Ehe muss bleiben, was sie immer war

Keine für alle Paare – Ehe ist nur die zwischen Frau und Mann – Nur Gleiches ist gleichzubehandeln, Ungleiches nicht – Eine Diskriminierung liegt daher nicht vor – Es geht um eine Kernfrage der Gesellschaft – Die „eingetragene Lebensgemeinschaft“ als Rechtsinstitut muss für gleichgeschlechtliche Paare genügen

Ehe zwischen Mann und Mann? Ehe zwischen Frau und Frau? Also so wie eine Ehe zwischen Frau und Mann, die unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes (Artikel 6) steht? Sollen diesen Schutz künftig auch gleichgeschlechtliche „Ehen“ bekommen? Gleichgestellt ist zwischen den beiden Formen der „Lebenspartnerschaft“ sogar schon viel. Aber soll die unnatürliche „Homo-Ehe“ der natürlichen Ehe wirklich in Gänze gleichgestellt werden? Von politischen Parteien in Deutschland ist das in der Tat gewollt. Die Linke ist dafür, die Grünen sind es, auch die Freidemokraten.1) Gerade hat der Bundesrat den Bundestag aufgefordert, die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, und einen Gesetzesentwurf für Gleichstellung von Homo-Paaren  auf den Weg gebracht (hier). Inzwischen werben auch Unionspolitiker für die Homo-Ehe.2) Der Widerstand in der CDU bröckelt.3) Nötig ist Widerstand durchaus, aber gegen die Gleichstellung. Nur Gleiches ist gleichzubehandeln, Ungleiches nicht.

Vielfältiger Widerstand gegen die Gleichstellung

Der Widerstand gegen die Gleichstellung findet vielfältig durchaus statt, zum Beispiel von der Initiative Familienschutz in Berlin (hier). Sie ist ein Teil der bürgerlichen Basisbewegung Zivile Koalition e.V. (ebenfalls in Berlin).4) Die Familienschutz-Sprecherin, Hedwig Freifrau von Beverfoerde, verweist auf den Bundestagsabgeordneten Volker Beck (Die Grünen). Dieser bombardiere die Merkel-CDU/CSU mit seiner Homo-Community, um die „Ehe für alle“ zu erzwingen. Beverfoerde fordert zum Gegenhalten auf:

Was uns die Ehe-für-alle-Lobby einreden will

„Die Ehe-für-alle-Lobby will uns einreden, der Zug sei ohnehin nicht mehr aufzuhalten, und die ‚Öffnung’ der Ehe käme auf jeden Fall – früher oder später. Das ist natürlich blanker Unsinn! Wir leben (noch) in einem souveränen Staat und werden es keineswegs hinnehmen, dass eine gut organisierte Lobbygruppe den Begriff der Ehe zerstört. Die Ehe kann nicht ‚geöffnet’ werden, weil es gerade das Wesen der Ehe ist, lebenslanger Bund zu sein zwischen einem Mann und einer Frau, um gemeinsam Kinder zu zeugen und aufzuziehen – eine Familie zu gründen. Das gilt auch dann wenn die Absicht des Kinderbekommens sich nicht erfüllt.“

Was bei der Ehe für Homo-Paare besonders schwerwiegend wäre

Und weiter: „Eine ‚Öffnung’ der Ehe für Gleichgeschlechtliche oder Polyamore*) oder in direkter Linie Verwandte oder leibliche Geschwister oder… wäre reiner Etikettenschwindel. Damit wäre da, wo Ehe (für alle) draufsteht, schlicht und ergreifend nicht mehr Ehe drin. Diese Wahrheit kann auch eine Volksabstimmung nicht ändern. Lassen wir uns also nicht beirren!“ Wenn die Ehe für alle „offen“ sei, dann gebe es keinen Grund mehr, warum nicht auch drei oder mehr Personen den staatlichen Bund fürs Leben schließen sollten. Aber besonders schwerwiegend sei, daß mit der „Ehe für alle“ unausweichlich die bislang strafbare Leihmutterschaft (Kinderhandel) legalisiert werden müsse, damit Männerpaare ihr „Recht auf ein eigenes Kind“ bekämen.

Erst 23 000 Unterschriften gegen schon 91 000 der Homo-Ehe-Befürworter

Am 10. Juni schrieb Frau von Beverfoerde: „Unseren Gemeinschafts-Appell »Ehe bleibt Ehe«  an Angela Merkel haben bereits über 23.000 Menschen unterschrieben. Das ist ein starker Auftakt! Viele haben bereits die Sammellisten genutzt und in ihren Gemeinden, im Freundes- und Bekanntenkreis Unterschriften für den Erhalt der zivilen Ehe gesammelt und zurückgeschickt. Ganz herzlichen Dank dafür! Es können, sollen, müssen aber noch viel mehr Menschen werden – denn die Gegenseite hat bereits über 91.000 Unterschriften für die ‚Ehe für alle’ zusammengebracht! Wenn Sie es noch nicht getan haben, dann unterschreiben Sie deshalb jetzt hier den Appell »Ehe bleibt Ehe!« und verbreiten Sie ihn an alle Interessierten weiter. Die Öffnung des Ehe-Instituts für Homosexuellen-Paare würde das Kind seines natürlichen Rechts auf Mutter und Vater berauben und Volladoption, künstliche Befruchtung und insbesondere die Legalisierung von menschenunwürdiger Leihmutterschaft zur Folge haben. Das dürfen wir nicht zulassen!“ 

Wer die Ehe für Gleichgeschlechtliche öffnet, muss sie für alle Paare öffnen

Der Journalist Ralf Schuler schrieb am 27. Mai in der Bild-Zeitung unter anderem: „Zwei Geschlechter sind das Grundprinzip allen Lebens auf diesem Planeten. Deshalb ist die Ehe mit keiner anderen Gemeinschaft vergleichbar. Sie bringt Blutsbande zwischen den Generationen hervor, die stärker sind als alles andere und unsere Gesellschaft zusammenhalten…. Andere Lebensformen sind anders. Wir sollten uns in unseren Unterschieden respektieren, nicht durch oberflächliche Gleichmacherei. … Wer die Ehe öffnet, muss sie für alle öffnen: Homo-Paare, Trans-Gender, Transsexuelle, Geschwister, Eltern und ihre erwachsenen Kinder, alle verantwortlich Liebenden – und warum eigentlich nur zwei? … Darum: Stärken wir Ehen und Familien, akzeptieren wir jede Beziehung als etwas Wertvolles, auch wenn es keine Ehe ist.“ Die Überschrift lautete: „Die Ehe zwischen Mann und Frau ist einzigartig.“ Der ganze Beitrag hier.

Strikt gegen die Homo-Ehe: Annegret Kramp-Karrenbauer

Die CDU-Ministerpräsidentin im Saarland, Annegret Kramp-Karrenbauer, lehnt eine Einführung der Homo-Ehe strikt ab. Diese werde die Tür für weitere Forderungen öffnen, darunter die nach der Ehe mit engen Verwandten oder zu dritt (hier). Dafür ist sie auf breiter Front kritisiert worden. Vor allem die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi ist über sie hergefallen: Damit habe die Debatte über die „Ehe für alle“ einen neuen Tiefpunkt erreicht (hier). Eine Berliner Anwältin, Sissy Kraus mit Namen, hat Frau Kramp-Karrenbauer sogar wegen Volksverhetzung angezeigt (hier). Doch hat das die Ministerpräsidentin nicht beirrt (hier). Auch andere in der Union lehnen eine „Ehe für alle“ ab (hier).

„Jedes Kind hat ein Recht auf Vater und Mutter“

Unter der Überschrift „Ehe bleibt Ehe“ schreibt die Bürgerbewegung und eingetragene Stiftung CitizenGo (hier): „Jedes Kind hat ein Recht auf Vater und Mutter. Denn es ist unsere Natur, dass der Mensch aus dem Liebesakt eines Mannes mit einer Frau gezeugt wird. Die Ehe bildet dafür seit jeher den verbindlichen Rahmen – in allen Gesellschaften, Kulturen und Religionen. Die Ehe ist Keimzelle der Familie und damit Keimzelle des Staates. Allein aus diesem Grund stellt unser Grundgesetz Ehe und Familie unter den besonderen staatlichen Schutz und nicht um andere Lebensgemeinschaften zu diskriminieren.“

Aufruf zur Petition gegen die „Ehe für alle“

CitizenGo nennt sich „eine Gemeinschaft aktiver Bürger, die sich weltweit für das Leben, die Familie, die Freiheit und für Grundrechte einsetzt“. Auch sie hat aufgerufen zur Unterzeichnung einer Petition an Kanzlerin Merkel und die Faktionsvorsitzenden Volker Kauder (CDU) und Thomas Oppermann (SPD). Darin heißt es: „Nach dem irischen Referendum zur Gleichstellung der ‚Homo-Ehe’ ist in Deutschland die Auseinandersetzung über diese Thematik erneut heftig aufgeflammt. Viele Journalisten und Interessenvertreter, aber auch manche Politiker fordern die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und immer heftiger eine ‚Ehe für Alle’ – ohne klar zu sagen, wo und wie dieses ‚Alle’ eingegrenzt werden soll. Mit Artikeln, Fernsehbeiträgen, Petitionen usw. wird Druck auf Sie und Ihre Fraktionskollegen ausgeübt, entgegen den von Ihren Parteien gültig geschlossenen Vereinbarungen des Koalitionsvertrages den Ehebegriff zu revidieren, die Ehe für ‚Alle’ zu öffnen, die von der Koalition aus SPD und Grünen vor einigen Jahren eingeführte Rechtsinstitution der ‚eingetragenen Lebenspartnerschaft’ aufzugeben und alle auf Dauer angelegten Partnerschaften der Ehe von Mann und Frau völlig gleichzustellen.“

Weiter heißt es im zu unterzeichnenden Petitionstext (hier): „Im Sinne einer echten Toleranz, die letztlich nur da möglich ist, wo Unterschiede klar erkannt werden, bitte ich Sie eindringlich:

– Weisen Sie den Versuch der Niedersächsischen Landesregierung, die „Ehe für Alle“ über eine Bundesratsinitiative erreichen zu wollen, zurück.

– Setzen Sie sich für den unbedingten Erhalt des Art. 6 Abs. 1 und 2 GG ein, der die Ehe als Verbindung eines Mannes mit einer Frau als Keimzelle der Gesellschaft definiert und unter den besonderen Schutz des Staates stellt.

– Stellen Sie klar, warum die Institution der Ehe als Verbindung eines Mannes und einer Frau andere Formen des Zusammenlebens, die im Gegensatz zu dieser aus sich selbst keine Kinder hervorbringen können, nicht diskriminiert.“

„CDU-Abgeordnete, zeigt Rückgrat – endlich einmal“

Die von mir schon verschiedentlich zitierte Karin Zimmermann5) schrieb am 29. Mai unter anderem: „Die Gleichberechtigung von Mann und Frau, wie sie in Artikel 3 (2) GG gefordert wird, ist hierzulande seit Jahrzehnten Realität und zwar in Theorie und Praxis. Es gibt daher keinen Handlungsbedarf. Bei Zuwanderern islamischen Glaubens ist sie dagegen nicht selbstverständlich. Insofern ist Artikel 3 (2) GG keineswegs überflüssig. In Artikel 6 stellt unser Grundgesetz Ehe und Familie ausdrücklich unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Es besteht kein Zweifel: Unter Ehe und Familie sind gemeint: Vater, Mutter und Kind(er). Sonst nichts. …. Auch wenn sich die Iren entschieden haben, die Ehe auch für Homo-Paare freizugeben, kann das kein Maßstab für die ganze Welt sein. Ein Fehler, der von vielen begangen wird, bleibt dennoch ein Fehler. … Daher: CDU-Abgeordnete – zeigt Rückgrat – endlich einmal!“

Immerhin Volker Kauder spricht Klartext – noch

Immerhin, der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Volker Kauder, hat es gezeigt. Die FAZ berichtete am 28. Mai über ein Gespräch mit ihm. Darin habe er seine Haltung in drei Sätzen deutlich gemacht: „Satz eins: ‚Für mich ist die Ehe im Sinne des Grundgesetzes die Verbindung von Mann und Frau.’ Satz zwei: ‚Die sogenannte Homo-Ehe, also die Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Verbindungen, lehne ich ab – auch weil ich die Volladoption durch Lebenspartner nicht für richtig halte.’ Satz drei: ‚Eine Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare durch ein einfaches Gesetz, so wie sie jetzt in der Diskussion gefordert wird, ist auf Grundlage der bisherigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts höchst problematisch.’ Manches spricht dafür, dass Kauder seine Bemerkungen mit der CDU-Vorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel, abgestimmt hat.“ Hoffentlich knicken Kauder und Kanzlerin eines Tages nicht doch noch ein.

Kanzlerin Merkels bisherige Haltung

Die FAZ hat im gleichen Bericht vom 28. Mai daran erinnert, dass sich Angela Merkel in den vergangenen Jahren schwer damit getan hat, rechtlichen Angleichungen von Ehe und Lebenspartnerschaft (zum Beispiel im Steuerrecht) zuzustimmen. Grundsätzliche Erwägungen über das Institut der Ehe würden sich bei ihr mit wahltaktischen Analysen verknüpfen. Denn so viele eingetragene Lebenspartnerschaften gebe es nun auch wieder nicht, als dass sie bei Bundestagswahlen eine Rolle spielten, habe die Analyse gelautet. Keine drei Jahre sei es her, dass Merkel auf dem CDU-Parteitag einem Antrag zugestimmt habe, in dem die „steuerliche Gleichstellung von eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ abgelehnt wurde. Allerdings sei schon damals aufgefallen, dass ein großer Teil der Partei ihrer Vorsitzenden da nicht habe folgen wollen. Etwa 40 Prozent der Delegierten hätten damals für den Gegenantrag gestimmt. In ihm sei gefordert worden, „die steuerliche Benachteiligung von eingetragenen Lebenspartnerschaften zu beseitigen“.

Beim nächsten CDU-Parteitag könnten es Merkel und Kauder schwerhaben

Zugleich gab die FAZ zu bedenken: „Womöglich ahnen Merkel und Kauder auch, dass sie sich schwertun würden, auf dem nächsten CDU-Parteitag im Dezember eine Gleichstellungsdebatte abermals zu gewinnen. Schon plädierte Nadine Schön, eine Stellvertreterin Kauders, für eine ‚intensive’ Debatte. ‚Ich persönlich stehe einer Öffnung der Ehe offen gegenüber’, sagte sie. Manche in der Union sehen schon voraus, dass wie bei Wehrpflicht und Atomenergie auch hier eine Wende bevorstehe – wenigstens so weit, dass sie mit dem nächsten Koalitionspartner vollzogen werden könnte.“

Es geht um eine Kernfrage der Gesellschaft: um ihre Keimzelle

In Sachen Ehe geht es, wie FAZ-Redakteur Reinhard Müller schrieb, um eine Kernfrage der Gesellschaft, um ihre Keimzelle (hier): „Zwar bringt auch nicht jede Ehe Kinder hervor, wie Karlsruhe messerscharf beobachtete, doch ist die Verbindung zwischen Mann und Frau nun einmal die einzige, die Kinder hervorbringen kann. Hier geht es nicht um Antidiskriminierung, sondern um Vaterschaft, Mutterschaft und Kindeswohl. Müsste aus einer kompletten Gleichstellung nicht gefolgert werden, Leihmutterschaft auch in Deutschland zu erlauben? Der neue, überparteiliche Leitsatz, der womöglich bald auch im Grundgesetz steht, lautet: Familie ist da, wo Kinder sind. Aber die Samenbank ist nicht die Keimzelle der Gesellschaft. Ist das konservativ? Wer Fortschritt will, braucht Vater, Mutter, Kinder.“

„Von Diskriminierung kann keine Rede sein“

Wer dafür eintritt, gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Ehe von Frau und Mann gleichzustellen, argumentiert gern, auch diese Partnerschaften seien als eine auf Dauer angelegte Verantwortungsgemeinschaft anzusehen. Stelle man sie der herkömmlichen Ehe nicht gleich, sei das eine Diskriminierung. Dazu war im General-Anzeiger am 26. Mai (hier) zu lesen: „Klingt plausibel, ist es aber nicht. Denn derlei Verantwortungsgemeinschaften gibt es viele. Es gibt Kinder, die sich langfristig um ihre pflegebedürftigen Eltern kümmern. Es gibt Geschwister, die beschlossen haben, lebenslang füreinander da zu sein. Alles Formen auf Dauer gestellter Verantwortungsgemeinschaften. Niemand aber fordert hier eine Ehe-Gleichstellung.“ Der Autor des Beitrags, Norbert Wallet, erinnert daran, das nur Gleiches gleichbehandelt werden muss: „Klassische Ehe und Homo-Ehe sind aber nicht gleich. Von Diskriminierung kann also keine Rede sein.“ Die klassische Ehe sei etwas substanziell anderes als eine Homo-Ehe.

Das Ungleiche zwischen klassischer Ehe und „Homo-Ehe“

Was ist das Ungleiche zwischen der Ehe von Frau und Mann und der „Homo-Ehe“? Der Jurist Johann Braun hat das so formuliert: Bei der Ehe geht es „wie bei keiner anderen Beziehung zugleich um die Grundlage der menschlichen Fortexistenz“ (siehe hier). Braun weiter: „Beziehungen, die mit der Überlebensfähigkeit der menschlichen Gesellschaft unmittelbar nichts zu tun haben“,  dürften der Ehe sinnvollerweise nicht gleichgestellt werden. Dies dennoch zu tun – als Vorreiter dieser Entwicklung habe sich in Deutschland unter anderen das Bundesverfassungsgericht betätigt –, sei  ein Indiz für den Verlust aller Überlebensinstinkte, wie er für die westliche Spaßgesellschaft kennzeichnend sei. In einem Kommentar (hier) war zu lesen: „Das BVG hat die Ehe auf Partnerschaft reduziert. Darauf zielt die Gleichstellung. Die natürliche Funktion der Ehe hin zu Familie kommt da nicht vor.  Im alltäglichen Sprachgebrauch ist die Ehe längst ersetzt durch den Begriff Partnerschaft, als wäre sie nur ein Geschäftsmodell. Man achte auf die Sprache: Allein schon das beschönigende Wörtchen ‚Homo-Ehe’ ist ein Unding.“  

Was die „Homo-Ehe“ nicht kann: Nachwuchs in die Welt setzen

Eine trübe Rolle spielt das Bundesverfassungsgericht in der Tat. Auf die hat Konrad Adam (noch einer der drei AfD-Sprecher) hingewiesen, als er gefragt wurde, was denn eigentlich gegen die Homo-Ehe spreche: „Die Gründe, die dafür sprechen, sind schlecht, und das Bundesverfassungsgericht ist mit schlechtem Beispiel vorangegangen. Es hat in seinem maßgeblichen Urteil, das letztlich auf eine Gleichstellung hinauslief, einen logischen Fehler begangen, den es bis heute nicht erklärt hat. Mir hat noch niemand sagen können, wie man den Artikel 6 des Grundgesetzes, das Ehe und Familie aus guten Gründen den besonderen Schutz zusagt, gleichzeitig auf andere Institutionen übertragen kann. Ehe und Familie werden von der Verfassung in einem Atemzug genannt – und das aus guten Gründen, denn nur die Ehe hat die Möglichkeit, sich zur Familie zu erweitern. Mögen auch zwei Partner gleichen Geschlechts heiraten können, so können sie dennoch nicht, was ein gegengeschlechtliches Paar kann: nämlich Nachwuchs in die Welt setzen. Mit der Ehe verbunden ist eben nicht nur ein Status, die Fähigkeit und die Bereitschaft, füreinander einzustehen, sondern auch eine höchst natürliche Funktion. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Funktion überhaupt nicht anerkannt, und das mache ich ihm zum Vorwurf. Das ganze Interview hier.

Die „eingetragene Lebensgemeinschaft“ als Rechtsinstitut muss genügen

Auch Reinhard Müller schrieb: Das Bundesverfassungsgericht habe „als Motor vermeintlichen Fortschritts die Gleichstellung von Ehe und gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft betrieben“. Der Gesetzgeber habe dem begeistert bis empört zugesehen – und jedenfalls nicht gegengesteuert. Dabei sei der Ehebegriff selbst nach dem Willen des einstigen rot-grünen Gesetzgebers gar nicht auf gleichgeschlechtliche Paare anwendbar. Er habe ja ein neues, eigenes Institut geschaffen und die Ehe mitnichten gesetzlich erweitert ebenfalls hingewiesen (FAZ vom 27. Mai, Seite 1). Mit diesem Institut ist die „eingetragene Lebenspartnerschaft“ gemeint. Das ist 2001 gewesen. Damals hat die Koalition von SPD und Grünen die Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften gerade nicht geöffnet, sondern in der „eingetragenen Lebensgemeinschaft“ ein eigenes Rechtsinstitut geschaffen. Diese Rechtsform muss für Homo-Ehen genügen. Solche Partnerschaften dürfen sein, sollen sein, haben ebenfalls ihr Gutes. Volker Kauder hat das so ausgedrückt: „Wenn gleichgeschlechtliche Menschen sich dauerhaft binden und in einer Lebenspartnerschaft füreinander einstehen, ist das ein Gewinn auch für unsere Gesellschaft.“ (FAZ vom 28. Mai 2015, Seite 8).

Ein Kontrastprogramm in der FAS

Wer trotz der Argumente gegen die Homo-Ehe gleichwohl für sie eintritt und dafür nach Begründungen sucht, der findet sie ebenfalls in der FAZ, genauer: in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 2. Juni, im Feuilleton auf Seite 39. Dort setzt sich Stefan Niggemeier für die Gleichstellung von Ungleichem ein. Darin findet sich auch dieser Satz von ihm: „Zu den merkwürdigsten Argumenten von Konservativen gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gehört … die Furcht, sie gefährde die Institution der Ehe oder erodiere sie weiter. Das Gegenteil ist der Fall.“ Als Kontrastprogramm sollte man auch diesen Beitrag lesen. Dessen ganzer Text hier.

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*)  Zu dem Begriff Polyamore siehe hier.

1) Zum Beispiel FAZ vom 14. Februar 2013, Seite 8.

2) FAZ vom 27. Mai 2015, Seite 1: „In den Unionsparteien tauchen auf bundes- und landespolitischer Ebene zunehmend Forderungen auf, gleichgeschlechtliche Partnerschaften mehr noch als bisher rechtlich der Ehe anzugleichen. Mehrere Abgeordnete der Unionsfraktion plädierten dafür, nachdem sich bei einem Referendum in Irland eine Mehrheit für die Einführung der Homo-Ehe ausgesprochen hatte. Darunter waren das CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn, der CDU-Parlamentarier Stefan Kaufmann und der CSU-Abgeordnete Bernd Fabritius.“

3) FAZ vom 28. Mai 2015, Seite 8.

4) Als Leser meiner Beiträge müssen Sie wissen, dass ich seit Anbeginn Beiratsmitglied dieser Bewegung bin.

5) Karin Zimmermann, Jahrgang 1941, ist eine sachkundige couragierte Frau, die sich mit zahlreichen politischen Themen befasst und sich öffentlich dazu äußert. Beruflich ist sie nach eigenen Angaben viele Jahre im PR-Geschäft tätig gewesen, ihr Lehrberuf war Stenokontoristin. Sie wurde zusammen mit Mutter, kleiner Schwester und ihren Großeltern am 26. Juni 1945 vom elterlichen Bauernhof in Morrn (Kreis Landsberg an der Warthe, Ostbrandenburg) vertrieben. Sie war damals drei Jahre alt. Sie schreibt: „Meine Familie – eine normale Bauernfamilie – hatte mit den Untaten des nationalsozialistischen Regimes nichts zu tun. Im Gegenteil. Ich verfüge über die Erklärung einer ehemaligen Dorfbewohnerin von Morrn, wonach mein Großvater als Bürgermeister von den Nationalsozialisten abgesetzt wurde, weil er ihnen nicht ‚linientreu’ genug war.“

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1 Gedanke zu “Ehe muss bleiben, was sie immer war”

  1. Glückliche Familien
    „Sowohl Patriarchat wie auch Matriarchat sind Lügengebäude. Feminismus hat manch eine Frau auf höchst perfide Weise verleitet, ihren vermeintlich vertrottelten Mann zu dominieren und die gesamte Familie unglücklich zu machen. Hat es etwas gebracht außer entzweiten und getrennten Paaren und dem dekadenten Lächerlichmachen der Heterosexualität?“
    Mein Spruch am 13. Juni 2015

    Nicholas Rockefeller: „Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle, weil die Frauen arbeiten gehen. Außerdem wurde damit die FAMILIE ZERSTÖRT, und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unsere Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. Indem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine KAPUTTE GESELLSCHAFT aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere SKLAVEN sind und es auch noch gut finden.“

    Kisten Dunst: Feminism is a Rockefeller Creation – Aaron Russo – Lee Ann McAdoo
    Mit englischen Untertiteln
    https://www.youtube.com/watch?v=ohAW4hP26Qc

    Witz von Oskar Lafontaine:
    „Wie verhütet eine Emanze? Mit ihrem Gesicht!“

    Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz kommt in seinen Auswirkungen auf Staat, Verwaltung und Gesellschaft einem Staatstreich gleich, der direkt in einen tyrannischen Obrigkeits- und Überwachungsstaat führt, wo das Treten der Menschenrechte mit den Füßen zum Alltag gehört. Aber das hatten wir alles schon mehrfach. Wir brauchen uns daher über nichts mehr zu wundern.

    Zitat:
    Praxagora: Keineswegs! Alle Frauen und Männer werden gemeinschaftlich und frei sein; Ehe oder sonstigen Zwang wird es nicht geben.

    Blepyros: Wie aber, wenn mehrere sich um ein schönes Mädchen bewerben, was soll dann geschehen?

    Praxagora: Sicherlich werden sich um eine Schönheit mehrere Männer bewerben, manche stattlich, andere häßlich; aber ehe einer berechtigt ist, sich um eine Schönheit zu bewerben, muß er ein häßliches Mädchen beschlafen.

    Blepyros: Gut. Die Mädchen brauchen also nicht mehr zu befürchten, daß sie ihr Leben lang Jungfern bleiben. Wie wird’s aber den Männern ergehen? Man darf doch annehmen, daß die Mädchen nur den schönen Männern ihre Gunst erweisen werden. Was soll mit den häßlichen Männern geschehen?

    Praxagora: Das Liebesleben der Mädchen wird ebenfalls staatlich reguliert werden. An die Seite der jungen, schönen und stattlichen Männer werden die kleinen, mißgestalteten und untersetzten Männer gestellt werden. Und ehe die Mädchen die Erlaubnis erhalten, sich mit ihren Geliebten zu paaren, müssen sie den von Natur stiefmütterlich behandelten Männern ihre Liebe gewähren … Alle Prostitution wird abgeschafft, die niedrigen Dirnen überlassen wir den Sklaven, so daß für die Bürgerinnen die besten Kräfte aufbewahrt werden…

    Blepyros: Und wie sollen wir dann unsere Kinder erkennen?

    Praxagora: Sie werden nie erkannt werden; alle Kinder werden allen Erwachsenen gehören…

    Kompletter Text hier:
    http://www.dzig.de/Vom_Unfug_der_Gleichbehandlung

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

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