Wie sie mit der Energiewende Geld verbrennen – Wie sich Menschen manipulieren lassen – Eine weltweit einzigartige hausgemachte politische Dummheit – Der erschreckend zunehmende staatliche Regulierungsfuror – Der offene Brief von Ivo Wolz

Mundus vult decipi, ergo decipiatur. Die Welt will getäuscht werden, also wird sie getäuscht. Eine solche Täuschung ist auch die Energiewende. Die Welt, das sind die Menschen, die Bürger. Noch zu viele von ihnen glauben, dass die “Energiewende” notwendig sei, und bringen dafür eine Schafsgeduld auf. Aber Schafe gelten sprichwörtlich nicht nur als geduldig, sondern auch als dämlich. Von dem Physiker Albert Einstein (1879 – 1955) stammt der Ausspruch: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ Ein anderer Physiker, der Däne Niels Bohr (1885 – 1962), hat erkannt: “Alles ist möglich, vorausgesetzt, dass es genügend unvernünftig ist.” Man kann auch sagen: Auf kritiklose Gutgläubigkeit ist schon immer Verlass gewesen. Oder mit Wilhelm Busch: „Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.“

Wie sich die Menschen manipulieren lassen

Um zu erklären, warum sich die Menschen in Deutschland die „Energiewende“ von ihrer politischen Führung aufzwingen lassen, kann man aber auch auf den Zoologen und Verhaltensforscher Irenus Eibl-Eibesfeldt zurückgreifen, der dies herausgefunden hat: „Ich kann im Hirn des Menschen über Indoktrination und dauernde Belehrung Strukturen aufbauen, die diese Menschen gegen ihre Eigeninteressen und gegen die Interessen ihrer Gemeinschaft handeln lassen.“ Nicht manipuliert, aber trotzdem nicht bei Verstand sind auch die (subventionierten) Profiteure der Merkelschen Energiewende-Politik, denn sie wirken daran mit, die deutsche Wirtschaft und das Land zu ruinieren.

Irgendwann muss es doch einmal sitzen

Wenn Sie auf dieser Web-Seite in der linken Spalte unter „Kategorien“ auf das Stichwort „Energiewende“ klicken, dann stoßen Sie dort auf immerhin schon 45 Beiträge. Der folgende Beitrag ist nun der sechsundvierzigste. Aber nicht ich habe ihn diesmal geschrieben, sondern der Diplom-Volkswirt und Energiewende-Kritiker Ivo Wolz.*) Er fasst in überschaubarer Kürze zusammen, was Sache ist. Er hat es in Form eines offenen Briefes getan, und ich gebe ihn hier wieder. Warum? Irgendwann muss es doch einmal sitzen. Und damit es sitzt, muss man es immer und immer wiederholen – diesmal in den Worten von Ivo Wolz. Der Titel und die Zwischentitel stammen von mir.

Eine weltweit einzigartige hausgemachte politische Dummheit

„Es macht einen fassungslos, wenn Teile der deutschen Wirtschaft immer noch vom Erfolg der Energiewende träumen. In diese Richtung deutet jedenfalls eine aus dem Bundesverband der deutschen Industrie kommende Idee zu Plänen für eine Energie-Union: ‚Energiewende und Versorgungssicherheit lassen sich nur europäisch meistern’ (zitiert in: DIE WELT vom 26. Februar 2015). Das hat gerade noch gefehlt. Eine weltweit einzigartige hausgemachte politische Dummheit als Masterplan für Europa, auch wenn laut Sigmar Gabriel ‚die anderen uns für bekloppt halten’? Während der Rest der Welt die Kernenergie ausbaut, baut Deutschland auf Zappelstrom aus Wind und Sonne – gepäppelt mit Abermilliarden für Subventionen, Zwangsabgaben und EU-rechtlich strittige Beihilfen.“

Zwischen Stromschwemme und drohendem Blackout

„Die Mitgift, die Deutschland in eine europäische Energie-Union einbringen könnte, wäre in etwa vergleichbar mit jener Griechenlands in die Währungsunion: statt der erhofften Erfolgsgeschichte ein totales Fiasko. Bezahlbaren, sicheren und sauberen Strom versprach die Klimakanzlerin, geliefert wurden explodierende Strompreise, laufende Eingriffe zur Sicherung der Netzstabilität zwischen Stromschwemme und drohendem Blackout sowie EU-Spitzenwerte bei der Kohleverstromung und den CO2-Emissionen. Eine weitere Dreckschleuder ging vor kurzem bei Hamburg offiziell in Betrieb, während das modernste Gaskraftwerk der Welt in Irsching stillgelegt wird. Nord-Süd-Monstertrassen toppen diesen Irrsinn der deutschen Energiepolitik.“

Die Energiewende vernichtet die vier großen Energiekonzerne

„Gleichzeitig vernichtet die Energiewende die großen Energiekonzerne, die einst Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft waren. Vattenfall bereitet den Rückzug aus Deutschland vor, RWE ächzt unter Schulden, Eon hat sich zerlegt und EnBW schreibt grün-rote Zahlen. Mit ihrem Ende verschwindet auch das Sicherheitsnetz für die ‚Renewable-Unternehmen’, denen es ebenfalls nicht gut geht. Spektakuläre Insolvenzen in der Wind- und Solarbranche, Millionenverluste bei den Stadtwerken und Klagen enttäuschter Anleger überziehen das Land. Sämtliche wissenschaftlich begründeten Stellungnahmen stimmen darin überein, dass die allen marktwirtschaftlichen Prinzipien zuwiderlaufende und hinsichtlich der proklamierten Klimaschutzziele ebenso ineffiziente wie ineffektive EEG-Förderung einzustellen ist. Dazu hört man von der Wirtschaft und ihren Funktionsträgern wenig. Man hat sich untertänigst arrangiert und ist dankbar für die gewährten ‚Strompreisprivilegien’.“

Der erschreckend zunehmende staatliche Regulierungsfuror

„Solange das EEG mit Preis- und Abnahmegarantien als problemloser Geldautomat funktioniert, nimmt man auch den erschreckend zunehmenden Regulierungsfuror einer staatlichen Befehlswirtschaft Merkelscher Prägung in Kauf. Die Energiewende muss einfach ‚gelingen’, weil sich um die Branche der Erneuerbaren ein regelrechter politisch-industrieller Komplex gebildet hat, dessen Hauptinteresse darin besteht, die Pfründen der Ökoprofiteure zu sichern und möglichst auszubauen. Da bietet eine europäische Energieunion nach deutschem Muster neue Chancen, um mit Energie Geld zu verbrennen.“

Man muss es ein Verbrechen nennen

Soweit Ivo Wolz. In der Größeordnung ihrer finanziellen Auswirkung ist die Energiewende vergleichbar mit der Euro-Rettung. So wie diese in Wahrheit eine Banken- und Staatenrettung ist, eine Rettung der Überschuldeten durch Gläubiger, Sparer, Steuerzahler und andere brave Bürger, ist die Energiewende ebenfalls ein Ausbeutungsakt, eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben. Man muss es ein Verbrechen nennen. Wer sie begeht, pflegt man Verbrecher zu nennen. Hier sind es politische Verbrecher, die trotzdem leider nicht dahin entsorgt werden. wohin die einfachen Verbrecher landen und wohin auch sie gehören: in den Knast, wenn auch heutzutage nicht mehr bei Wasser und Brot und in Ketten. White-collar-crime hat’s schon immer besser gehabt.

Wo bleibt die Revolution der Wähler gegen diese Politiker?

Eine sinnvolle und effektive Möglichkeit, um die Bürger und Wähler aus ihrem Dauerschlaf zu reißen sehe ich nur so: Die Wähler müssen merken, dass sie den Strom und alles andere nicht mehr bezahlen können, und diese Politiker, die leider nicht im Dauerschlaf liegen (täten sie es doch bitte), brauchen eine Revolution der Wähler. So eine wie 1988/89 in der DDR, also unblutig. Sonst gilt, was Kurt Tucholsky einst so in Reime gebracht hat.

Sag’ mal, verehrtes Publikum:
Bist Du wirklich so dumm?
Ja, dann …
Es lastet auf dieser Zeit
der Fluch der Mittelmäßigkeit.
Hast Du so einen schwachen Magen?
Kannst Du keine Wahrheit ertragen?
Bist also nur ein Grießbreifresser?
Ja, dann …
Ja, dann verdienst Du’s nicht besser!

Und Napoleon hat wohl doch recht

Es scheint, als haben die Regierenden mit den Deutschen schon immer machen können, was sie wollten. Napoleon immerhin hat sich einmal so über sie ausgelassen:„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen. Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten, ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“

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*) Ivo Wolz, geboren 1934 in Augsburg, hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität München studiert. Erste berufliche Stationen waren wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Beratungsunternehmens und Referent in einem statistischen Landesamt. Von 1965 an Verbandsgeschäftsführer überwiegend im Bereich der Schienenfahrzeugindustrie, bis 2011 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Maschinentechnischen Gesellschaft, zwölf Jahre Stadtverordneter, Inhaber der Bürgermedaille in Gold, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Stellungnahmen zur Tagespolitik (u.a.: “Vom Rettungsschirm zur Notenpresse”, “Fortgeschrittener Ökowahn”). Siehe auch seinen Beitrag „Wie grüne Politik Deutschland ruiniert“ (hier). Ivo Wolz unterstützt den Verein “Rettet den Taunuskamm”. Er lebt in Wiesbaden.



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5 Kommentare


  1. Hans Unland am 6 April, 2015 12:16
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    Hallo Herr Dr. Krause.

    Wie Sie es schon anklingen ließen; es ist alles hinlänglich bekannt. Auch in der Politik. Nur wird es niemand zugeben, geschweige denn etwas ernsthaft unternehmen wollen. Es hängt zwischenzeitlich zuviel investiertes Geld drin.

    Der private Verbraucher subventioniert unzuverlässigen Flatterstrom, der – wenn die Sonne scheint und der Wind ausreichend weht – sogar ins Ausland verklappt werden muss. Zudem stehen viele Weitere in den Startlöchern, die auch aus dem Topf versorgt werden wollen.

    Eine sichere Einnahmequelle, dank rot-grün initiierter Planwirtschaft.

    MfG
    Hans

  2. Intellektuelles Weichei am 6 April, 2015 18:36
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    Ah, ich freue mich immer von guten alten Eibl-Eibesfeldt zu hören – ist der heute überhaupt noch aktuell? Sei es drum … Der Artikel hier hat natürlich erst einmal ein paar grundlegende Fehler, zum Beispiel bestand das Rückgrat deutscher Energieversorgung aus den unzähligen kleinen Stadtwerken von denen nicht wenige an die großen Energieriesen verscherbelt wurden. Als zweites Beispiel sei der CO2-Vergleich genannt. Das Klimawandelargument überrascht in einem solchen Artikel zwar, taugt aber ohnehin nichts. Ob Kohle oder Gas ist für das Klima ziemlich egal. Entgegen dem von der Industrie verbreiteten Irrglauben ist Gas keine umweltschonende Alternative zur Kohle.

    Eigentlich ist aber der ganze Artikel überflüssig, da er eine falsche Annahme als Grundlage hat. Die Energiewende ist nicht von oben verordnet, sondern kann auf den Druck von unten (mit tatkräftiger Unterstützung aus Fukushima) zurückgeführt werden. Wer also dem Ganzen kritisch gegenüber steht, sollte besser argumentieren, dass sich die Politik gebeugt hat. Allgemein wäre man allerdings klüger beraten mit etwas mehr Zuversicht und Stolz auf ein beispielloses Projekt hinzuweisen, das Deutschland eine weltweite Führungsrolle einbringen wird.

  3. QDE am 6 April, 2015 19:56
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    Wenn sie meinen? Ich sehe es anders!
    Schöne Grüße QDE

  4. Otto Weber am 9 April, 2015 18:26
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    @Intellektuelles Weichei
    Nein, der Artikel ist nicht überflüssig. Es ist zwar in der Tat so, dass breite Teile der Bevölkerung die sogenannte Energiewende befürworten, leider aber nur, weil sie von der Materie überhaupt keine Ahnung haben. Die Meinung ist meist durch romantisches Wunschdenken und völlige Unkenntnis der technischen und ökonomischen Zusammenhänge geprägt. Hinzu kommt, dass viele durch die fehlgesteuerten Subventionen (bis 2013 insgesamt 122 Mrd.) erhebliche und langfristige wirtschaftliche Vorteile genießen.

    Klüger beraten bei einem solchen Projekt ist man nicht durch Zuversicht und Stolz, sondern nur durch rationale ideologiefreie Untersuchungen und Überlegungen. Am deutschen Energiewende-Unwesen wird das Weltklima nämlich nicht genesen, sondern die deutsche Volkswirtschaft Schaden nehmen.

    Beispiellos an diesem Projekt und wie es ausgeführt wird, ist nur der Versuch physikalische und ökonomische Naturgesetzte durch Ideologie zu ersetzen. Darin die weltweite Führungsrolle einnehmen zu wollen, ist kontraproduktiv oder deutlicher ausgedrückt: bekloppt!

    Bitte informieren Sie sich, z. B. unter: http://www.vernunftkraft.de/ http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/energiepolitisches-manifest-argumente-fuer-die-beendigung-der-energiewende-1/ usw. und natürlich bei Hn. Klaus Peter Krause.

  5. FDominicus am 11 April, 2015 09:01
    --------------------------------------------------------------------

    Kurio darüber habe ich mir mehrmals auf meinem Blog und kürzlich hier
    ausgelassen.

  6. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------

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