Die AfD geht wieder in die Offensive

Mit Veranstaltungen, neuen Plakaten, Info-Ständen, Werbung – „System-Medien“ gefällt das gar nicht – Eine Rede aus Nordrhein-Westfalen zu den politischen Verwüstungen in Deutschland – Wir sind nicht Dunkeldeutschland –  Gutmenschen-Attitüde allerorten – Multikulti-Bereicherung ist zu 80 Prozent islamische ‚Bereicherung’ – „Schwarz-Rot-Gold sind die Farben unseres Landes, und Schwarz-Rot-Grün sind die Farben, die es ruinieren“ – Wann nach Lenin der Umkehrpunkt erreicht ist

Die AfD hat die Sommerpause genutzt. Nach dem Parteiaustritt der Bernd-Lucke-Truppe und deren Anhänger sind in ihren Landes- und Kreisverbänden die Vorstände ohne Aufsehen neu besetzt worden. Nun ist diese Pause vorbei, und die AfD hat sich in der politischen Öffentlichkeit mit einer „Herbstoffensive 2015“ wieder zurückgemeldet; ihre wiedergewonnene Geschlossenheit und Schlagkraft müsse jetzt wieder sichtbar werden. Den Startschuss dazu hat sie am 7. September im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin mit einer Pressekonferenz gegeben. Die „System-Medien“ reagierten darauf teils mit Schweigen (wie die FAZ), teils böswillig verzerrend und verunglimpfend: „Rechts wie nie“ (ZEIT-Online hier), „Die Stunde der rechten Scharfmacher“ (Handelsblatt hier) und „Aus der Flüchtlingskrise Profit schlagen“ (Tagesschau.de hier).  Ein Beispiel für auch sachliche Berichterstattung bietet die Berliner Zeitung  hier.

Auf der Straße mit den Bürgern ins Gespräch kommen

Mit der Aufforderung an die politischen Gegner „Es ist Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen – Asylchaos und Eurokrise stoppen“ will die AfD in einer „bundesweiten Großkampagne“ die Bürger und Wähler informieren und „politisch wieder zum Angriff übergehen“. Es soll die größte Offensive werden, die die AfD außerhalb von Wahlkampfzeiten bislang auf die Beine gestellt hat. In den nächsten Wochen finden bundesweit Veranstaltungen statt, und es gibt eine neue Plakataktion. Aber vor allem will die Partei auf die Straße gehen: mit Info-Ständen in allen größeren Orten und mit allen Kreisverbänden. Sie möchte mit möglichst vielen Bürgern wieder ins Gespräch kommen. Daneben läuft eine Werbung im Internet und in den Medien.

Eine Rede, die nicht untergehen sollte

Zugegeben, ein „Reißer“ ist das für Medien von heute nicht gerade, zumal derzeit das alles beherrschende Thema der Flüchtlingsansturm ist. Doch sollte darüber eine Rede aus der AfD zur Entwicklung in Deutschland trotzdem nicht untergehen, eine Rede zu den politischen Verwüstungen in Deutschland. Die Medien werden darüber gewiss nicht berichten. Darum werde ich sie hier wiedergeben. Gehalten hat die Rede Martin Renner auf dem Landesparteitag der AfD Nordrhein-Westfalen, der am 29. und 30. August in Bottrop stattgefunden hat. Martin Renner ist AfD-Gründungsmitglied und einer der beiden Sprecher dieser Landespartei. Renner zeigt auf, wo die AfD seiner Ansicht nach steht und wofür sie sich engagieren sollte. Er hat ihr den Titel gegeben „Wir sind nicht Dunkeldeutschland“. Hier ist die Rede (mit nur wenigen Auslassungen) im Wortlaut, in Gänze hier zu finden. Die Zwischenüberschriften sind von mir eingefügt.*)

Die katastrophalen Folgen der Euro-Rettungsschirme

„Warum gibt es denn die Alternative für Deutschland? Ja, sicher, wegen des verunglückten Währungsexperiments Euro und den katastrophalen Folgen der Euro-Rettungsschirme. Den verheerenden Auswirkungen dieser Rettungsschirme auf unsere Geldwertstabilität, unsere Sparvermögen und unser ganzes Finanzsystem. Das auch.

Die Verwüstungen in allen Teilen des Politischen in Deutschland

Eine Gruppe von Gründungsmitgliedern der AfD und ich hatten in der Geburtsstunde der Alternative für Deutschland ein grundsätzliches Basispapier zur Beschreibung der zu besetzenden politischen Felder vorgelegt. Doch daraus resultierten – leider schon sehr früh – Differenzen mit Herrn Lucke. Wir beschrieben die Verwüstungen in allen Teilen des Politischen in Deutschland. Wir beschrieben das Konstrukt EU und den damit einhergehenden Verlusten an den Souveränitätsrechten der Bürger. Wir analysierten die beabsichtigte Entnationalisierung der Staatsvölker und die gewollte und gezielte Abschaffung der nationalen Identitäten. Und stellten sehr systemkritische Fragen nach dem Nutzen und fragten nach dem Nutznießer solcher politischer Konzeptionen.

Die AfD muss deutsche Interessen in allen Bereichen formulieren

Was für eine EU soll es denn sein? Wenn der Bürger keine Souveränität und die Institutionen keine demokratische Legitimation mehr haben. Wenn das Recht permanent gebrochen wird. Wenn die Bürger zu ‚Systemsklaven’ gemacht werden sollen, ohne Herrschaftsrechte und nur noch mit Funktionspflichten. Soll und muss es eine Leitkulturdebatte geben? Demographie, Energiepolitik. Sicherheits- und Außenpolitik waren weitere Bereiche. Doch, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Aufgaben an die Alternative für Deutschland sind sehr viel schwerwiegender und gehen sehr viel weiter. Für Deutschland. Die Alternative. Das steht doch schon im Namen. Die Alternative für Deutschland muss deutsche Interessen in allen Bereichen des Politischen formulieren.

Die wichtigste Aufgabe: das Bewahren der nationalen Identität

Und die vornehmste und wichtigste Aufgabe unserer Partei ist: die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung der nationalen Identität. In der Kulturanthropologie nennt man für den Begriff „Heimat“, die Trinität von „Gemeinschaft, Raum und Traditionen“. Die Bewahrung dieser Trinität ist gemäß der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen ein unveräußerliches Grundrechtsgut. Die Alternative für Deutschland hat also die Pflicht zur Formulierung der deutschen Interessen, ganz allgemein, und die Formulierung der Interessen für die werteschaffenden Milieus, im Besonderen.

Aus Schwarz-Rot-Gold wurde Schwarz-Rot-Grün

Denn eines ist doch wohl unumstritten. Die Verwüstungen, angerichtet durch die etablierte Politik, gehen überwiegend zu Lasten der werteschaffenden Milieus, wobei ‚werteschaffende Milieus’ nicht nur diejenigen sind, die einen monatlichen Gehaltsscheck in Empfang nehmen können. Für uns steht fest: Schwarz-Rot-Gold sind die Farben unseres Landes und Schwarz-Rot-Grün sind die Farben, die es ruinieren. Wir müssen also erkennen, wer unsere Gegner sind. Wir erleben seit nunmehr siebzig Jahren eine geplante und unerbittlich geführte Dekonstruktion unseres nationalen und kulturellen Erbes und damit unserer Identität, die die Schaffung einer „neuen Gesellschaft“ ermöglichen soll. Diese Dekonstruktion verlief in aufeinander folgenden Etappen:

Ein Instrument der psychologischen Kriegsführung

Re-Education. Ein Instrument der psychologischen Kriegsführung. Es sollte die Tradition, die Sprache, die Kultur in Deutschland zerstört werden. Auch durch eine immerwährende Schuldanerkenntnis und – dies ist zutiefst unmenschlich – auch generationenübergreifend. Dieser Plan zur Re-Education verlief sehr erfolgreich. Sprechen wir heute doch schon von einem ‚Schuldkult’ der Deutschen.

Die neomarxistische Ideologie in Frankfurt

Frankfurter Schule. Eine Einrichtung zur Theorieentwicklung der neomarxistischen Ideologie. Besonders im Blick, die Auslöschung der christlich-abendländischen Basierung unserer Gesellschaft. Also eines unserer wertegebenden Fundamente unserer Gesellschaft.

Die Hochschulen und die evangelische Kirche als Agitationszentren

Marxistische Kulturrevolution der 68er. Wir erleben hier die reale Umsetzung der theoretisch formulierten Ansätze der Frankfurter Schule eines Horkheimers und Adornos. Die 68er machten sich auf, zum Marsch durch die Institutionen. Sie erkannten die strategische Wichtigkeit der Positionen als Multiplikatoren im öffentlichen Raum. So machten sie die Hochschulen und Schulen zu Agitationszentren ihrer Ideologie. Pastoren besetzten die Kirchenkanzeln und predigten dort vom Heil der ‚neuen’ Gesellschaft. Derart ideologisiert, dass heute die evangelische Kirche zu nichts anderem mehr taugt, als eine politische Vorfeldorganisation der Roten und Grünen zu sein. Von der Verkündung der frohen Botschaft des Christentums ist nichts mehr geblieben.

Gutmenschen-Attitüde allerorten

Grünökologisch-alternative Bewegung. Diskursraumverengung. Tantenhafte Ermahnungssprache. Toleranz nur gegenüber denjenigen, die sich sprungbereit dem Meinungsdiktat unterwerfen. Gutmensch-Attitüde allerorten. Ich rette die Welt, mache die Menschen zu ‚guteren’ Menschen, allerdings mit dem Geld anderer Leute. Die dafür um so mehr schuften müssen. So auch jetzt wieder, im Bereich Zuwanderung. Obwohl alle wissen, dass wir uns mit der aktuellen Interpretation des Asylrechts – auch als Beugung zu bezeichnen – das Chaos, die Korruption, die Barbarei und die Dysfunktionalität der Dritten Welt in unser Land, in unsere Heimat, holen werden.

Multikulti-Bereicherung ist zu 80 Prozent islamische „Bereicherung“

Multikulturelle Bekehrung. Milton Friedmann, Nobelpreisträger, schreibt: ‚Ein Staat kann ein Sozialstaat sein. Ein Staat kann offene Grenzen haben. Aber niemals beides zusammen. Das Sozialsystem wird sehr schnell unheilbar zerrüttet und unfinanzierbar, wenn man dieses nicht beherzigt.’ Man redet uns ein, ein multikulturelles Deutschland wäre bunt. Nein, die Lüge könnte nicht größer sein. Multikulti ist trist, denn die ‚Bereicherung’ ist zu 80 Prozent eine moslemische Bereicherung. Ein Islam, mit Koran und Scharia, der seine Herkunftskultur für wertvoller hält als die Kultur der aufnehmenden Gesellschaft. So entsteht eine Gegenkultur, die irgendwann – vermutlich recht zeitnah – mit unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung in Kollision geraten wird. Über die Härte der dann zu erwartenden Auseinandersetzung braucht man nicht zu spekulieren.

Wir von der AfD sind für die dringliche Wende die bürgerliche Avantgarde

Die AfD hat die Aufgabe, die Überwindung der linksideologischen Indoktrination unserer Gesellschaft in Angriff zu nehmen. Darauf bin ich stolz – und Sie doch sicherlich auch –, dass die AfD die letzte Chance sein wird, die schon von Kohl in 1980 versprochene und so dringend benötigte „geistig-moralische Wende“ herbeizuführen. Die CDU konnte dieses aus Taktik und Feigheit nie leisten. Zu verlockend war es für die Schwarzen mit dem „C“ im Namen, sich dem Zeitgeist hinzugeben und neue Koalitionsperspektiven zu eröffnen, als standhaft das Eigene zu bewahren. Wir von der AfD sind die bürgerliche Avantgarde. Wir müssen das bleierne Biedermeier unserer Zeit überwinden.

Wann nach Lenin der Umkehrpunkt erreicht ist

Ich habe zeitlebens in der strategischen Kommunikation für internationale Konzerne gearbeitet. Und deshalb weiß ich: Wir, als Partei der bürgerlichen Avantgarde, müssen die Bastei, den Wehrturm der öffentlichen Meinung, belagern und erobern. Wie aber erobern wir diesen metapolitischen Raum? Den Raum der öffentlichen und veröffentlichten Meinung? Schenken wir doch einfach Lenin, einem ausgewiesenen Experten revolutionärer Situationen, ein wenig Vertrauen. Er meinte, dass der Umkehrpunkt dann erreicht sei, „wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen.“ Die oben können schon lange nicht mehr. Das sehen wir täglich. Wir müssen dafür sorgen, dass die unten nicht mehr wollen.

Wir sind nicht Dunkeldeutschland

1. Wir bestimmen die Themen selbst! Wir lassen es nicht zu, dass unsere Themen von den Meinungsgouvernanten missbilligend verworfen werden. Wir sprechen über das Schächten, über Beschneidung, über Islamisierung, über Zuwanderung, über Rentenraub, über die Verstümmelung der sozialen Marktwirtschaft, aber auch über den Hass aufs eigene Volk, den viele Rote und Grüne ganz freimütig über das Land und seine Bewohner kübeln.

2. Wir setzen die Sprache so ein, wie wir es für richtig halten! Denn Sprache ist die Physiognomie des Geistes. Wir sagen Asylantragsteller, wenn es sich um solche handelt. Aber nicht jeder hierher Kommende ist ein Flüchtling und nicht unbedingt und in jedem Falle ein Vertriebener. Neusprech und Doppeldenk sind keine rhetorischen Figuren unserer Sprache. Im Gegenteil, wir decken diese Sprachverhüllungen, die eigentlich Denkverhüllungen sind, bei unseren Gegnern auf.

3. Wir kämpfen um die Köpfe! Wir machen den eher unpolitischen konservativen „Bourgeois“, der sich für nicht viel mehr als seine individuelle Behaglichkeitszone interessiert, zum politischen, am Gemeinwohl orientierten „Citoyen“.

4. Wir lieben die Provokation! Wir setzen die Provokation gezielt ein und dekuvrieren den öffentlichen Diskurs als Herrschaftsinstrument. Wir machen das Machtkartell der Parteien und Medien lächerlich, wo immer wir es können. Öffentliche Auftritte sind für uns nicht dazu da, dass wir das feine und perfide Spiel der Vernebelung mitspielen, sondern dafür, dass wir durch vorbereitete Sprach-Provokationen diese Spielchen beenden.

5. Wir erliegen nicht der Political Correctness! Und schon gar nicht im Umgang mit uns selbst. Wir verfallen niemals wieder in die Un-Kultur der Abgrenzeritis. Wir akzeptieren nicht die Kampfbegriffe unserer Gegner und schon gar nicht im eigenen innerparteilichen Diskurs.

Meine sehr verehrten Damen und Herren. Wir sind nicht Dunkeldeutschland. Wir sind nicht Pack. Wir sind Deutsche. Und wir sind die Alternative für Deutschland.“

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*) Wenn ich über die AfD schreibe, müssen Sie als Leser wissen, dass ich Mitglied dieser Partei bin, erstmals einer politischen Partei überhaupt, und daher befangen sein kann. Aber ich bin zugleich auch journalistischer Beobachter, der in dieser Rolle sich bemüht zu registrieren, was zu registrieren eine journalistische Aufgabe ist.

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7 Gedanken zu “Die AfD geht wieder in die Offensive”

  1. spricht mir aus dem Herzen,
    habe gestern meinen Antrag für die AfD abgeschickt.

    Dann schaun wir mal, wie meine Landsleute in BW im März 2016 abstimmen werden.

  2. >>Wir erleben seit nunmehr siebzig Jahren eine geplante und unerbittlich geführte Dekonstruktion unseres nationalen und kulturellen Erbes und damit unserer Identität, die die Schaffung einer „neuen Gesellschaft“ ermöglichen soll<<.

    Den diesbezüglichen Vogel schießt natürlich unser künftiger Ehrensold-Bezieher ab, indem er die deutsche Nation „neu definiert“ wissen will:

    „Gauck will deutsche Nation neu definiert wissen
    31.08.2015 Für Bundespräsident Gauck müssen die Deutschen ihre Nation neu definieren. Man solle Abschied nehmen von einem Land, daß »sehr homogen ist, in der fast alle Menschen Deutsch als Muttersprache haben, überwiegend christlich sind und hellhäutig« sind“.

  3. Eine hervorragende politische Situationsanalyse. Auch ich bin der Meinung, dass sie zwingend in die Landeshomepage der AfD Schleswig-Holstein aufgenommen werden sollte!

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