Vor 60 Jahren wurde dort in der DDR die erste LPG gegründet - Ein Rückblick auf die Zwangskollektivierung der Bauern und was ihr voranging

Wer kennt schon Merxleben? Natürlich alle jene, die dort leben. Sicher auch ein paar Zufallsbesucher. Dann vielleicht der eine oder andere historisch Interessierte. Immerhin nämlich haben hier zwei Ereignisse stattgefunden, die in Geschichtsbücher eingegangen sind. Das eine ist im preußisch-österreichischen „Bruderkrieg“ die Schlacht bei Langensalza am 27. Juni 1866 gewesen auf dem Gebiet zwischen Merxleben und dem heutigen Badeort, das andere am 8. Juni 1952 die Gründung der ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in der damaligen DDR. Diese erste LPG-Gründung jährt sich jetzt zum sechzigsten Mal und gibt Anlass, auf die Zwangskollektivierung der Bauern in der DDR zurückzublicken.

Mit der „Bodenreform“ als Tarnung hatte es angefangen

Der Kollektivierung vorausgegangen war noch vor der DDR-Gründung die „demokratische Bodenreform“ in der Zeit, als dieser Teil Deutschlands – von 1945 bis 1949 – Sowjetische Besatzungszone (SBZ) war. Aber es ging keineswegs nur darum, den Vertriebenen – politisch verharmlosend Umsiedler genannt – und landlosen Landarbeitern (Neusiedler genannt) zu einigen Hektar Agrarland zu verhelfen, sondern die großen Landwirte und die Gutsherren (mit 100 Hektar und mehr) wirtschaftlich zu ruinieren und damit politisch völlig auszuschalten (ebenso wie außerhalb der Landwirtschaft den gewerblichen Mittelstand und die privaten Unternehmer), also nur noch die „Arbeiter- und Bauernklasse“ gelten zu lassen.

Umfunktioniert zu politischer Verfolgung und Klassenkampf

Sowjetische Besatzungsmacht und deutsche Kommunisten haben diese Bodenreform als politische Verfolgung umfunktioniert und zum „Klassenkampf“ gegen die „Junker“ und alle Großlandwirte eingesetzt. Unter dem Deckmantel „Bodenreform“ ließ sich dieses Vorgehen öffentlichkeitswirksam tarnen. Aber eine Reform im rechtsstaatlichen Sinn, war es natürlich nicht. Die verfolgte Bevölkerungsgruppe musste Haus und Hof binnen Stunden verlassen, durfte nur das Nötigste mitnehmen, wurde meist auch verhaftet, in geheimen Schnellverfahren abgeurteilt, verschleppt, umgebracht, verlor sämtliches Vermögen. Für alle Familienmitglieder galt Sippenhaft wie einst für die Familien der Hitler-Attentäter während der Nazi-Herrschaft. Nur einem Teil der Verfolgten gelang Hals über Kopf die Flucht vor diesem Schicksal.

Über 34 000 Menschen wurden Opfer des Wütens

Dem Wüten zum Opfer fielen 7 136 Großlandwirte mit jeweils über 100 Hektar, 4 278 kleinere Landwirte mit unter 100 Hektar, insgesamt also 11 414 Menschen. Aber zusammen mit ihren Frauen, Kindern und anderen Familienmitgliedern sind es mindestens dreimal so viel, also 34 242. Rund weiteren 70 000 Familien (durchweg ehemalige DDR-Bürger) hat der gesamtdeutsche Staat das einst zugeteilte und geerbte Bodenreformland später nach der deutschen Einheit entschädigungslos wieder abgenommen, um es aus fiskalischen Gründen ebenfalls zu verkaufen.

Landumverteilung auch in den Westzonen, aber ohne Klassenkampf

Allerdings wurde nicht nur unter der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet und „reformiert“, auch unter den drei westlichen Besatzungsmächten ist das geschehen, weil die Sowjetunion die drei anderen Siegermächte dazu gedrängt hatte (Näheres dazu bei Gernot Biehler: Die Bodenkonfiskationen in der Sowjetischen Besatzungszone. Duncker & Humblot 1994. ISBN 3-428-07918-3). Auch hier wurde Land umverteilt, freilich sehr begrenzt. Aber eben nicht als Klassenkampf. Teils geschah es, um vertriebenen Bauern wieder zu Land zu verhelfen, wobei aber jene großen Grundeigentümer, die Land abgeben mussten, Entschädigungen erhielten.

Die Zeit der „Entnazifizierung“ im Westen

Teils geschah es, um die tatsächlichen Nazi- und Kriegsverbrecher zu bestrafen. Rechtskräftig Verurteilte kamen für Jahre in Arbeitslager, und auch ihr Vermögen wurde eingezogen. Es war die Zeit der „Entnazifizierung“, nahezu alle wurden überprüft. Aber nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 und dem Erlass des Grundgesetzes wurde ein Gesetz geschaffen, das dafür sorgen sollte, dass diejenigen, die unter der Ägide der westlichen Siegermächte zu Unrecht als Nazi- und Kriegsverbrecher angeklagt und verurteilt wurden – die Betroffenen hatten sich ursprünglich nicht verteidigen dürfen – sich nunmehr zur Wehr setzen konnten. Das ermöglichte Menschen, die sich als unbelastet und unschuldig betrachteten, Beweise für ihre Unschuld vorzulegen. Gelang der Beweis, bekamen diese Menschen ihr eingezogenes Vermögen zurück.

In der Ostzone ging es darum, die großbürgerliche Klasse auszurotten

In der sowjetischen Besatzungszone lief das ganz anders als im westlichen Besatzungsteil Deutschlands. Hier wurde aus dieser durchaus gerechtfertigten Bestrafung der an den politischen Verbrechen beteiligten Personen eine politische und pauschale Verfolgung einer ganzen gesellschaftlichen Klasse von Menschen. Sie konnten sich nicht wehren, konnten die Beschuldigungen später auch nicht Dank eines Gesetzes entkräften. Denn den Kommunisten in der SBZ ging es darum, diese gesellschaftliche Klasse auszurotten, die nicht in die kommunistische Ideologie der Sowjets und ihrer deutschen Mitläufer passte. Unter dem Deckmantel „Bodenreform“ waren Adlige und Grossgrundbesitzer ihre Opfer, unter dem Deckmantel „Industriereform“ Eigentümer von Industriebetrieben, Unternehmer des Mittelstands und Gewerbetreibende. Diese vielen verfolgten Menschen der verfemten großbürgerlichen Klasse waren nahezu vogelfrei. Das ist alles andere als nur eine „Boden- und Industriereform“ gewesen.

Land für die vertriebenen Bauern aus dem deutschen Osten

Zurück zu Merxleben. Dieses Dorf in Thüringen an der Unstrut, 802 erstmals urkundlich erwähnt, ist heute ein Ortsteil von Bad Langensalza und hat knapp 500 Einwohner, fast ebenso wenige wie 1939, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Aber an dessen Ende waren es 780, denn 310 Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten waren hinzugekommen. Einen solchen Zustrom aus Vertriebenen und Flüchtlingen hatte es überall in Deutschland gegeben – in Ost und West. Sie waren zu versorgen, mussten Arbeitsmöglichkeiten bekommen, vertriebene Bauern brauchten dafür Land. In der SBZ bei der Landzuteilung im Zuge der „Bodenreform“ bekamen sie es, auch die, die es nach Merxleben verschlagen hatte. Über die Gründungsmotive erzählt ein Einwohner Merxlebens hier: http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/avobjekt3700_zc-ea9f5e14_zs-dea15b49.html

Anfangs eine Liefergemeinschaft, um das Plansoll erfüllen zu können

Aber sie erhielten aus dem Topf der enteigneten Ländereien nur 7 bis 9 Hektar – schon damals zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Die planwirtschaftlichen Ablieferungsvorgaben zu erfüllen, fiel schwer. Wem es nicht gelang, geriet unter politischen Druck, war mit Strafen bedroht. Daher hatten sich in Merxleben 22 vertriebene Bauern, Empfänger von Bodenreformland, schon 1950 von sich aus zu einer Liefergemeinschaft zusammengeschlossen. Der Grund: Ihnen fehlten Maschinen und Saatgut, die alteingesessenen Bauern verweigerten Hilfe, die Gemeinschaft sollte es daher möglich machen, das Plansoll zu erreichen. Zudem diente sie als „Kampfinstrument gegen die ortsansässigen Altbauern“. Selbst wenn von denen einer aufgenommen werden wollte, wurde ihm das verwehrt. Genau beschrieben hat dies Jürgen Gruhle in seinem Buch Ohne Gott und Sonnenschein (Band 1, Seite 97 ff. Verlag Peter Adlung, Grabsleben 2000. ISBN 3-8311-1216-9). Solche frühen freiwilligen Zusammenschlüsse noch vor der staatlich befohlenen Kollektivierung hat es auch woanders gegeben. Beispiele dafür sind die Dörfer Worin (Kreis Seelow), Ilberstedt (Kreis Bernburg) und Friedrichsaue (Kreis Seelow).

Auf SED-Druck muss sich die Liefergemeinschaft auflösen

Doch diese Gemeinschaften, entstanden aus Not und daher eigenem Antrieb, stießen bei der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und sowjetischen Militärmacht auf Ablehnung, wurden zunächst unterbunden. Sie entsprachen noch nicht der Parteilinie, bekamen keine amtliche Unterstützung, wurden von den SED-Kreisleitungen, lokalen Parteiorganisationen und örtlichen Behörden boykottiert oder durch sie (wie in Ilberstedt) sogar auch aufgelöst. Auf Druck der SED-Landesleitung Thüringen ebenfalls aufgelöst wurde die Abliefergemeinschaft Merxleben. Spontane Ansätze zu genossenschaftlicher Arbeit in der Landwirtschaft waren den Machthabern suspekt, waren unerwünscht.

Ulbricht sichert „absolute Freiwilligkeit“ für LPG-Eintritt zu

Erst mit der II. SED-Parteikonferenz im Juli 1952 änderte sich das, wurde die Kehrtwende förmlich beschlossen und die Kollektivierung als Staatsziel offengelegt. Von Zwang war dabei aber immer noch nicht die Rede, im Gegenteil. Walter Ulbricht, Generalsekretär des SED-Zentralkomitees, hob ausdrücklich hervor, bäuerliche Produktionsgenossenschaften „auf der Grundlage der völligen Freiwilligkeit“ zu schaffen, sei ein großer Fortschritt: „Ich halte es für notwendig, von der Bühne dieser Konferenz herab den Grundsatz der absoluten Freiwilligkeit bei der Organisation solcher Produktionsgenossenschaften zu unterstreichen.“

LPG Merxleben wird zur Muster-LPG geheiligt

Aber in Merxleben hatte sich die Abliefergemeinschaft der 22 Bauern bereits am 8. Juni 1952 zu einer LPG umgegründet, initiiert vor allem durch den „Umsiedler“, Neubauern und SED-Genossen Ernst Großmann. Für die Genehmigung war er zwei Tage zuvor zusammen mit anderen zum SED-Zentralkomitee nach Berlin gefahren. Mit dem SED-Kurswechselbeschluss im Folgemonat bekam die LPG Merxleben dann ihren sozialistischen Heiligenschein als erste LPG der DDR, nannte sich nunmehr “LPG Walter Ulbricht“, und ihr Gründungsstatut diente später als Muster-Statut für die LPG vom Typ II. Merxleben wurde zum Musterdorf der DDR-Landwirtschaft, und Großmann war bis 1965 ihr erster Vorsitzender. Doch im weiteren Verlauf war die LPG wirtschaftlich alles andere als musterhaft und als Paradebeispiel für die gesamte DDR-Landwirtschaft nicht gerade vorzeigbar. Nach der deutschen Einheit ” wurde sie als einer der ersten einstigen DDR-Betriebe aufgelöst, und Merxleben selbst hat landwirtschaftlich längst an Bedeutung verloren.

Das heimliche Ziel der „Bodenreform“: die Kollektivierung erleichtern

Die Kollektivierung, die sich nach Ulbrichts Vortäuschung freiwillig vollziehen sollte, drohte aber eben daran zu scheitern. Denn der Widerwille dagegen, sein Land in eine LPG einzubringen und seine bäuerliche Selbständigkeit aufzugeben, war zu groß. Wohl hatten sich bis Oktober 1952 bereits fast 900 Kollektivbetriebe gegründet, es waren aber fast ausschließlich Klein- und Neubauern mit nur 1 bis 10 Hektar, die dem SED-Aufruf zur LPG-Gründung folgten, meist sogar freiwillig, weil sie mit ihren zu kleinen Betrieben wirtschaftlich zu schwach waren. Denn absichtsvoll und hinterhältig hatten ihre Bodenreform-Betriebe lebensfähig gar nicht sein sollen. Das verheimlichte Ziel war gewesen, sie für die längst geplante Kollektivierung leichter sturmreif zu machen.

Kollektivierungsabsicht bis 1952 sogar ausdrücklich dementiert

Damit wurde dann offenbar, dass die „Bodenreform“ nicht nur zur politischen Verfolgung des Klassenfeindes und zur Landumverteilung ausgenutzt, sondern zusätzlich als ein verkappter Vorläufer der kommunistisch geplanten landwirtschaftlichen Kollektivierung missbraucht worden ist. Auch hatten die kommunistischen Machthaber schon 1947/48 die Betriebe mit 20 bis 100 Hektar ins Visier genommen, um diese „Großbauern“ ebenfalls auszuschalten. So bereiteten sie schon früh den zweiten Schritt zur sozialistischen Landwirtschaft vor: die Kollektivierung schließlich sämtlicher Bauern, die zur Täuschung bis 1952 sogar nachdrücklich dementiert worden war.

Aber mit der Freiwilligkeit klappte es nicht

Als sich zeigte, dass fast nur die Klein- und Neubauern zur LPG bereit waren, die Mittelbauern (10-20 Hektar) wie Großbauern sich der Kollektivierung widersetzten und dass die meisten LPG schon Ende 1952 faktisch zahlungsunfähig waren, wurde klar: So konnte die kollektive Landwirtschaft nur scheitern und mit ihrer vorgeblichen Überlegenheit erst recht nicht überzeugen. Bis Ende 1952 waren nur rund 39 000 Personen einer LPG beigetreten (2,5 Prozent von 1,6 Millionen der in Land- und Forstwirtschaft Beschäftigten). Daher gingen die Machthaber nun dazu über, um die Bauern samt ihren Flächen mit Zwang in eine LPG zu drücken. Der Historiker Jens Schöne schreibt:

Dann begann der Zwang, begannen die Schauprozesse, Inhaftierungen

„Die Partei tat nun alles, um dieses Ziel zu erreichen. LPG-Vorsitzende wurden planmäßig mit Pistolen ausgestattet, Gegner der Kollektivierung inhaftiert, Schauprozesse in den Dörfern abgehalten, Ablieferungspflichten willkürlich erhöht und immer mehr private Betriebsinhaber enteignet. Allein auf Grundlage einer einzigen, im Februar 1953 verabschiedeten Verordnung wurden innerhalb von fünf Wochen mehr als 6500 Bauern von ihren Höfen vertrieben und entschädigungslos enteignet. Prozesse gegen die sogenannten Großbauern durften nun nicht mehr mit Freisprüchen enden, und auch kleinere Hofbesitzer bekamen immer mehr die Härte der Auseinandersetzung zu spüren.“ (Mehr dazu hier: Klassenkampf gegen die Bauern. Hrsg. Michael Beleites u.a.. Metropol Verlag 2010. ISBN 978-3-940938-96-1)

Wie widerspenstige Bauern gefügig gemacht wurden

Um die Bauern gefügig zu machen, wurde ihnen der Zugang zu Maschinen erschwert, der Verkauf von Zuchtvieh und die Saatgutvermehrung behindert, nichterfüllbare Auflagen für Produktablieferungen gemacht und ihnen mit absurden Gerichtsprozessen und Haftstrafen zugesetzt. Werbekolonnen belagerten ihre Höfe, strahlten diese nachts mit Scheinwerfern an oder dröhnten sie mit Lautsprechern zu. Diesem psychischen und physischen Terror tausender Agitatoren, von Volkspolizei und Stasi und der Willkür staatlicher Macht und der weisungsgebundenen Justiz waren die Bauern auf die Dauer nicht gewachsen. Mehrere hundert Bauern begingen, weil sie ihre Höfe verloren, und in der Ausweglosigkeit, der Kollektivierung zu entkommen, Selbstmord. Tausende Bauernfamilien flüchteten in den Westen. Wer blieb, musste Hof, Land, Vieh, Maschinen und sonstiges Inventar in die LPG einbringen. Ebenso seine Arbeitskraft. Man degradierte die zuvor Selbständigen zu bloßen Landarbeitern der nunmehr „roten“ Barone, und die Zwangskollektivierung machte die Genossenschaften zu Riesen-Agrarkombinaten, die die einstige Größe der privaten Güter weit übertraf.

Am Ende waren 850 000 Bauern in 19 345 LPG gepresst

Die „Vollkollektivierung“ der DDR-Landwirtschaft nach sowjetischem Vorbild verkündete SED-Parteichef Walter Ulbricht am 25. April 1960. Rund 850 000 Bauern sind mit ihrem Agrar- und Forstland in die LPG-Kollektive gepresst worden. Wie sehr sie sich zur Wehr gesetzt haben und dass der Volksaufstand gegen die DDR-Machthaber am 17. Juni 1953 zuerst von der Landbevölkerung ausgegangen ist und nicht von den Arbeitern in den Städten, ist wenig bekannt, findet bei Schöne aber die notwendige historische Würdigung. Am Ende waren 19 345 LPG gegründet worden, die 84 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche bestellten. Aber die Kollektivierung mit ihren Folgen hatte die SED-Herrschaft zweimal in eine Existenzkrise gebracht. 1953 rettete sie sich, indem der Aufstand mit Hilfe der Sowjets niedergeschlagen wurde. 1961 zog sie die Mauer durch Berlin, damit über diese letzte Fluchtmöglichkeit ihr Staat nicht noch weiter von Menschen ausblutete. Die „grüne“ Demarkationslinie zur Bundesrepublik hatte sie mit Grenzanlagen schon 1952 abgedichtet.

Die großbetriebliche Monostruktur richtet Schaden bis heute an

Wirtschaftlich, sozial, kulturell und für das Landschaftsbild wurde mit der Kollektivierung eine Veränderung in Gang gesetzt, die katastrophale Folgen hatte und bis in die Gegenwart immer noch hat. Die agrarische Kulturlandschaft ist zum „agrar-industriellem Produktionsraum“ (Uwe Bastian) geworden. In der Geschichte Deutschlands hat es so umfassend noch nie einen derartigen Großgrundbesitz gegeben wie heute in der ostdeutschen Landwirtschaft; die meisten der enteigneten ostelbischen Gutsbesitzer hatten weit weniger besessen. Diese großbetriebliche Monostruktur vermag nicht mehr, den ländlichen Raum mit genug Leben zu füllen und ausreichend an einem dort nötigen breiten Wirtschaftswachstum mitzuwirken. Wie sie damit sozialen und wirtschaftlichen Schaden anrichtet, wollte und will deutsche Politik nicht wahrhaben. Aber das ist ein anderes schlimmes Kapitel.



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