Die Zeit von Martini an, in der es den Gänsen an den Kragen geht

Seit wann und warum wir den Adventskranz*) und den Weihnachtsbaum**) haben, wissen wir jetzt. Ebenso, dass Jesus Weihnachten gar nicht geboren ist, obwohl wir seine Geburt Weihnachten zu feiern pflegen.***) Das heißt, gewusst wird das alles schon lange, nur habe ich an dieser Stelle daran erinnert, um von den sonst hier behandelten politischen Themen zu Eigentum, Recht und Freiheit einmal abzulenken. Das soll auch noch ein weiteres Mal geschehen, indem wir uns den schönen, erfreulichen Niederungen zuwenden, nämlich denen von Speis und Trank, die mit den weihnachtlichen Tagen ebenfalls und nicht unwesentlich verbunden sind. So gehört in vielen deutschen Familien zum Festtagsschmaus am 25. Dezember der obligate Gänsebraten.

Mit dem Martinstag geht es mit der Gänse Lebenserwartung rapide zuende

Seit Martini – das ist der 11. November – ist die allgemeine Lebenserwartung der Gänse drastisch zurückgegangen. Sehr viele von den guten Tieren haben schon diesen Martinstag nicht überlebt und bis Weihnachten wohl auch alle übrigen nicht. Bedauerlich für die Gänse, bedauerlich aber nicht für uns. Schon in alter Zeit, so kann man nachlesen, galt die Gans als „Opfertier des Herbstes“. Und später ist Martini zu demjenigen Tag geworden, an dem die Bauern ihren Grundherren, ihren Verpächtern und ihren Gläubigern Pacht oder Zins zu entrichten hatten, und zwar mangels Liquidität in Naturalien. Unter diesen Naturalien befanden sich auch Gänse. Gemästet und schlachtreif waren sie ohnehin, und sie den Winter über noch weiter durchzufüttern, machte keinen Sinn. So wurden Gänse zu Martinsgänsen und wir zu ihren Genießern.

Die schönste Gänsehaut, die man bekommen kann

Wenn man friert, oder wenn man sich fürchtet, pflegt man eine Gänsehaut zu bekommen. Heute, wenn wir die Weihnachtsgans verspeisen, frieren wir nicht, und fürchten müssen wir uns allenfalls vor dem deutschen GroKoDil****), der Politik der Großen Koalition, aber eine Gänsehaut bekommen wir auch ohne Furcht. Es ist die schönste Gänsehaut, die man bekommen kann, nämlich die, die man uns knusprig gebraten serviert.

Die Weihnachtsgans-Spitze – Stromerzeuger in Alarmbereitschaft

Allerdings, wenn die Weihnachtsgänse und andere Festtagsbraten im elektrischen Backofen vor sich hinbruzzeln, stehen die Stromerzeuger in Alarmbereitschaft. Sie kennen diesen Stromverbrauch am 25. Dezember als die „Weihnachtsgans-Spitze“. Denn dann schnellt der deutsche Stromverbrauch in höchste Höhen. Dieser Begriff bezeichnet einen Spitzenverbrauch an Strom, der am 25. Dezember eines jeden Jahres zwischen 11.30 und 13.00 Uhr regelmäßig wiederkehrt. Er nimmt eine so erhebliche Stromleistung in Anspruch, dass zum Beispiel der Stromerzeuger E.ON Sonderplanungen für den Verbrauch vornimmt..*****) Dumm nur, wenn wir eines Tages, wie es Merkel & Co. zum Ziel erklärt haben, unseren Strom fast nur noch mittels Wind und Sonnenschein bekommen sollen. Dann werden wir am 25.12. wohl alle inständig das Windblas-Vaterunser beten müssen, das mit den Worten enden wird „…und lass heute bitte von 11.30 bis 13 Uhr genügend Wind wehen und kräftig die Sonne scheinen. Amen.“ Zu groß ist sonst die Gefahr, dass die Gans im Ofen kalt bleibt, ungebraten, ungebräunt, ungenießbar.

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*) http://kpkrause.de/2013/12/01/ziemlich-deutsch-dieser-kranz/

**) http://kpkrause.de/2013/12/23/der-weihnachtsbaum-hatte-es-richtig-schwer/

***)  http://kpkrause.de/2013/12/24/der-unbekannte-geburtstag/#more-3322

****) Walter K. Eichelburg am 21.12.2013 in MMNews:
http://www.mmnews.de/index.php/politik/16284-das-deutsche-grokodil

*****) Erklärt ist die Weihnachtsgans-Spitze in einer sehr informativen CD von e.on-Energie mit dem Titel “Netz- vom Kraftwerk in die Steckdose”, unentgeltlich zu beziehen per Mail an info@eon-energie.com unter dem Titel “Netz- vom Kraftwerk in die Steckdose”. Darauf aufmerksam gemacht hat mich am 14. Dezember Heinrich Duepmann, der Vorsitzende der Stromverbraucher-Schutzvereinigung NAEB (http://www.naeb.info/ und http://www.windstrom-kosten.de/). Er schreibt dazu: „Die CD ist in einer Stunde gut durchzublättern und wird jedem Strom-Laien dringend ans Herz gelegt.“



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