Zum Beispiel mit der Euro-Rettung und seinem Target-2-Saldo – Die jüngsten Target-Salden sind alarmierend hoch – Deutschland sitzt auf einer riesigen unsicheren Bilanzposition – Je höher die Target-Salden, desto gefährlicher für Euro-Staaten mit Positiv-Salden – Target birgt großes Erpressungspotential und Verlustrisiken – Deutschlands Bundesbank muss sich am Kauf der „Schrottpapiere“ beteiligen – Gigantische Euro-Krisengeschäfte auf volles Risiko der Bürger – Aber die deutsche Bevölkerung döst vor sich hin

Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Drei Riesen-Fehlentscheidungen hat die deutsche Politik  begangen und hält an ihnen noch immer fest. Sie betreffen die Rettungspolitik für die Euro-Währungsunion, die Klimaschutzpolitik und die Merkel-Politik der offenen Grenze für den Massenzustrom von Menschen nach Deutschland. Schon jede für sich ist eine massive Bedrohung unseres Landes in seiner jetzigen Form und Lebensweise.  Sie läuft letztlich, wenn es damit so weitergeht, auf den Ruin Deutschlands hinaus.

Bereits allein die Euro-Rettung wird Deutschland finanziell ruinieren, vor allem die Euro-Rettungspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Sichtbar wird die Gefahr an den sogenannten Target-2-Salden der nationalen Zentralbanken bei der EZB. Positive Salden dort sind Forderungen der nationalen Zentralbanken gegenüber dem Euro-System, negative sind Verbindlichkeiten. Den höchsten positiven Saldo hat die deutsche Zentralbank, die Bundesbank. Das klingt auf den ersten Blick gut, denn Forderungen zu haben, ist normalerweise zwar besser, als mit Verbindlichkeiten belastet zu sein. Aber Forderungen müssen erfüllbar bzw. eintreibbar sein. Es kommt also darauf an, wie sicher oder wie gefährdet Forderungen sind. Hochgefährdet sind sie, wenn ein EU-Mitgliedstaat die Euro-Währungsunion verlässt. Und wenn die Währungsunion gar zerbricht, wird es für Euro-Staaten mit hohen Positiv-Salden zappenduster, vor allem für Deutschland. Wie das?

Warum die klammen Euro-Staaten von den anderen durchgefüttert werden

Um nämlich den Euro zu retten, also die Euro-Währungsunion, müssen klamme Euro-Länder und deren Banken gerettet werden. Es sind Euro-Länder, die wirtschaftlich und politisch für eine Währungsunion zu schwach sind. Folglich sind sie nicht wettbewerbsfähig genug. Folglich müssten sie die Währungsunion verlassen und zu ihrer nationalen Währung zurückkehren. Dann könnten sie durch Abwertungen ihrer Währung die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft im Außenhandel wieder herstellen. Aber ihr Ausscheiden ist politisch nicht gewollt. Sie dürfen nicht ausscheiden und wollen es auch nicht. Folglich geht es ihrer Wirtschaft weiterhin zu schlecht. Folglich verdienen ihre Unternehmen für sich selbst, für die Beschäftigten und für die Steuerzahlungen an den Staat nicht genug Geld. Folglich muss das Geld, das diesen Staaten fehlt, woanders herkommen. Folglich werden sie mit viel fremdem Geld durchgefüttert, sonst kollabieren ihre Haushalte. Das Geld kommt inzwischen von der Europäischen Zentralbank. Wie funktioniert das? Und warum wird diese Euro-Rettung vor allem Deutschland ruinieren?

Das Target-2-System als die Verrechnungsstelle der Euro-Staaten

Seit es die gemeinsame Währung Euro gibt, also seit 1999, gibt es auch eine gemeinsame Verrechnungsstelle. Über sie wird zwischen den nationalen Zentralbanken der Euro-Länder der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr abgewickelt. Mit ihr entstand das Target-System. Target ist die Abkürzung von Trans-European Automated Real-Time Gross Settlement Express Transfer System. Doch dieses erste Target-System genügte noch nicht den weiteren Ansprüchen. Daher haben die nationalen Zentralbanken (NZB) im November 2007 zusammen mit der Europäischen Zentralbank (EZB) das Target-2-System eingeführt. Es dient dem täglichen Transfer von Zentralbankgeld zwischen den angeschlossenen Banken (private Geschäftsbanken und  NZB).  Als zentrale Verrechnungsstelle fungiert die EZB. Hier über Target-2 fließen die Geldströme zwischen den NZB des Euro-Währungsraums, hier werden sämtliche Geldüberweisungen zwischen den Euro-Staaten erfasst, weitergeleitet, verrechnet. Auch Zentralbank-Transaktionen, Überweisungen aus Großbetrags-Zahlungssystemen im Interbankenverkehr und andere Euro-Übertragungen laufen über Target-2.

Wie die Target-2-Salden entstehen

Wer Geld an Empfänger in anderen Euro-Staaten überweisen will, beauftragt damit üblicherweise seine Bank. Die reicht den Auftrag weiter an die jeweilige NZB, bei einem Auftraggeber in Deutschland also an die Bundesbank. Die Bundesbank bucht den Betrag vom Bundesbank-Konto, das die Bank des Auftraggebers bei ihr unterhält, ab und gibt ihn an die EZB. Der Bundesbank entsteht gegenüber der EZB eine Verbindlichkeit. Die EZB bucht den Betrag auf das bei ihr geführte Konto der NZB des Grafik: Wie die Target-Salden entstehen Quelle: Commerzbank  Empfängerlandes. Dieser NZB entsteht gegenüber der EZB eine Forderung. Von der NZB geht der Betrag dann an die Geschäftsbank desjenigen, für den der Betrag letztlich bestimmt ist. Derartigen Überweisungen können Handelsgeschäfte zugrunde liegen, sie können aber auch nur Geldtransaktionen sein, um Geld woanders hinzuverlagern, zum Beispiel aus Sicherheitsgründen (Kapitalflucht). Durch solche, stündlich und  tagtäglich sehr vielen  Überweisungen bauen einerseits die an die EZB überweisenden NZB  und andererseits die von der EZB empfangenden NZB bei der Clearing-Stelle EZB Salden auf. Das sind die Target-2-Salden. Ist der Saldo einer NZB wie zum Beispiel der Bundesbank positiv, bedeutet er eine Forderung gegenüber der EZB, ist er negativ, bedeutet er gegenüber der EZB eine Verbindlichkeit.*) Allerdings werden die Target-Salden in der EZB-Bilanz gar nicht aufgeführt, weil sie über alle Euro-Staaten addiert Null ergeben. Nur in den Bilanzen der nationalen Zentralbanken tauchen sie auf.

Die jüngsten Target-Salden sind alarmierend hoch

Euro-Staaten mit positivem Saldo sind die wirtschaftlich starken und politisch relativ stabilen Länder im Norden der EU wie Deutschland, die Niederlande, Finnland und Luxemburg. Euro-Staaten mit negativem Saldo sind die wirtschaftlich schwachen und politisch relativ unsicheren Länder im Süden der EU wie Griechenland, Italien, Portugal und Spanien, abgekürzt GIPS-Staaten.**) Die aktuellsten Target-2-Salden stammen vom Januar 2017. Sie sind für die genannten nördlichen EU-Staaten alarmierend hoch, noch höher als zuletzt 2012. Die FAZ berichtete:

Deutscher Target-Saldo jetzt schon fast 800 Milliarden Euro

„Die Ungleichgewichte im Zahlungssystem der europäischen Notenbanken namens Target haben im Januar ein Rekordniveau erreicht. Die Deutsche Bundesbank verzeichnete per Ende Januar mit 795,6 Milliarden Euro den höchsten Target-Saldo aller Zeiten. Dies teilte die Bundesbank am Dienstag auf ihrer Internetseite mit. Gegenüber dem Vormonat sind die deutschen Forderungen gegen das Eurosystem nochmals um mehr als 40 Milliarden Euro gestiegen. Umgekehrt wuchs der negative italienische Target-Saldo im Januar um gut 8 auf 364,7 Milliarden Euro, wie aus Daten der Banca d’Italia hervorgeht. Die Summe der Ungleichgewichte der Target-Salden im Euroraum hat Ende Dezember schon 1076 Milliarden Euro erreicht.“ (FAZ vom 8. Februar 2017, Seite 16). Weiter angeschwollen sind die Negativ-Salden der schwachen Euro-Staaten auch deswegen, weil die Geldüberweisungen aus Kapitalflucht ins Ausland ebenfalls über das Target-System abgewickelt werden. Eine neue Euro-Krise wie 2012 will die EZB in den stark steigenden Target-Salden allerdings nicht sehen. Die Salden nähmen nur wegen der Aufkäufe von Staatsanleihen zu, die oft über die Bundesbank abgewickelt würden.

Erst mit der Krise seit 2007 liefen die Target-Salden aus dem Ruder

In den ersten Jahren der Euro-Währungsunion, vor August 2007, waren die Target-Salden noch unbedeutend gewesen. Die Salden der Bundesbank und anderer Zentralbanken bewegten sich um die Null-Linie. Defizite und Überschüsse in den Leistungsbilanzen der Euro-Staaten wurden durch private Kapitalzuflüsse neutralisiert, die Zahlungsbilanzen waren ausgeglichen. Dann kam die Schulden-, Banken- und Finanzkrise. Was die Banken der Krisenländer mehr an Krediten brauchten, mochte der Kapitalmarkt nicht hergeben. Misstrauen privater Kapitalgeber vor allem gegen Banken in finanzschwachen Euro-Ländern brachte diese dazu, auf Kredite der Zentralbanken auszuweichen. Daraus bauten sich im  Target-2-System Verbindlichkeiten derjeniger nationaler Zentralbanken auf, in die das Kapital hinfloss.  Umgekehrt bauten sich Forderungen derjeniger NZB auf, aus denen das Kapital abfloss.  Erst seit August 2007 also laufen die Salden aus dem Ruder.

Deutschland sitzt auf einer riesigen unsicheren Bilanzposition

Über „Das deutsche Target-Risiko“ schrieb FAZ-Wirtschaftsredakteur Philipp Plickert am 14. Februar: „Deutschland sitzt auf einer riesigen unsicheren Bilanzposition. Die EZB verharmlost das Risiko. Weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit steigen die sogenannten Target-Salden im Zahlungssystem der Euronotenbanken. Sie divergieren aktuell stärker als auf dem Höhepunkt der Euro-Krise 2012. Auf 800 Milliarden Euro sind die Target-Forderungen der Bundesbank gewachsen, mehr als je zuvor.***) Geht es im derzeitigen Tempo weiter, steuert die deutsche Target-Position dieses Jahr auf die Billionengrenze zu. Umgekehrt liegt das Target-Konto vor allem Italiens immer tiefer im Minus, zuletzt mit 364 Milliarden Euro. Negative Target-Salden in drei- oder zweistelliger Milliardenhöhe haben auch Spanien, Griechenland und Portugal.“ (Leitartikel im FAZ-Wirtschaftsteil vom 14. Februar, Seite15).  

Je höher die Target-Salden, desto gefährlicher für Euro-Staaten mit Positiv-Salden

Weiter ist im FAZ-Leitartikel zu lesen: „Bis zur Finanzkrise pendelten die Target-Salden aller Länder unauffällig um die Nulllinie. Erst mit der Finanzkrise schossen sie in die Höhe. Anfangs war der Grund, dass die Leistungsbilanzdefizite der Peripherieländer nicht mehr durch private Kredite gedeckt wurden. Dann kam Kapitalflucht aus dem Süden hinzu. Erst als EZB-Präsident Mario Draghi 2012 seine magischen Worte „whatever it takes“ zur Euro-Rettung sprach, stoppte die Kapitalflucht. Die Salden sanken. Seit 2015 sind die Zahlen aber wieder stark in Bewegung. Italiens Target-Konto weist das größte Minus auf, Spanien folgt mit rund 330 Milliarden Euro, Portugal kommt auf 72 Milliarden Euro. Auf der anderen Seite haben Deutschlands Target-Forderungen seit Anfang 2015 um fast 300 Milliarden Euro zugelegt. Dreistellige Milliardenforderungen haben auch Luxemburg und die Niederlande.“ Der ganze Artikel hier.  Je höher die Target-2-Salden, desto gefährlicher ist die Lage für Euro-Staaten mit Positiv-Salden, wenn ihre Forderungen nicht einbringlich sind. Das droht dann, wenn ein Staat wie Griechenland den Euro verlässt oder die Währungsunion ganz auseinanderbricht. 

Target birgt großes Erpressungspotential und Verlustrisiken

Für die FAZ ist es „realistisch, dass die Target-Salden im Falle eines Euroaustritts eines Landes weitgehend verloren wären“. Deutschland sitze auf einer riesigen fragilen Bilanzposition. Über Target, das werde der Öffentlichkeit verschwiegen, würden zudem Ausfallrisiken aus den Anleihekäufen vergemeinschaftet beziehungsweise Deutschland ans Bein geheftet. Target berge großes Erpressungspotential und Verlustrisiken – anders, als es die verharmlosenden Erklärungen aus der EZB suggerierten. Das Fazit des FAZ-Kommentars lautet: „Das Thema ist brisant, und die potentiellen Risiken sind so groß, dass sie mehr kritische Beachtung durch Öffentlichkeit und Politik verdient hätten. Nur solange es die Währungsunion noch gibt und auch kein Land die Euro-Zone verlässt, gehen von den Target-Salden keine unmittelbaren finanziellen Belastungen für Deutschland aus. Ansonsten wird es teuer.

Die Target-Forderung ist die größte Forderungsposition der Bundesbank

Drastischer formuliert es der Publizist Siegfried von Hohenhau in einem Beitrag über das „Target-2-Desaster“, der auf verschiedenen Web-Portalen erschienen ist, darunter hier, hier und hier.Die Entwicklung der Target-2-Salden sei ein schockierender Hinweis auf die schnell fortschreitende Zerrüttung des Eurosystems: Die Finanzwelt spekuliere mit dem Euro und kalkuliere dabei dessen Untergang ein. Die Target-Forderung sei die mit Abstand größte Forderungsposition Bundesbank. Hohenhau dramatisch: „Fällt diese Forderung aus, erlischt bei der Bundesbank und in Deutschland das Licht.“

Die EZB-Stützungskäufe von Staatsanleihen schwacher Euro-Länder

Für Hohenhau liegt die Erklärung für diese Entwicklung in den EZB-Käufen von außer Kontrolle befindlichen Staatsanleihen finanzschwacher Euro-Staaten seit Januar 2015. Die EZB kaufe von Großspekulanten inzwischen auch „bedrucktes Klopapier“ als „werthaltige Anleihen“ auf, um schwache Euro-Länder zu stützen. Diese „Unwertpapiere“ bildeten dann die Gegenposition zu den Target-Forderungen der Bundesbank  gegenüber der EZB (796 Milliarden Euro). Er verweist darauf, dass das Haftungskapital der EZB nur 11 Milliarden Euro beträgt.

Deutschlands Bundesbank muss sich am Kauf der „Schrottpapiere“ beteiligen

Weiter schreibt Hohenhau: „Die EZB-Stützungskäufe belaufen sich auf monatlich  80 Milliarden Euro. Im normalen Geschäftsleben würde der Aufkauf von ‚Unwertpapieren’ schlicht als Betrug bzw. Untreue gewertet werden. Und so soll es auch weitergehen, denn die EZB kündigte soeben an, die Anleihekäufe  bis Dezember 2017 weiterlaufen zu lassen (gesamt 2,28 Billionen Euro), um im Euroland Konjunktur und Inflation (!) ‚anzukurbeln’. … Da aber Deutschland mit 18 Prozent größter Anteilseigner der EZB ist, entfällt auf Deutschland auch der größte Anteil an den aufgekauften Schrottpapieren, denn jedes Euroland ist – entsprechend seiner Anteilsquote an der EZB– verpflichtet, sich an den Aufkäufen zu beteiligen.“

Gigantische Euro-Krisengeschäfte auf volles Risiko der Bürger

Für Hohenhau ist es „offensichtlich, dass große Spieler seit Beginn der EZB-Ankaufprogramme riesige Spekulationen im Euro-System am Laufen haben, gleichzeitig aber den nationalen Bankensystemen der Südländer (Griechenland, Italien, Spanien) so misstrauen, dass sie frei werdende Gelder von dort immer sofort abziehen und in den Norden, nach Deutschland, Luxemburg, Niederlande senden“.  Hohenhaus Anklage und Warnung: „Die regierenden Parteien verkaufen (im Interesse ihres temporären Überlebenswillens) den Euro weiterhin als alternativloses Friedensprojekt, das jeden finanziellen Wahnsinn rechtfertigt. Dadurch und weil sie bei Ihrem Treiben von der EZB und deren Chef Draghi massiv unterstützt und abgesichert werden (siehe EZB-Ankaufprogramme), können Finanz-Großspekulanten gigantische Euro-Krisengeschäfte auf volles Risiko der Bürger Deutschlands (und vor allem der Niederlande) tätigen. Es droht jedoch, dass am Ende die normalen und bislang vollkommen ahnungslosen deutschen und niederländischen Bürger an der ihnen aufgehalsten, fremden Zeche zugrunde gehen werden.“ Um den ganzen Beitrag zu lesen, klicken sie einen dieser drei Links an: hier, hier und hier.

Aber die deutsche Bevölkerung döst vor sich hin

Zum Schluss aus dem Hohenhau-Beitrag noch diese Bemerkung: „Währenddessen döst die deutsche Bevölkerung vor sich hin und wird vom Mainstream mit nebensächlichen Themen beschäftigt.“ Hier allerdings hebt sich die FAZ mit Philipp Plickert wohltuend von ihm ab.

___________________________________________________________________________

*) Target-Verbindlichkeiten dürfen nur von Zentralbanken des Eurosystems aufgebaut werden. Alle anderen Zentralbanken außerhalb des Euro-Systems, die an Target-2 teilnehmen, sowie sämtliche Geschäftsbanken müssen am Tagesende ausgeglichene oder positive Target -2-Salden vorweisen.Diese Darstellung des Target-Systems stützt sich auf Darstellungen hier und hier. Eine weitere Erläuterung hier: „Die Target-Salden messen Nettoüberweisungen von Eurogeld zwischen den Ländern. Diese können dafür benutzt werden, im Ausland Waren und Vermögensgegenstände zu kaufen oder Schulden zu begleichen. Ein Target-Defizit einer nationalen Notenbank entsteht dabei durch eine Nettoüberweisung von Eurogeld in ein anderes Land; im empfangenden Land ergibt sich entsprechend ein Target-Überschuss.“

„Beispiel einer Zahlung und Buchung im Target-System: Die Target-Salden messen Nettoüberweisungen von Eurogeld zwischen den Ländern. Diese können dafür benutzt werden, im Ausland Waren und Vermögensgegenstände zu kaufen oder Schulden zu begleichen. Ein Target-Defizit einer nationalen Notenbank entsteht dabei durch eine Nettoüberweisung von Eurogeld in ein anderes Land; im empfangenden Land ergibt sich entsprechend ein Target-Überschuss.“ „Wenn in Spanien eine deutsche Ware gekauft und per Überweisung bezahlt wird, so erwirbt die Bundesbank eine Target-Forderung gegenüber der spanischen Notenbank. Konkret räumt die Bundesbank der Geschäftsbank des Lieferanten ein Guthaben ein. Dies geschieht im Auftrag der spanischen Notenbank, die wiederum im Auftrag der Geschäftsbank des Käufers agiert. Somit wird ein spanisches Konto belastet und ein Guthaben einem Konto bei einer deutschen Geschäftsbank gutgeschrieben, ohne dass Vermögenstitel transferiert werden. Während die Bundesbank eine Target-Forderung erhält, entsteht bei der spanischen Notenbank eine Target-Verbindlichkeit. Die Bundesbank räumt also der spanischen Notenbank einen Kredit ein. Da diese Kreditbeziehungen immer über die EZB laufen, bestehen Forderung und Verbindlichkeit rechtlich gegenüber dem EZB-System.“

„Die Lieferung wird durch einen Kapitalexport finanziert. Während dieser in der Regel privater Natur ist (das liefernde Land erwirbt Vermögenstitel des importierenden Landes), stellen die Target-Salden einen öffentlichen Kapitalexport dar. Letztlich hat die Bundesbank die Lieferfirma bezahlt. Hierfür erhält sie eine Forderung gegenüber dem EZB-System, die jedoch rechtlich keine Fälligkeit besitzt.“

**)  Ursprünglich lautete die Abkürzung in anderer Reihenfolge der Länder auch PIGS-Staaten. Den GIPS-Staaten wird eine so hohe Staatverschuldung unterstellt, dass ein Staatsbankrott nicht unwahrscheinlich ist. Der Begriff wurde das erste Mal 2008 von englischen Wirtschaftsjournalisten verwendet. Der Buchstabe I steht dabei wahlweise  für Italien und/oder Irland.

***) Der Diplom-Kaufmann, Vermögensberater und Buchautor Peter Boehringer erläuterte am 6. Februar 2017: „Dieser Forderungssaldo kann aus vier Gründen zustande kommen: 

1. Unausgleichbare Handelsbilanzüberschüsse Deutschlands gegenüber vor allem den Euro-Südländern – damit volkswirtschaftlich ein Verschenken unserer Exportgüter ans Ausland – vorfinanziert über das EZB-System bzw. indirekt über die Bundesbank – und damit über deutsche Liquidität und Bonität.

2. Kapitalflucht aus den EUR-Südländern – den anhaltenden Stress im Euro-Zwangskorsett anzeigend.

3. Kapitalverschiebung großer Adressen ins (ggü. den Südländern relativ sichere) deutsche Bankensystem, was auf Dauer innerhalb des Euro-Systems ohne Wechselkursventil weder gestoppt werden noch gut gehen kann.

4. Verschiebung hoch riskanter Südland-Staatsanleihen aus Büchern internationaler Hedge-Fonds an die EZB – und via Target2 an die Deutsche Bundesbank und damit letztlich an den deutschen Steuerzahler.“

Boehringer kommentiert hierzu: „In allen vier Fällen wird deutsche Bonität und später deutsche Steuersubstanz ausgenutzt. Es ist ein anhaltender Skandal, dass sowohl Bundesbank als auch Bundesregierung den Missbrauch des als reines Verrechnungskonto für länderübergreifende, kurzfristige Salden gedachten Target2-Kontos auch nach fast 10 Jahren noch immer tolerieren. …  Die politisch bislang tolerierte Überbeanspruchung des reinen Verrechnungskontos ‚Target2‘ muss beendet werden. 790 Mrd Euro entsprechen zweieinhalb Bundesjahreshaushalten bzw. der Abgabeleistung aus 150 Millionen Arbeitsjahren deutscher Steuerzahler! Bis zum Ausstieg Deutschlands aus dem Euro sind diese hoch gefährdeten Target2-Forderungen der Bundesbank bis auf normale Größenordnungen nahe Null abzuschmelzen und jährlich zu saldieren oder Sicherheitsunterlegung einzufordern.‘ Was in Euro-Land noch bis 2007 völlig normal war und was in den USA bis heute problemlos geht, muss auch im EZB-System wieder der Normalzustand werden.“



| Artikel versenden




Letzte Einträge:


Kommentare


Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Hinweis auf einen ähnlichen Beitrag hinterlassen.

13 Kommentare


  1. Günter Fuchs am 26 Februar, 2017 14:43
    --------------------------------------------------------------------

    Mich würde mal interessieren, woher unsere Bundesbank das Geld zur Vergebung der Target-2-Kredite an die wirtschaftlich schwächeren Euro-Länder hat?

    Wird das Geld einfach über die Druckerpresse erzeugt?

  2. Ulli P. am 26 Februar, 2017 21:30
    --------------------------------------------------------------------

    @Günter Fuchs: Die Frage kann Ihnen Dr. Krause bestimmt kompetenter und detaillierter beantworten, aber bei Target-2 bedienen sich die Schuldnerstaaten, einem zinslosen Überziehungskredit ähnlich, selbst bei der EZB zulasten der Deutschen Bundesbank. Haben Sie einen unbegrenzten Dispo bei Ihrer Bank? Ich auch nicht! Ein eklatanter Fehler in den europäischen Verträgen! Verursacht von den Politikern, die Maastricht geschaffen haben! Gewollt? Wer kann es beweisen? Dummheit? Dann sind sie es nicht wert, heute so hoch geehrte zu werden!

    Jetzt könnte man meinen, die heutige Politkaste müsste sich mit aller Macht für eine Korrektur, notfalls mit Austritt Deutschlands aus EU und Euro, dagegen wehren. Aber sie wollen Deutschland auch in dieser Hinsicht an die Wand fahren!

    Meine Befürchtung: Wir Deutschen bezahlen über das Target-2-System den Verkauf von Opel an Peugeot, denn eigentlich sind die auch fast pleite!

  3. Äolus Windig am 27 Februar, 2017 11:09
    --------------------------------------------------------------------

    @Ulli P

    Zur Zukunft von Opel!

    Es war einmal ein deutscher Pharmahersteller der hieß Hoechst AG.
    An Apotheken überall in der Welt prangte das blaue Unternehmenszeichen – die Brücke am Osttor. Nach 125 Jahren bekam das einst größte hessische Unternehmen erstmals einen Ökonomen als Vorstandsvorsitzenden (Dormann). Amerikanisiert und von der Idee des Shareholder-Value nach seinem Guru (Jack Welch – General Electric) ganz begeistert wurden alle Geschäftsbereiche ( Pharma der größte davon) ab Mitte der 90er nach und nach filetiert. Die meisten Teilgeschäfte wurden von Heuschrecken befallen und unter massivem Personalabbau immer wieder umorganisiert. Man nannte das, „Beschränkung auf Kernbereiche“. Wie heute klatschte die Politik (Roland Koch) Beifall dazu.
    Was aus dem einstmals größten deutschen Pharmaunternehmen geworden ist kann man nachlesen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sanofi

    Niemand soll glauben die Franzosen (als Nation) und speziell deren Eliten wären unsere Freunde.
    Das Vermächtnis des Kardinals Richelieu (1585-1642) wonach Deutschland klein zu halten ist um Frankreichs Größe zu bewahren ist weiter in den Köpfen. Nach 1945 übernahm die D-Mark die Rolle als Angstphantom mit bekanntem Ausgang.

    Informationen zum Target 2- Mechanismus
    http://www.target-2.de/home

  4. admin am 27 Februar, 2017 14:55
    --------------------------------------------------------------------

    Klaus Peter Krause zur Frage von Günter Fuchs: Die Bank hat das Geld von nirgends her. Mit einem Kredit zaubert („schöpft“) sie Geld aus dem Nichts herbei. Geld entsteht, sowie auch nur eine private Geschäftsbank jemandem einen Kredit gibt und ihm als Geld, zur Verfügung stellt, damit er damit etwas bezahlen kann. Geldscheine (Banknoten) und Geldmünzen (Münzgeld) braucht sie dafür nicht, hat sie dafür auch gar nicht. Die Geldeinlagen von Bankkunden (auf Girokonten, Festgeldkonten oder Sparbüchern) braucht sie dafür ebenfalls nicht. Es ist Buchgeld (oder Scheingeld), was sie mit einem Kredit bereitstellt. Nicht anders ist es bei Krediten der Bundesbank. Sie muss also keine Banknoten drucken, um Kredite zu vergeben. Und nur im übertragenen Sinn heißt es dann, sie bediene die Druckerpresse oder werfe die Druckerpresse an. Entscheidend ist, dass der Kredit ein Geld ist, mit dem man etwas bezahlen kann, und das als solches allgemein akzeptiert wird.
    Der positive Target-2-Saldo der Deutschen Bundesbank ist ein deutscher Kredit zum Finanzieren von Defiziten in Leistungsbilanzen anderer Staaten, hier im Wesentlichen von Euro-Mitgliedstaaten. Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hans-Werner Sinn hat 2012 dazu dies geschrieben, was zur weiteren Erläuterung nützlich sein mag:
    „Obwohl die Target-Salden Zahlungsbilanzsalden sind, messen sie auch Kredite zwischen den Notenbanken des Eurosystems. Das ist auf den ersten Blick nicht offenkundig, denn normalerweise ist mit der Vergabe eines Kredits auch eine Übergabe von Geld verbunden. Man fragt sich also, wo und wie etwa die Deutsche Bundesbank der griechischen Zentralbank Geld gegeben hätte. Das hat sie natürlich nicht. Das Kreditverhältnis entsteht vielmehr dadurch, dass beispielsweise beim Kauf einer deutschen Ware durch einen Griechen die Deutsche Bundesbank eine von der griechischen Zentralbank in Auftrag gegebene Überweisung durchführt.
    Dazu muss die Bundesbank der inländischen Geschäftsbank des deutschen Lieferanten eine Gutschrift erteilen, die für sie selbst eine Schuld gegenüber dieser Geschäftsbank darstellt. Gleichzeitig gewährt sie der griechischen Notenbank in Höhe der Gutschrift, die sie der inländischen Geschäftsbank erteilt hat, einen Kredit, den sie als Forderung in ihrer Bilanz verbucht. Es ist, als ob ich für meinen Freund, der sein Portemonnaie vergessen hat, eine Handwerkerrechnung bezahle. Ich gebe ihm durch die Ausführung der Zahlung an seiner Stelle einen Kredit und erwerbe dadurch eine Forderung gegen ihn.
    Der Unterschied ist nur, dass mein Freund mir das Geld des Abends zurückgibt, während die Target-Forderung im Prinzip unbegrenzt stehen bleibt und niemals fällig gestellt werden kann. Griechenland bezieht also die Ware und lässt anschreiben, ohne selbst eine Ware zurückliefern zu müssen. Die Analogie zum Freund passt auch insofern nicht, als ich mich jederzeit entscheiden kann, ob ich meinem Freund aus seiner Bredouille helfe oder nicht. Beim Target-Kredit hat die Bundesbank hingegen keinerlei Entscheidungsfreiheit. Sie kann natürlich im EZB-Rat, wie sie es ja tut, für eine restriktivere Besicherungspolitik bei der Kreditgewährung und Geldschöpfung der griechischen Nationalbank stimmen, aber dort wird sie laufend überstimmt und kann wenig ausrichten. Sie muss die Zahlungen, die durch die großzügige Kreditpolitik induziert wurden, ausführen und kann sich nicht verweigern. So ist nun mal das Eurosystem.“ (FAZ vom 8. Oktober 2012. Der ganze Beitrag von Sinn hier)

  5. admin am 27 Februar, 2017 15:04
    --------------------------------------------------------------------
  6. Günter Fuchs am 28 Februar, 2017 19:48
    --------------------------------------------------------------------

    @admin

    Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen! Aber Nebulös ist das Ganze für mich immer noch! Irgendwo durch Irgendwen muss das Geld doch “physisch erzeugt werden” denn der “Endanwender” muss doch letztlich damit für seinen Erwerb bezahlen.

    Wie auch immer, Deutschland hat mit den Target-2-Krediten auf jeden Fall die “Arschkarte” gezogen! Und dabei heißt es immer “Deutschland profitiert am meisten vom Euro”?!?

  7. admin am 28 Februar, 2017 20:30
    --------------------------------------------------------------------

    Sehr geehrter Herr Fuchs, nebulös ist es nicht. Physisches Geld wird zum Bezahlen doch gar nicht benötigt: Sie füllen nur eine Überweisung aus, und ihre Bank überweist den Betrag auf das Konto des Geldempfängers. Nur Buchgeld hat den Besitzer gewechselt, keine Banknote, keine Münze. Mit einem Gruß Klaus Peter Krause

  8. J.A. am 1 März, 2017 02:39
    --------------------------------------------------------------------

    Sehr geehrter Herr Fuchs,

    bitte nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich aus Ihren beiden Kommentaren ableite, daß Sie bislang überhaupt kein Verständnis des derzeitigen Geldsystems haben.

    Sie scheinen als Geld ausschließlich Münzen und Scheine zu anzusehen. Das ist völlig falsch, wenngleich die überwiegende Meinung der Menschen in diesem Land.
    Sie können die T2-Problematik aber nur dann verstehen, wenn Sie sich zuvor ein Bild von dem sog. Fiat-Money-System gemacht haben.

    Geld i.Sinne von Zahlungsmittel sind eben auch schlichte Buchungen auf Konten; reine Datensätze.

    Beschrieben wird das sogar in Publikationen der Bundesbank. Gehen Sie doch einmal auf die Website der Bundesbank und forschen Sie unter dem Begriff “Geldschöpfung”. Sie werden sehen, daß selbst dort beschrieben ist, daß Zahlungsmittel aus dem Nichts produziert werden.

    Literatur zum Thema Geld gibt es inzwischen in breiter Fülle. Zum Einlesen halte ich dennoch weiterhin “Das Schein-Geld-System” von Murray N. Rothbard für eines der verständlichsten Werke.

    Was speziell das T2-System anbelangt, gab es (und gibt es noch?) in der Mediathek des Ifo-instituts mehrere Vorträge von Prof. Sinn. Außerdem ist der von @Äolus Windig am 27 Februar, 2017 11:09 bereits Verweis unbedingt zu beachten:

    http://www.target-2.de/home

  9. Günter Fuchs am 1 März, 2017 11:08
    --------------------------------------------------------------------

    @admin und @J.A.

    Ich glaube, ich habe es jetzt verstanden! Die Finanztransfers im Target-2-System werden über
    reine Buchungsaktionen vorgenommen ähnlich einer Überweisung beim Online-Banking.
    Das macht auch Sinn angesichts der hohen Beträge, um die es sich hier handelt (Forderungen der Bundesbank aus TARGET2: Betrag: 795.621.293.492,45 Euro
    (Stand: 31. Januar 2017)!!!!!
    Meines Erachtens ist das ganze ein Skandal und sollte unbedingt beendet werden!
    Die Petition bei http://www.target-2.de/home habe ich unterzeichnet!

  10. Äolus Windig am 1 März, 2017 18:12
    --------------------------------------------------------------------

    Zum besseren Verständnis die Entwicklung der Target2-Salden einiger EU-Staaten als Graphiken im Vergleich.
    Ich denke das Problem wird dadurch leicht erkannt.

    http://www.querschuesse.de/target2-salden/

  11. Walter Roth am 1 März, 2017 18:19
    --------------------------------------------------------------------

    Tja Herr Krause…….
    -
    Leider verstehen die meisten Leute nicht was Geld ist und wie “Mehrgeld” ( Fiat-Money ) entsteht.
    -
    Was ich den Schweizer, meinen Landsleuten ständig zu erklären versuche ist der Umstand, das unsere Nationalbank ( SNB ) Zwar nicht die Probleme der deutschen hat, dafür mit der Frankenabwertung unser Land ebenfalls in den Ruin führt.
    -
    Politisch ist das von unserer “Mitte-Links” Politik, also der Regierung und dem Parlament so gewünscht.
    Man will unbedingt den Euro stützen und die Schweiz Exportfähig halten.
    natürlich, die Unternehmer sind vorerst einmal froh darüber, aber sie werden von unseren Linksparteien nur benutzt. Denn die pflichten dem Argumenten der Exporteure bei, haben aber im Hintergrund gaz andere Vorstellungen warum das so sein soll.
    Links wir lieber gemeinsam mit der EU untergehen denn einsam und Glücklich überleben.
    -
    Unsere SNB hat ca. 640-700 Milliarden Devisen in den Büchern stehen. Wir sind aber bloss ein 8 Millionen Völkein…….
    60 Milliarden wären notwendig um den Zahlungsverkehr zu gewährleisten.
    Alles darüber ist durch die Frankenschwächung dazugekommen.
    -
    Also, unsere Nationalbank hat vor allem Devisen in Dollar, Euro, Yen, und kleine Bestände anderer Währungen.
    Daneben hat sie auch Aktien gekauft. Apple beispielsweise.
    -
    Die Schweiz wird bei einem Euro-Crash von den 700 Milliarden je nach Lage vielleicht 500 Milliarden verlieren. ( CH = 8 Millionen Volk )
    Aber das ist ja nur die eine Hälfte des Ungemachs.
    Wir haben nämlich für diese 500 Milliarden schöne Schweizer Franken hergegeben.
    -
    In der Krise wird niemand mehr Euro nehmen, aber Franken schon.
    Wir 8 Millionen müssen dann also für 500 oder mehr Milliarden geradestehen und etwas liefern können.
    -
    Werden wir das können wenn Europa im Crash darniederliegt und unsere Zulieferanten nicht liefern……
    Was ist mit den Franken wenn wir nicht liefern können….?
    -
    Tja, auch er wir kollabieren.
    -
    Das reichste und Industrialisierteste Land der Erde wird also in den Falle die Pensionen und Renten seiner Bürger “verzockt” haben….
    -
    ….aber die Schlafschafe in der Schweiz merken nicht was auf sie zukommt.
    -
    Sie loben unseren SNB Präsidenten Jordan lieber noch etwas bevor wir mit der EU und den USA untergehen.

  12. Walter Roth am 1 März, 2017 18:41
    --------------------------------------------------------------------

    Herr Krause…………..
    -
    Hier in der Schweiz wir ja bald einmal über eine Initiative abgestimmt werden.
    -
    Es ist die Vollgeld Initiative.
    -
    Ganz einfach gesagt heisst das…
    Die Banken könnten nur noch mit den Geld arbeiten welches sie in Noten vorhalten können.
    Dennn nur noch die Nationalbank dürfte Geld erzeugen.
    Also faktisch Geld drucken und nur vorhandenes Geld könnte noch als Kredit vergeben werden.
    Dabei würde die SNB das Geld drucken und die Geldmenge kontrollieren.
    -
    ————————————————

  13. Walter Roth am 1 März, 2017 18:46
    --------------------------------------------------------------------

    -
    Für diejenigen welche Mühe haben zu verstehen …..warum unsere Banken mit wenigen % Eigenkapital so viele Kredite vergeben können, hier eine einfache Erklärung.
    -
    —————–

    Wenn 1000 Leute je 1000 Franken auf die Bank bringen, so vergibt die Bank daraus nicht 1 Million, sondern vielleicht 50 Millionen an Krediten.
    -
    Das geht deswegen….
    …….weil wenn einer ein Haus baut, bekommt er einen Kredit, aber nicht in Bargeld, sondern die Bank gibt ihm einen Vertrag auf dem steht, das er so viel Kredit hat. Es sind also nur Zahlen auf einem Schuldschein.
    -
    Der Bauunternehmer akzeptiert den Vertrag und verlangt ja auch kein Bargeld, sondern der schickt seine Rechnung der Bank und die zieht auf dem Konto des Hauseigentümers den Betrag ab und schreibt beim Bauunternehmer den Betrag gut.
    -
    Dazu ist bisher noch kein Bargeld ….also physisches Geld geflossen, es wurde nur umgebucht, also es wurden nur blosse Zahlen geändert.
    -
    Da bei der Bank auch der Elektriker, Sanitärinstallateur, Baggerunternehmer ihr Konto haben, braucht die Bank auch für den kein Bargeld, sondern sie bucht nur um.
    -
    Alles ohne Bar oder Physisches Geld.
    -
    Da nun der Gärtner kein Konto bei der Bank hat, oder der kleine Sparer ein Auto kauft ……muss die Bank ein wenig Bargeld haben, denn die holen es vielleicht in Bar von der Bank.
    -
    ————————-
    -
    Die Banken haben also erkannt, dass das System mit nur wenigen Prozenten an Bargeld funktioniert.
    -
    Das ermöglich denen mit 1 Millionen 20 – 50 Millionen als Kredite zu vergeben, denn sie werden das ganze Geld nie Bar hinblättern müssen, es wird meist nur umgebucht.
    -
    Da sie aber für jeden Kredit Zinsen bekommen, vergeben sie also Kredite mit Geld welches sie gar nicht haben, mit dem sie aber aus dem Nichts Geld machen, also Geld verdienen.
    Sie verdienen mit einem “Zahlungsversprechen” Geld.
    -
    Das ist das wunderbare Fiat-Money Geldsystem.
    -
    Der Grund warum die Banken trotzdem pleite gehen können liegt darin, dass wenn es zur Krise kommt alle Menschen ihr Geld in Bar abheben wollen.
    Mit nur wenigen Prozenten Eigenkapital ist das aber nicht möglich.
    Denn nach ein paar Millionen ist der Bargeldvorrat erschöpft, alles andere sind nur Zahlen in den Büchern.
    -
    Wenn die Kunden aber kein Bargeld mehr bekommen, ist das Vertrauen in die Bank weg und sie stürzt.
    -
    —————————————————
    -
    Leider haben die Schweizer die Goldinitiative nicht gutgeheissen, sie hätte so viele Probleme behoben die unser krankes Geldsystem hat.

  14. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Name (erforderlich)

Email (erforderlich)

Website

XHTML: Diese HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Ihr Kommentar