Beginnt man so ein neues Jahr?

Print
Mit aphoristischen Gedanken als gute Vorsätze – Geistiges Rüstzeug für 2012

Ein Jahr ist zuende gegangen, ein neues hat begonnen. Bei uns beherrscht wurde das zurückliegende von der Finanzkrise, die eine Staatsüberschuldungs- und Bankenkrise, letztlich eine Geldsystemkrise ist, die auch zu einer Krise der Euro-Währungsunion wurde. Ausgestanden ist sie keineswegs, und so wird sie uns auch im nun vor uns liegenden Jahr noch heimsuchen.

Gerne beginnt man ein neues Jahr mit guten Vorsätzen. Gute Vorsätze gründen sich auf Erkenntnissen, Erfahrungen, Einsichten. Es können eigene sein oder auch die anderer Menschen. Hier habe ich einige von Roland Baader1) herausgefischt, die sich auf die Geldsystemkrise beziehen:

Die Marktwirtschaft ist dem Vampir Staat wehrlos ausgeliefert, solange dieser das Monopol auf ihr Blut – auf das Geld – hat.

Papiergeld macht die Marktwirtschaft todkrank. Kommt sie schließlich ins Wanken, nähern sich rasch die Schakale der Revolution und die Hyänen der Knechtschaft.

Ungedecktes Papiergeld ist das großartigste Werkzeug der Ausbeutung, das die Herrschenden jemals erfunden haben.

Der Glaube der mittelalterlichen Alchimisten, aus Blei Gold machen zu können, war eine Manifestation der nüchternen Vernunft im Vergleich zu dem neuzeitlichen Wahn, aus Papier Geld machen zu können.

Jeder noch so gesunde kapitalistische Wirtschaftskörper wird auf längere Sicht von der sozialistischen Droge staatliches Papiergeld krank gemacht und ruiniert.

Raub, Diebstahl und Erpressung haben auf der Ebene der Politik andere Namen, nämlich: „Schulden“, „Defizite“, „Steuern“, „Inflation“ und „Papiergeld“.

Das staatliche Beliebigkeitsgeld ist der größte Umweltverschmutzer der Weltgeschichte.

Wenn die Bürger wüssten, was Geld ist, würden sie sich nicht mit den betrügerischen Papierfetzen zufrieden geben, die, wie Voltaire gesagt hat, früher oder später zu ihrem inneren Wert zurückkehren, nämlich zu Null.

Die seit Jahrzehnten laufende gigantische Liquiditätsmaschine der Staaten täuscht einen Reichtum auf Pump vor, der um den unendlich bitteren und hohen Preis künftiger Verarmung vorfinanziert wird.

Wenn früher böse Buben Frösche mit einem Strohhalm aufgeblasen und zum Platzen gebracht haben, nannte man das Tierquälerei. Wenn heute Zentralbanken und Regierungen dasselbe mit ganzen Volkswirtschaften machen, nennt man das moderne Geld- und Konjunkturpolitik.

Je größer der Papiergeld-Reichtum der Welt, desto größer die Armut, die ihm folgen wird.

Weiches Geld führt zu harten Landungen, und leichtes Geld führt zu schweren Krisen.

Das Ausmaß der auf den Westen zukommenden Finanzkatastrophe entspricht dem Ausmaß der Ignoranz der Bevölkerung und der Eliten hinsichtlich des Wesens des Geldes.

Soweit Roland Baader. Man kann sich seine aphoristischen Gedanken zu Herzen nehmen und 2012 als geistiges Rüstzeug nutzen. Der gute Vorsatz für das neue Jahr könnte darin bestehen, die Ursache(n) der Finanzkrise verstehen zu lernen und daraus Konsequenzen für das eigene politische Handeln zu ziehen. Auch wenn die Krise mit ihren absehbaren Folgen schon weit fortgeschritten ist, muss es dafür nicht zu spät sein. „Wer kämpft, kann gewinnen. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ (Berthold Brecht). Er kann und sollte zum Beispiel bei der Zivilen Koalition e.V. mitmachen (www.zivilekoalition.de), an der auch ich mitwirke. Wir sind ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich für mehr zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland einsetzen. Wir sind eine wirtschaftlich unabhängige, überparteiliche, nicht-staatliche Organisation, die den vielen engagierten Einzelnen aus der Zivilgesellschaft eine gemeinsame Stimme gibt. Wir treten ein für Reformen, die die Menschen in Deutschland wirklich wollen und brauchen. Wir wollen verhindern, dass unser Staat uns immer mehr von unserer Freiheit wegnimmt. Wer gemeint hat, an den Staat Stücke von Freiheit hingeben zu können, um von ihm dafür Sicherheit zu erkaufen, wird enttäuscht werden: Die Sicherheit ist Illusion, die Freiheit aber dahin. Dazu noch einmal Roland Baader:

Gefährlicher für die Bewahrung der Freiheit als die erklärten Freiheitsfeinde sind die Lauen, die Gleichgültigen und die Abwiegler, jene, die verkünden, bei der Zerstörung der Freiheit werde „nichts so heiß gegessen wie gekocht“. Diese nützlichen Idioten auch einem im Topf von Kannibalen befindlichen Menschen erklären, er möge sich beruhigen, weil „nichts so heiß gegessen wie gekocht“ werde.

Na, frustriert durch solche unfrohen An- und Aussichten? Beginnt man so ein neues Jahr? Eigentlich sollte man es doch frohgemut und hoffnungsvoll angehen. Aber angesichts der politischen und finanzpolitischen Tatsachen fällt das schwer, Hoffnung und froher Mut würden so zur Selbsttäuschung. Schon vernehme ich: Aber Herr Krause, wo bleibt denn das Positive? Meine Antwort: Man wird es im Privaten finden, bei Frau und Kindern, bei den Enkeln, in der Familie, im Freundeskreis. Das darf man wünschen und hoffen. Das wünsche ich auch allen Lesern und Sympathisanten dieser Blog-Seite und hoffe für mich selbst mit.

 

1) Alle diese aphoristischen Gedanken sind Baaders kleinem Bändchen „Freiheitsfunken – Aphoristische Impfungen“ entnommen, erschienen im Lichtschlag Buchverlag der Lichtschlag Medien und Werbung KG, Grevenbroich 2008. 98 Seiten (ISBN 978-3-939562-17-7). Roland Baader ist Diplom-Volkswirt, klassisch liberaler Anhänger der „Österreichischen Schule“ der Nationalökonomie, streitbarer Freiheitsdenker und Autor von zwölf Büchern und vielen Einzelbeiträgen.

 

Schreibe einen Kommentar