industrieübliche Werte zugrundelege. Zu niedrig angesetzt hätten die DIW-Autoren die Laufzeiten von Kernkraftwerken und die Erlöse aus dem Stromverkauf, in ihrer Kalkulation die Parameter bewusst ungünstig gewählt und nur so als Ergebnis erzielen können, dass KKW nicht rentabel seien. In der Vergangenheit seien deren Stromverkaufserlöse in Deutschland stets auskömmlich gewesen. Nach Angaben in der Gegen-Untersuchung brauchen moderne, neu gebaute KKW mindestens einen Erlös von 60 Euro je Megawattstunde. Alle seriösen Schätzungen rechneten von Mitte der 2020er Jahre mit Großhandelspreisen von 80 bis 120 Euro je MW/h. Damit könnten diese Kraftwerke gute Gewinne erzielen.

Sind das Hauptmotiv für alle 674 Kernkraftwerke militärische Interessen?

Atomkraft sei nie auf die kommerzielle Stromerzeugung ausgelegt gewesen, sondern auf Atomwaffen, schreiben die DIW-Autoren. Ihre empirische Untersuchung zeige, dass „militärische Interessen“ das Hauptmotiv zur Errichtung „aller jemals gebauten 674 Atomkraftwerke“ gewesen seien. Wendland und Peters widersprechen und zeigen, dass die DIW-Darstellung so nicht stimmt. Die konkreten Kernkraftwerke seien für die Stromproduktion geplant worden und nicht für militärische Zwecke. Nur in der frühen Kerntechnikgeschichte und nur in wenigen Staaten hätten die militärischen Atomprogramme und die daraus erwachsenen Reaktorkonzepte dominiert. Wendland und Peters erläutern: „In der Kerntechnik der Atomwaffenstaaten berühren sich militärische und zivile Nutzungen an bestimmten Schnittstellen wie der Wiederaufarbeitung, seltener in Zweizweck-Reaktoranlagen.“

Kernenergie-Wirtschaft ist global keineswegs nur militärisch motiviert

Und weiter: „Aber es gibt auch viele Beispiele für Kernenergiewirtschaften, die nicht aus einer militärischen Vorgeschichte erwuchsen, z.  B. die kanadische, die japanische, die südkoreanische, die finnische und die schweizerische, oder solche, in denen mit der militärischen Option geliebäugelt wurde, sie aber fallengelassen wurde, bevor sie sich in stabilen nationalen Reaktorlinien hätte manifestieren können – Beispiele sind die Bundesrepublik Deutschland und Schweden. Insgesamt kann man also bereits aus der DIW-eigenen Datensammlung von 2018 ein differenziertes Bild ableiten – keineswegs das einer ausschließlich militärisch motivierten globalen Kernenergiewirtschaft.“ Die DIW-Darstellung beruhe auf einer sehr oberflächlichen und selektiven Rezeption von Quellen und Fachliteratur. Grundlegende Arbeiten und Fachaufsätze, die reiche Auskunft über außermilitärische Faktoren in der Kerntechnikgeschichte geben könnten, hätten die DIW-Autoren erst gar nicht wahrgenommen.

Wie gefährlich ist die friedlich genutzte Kernkraft wirklich?

Nun das übliche Verdikt gegen die friedliche Kernkraftnutzung. Die Gegen-Untersuchung nimmt es sich so vor:  Das DIW begründet seine Position mit der Behauptung, Kernenergie sei ‚gefährlich’ bzw. ‚nicht sauber’, womit es drei Sachverhalte umschreibt: Erstens sei die Kernenergie gar nicht so CO2-arm wie behauptet. Zweitens seien radioaktive Immissionen von KKW – insbesondere Niedrigdosis-Expositionen aus Normalbetrieb und Unfällen – gesundheitsschädlich oder gar tödlich. Drittens fördere die zivile Kernenergienutzung die Proliferation. Anders als in den anderen Abschnitten bemüht sich die Autorengruppe hier gar nicht mehr, eine seriöse Forschungsdiskussion zu führen. Ihre Ausführungen sind plakativ, ihre Literaturauswahl spärlich; größtenteils beruht sie auf Werken dezidierter Atomkritiker und NGO-Vertreter.“ Als Beleg für relativ hohe CO2-Emissionen der Kernenergie in ihrer gesamten Wertschöpfungskette werde nur eine einzige Publikation zitiert, die einen sehr hohen Wert angebe. Aber sämtliche Literatur, die diese Aussagen widerlege, auch die des „Weltklimarats“ IPCC, werde von den DIW-Autoren ignoriert. Weitere DIW-Aussagen zur Gefährlichkeit parieren Wendland und Peters so:

  • „Als Beleg für die angeblich gesundheitsschädliche Wirkung von KKW-Emissionen zitiert das DIW eine Kinderkrebsstudie, die eine Kausalbeziehung nach Aussage ihrer Autoren eben gerade nicht belegt, weil die Dosis der Zivilbevölkerung aus KKW-Emissionen nur einen Bruchteil der Effektivdosis aus natürlichen Strahlenquellen beträgt; die Ergebnisse beruhten vermutlich auf statistischem Zufall.“
  • „Im Falle der drei großen kerntechnischen Unfälle Three Mile Island-2 (Harrisburg), Tschernobyl-4 und FukushimaDaiichi-1-4, welchen das DIW allesamt ‚katastrophale’ Folgen bescheinigt, sind die Auswirkungen in zwei von drei Fällen nicht katastrophal; in TMI kam niemand zu Schaden, in Fukushima gibt es lediglich einen Fall einer tödlich verlaufenen Lungenkrebserkrankung, die behördlich als Folge der aufgenommenen Dosis anerkannt wurde. Für Tschernobyl liegen die Opferzahlen nach den Befunden seriöser Forschung weit niedriger, als von den Anti-Atom-Narrativen behauptet.“
  • „Die Aussagen der DIW-Autoren zur Reaktorsicherheit sind oberflächlich und alarmistisch, teilweise unrichtig.“
  • „In der Proliferationsfrage schließlich ist zutreffend, dass sich etliche heutige Atommächte unter dem Vorwand ziviler Atomprogramme die Atomwaffe verschafft haben – aber um Atombomben, gar die für Terroristen attraktiven „schmutzigen“ Bomben zu bauen, ist das Betreiben ziviler KKW keine notwendige Voraussetzung. Die Antwort auf diese Herausforderung kann daher nur eine gute Nonproliferationspolitik durch Herstellung politischer Sicherheit sein, nicht aber die Abwicklung der Kernenergie. Staaten, die sich nicht bedroht fühlen, bauen auch keine Atomwaffen – doch Staaten, die sich bedroht fühlen, werden, wie es Nordkorea und Israel taten, auch ohne zivile Kernkraftwerke alles tun, um sich die Nuklearwaffe zu beschaffen.“

Die These von der Gefährlichkeit gelten für Autoren der Gegen-Untersuchung als widerlegt

Die Behauptung der DIW-Autoren von der „gefährlichen“ Kernenergie sehen Wendland und Peters als widerlegt an. In Wirklichkeit sei Kernkraft auf Basis wissenschaftlicher Evidenz als Niedrig-Risiko-Technik einzustufen. Auch die wenigen Industrieunfälle, die es im Uranbergbau und Kernkraftwerksbetrieb gegeben habe, ändere nichts an diesem Befund. Zu Todesfällen und Umweltschäden habe die Kernkrafttechnik viel weniger geführt als andere Technik wie Luftfahrt, Individualmobilität, Wasserkraft und Kohleverstromung.

Kernkraft ist der Weg in die nachhaltige, umweltschonende Energie-Zukunft

Eine informative, sachliche Darstellung zur Kernenergie findet sich in dem empfehlenswerten Buch Kernenergie – Der Weg in die Zukunft von Götz Ruprecht und Horst-Joachim Lüdecke (TvR Medienverlag, Jena 2018. 128 Seiten. ISBN 978-3-940431-65-3). Die Autoren ziehen unter anderem folgendes Fazit: „Fossile Brennstoffe können zwar über die weiteren Jahrhunderte keine Lösung der weltweiten Energieversorgung sein, die sogenannten Erneuerbaren Wind und Sonne aber auch nicht. … Die im Buch beschriebenen neuen Typen von Kernkraftwerken der Generation IV sind aus heutiger Sicht die einzig wirklich nachhaltige und umweltschonende Lösung des kommenden Energieversorgungsproblems. Sie sind der Weg in die Energiezukunft. … Man kann sie inhärent sicher bauen, sie sind optimal umweltschonend, und sie verursachen kaum noch radioaktiven Abfall, weil sie durch ihr integrierte Aufbereitung in der Lage sind, 100 Prozent des Natururaqns und Thoriums zu nutzen. Die Kernbrennstoffe Thorium aus der Erde und Uran aus dem Meer haben zusammen eine Reichweite von vielen Millionen Jahren. Mit Kernkraftwerken der Generation IV verfügt man damit über eine erneuerbare Energiequelle.“

Die bespiellose Desinformationskampagne in Deutschland ist zu beenden

Und weiter: „In Deutschland will man von ihnen aber nichts wissen. Die zivile Nutzung der Kernenergie wird hierzulande seit Jahren mit einer weltweit beispiellosen Desinformationskampagne überzogen … Die restliche Welt hat für diese Entwicklung Deutschlands nur noch Kopfschütteln übrig …Deutschland sollte als eine der größten Industrienationen der Welt den rückwärtsgewandten Weg des Technikpessimismus dringlichst verlassen, wieder optimistisch nach vorne schauen und die Früchte ernten, die uns moderne Technik bieten. … Eine neue Generation von aufgeklärten deutschen Bürgern, Ingenieuren und Forschern wird in verstärkter internationaler Verflechtung und Zusammenarbeit die momentane, völlig aus dem Ruder gelaufene Öko-Ideologie Deutschlands und das trotzige Abkoppeln von der restlichen Welt aufgeben. Pessimismus und Abkopplung haben sich, wie die Geschichte lehrt, noch nie als vorteilhaft erwiesen.“

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*) Bundestagsbeschluss vom 30. Juni 2011. Beschluss der Bundesregierung am 6. Juni 2011 hier,   Vorgeschichte und Hintergrund hier.

**) DIW-Wochenbericht 30/2019 von Ende Juli. Verfasst ist der Bericht von den Autoren Ben Wealer (wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin und Gastwissenschaftler am DIW Berlin), Simon Bauer (studentischer Mitarbeiter an der TU Berlin), Leonard Göke (wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin und Gastwissenschaftler am DIW Berlin), Claudia Kemfert (Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin) und Christian von Hirschhausen (Forschungsdirektor am DIW Berlin). Alle fünf sind vom Mainstream beruflich nicht unabhängig.

***) Proliferation = Weitergeben, Weiterverbreiten von Atomwaffen oder von Mitteln, sie herzustellen.

****) Warum erlaubt sich das DIW solche Abweichungen von wissenschaftlichen Standards? Autorin Wendland vermutet mehrere Motive: „Das DIW hat sich seit geraumer Zeit einseitig auf die erneuerbaren Energien konzentriert. Aus seiner Rolle als Energiewende-Erklärer und -Erforscher bezieht es Gutachterpositionen, Drittmittel, Zugang zu Regierenden und mediale Aufmerksamkeit. Wenn wir nun plötzlich weltweit wieder eine Diskussion haben, die Kernenergie als wichtiges Instrument einer Klimastrategie anerkennt, dann sieht das DIW seinen eigenen Status gefährdet. Es hält ja die Atomkraft für einen Feind der Erneuerbaren. Deswegen will es diese Diskussion mit einer Basta-Ansage abwürgen. Das DIW hat Angst um seine Diskurshoheit – und wer Angst hat, macht Fehler. Aber auch wer sich seiner Sache allzu sicher ist, macht Fehler. Ich glaube, die Kollegen dort haben nicht damit gerechnet, dass jemand sich die Mühe macht, dieses Papier zu prüfen, Aussage für Aussage, Fußnote für Fußnote.“

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