Zwischenruf – Die deutsche Links-Drift

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Das schlechteste Bollwerk dagegen ist die Merkel-CDU

„Die Linke lockt“, schrieb Roland Tichy neulich und fuhr fort „Glauben Sie den Dementis nicht: SPD und Grüne wollen mit der Linken nach der Wahl an die Macht. Warum auch nicht?“ Offiziell zwar weise die SPD auf Bundesebene eine rot-grün-dunkelrote Machtoption noch mit Abscheu und Empörung zurück, aber viele führende Sozialdemokraten würden schon sehr flüssig die Argumente aufzählen, warum sie diese Option nicht links liegen lassen wollten. Tichy ist Chefredakteur des Magazins Wirtschaftswoche.*) Wenn also die Linke lockt und weil auch die Unionsparteien und die FDP nach links abgerutscht sind und ihre früheren Wähler verraten haben, dann wird’s Zeit, dagegen zu halten. Mit der neuen Partei Alternative für Deutschland wär’s möglich. Man müsste sie am 22. September freilich wählen. Eine Aufgabe für die vielen enttäuschten bisherigen Nichtwähler, die vor allem der Union und der FDP von der Fahne gegangen sind.

Ohnehin, wer kann der SPD noch trauen?

Auf Tichys Beitrag aufmerksam gemacht hat mich mein Freund Sebastian Maisfelder und mit diesem Zwischenruf versehen: „Zwei Drittel der Deutschen können mit Markwirtschaft und Freiheit wenig bis gar nichts anfangen. Das geht bis tief in die Union hinein. Roland Tichy beschreibt recht anschaulich, was sich da auf der linken Seite entwickelt. Die „firewall“ gegen die Partei der Mauermörder, ohnehin in jeder Talkshow prominent vertreten, wird auf Dauer keinen Bestand haben. Ohnehin, wer kann der SPD noch nach den Erfahrungen mit Andrea Ypsilanti trauen?

So viele Deutsche sind schon ausgewandert in die Schweiz

Ohne die FDP oder die AfD im Parlament gibt es die einst von Willy Brandt beschworene Mehrheit „links von der Mitte“ nicht nur mental in der Gesamtbevölkerung, sondern auch nach Parlamentssitzen im Bundestag. Deutschland driftet nach links. Und das schlechteste Bollwerk dagegen ist die Merkel-CDU. 265 000 Deutsche leben bereits in der Schweiz. Bei einer Regierung Gabriel-Trittin-Gysi wird die halbe Million voll. Wetten, dass?“

Freiheit? Marktwirtschaft? In Deutschland nicht mehr so geschätzt

Freund Maisfelder hat recht. Mit Freiheit haben die Deutschen nicht mehr so viel am Hut. Gerade teilte das Heidelberger John-Stuart-Mill-Institut**) mit, Freiheit sei gegenüber konkurrierenden Werten wie Gleichheit, Gerechtigkeit oder Sicherheit im Hintertreffen. Auch mit der Marktwirtschaft ist es bei den Deutschen nicht mehr weit her. Die Skepsis gegenüber der Marktwirtschaft habe eine ganz neue Dimension erreicht, schreibt das Institut. Und weiter: „Die Vorstellung, eine leistungsfähige soziale Marktwirtschaft schaffe überhaupt erst die Voraussetzungen dafür, die Mittel für die Finanzierung eines Netzes sozialer Sicherheit zu erwirtschaften, ist offenkundig rückläufig.“ Vergessen scheint, was den deutschen Wohlstand erst ermöglicht hat.

*) Sein ganzer Text ist hier zu finden: http://blog.wiwo.de/chefsache/2013/08/10/die-linke-lockt/

**) Das Institut ermittelt für Deutschland jährlich einen Freiheitsindex. Der Titel der jüngsten Publikation dazu lautet „Freiheitsindex Deutschland 2012“. Mail: Mail: john-stuart.mill@fh-heidelberg.de Web: http://www.mill-institut-freiheitsforschung.de Der vollständige Name des Instituts lautet: John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung an der SRH Hochschule Heidelberg e.V. Fakultät für Wirtschaft, geleitet von Prof. Dr. Ulrike Ackermann..

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