Kardinal Marx und die rote Linie - AfD-Christen fühlen sich von der Kirche ausgegrenzt -Die AfD-Kernaussagen in ein falsches Licht gerückt - Eine Verunglimpfung christlicher Bürger – Welcher Geist hat sich in unser Land eingeschlichen? – Das Protest-Schreiben einer kirchentreuer Christin an den Kardinal, um „bürgerliche, stille Proteste“ zu dokumentieren

Wenn Sie, verehrte Leser, zu den Guten im Lande gehören wollen und nicht zu den Bösen, dann wettern sie bitte gegen Donald Trump, gegen die „Klimawandel-Leugner“, gegen die Energiewende-Kritiker, gegen den elektrischen Strom aus Kernkraft (pardon: Atomkraft), gegen Rassisten, gegen Fremdenfeindlichkeit, gegen Hassprediger, gegen Putin und Russland, gegen …, gegen …, ach ja: gegen die AfD natürlich. Dann sind Sie wohlgelitten, dann ecken Sie nicht an, dann sind Sie auf der sicheren Seite, nämlich bei der Noch-Mehrheit, dann kann Ihnen nichts passieren, dann können Sie ruhig weiterschlafen.

Zu den Guten gehören auch höchste Kirchenvertreter. Das bringt ihr Beruf so mit sich: Gottes Wort verkünden, die Bibel interpretieren und Frieden predigen. Böse ist das per se nicht. Doch Gut-sein nur in diesem Sinn genügt ihnen nicht, sie wollen mehr, auch sie wollen zu den besonders Guten gehören. Also mischen sie sich ins Politische ein, verhängen Verdikte gegen das, was ihnen persönlich nicht gefällt, und tun so, als sei auch dies fromme Gottesbotschaft. Einer von ihnen ist Reinhard Kardinal Marx in München und einer seiner Watschenmänner die AfD. Eine bibel- und kirchentreue Christin will das nicht hinnehmen und hat ihm geschrieben.

Andere Medien griffen aus dem Interview nur die Äußerung zur AfD auf

Die Briefschreiberin ist Angelika Schäfer aus Iserlohn. Sie bezieht sich auf ein Interview mit dem Kardinal, veröffentlicht am 16. Januar hier. Was Marx darin zur AfD äußert, ist nur ein kleiner Teil des Interviews, die Themenpalette darin breitgestreut. Das Gespräch dreht sich um gute Vorsätze, Mut und Zuversicht, Sicherheit im Land, Stabilität, die Wahlen in Amerika, die europäische Entwicklung, Wohlstand, Flüchtlingskrise, Kommunikation, Internet, der Erfolg von Trump, Digitalisierung, Martin Luther und wie politisch die Kirche sein darf. Aber nur die Kardinalsäußerung zur AfD fand den Weg in die Überschrift: „Kardinal Marx zieht eine ‚rote Linie’ gegenüber der AfD“. Nur dieser Ausschnitt fand auch den Weg in andere Medien, FAZNet zum Beispiel (hier), Junge Freiheit (hier) oder Berliner Morgenpost (hier) . Und hier die diesbezügliche Passage:*)

Die Frage an Marx: Wie halten Sie es mit der AfD?

Der Journalist Alexander Jungkunz (Nürnberger Nachrichten)  fragt:  Wird das Moderieren von Konflikten eine neue Herausforderung für die Kirche? Antwort Marx: „Einen Beitrag zur Versöhnung, zum Frieden, zum Miteinander leisten – das ist schon unsere Aufgabe.“ Dem folgt die Frage: Stichwort Meinungsvielfalt in den Gemeinden: Wie halten Sie es mit der AfD? Gibt es da eine Trennlinie? Antwort Marx: „Grundsätzlich müssen wir jede Auseinandersetzung inhaltlich führen. Es gibt eine gewisse Bandbreite des politischen Engagements, aber es gibt auch Grenzen, wo wir als Christen sagen müssen: Da gibt es eine rote Linie.“ Naheliegende Frage Jungkunz: Wo sehen Sie diese Linie? Antwort Marx: „Zum Beispiel bei Ausländerfeindlichkeit, Verunglimpfung anderer Religionsgemeinschaften, bei einer Überhöhung der eigenen Nation, bei Rassismus, Antisemitismus, bei Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt, auch bei der Art und Weise, wie wir miteinander reden. Wo grob vereinfacht wird, wo Parolen zur Feindschaft beitragen – da kann ein Christ eigentlich nicht dabei sein. Letztlich bestimmen die Parteien durch Personen und Programme ihre Nähe zur Kirche.“ Danach Themenwechsel. 

Eindeutige Äußerungen von kirchlicher Seite gegen die AfD auch schon zuvor

Marx hat das Thema AfD im Interview, wie zu lesen, nicht von sich aus aufgegriffen. Er ist dazu gefragt worden und hat geantwortet. Man könnte meinen, er habe sich doch nur sehr allgemein geäußert, das Wort AfD doch gar nicht in den Mund genommen. In der Tat, das hat nur der Frager getan. Aber die AfD war unmissverständlich gemeint. Auch hat es von kirchlicher Seite eindeutige Äußerungen gegen die AfD schon zuvor gegeben, auch von Marx, zum Beispiel hier. Einer der Leser dort (Klaus B.) kommentierte: „Ich erwarte, dass ein Bischof zur Versachlichung aufruft und nicht politische Propaganda betreibt. Niemand will tatsächlich auf Flüchtlinge schießen. Keine Störchin, keine Petry, kein Boris Palmer. Selbst die Türken schießen an der türkisch-syrischen Grenze nicht auf Flüchtlinge. Es geht auch dort ohne Schusswaffeneinsatz. Dröge sollte sich lieber Gedanken darüber machen, ob überhaupt noch jemand zur Kirchenwahl geht und ob es überhaupt noch ausreichend Kandidaten gibt und woran das liegt. Das liegt nämlich auch an solchen politischen Propaganda-Statements.“ Andere Beispiele hier und hier.   

“AfD-Christen fühlen sich von der Kirche ausgegrenzt”

Die Zeit Online (hier) kommentierte unter der Überschrift Keine Nächstenliebe: „Doch Aufgabe der Kirche ist es nicht, zu bewerten, welche Parteien schicklich sind und welche nicht. Die Kirche ist kein politischer Player. Es tut ihr selten gut, sich auf dieses Parkett zu wagen. Nun suggeriert sie, die politische Gesinnung stehe im direkten Zusammenhang mit der privaten Glaubenspraxis. Wer AfD wählt, kann kein Christ sein. Das ist die Botschaft.“ Auf welt.de (hier) war am 24. Januar zu lesen „AfD-Christen fühlen sich von Kirchen ausgegrenzt“. Anette Schultner vom Bund der Christen in der AfD sagte, mancher Bischof rede, als sei die Kirche „ein rot-grüner Arbeitskreis“. Statt auf Mission setze die evangelische Kirche auf „Kulturmarxismus“. Sie grenze AfD-Mitglieder aus, „die sich zum Christentum bekennen“ und bekämpfe Politiker, „die voll auf dem Boden des Grundgesetzes stehen“.

Meinung in der Kirche zum Umgang mit der AfD nicht einheitlich

Die Junge Freiheit hatte ebenfalls berichtet, aber ihrem Bericht über die rote Linie von Marx(hier) auch folgenden Hinweis angehängt:Die Meinung zum Umgang mit der AfD ist in der katholischen Kirche nicht einheitlich. So hatte 2015 der Bischof von Erfurt, Ulrich Neymeyr, Teilnehmer einer AfD-Kundgebung in der Stadt vor dem Vorwurf des Rechtsextremismus in Schutz genommen (hier).  Und die Katholischen Nachrichten kath.net hatten dazu unter anderem kommentiert: „Es ist zutiefst ärgerlich, ja beinahe schon wütend machend, wie unbedarft sich derzeit deutsche Amtsträger politisch zu Wort melden. Sie zwingen beinahe schon, eine politische Richtung zu verteidigen, zu deren Verteidigung man eigentlich nicht unbedingt etwas beitragen will. Wohlwollend kann man ihnen noch zugute halten, dass sie aufgrund ihres Amtes und wegen der Filterblase, die ihre Entourage um sie herum bilden, den Bezug zur Realität verloren haben. Aber das, was da derzeit von einigen Amtsträgern zu hören ist, ist von einer derart beschämenden Blauäugigkeit und Einseitigkeit geprägt, dass man den Heiligen Geist um Erleuchtung anrufen möchte.“ Der ganze Kommentar hier.

„Über die Parolen der AfD diskutiere ich nicht mit Ihnen“

Auch evangelisch.de, der Online-Dienst des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), hatte die Marx-Äußerung aufgegriffen (hier). Die fünfzehn Leserkommentare dazu fielen sehr unterschiedlich aus. Marion Sönnichsen zum Beispiel schreibt: „Die Behauptungen von Kardinal Marx sind ungeheuerlich und entbehren jeder Grundlage. Ich würde mich nie für eine Partei einsetzen, wenn nur eine seiner Behauptungen annähernd zutreffen würde.“ Peter Friedrich entgegnet: „Ungeheuerlich ist ganz gewiß nicht die Aussage von Kardinal Marx, sondern die lügnerische Verdummungskampagne völkischer Neurechter, die auch hier wagen, aufzutreten.“ Gerhard Niemeyer meint: „Wie an anderer Stelle schon gesagt, Frau Sönnichsen, über die Parolen der AfD diskutiere ich nicht mit Ihnen, da ich dann ja die Unverschämtheiten von Herrn Gauland, Herrn Höcke und Konsorten hoffähig machen würde.“

Willfähriger Büttel der politisch Mächtigen

Eine Miriam schreibt: „Marx Verhalten macht mich sehr traurig. Wie in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte macht sich erneut ein christlicher Bischof zum willfährigen Büttel der politisch Mächtigen. Die Aufgabe des Erzbischofs von München und Freising wäre die Vermittlung der christlichen Religion.“ A. Schwarz äußert: „Respekt Kardinal Marx. Im Wahljahr werden die populistischen Hitzköpfe auf die Menschen losgelassen. Sein Aufruf, verbal abzurüsten erreicht hoffentlich auch manche der Parolenschreier aus AfD und Konsorten.“ Marcel Seider meint: „Auch ein Bischof, der ein SPD-Parteibuch im Nachtschrank hat, sollte, wenn er sich als Bischof äußert, darauf achten, welchen Hut er gerade aufhat.“

Das Schreiben an Marx für die  Dokumentation “bürgerlicher, stiller Proteste”

Auch vor diesem Hintergrund also muss man die Antwort von Angelika Schäfer an Marx, die sie mir zur Kenntnis schickte, lesen. Erläuternd schrieb sie dazu: „Unfassbarkeit und Sorge haben mich zum wiederholten Mal dazu veranlasst. Andere Schreiben richteten sich an die EKD. Nehmen Sie dieses Schreiben als Beleg zu den vielen Dokumentationen bürgerlicher, stiller Proteste.“ Mit Ihrem Einverständnis gebe ich die wesentlichen Teile im Wortlaut wieder. Die Zwischenüberschriften sind von mir eingefügt.

„… doch was bewegt Sie in jüngster Zeit?

„Sehr geehrter Herr Dr. Marx, als ein eher besonnener und ruhig, abwägender Kirchenmann waren Sie bis vor wenigen Monaten in Erscheinung getreten, unaufgeregt, sachlich und immer mit angemessenen Worten. Doch was bewegt Sie in jüngster Zeit in politische Arbeit einzugreifen? Was bewegt Sie zur öffentlichen Äußerung, es müsse eine Trennlinie zwischen der AfD und den Christen geben? Vielleicht könnte es vorauseilender Gehorsam sein im Bewusstsein der historischen Bürde, dass die Katholische Kirche im Dritten Reich es erheblich am Widerspruch und Widerstand hat fehlen lassen. Man könnte es als verantwortungsvoll akzeptieren.“

„Es muss einen anderen Grund geben“

„Doch die Art und Weise wie Sie (veröffentlicht in den „Nürnberger Nachrichten“, vorab zitiert in der F.A.S. vom 16.Januar 2017)  gegen eine Partei wettern, machte mich stutzig. Es muss einen anderen Grund geben. Sie werden zitiert: ‚Es gibt eine gewisse Bandbreite des politischen Engagements, aber da gibt es auch eine rote Linie’. Wo grob vereinfacht werde, ‚wo Parolen zur Feindschaft beitragen – da kann ein Christ eigentlich nicht dabei sein’. Da ich bibeltreue Christin bin, fühlte ich mich irgendwie angesprochen und habe mir das Programm der AfD, welches im Netz zu finden ist, einmal angeschaut.“

Die AfD-Kernaussagen in ein falsches Licht gerückt

„Jeder kann heute im Netz (fast) alles nachlesen. Dazu gehören auch die Informationen über das Programm der AfD. Man muss nicht alles mögen, was die AfD vertritt. Auch sind manche Sentenzen einiger Politiker inakzeptabel. Keine Frage! Jeder kann sich dafür oder dagegen mit einer persönlichen Meinung äußern. Doch Ihre Äußerungen bezüglich des Programms der AfD – zu diesem Schluss muss ich kommen – sind nun Ihrerseits ‚grob vereinfacht’. Es sind Interpretationen. Um nicht zu sagen Fehlinterpretationen. Die Kernaussagen dieses Parteiprogramms werden von Ihnen in ein falsches Licht gerückt.“

AfD-Programminhalte durchaus als christliche Standpunkte anzusehen

„Wenn auch Sie das Programm aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, wenn Sie ehrlich gegenüber sich selbst und ehrlich gegenüber den Christen sind, die Sie mit Ihrer Kirche vertreten, dass es vielfach Positionen sind, die bis vor wenigen Jahren noch ausnahmslos von der CDU vertreten wurden. Die Programminhalte der AfD können insbesondere da, wo es z.B. um Familie, Abtreibung etc. geht, durchaus als christliche Standpunkte angesehen werden. Sie entsprechen dem, was jahrzehntelang Bestand in einem stabilen christlichen Wertesystem hatte, welches seine Wurzeln, seine Basis, sein Fundament in der Bibel gefunden hatte. Ihre Darstellung, die AfD sei fremdenfeindlich ist nicht haltbar. (Weitere „Informationen zu den Zielen der AfD https://assets.documentcloud.org/documents/2773859/AfDProgrammentwurf.pdf#page=8&zoom=auto,-130,626).“

Protestieren gegen die Absichten einer gottfernen Ideologie statt gegen die AfD

„Auf politischer Ebene wurden in den letzten Jahren Gesetze erlassen, die unsere Gesellschaft verändert haben und sie weiter mit neuen Gesetzen verändern sollen. Nun im Wahljahr, soll mit erhöhtem Druck dieses gesellschaftliche Konzept, dass die größtmögliche Entfernung von christlichen Grundwerten und dem christlichen Glauben anstrebt, umgesetzt werden. Sie als Kirchenvater müssten doch laut protestieren! Und zwar nicht wegen des ‚rechtsradikalen’ Programms der AfD, sondern, wegen der gesellschaftszerstörenden Absichten einer gottfernen Ideologie! Wäre hier nicht eher kirchlicher Hirtendienst vonnöten, um einer weithin verunsicherten Bevölkerung auf kirchlichem Boden mit der christlichen Lehre Orientierung zu geben?“

Eine Verunglimpfung christlicher Bürger

„Stattdessen macht sich die Katholische Kirche – wieder mal – zum Handlanger der Politik. Sie bezeichnen die AfD (und ihre Sympathisanten) als ‚Scharfmacher und Fundamentalisten’. Solche Formulierungen setzen bewusst auf Ausgrenzung ja, sie sind Verdächtigung und Unterstellung zugleich. Sie sind eine Verunglimpfung all jener christlichen Bürger, die gewahrt sehen möchten, dass auch zukünftig ein christlich motiviertes Welt- und Menschenbild in der Politik seinen Platz hat. In jüngster Zeit häufen sich ideologisch motivierte Anschläge gegen Personen des öffentlichen Lebens, die klar für die Ehe zwischen Mann und Frau einstehen, sich gegen die Gender-Ideologie aussprechen und für das Vorrecht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder eintreten.“

Welcher Geist hat sich in unser Land eingeschlichen?

„Wo sind wohl Scharfmacher zu suchen? Welcher Geist hat sich in unser Land eingeschlichen? Wo stehen Christen in dieser Zeit? Was kommt auf uns zu? Das sind berechtigte Fragen die sich Christen stellen. Warum Sie allerdings ausgerechnet Christen aufrufen, eine Trennungslinie zur AfD zu ziehen, ist nicht nachvollziehbar. Ihr Handeln ist völlig unglaublich! Mit Ihrer Wortergreifung betreiben sie massiv Politik! Sie versuchen – leicht durchschaubar – die Entscheidung der Wähler zu beeinflussen. Dabei sind doch die Positionen derer, vor denen Sie meinen öffentlich warnen zu müssen, eher die, die als christlich bezeichnet werden können. Wovor soll Ihre Trennungslinie also schützen?“

Zutiefst schockiert, dass die Katholische Kirche einer linksideologischen Politik assistiert

„Die Bundesregierung, respektive die Kanzlerin, hat berechtigte Sorge, ihre politischen Ziele zum jetzigen Zeitpunkt mit hundertprozentiger Sicherheit durchsetzen zu können. Die AfD will man als Hauptkonkurrent mit allen Mitteln verhindern. Dass allerdings Institutionen sowie viele Medien und auch die Kirchen (KK und EKD) sich bereitwillig vor diesen Karren undemokratischer Agitationen spannen lassen, das merken die Leute! Es bleibt niemandem verborgen, dass in vielen Medien immer einseitiger und tendenziös berichtet wird. Es regt sich im Land wachsender Widerstand von Menschen, die sich nicht mehr vom Mainstream, also von der links-grünen medialen Herrschaft, vorschreiben lassen wollen, was sie zu denken haben, übernehmen sollen und was für sie gut und richtig sei. Und die die abwegige Ziele und gesellschaftsfeindliche Programme nicht unwidersprochen hinnehmen möchten. Es schockiert mich zutiefst, dass die Katholische Kirche unverblümt und offenbar ohne Not einer linksideologischen Politik assistiert! …..“

Wer den Glauben entsorgt hat, braucht kein Evangelium vom Kreuz

„Eine bibelferne und angepasste humanistische Institution hat aufgehört Kirche zu sein. Das wurde auch unlängst deutlich, als bei einer ökumenischen Pilgerreise im Oktober (2016) Sie mit EKD-Ratsvorsitzendem Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und EKD-Ratsvorsitzender Präses Annette Kurschus am Tempelberg in Jerusalem das Kreuz ablegten. In gewisser Weise haben Sie konsequent gehandelt: Wer den Glauben entsorgt hat, braucht kein Evangelium vom Kreuz, braucht dann auch das Kreuz nicht mehr. So wurde vielen schockierten Christen klar und deutlich, dass es nicht der Gott der Bibel sein kann, dem hier gedient wurde. Jesus Christus wird einmal als Herrscher wiederkommen. Dort nach Jerusalem, dort, wo Sie als ‚Christen’ dem Islam gegenüber Hingabe und Ergebung demonstrierten und in geflissentlichem Gehorsam das Kreuz abgelegt haben! … Mit freundlichen Grüßen und Gottes Segen Angelika Schäfer“. Was der Kardinal von seinem Pressesprecher hat antworten lassen finden Sie unten im Anhang.**)

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*)  Wenn ich über die AfD schreibe, müssen Sie als Leser wissen, dass ich im März 2013 dieser Partei beigetreten bin – erstmals einer Partei überhaupt. Ich bin überzeugt, dass unser Land diese neue Partei dringend braucht, und möchte daran mitwirken, dass es gelingt. Ich glaube, dass ich innerhalb der Partei meine Vorstellungen von einer grundlegenden Politikwende zunächst besser zur Geltung bringen kann als außerhalb. Ich will also, dass diese Partei in den Bundestag kommt. Neutral bin ich demnach nicht, wohl aber unabhängig und um Objektivität bemüht. Das Urteil darüber muss ich dem Leser überlassen. Das AfD-Grundsatzprogramm finden Sie hier .Dann können Sie sich selbst ein Bild davon machen, was diese neue Partei will und was nicht.“

**) Die Antwort der Pressestelle des Erzbistums München auf das Schreiben von Angelika Schäfer an Kardinal Marx:

„Sehr geehrte Frau Schäfer, haben Sie vielen Dank für Ihre Zuschrift an Kardinal Reinhard Marx, die ich Ihnen als sein Pressesprecher im Auftrag beantworte. Wir erhalten zu seinem Interview immer wieder Zuschriften, die den Text nicht im Original kennen. Deswegen erlaube ich mir, Ihnen zu Ihrer Orientierung anbei die entsprechen Passagen im Wortlaut zuzuleiten.

Kardinal Marx tritt im Interview mit den Nürnberger Nachrichten für eine sachliche politische Debatte ein. Es steht in der Tradition der katholischen Soziallehre der Kirche, dass sich die Kirche ins politische Feld hineinbegeben muss, denn sie ist nicht nur eine reine Kirche des Seelenheils. Weil Jesus der Bruder aller Menschen ist, geht die Kirche und alle Christen das Leben aller Menschen etwas an. Deshalb zeige die Kirche etwa bei Fragen der Gerechtigkeit, der Überwindung der Armut und des Lebensschutzes Linien auf und ethische Prinzipien, betont der Kardinal.

Kardinal Marx hat bislang und auch in diesem Interview die AfD nicht pauschal verurteilt, sondern er fordert grundsätzlich wie in allen anderen Bereichen eine inhaltliche Auseinandersetzung. Allerdings definiert er allgemeine Grenzen politischen Engagements, wo Christen eine rote Linie sehen. Im Interview mit den Nürnberger Nachrichten benennt er als Beispiele für solche Grenzen „Ausländerfeindlichkeit, Verunglimpfung anderer Religionsgemeinschaften, bei einer Überhöhung der eigenen Nation, (…) Rassismus, Antisemitismus, (…) Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt, auch (die) Art und Weise, wie wir miteinander reden“. Er betont, dass überall dort, wo grob vereinfacht werde und Parolen zur Feindschaft beitrügen, ein Christ eigentlich nicht mitmachen könne. Mit Blick auf die politischen Parteien hält der Kardinal allgemein fest, dass diese letztlich selbst „durch Personen und Programme ihre Nähe zur Kirche“ bestimmen.

Ich persönlich meine, dass diese Position unter Demokraten nicht strittig sein dürfte. Unter Christen sowieso nicht.  Mit freundlichen Grüßen Bernhard Kellner, Pressesprecher“



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Kommentare


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9 Kommentare


  1. Klaus Kolbe am 26 Januar, 2017 20:16
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    Wenn Herr Marx meint, von „wir als Christen“ sprechen zu müssen, dann sollte er sich fragen, ob er dazu überhaupt noch die Kompetenz besitzt. Er, der dem Islam (der in ursprünglich christlichen Ländern die überhaupt noch verbliebenen Christen verfolgt, tötet, massakriert, Kirchen schleift) die Tore weit öffnet, kann nicht mehr für das Christentum stehen.
    Das gilt im übrigen auch für einen Herrn Bedford-Strohm.

    Die „Rote Linie“ definiert der Herr Marx also so:
    »Zum Beispiel bei Ausländerfeindlichkeit, Verunglimpfung anderer Religionsgemeinschaften, bei einer Überhöhung der eigenen Nation, bei Rassismus, Antisemitismus, bei Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt, auch bei der Art und Weise, wie wir miteinander reden. Wo grob vereinfacht wird, wo Parolen zur Feindschaft beitragen – da kann ein Christ eigentlich nicht dabei sein. Letztlich bestimmen die Parteien durch Personen und Programme ihre Nähe zur Kirche.“

    Wenn ich das richtig verstehe, unterstellt der Herr Marx dieses alles oder Teile davon der AfD. Er sollte sich fragen lassen, ob er noch bei klarem Verstand ist!

    Das hat mit der Verkündung der christlichen Lehre überhaupt nichts mehr zu tun.
    Er als hoher Vertreter der Katholischen Kirche muß sich nicht wundern, wenn immer mehr gläubige Christen (nicht ihrem Glauben, wohlgemerkt, aber) der Institution Kirche den Rücken kehren. Gilt gleichermaßen auch für die EKD.

    Dazu paßt, daß diese beiden ranghohen Kirchenvertreter bei einem Besuch des Tempelbergs in Jerusalem das Kreuz ablegten.

    Sie haben vor der „feindlichen Übernahme“ durch den Islam wohl schon längst kapituliert.
    Dann sollten sie aber wenigstens soviel Mut haben, dieses den gläubigen Christen zu sagen und danach von ihren wohldotierten Posten zurückzutreten.

    Vielleicht würde ein Neuanfang als Verkünder der Lehre Christi in islamisch dominierten Ländern einen Gesinnungswandel bei ihnen hervorrufen – wer weiß?!

    Ob die Kirche letztendlich der Globalisierung Schützenhilfe leistet, hinsichtlich der Eine-Welt-Regierung oder auch New World Order nun selbst auf eine Einheitskirche (wie immer die auch heißen soll und welchen Glaubens die sein soll) zusteuert – wer weiß das schon …
    Das könnte wohl nur der Vatikan beantworten. Ob der allerdings den gläubigen Christen diesbezüglich reinen Wein einschenken würde, darf doch stark bezweifelt werden.
    Zugegeben, das klingt sehr phantastisch, aber vielleicht sollte man auch diese Option nicht von vornherein ausschließen.

  2. Hans Meyer am 27 Januar, 2017 08:55
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    Die Kirche vertritt IMMER die Meinung der jeweiligen Regierung. Das ist so und war doch schon immer so.
    Sollte die AfD mal die Regierung stellen, hängt man sein Fähnchen nach dem Wind und war auch eigentlich schon immer dafür. Was wollen wir wetten?

  3. addenansed am 28 Januar, 2017 12:48
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    Der Staat treibt die Kirchensteuer ein und bezahlt diese Heuchler.
    USA, EU, BRD beuten ganze Völker aus. Wer sich nicht ausbeuten lässt, wird in einen Krieg verwickelt und bombardiert. Obama hat allein in seiner Amtszeit rund 27000 Bomben abgeworfen. Irak, Afghanistan, Libyen Syrien … wurden teilweise zerstört. Das Schlimme: Unsere Kirchen unterstützen dieses Völkermorden. Alle Flüchtlinge wurden von uns generiert. Presse und Fernsehen verbreiten nur Lügen, um Dummvolk zu schaffen. Ein Glück, das es die AFD gibt.
    Ich glaube, unsere Kirche wird von dieser lügenhaften Politik erpresst.

  4. Jürgen Heinrich am 28 Januar, 2017 14:31
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    Frau Schäfer mißversteht die Katholische Kirche. Diese ist KEINE christliche Kirche. Der Papst ist KEIN Christ und vertritt nur oberflächlich und nach außen angeblich christliche Werte. Es ist nach innen hin eine glasklare Luciferische Kirche in der sich auch Freimaurer sehr wohlfühlen. Das Wort Gottes, wie wir es in der Bibel finden wird dort mitnichten verbreitet.
    Öffnen Sie die Augen!!

  5. Wilhelm Dehm am 30 Januar, 2017 08:54
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    Wie sagt der Herr der Kirche so schön: Man kann nicht zwei Herren dienen! – Reinhard Marx war mein Bischof in Trier. Ich habe ihn hautnah erlebt und buchstäblich “kippen” sehen. Er war an einem Punkt, an dem er sich entscheiden musste – im Fall Hasenhüttl – eine unbequeme Entscheidung zu treffen und sich unbeliebt zu machen, oder mit dem Strom mitzuspielen und sich von den politischen und kirchlichen Eliten auf die Schulter klopfen zu lassen. Wie alle glaubensmäßig mittelmäßigen Prälaten hat er sich entschieden, “Karriere” zu machen. “Karriere” bedeutet in der katholisches Hierarchie aber seit den frühen 60gern gezwungenermaßen, die “Eine-Welt”-Agenda freimaurerischer Gruppierungen durchzudrücken. Die katholische Kirche war als einzige “Weltkirche”, die einzige christliche Organisation, die den NWO-Agenten ein wirklicher Dorn im Auge war, alle anderen christlichen Gruppierungen spielen keine wirklich globale Rolle. Wer sich mit den inneren Kämpfen um die ideologische Vorherrschaft in der katholischen Ideologie auskennt, weiß sehr genau, dass das katholische Dogma schon seit Jahrzehnten nur noch in Nischen überlebt. Nischen, die zudem von der eigenen Hierarchie verfemt und verleumdet werden. In Deutschland gibt es vielleicht noch gerade 10.000 rechtgläubige Katholiken in Frankreich vielleicht 20mal so viele und wenn die Generation der vor 1950 geborenen ausgestorben ist, werden es noch viel weniger sein.

  6. Äolus Windig am 30 Januar, 2017 19:02
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    Die gestellte Gretchenfrage zerfällt in zwei Komponenten :

    - Wollen die Amtskirchen ihre Schäfchen beeinflussen damit sie am Wahlsonntag das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen?
    - Weshalb wird die AfD von den Zeitgeist-Profiteuren bekämpft und wem nützt sie?

    1. Nun wie schon von @Hans Meyer richtig bemerkt hat sich zumindest das Führungspersonal der Kirchen im Lande immer dem Machtblock also der Elite zugehörig gefühlt. Somit stammt die Rhetorik für Kirchgänger aus der gleichen Nebelkammer wie die von Politprofis aus dem rot-rot-grünen Lager. Welcher wahre Christ kann schon etwas gegen soziale Gerechtigkeit haben?
    Weil es UNS doch so gut geht müssen auch immer die Ersparnisse von Hr. Mustermann dafür herhalten. Nie habe ich gehört, daß die Gebirge aus Jetons von anonymen Trusts, Fonds und Stiftungen auf unzugänglichen Offshore-Paradiesen dafür zuständig wären. Wer die wohl betreibt?

    http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/schaeuble-gibt-deutsche-sparguthaben-zur-euro-sicherung-frei-in-unauffaelligem-faz-artikel-a1301935.html

    Letztlich gilt der bekannte Spruch : „Sprach der König zum Priester: Halte du sie dumm, ich halte sie arm.“
    oder die Empfehlung von Reinhard May
    https://www.youtube.com/watch?v=CnZR32sVZ9c

    Interessant wäre es die beträchtlichen Unterschiede zwischen EKD u. röm.kath.Kirche zu analysieren. Erstere ist für mich geradezu (seit Jahrzehnten) die Gebärstation des öko-sozialistischen Gutmenschentums.
    Letztere muß wegen ihrer internationalen Verbreitung viel subtiler agieren. Mal als Verwirrer mal als Vordenker fungieren dabei auch die Soldaten Gottes, welche sich schon länger mit einem „nachkirchlichen Christentum“ beschäftigen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Rupert_Lay
    https://www.rupert-lay.de/books.htm seine Bücher zum Herunterladen

    Spätestens seit Franziskus scheint der Zug in die Eine-Welt-Kirche und den Aufbau einer sie begründenden „universalen“ Moral abgefahren zu sein.
    Was wohl die Jünger Mohammeds davon halten?

    2. Weshalb nun ist diese unfertige Partei AfD das Hassobjekt des dominanten Zeitgeistes?
    Und dies obwohl es völlig egal ist wer das Gesicht dieser Partei gerade ist und man annehmen darf daß sie ohnehin – ursprünglich – ein Netzwurf der CDU war um ihren abtrünnigen „rechten Rand“ für ein wenig CSU-Gefühl zu kapern.
    Jeder dürfte wohl als Kind mal ein Kasperletheater besucht haben. Da gab es den guten Kasper und das böse Krokodil. Die ganze Handlung bestand aus diesem Spannungsfeld. Der Gute war von Anfang an bekannt. Wer also Theater aufführt braucht ein Hassobjekt ebenso wie unkritisches Publikum.
    Spätestens seit der sog. Flüchtlingskrise und mit ihr die nutzlosen, aber immer hektischer werdenden Bemühungen EUROPA ( gemeint die EU-Bürokratie) zu retten, scharten sich auch im Neusprech dauerberieselten Westen des Landes immer mehr um diese Euro-kritische(?) Partei.
    Ein kaum vernehmbares, liberales Zentrum streitet darin mit einem (undiplomatisch-) lautstarken, national-konservativem Flügel um die Macht.
    Ob also die AfD tatsächlich dem sog. Souverän wieder zu mehr Mitsprache verhelfen will kann man hoffen, sicher ist es nicht. Auch Karrieristen wie U-Boote dürften dort ihr noch falsches, weil spalterisches Spiel spielen.
    Wie ehemals die FDP könnte ein starker liberaler Kern bei 15 +/- 5% der Idee anhängen sich als kleiner Koalitionspartner anzubiedern. Der Traum einer starken Fundamentalopposition gegen eine infantil-utopistische Internationale aus „alle Menschen werden Brüder“ – gesponsert von den Oberbrüdern, wäre ausgeträumt.

    Nichtsdestotrotz, im Moment noch wirkt die AfD – egal in welchem Zustand – wie der sprichwörtliche Sand im Getriebe beim geschmierten Zusammenspiel von Zahnrädern der Blockparteien. Sie ist für freiheitliche Selberdenker die im selbstbestimmten Eigennutz den Gemeinnutz ihrer Nachbarn (und Schwachen) mehren möchten als Wahloption sozusagen – alternativlos. Wenn dann noch (wie bei D. Trump) unangenehme Wahrheiten über Zeitgeist-Netzwerke publik würden – umso besser.

  7. San Andreas Games am 1 Februar, 2017 00:40
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    Super :) ))

  8. Jürgen Heinrich am 2 Februar, 2017 06:25
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    Interessant wäre es die beträchtlichen Unterschiede zwischen EKD u. röm.kath.Kirche zu analysieren. Das ist alles bereits zigmal passiert. Siehe Prof. Veith “von Kreta nach Malta” bei youtube. Die EKD trennt sich gerade von Jesus Christus, die Kath. Kirche bevorzugt den “besseren” Sohn Gottes, und der heißt gewiss nicht Christus.

  9. Taraxacum am 17 Februar, 2017 19:38
    --------------------------------------------------------------------

    Die Bischöfe der beiden Großkirchen kriegen ihr
    Geld vom Staat. Es ist doch klar, dass sie sich
    der jeweiligen Politik gegenüber konform verhalten.
    Menschen, die die ev. und kath. Kirche verlassen
    haben, müssen die Bischöfe mitbezahlen. Viele
    Ausgetretene wissen das nicht.
    E s muss dringend erreicht werden, dass die
    Kirchen ihre Funktionäre im Bischofsrang selber
    bezahlen.

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