Das schlechte und das gute Geld

Wettbewerb ist besser als das Staatsmonopol / Mut zu einer neuen Geldordnung (1)

Das Geld, das wir heute haben, ist staatliches Monopolgeld. Der Staat mit seiner Zentralbank hat sich über unser Geld das Monopol verschafft. Er maßt sich an, allein darüber zu bestimmen, was seine Bürger als allgemeines Zahlungsmittel zu akzeptieren haben, nämlich nur sein staatliches Geld, das seine Zentralbank herausgibt. In der Europäischen Union ist es der Euro von der Europäischen Zentralbank (EZB), in den Vereinigten Staaten der Dollar von der Federal Reserve (Fed), in Großbritannien das Pfund der Bank of England … und so weiter. Überall herrscht ein staatliches Geldmonopol. Wenn der Käufer einer Ware oder Dienstleistung mit dem Monopolgeld bezahlt, muss der Verkäufer dieses Geld als Zahlungsmittel akzeptieren, er steht unter gesetzlichem Annahmezwang. Würde er, was ihm möglich ist, die Annahme verweigern, würde er keine Käufer mehr finden. Also beugt er sich dem Zwang.

Warum Monopole nicht gut sind

Muss so ein Geldmonopol sein? Ist das zwingend? Beginnen wir mit der grundsätzlichen Frage: Sind Monopole gut? Dumme Frage, natürlich nicht, das weiß doch jeder. Denn wer für ein lebensnotwendiges Produkt der einzige Anbieter ist, also keinen Konkurrenten hat, einen solchen auch nicht befürchten muss, folglich auf dem Markt für dieses Produkt mit niemandem im Wettbewerb steht, kann, wenn Menschen dieses Produkt benötigen, den Preis für das Produkt selbst bestimmen. Er legt ihn dann so fest, dass er damit seinen gewünschten Monopolgewinn erzielt.

Man muss am Markt frei wählen können

Für diesen Monopolisten ist das eine feine Sache, für die Kundschaft nicht, die fühlt sich ausgebeutet. Eben darum soll es für ein solches Produkt möglichst zahlreiche Anbieter geben, eben darum unter ihnen Freiheit zum Wettbewerb herrschen und Wettbewerb weder durch private noch staatliche Macht beschränkt sein. Für die Kundschaft ist das Freiheit durch Wettbewerb, er bietet ihnen die Möglichkeit, unter den Anbietern frei wählen zu können. Sichergestellt ist das, wenn die Märkte frei sind, wenn die Wirtschaft eine freie Marktwirtschaft ist.

Für den guten Zweck geduldete Monopole

Monopole gibt es in so einer Marktwirtschaft nur vorübergehend, sei es (erstens) ein Monopol als Folge einer Neuerung, das aber Nachahmer zu brechen verstehen, sei es (zweitens) ein Monopol durch rechtlich gesichertes Patent, das aber stets befristet ist. Oder es gibt (drittens) natürliche Monopole (wie zum Beispiel das Straßennetz, die Versorgung mit Trinkwasser, eine Brücke, ein Tunnel, ein Leuchtturm), aber das unterliegt dann der öffentlichen Aufsicht. Sind etwa auch solche Monopole nicht gut? Nein, sie sind gut. Warum? In allen drei Fällen werfen solche Monopole gesamtwirtschaftlichen Nutzen ab.

Erster Fall: Ohne die Aussicht mit einer Produktneuerung als zunächst einziger Anbieter einen Monopolpreis durchsetzen zu können, würde der wichtigste Anreiz für Neuerungen fehlen.

Zweiter Fall: Ohne die Aussicht, mittels Patentschutz das Monopol einer Erfindung und deren finanziellen Früchte als Alleinanbieter befristet zu genießen, wäre der wichtigste Anreiz für Erfindungen genommen.

Dritter Fall: Natürliche Monopole sind aus rationalen Gründen unabwendbar, denn so ein Fall liegt vor, wenn nur ein einziger Anbieter dem gesamten Markt die gewünschte Ware oder Dienstleistung zu niedrigeren Kosten bereitstellen kann als zwei oder mehrere Anbieter nebeneinander. Insofern sind auch solche Monopole „gut“. Natürliche Monopole mag man bedauern, aber der Tatsache, dass es sie gibt, kann man sich nicht entziehen.

Das willkürliche Monopol für staatliches Geld

Aber es gibt auch staatlich gewollte und gesetzlich durchgesetzte Monopole. So eines ist das staatliche Geldmonopol. Hat vielleicht auch das als ein natürliches Monopol zu gelten und damit als ein unabwendbares, als ein „gutes“ Monopol? Nein, hat es nicht. Es ist kein natürliches, sondern ein willkürliches Monopol. Der Staat muss keineswegs Alleinanbieter von Geld sein. Als Zahlungsmittel, als Geld wären sehr wohl auch ganz andere Noten und Münzen möglich, ebenso Gold, Silber oder sonstige Sachgüter – wenn sie der Staat denn neben seinem eigenen Geld dulden würde.

Privates Geld kann im Prinzip jeder anbieten

Anbieter von Geld neben dem staatlichen Euro, Dollar oder Pfund könnten Privatleute, Unternehmen oder Geschäftsbanken sein. Und es ist – anders als beim natürlichen Monopol – überhaupt nicht ausgeschlossen, dass sie das zu niedrigeren Kosten hinkriegen als der Staat mit seinem Monopolgeld. Doch müssen sie es schaffen, dass ihr Geld am Markt als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Das gelingt ihnen nur dann, wenn es sich als wertbeständiger erweist als das staatliche Geld. Nur dann wird es akzeptiert, nur dann kann es sich halten (Näheres hierzu unter: http://kpkrause.de/?p=1034).

Staatliches Monopolgeld erweist sich stets als schlechtes Geld

Aber brauchen wir anderes als das staatliche Monopolgeld überhaupt? Ist es nicht viel einfacher, nur mit einem einzigen Zahlungsmittel zu bezahlen, statt auch andere zur Auswahl zu haben? Ja, einfacher ist es durchaus, aber es ist nicht sinnvoll. Denn Staatsgeld hat sich zusammen mit der herrschenden Geldordnung stets als schlechtes Geld erwiesen. Als Monopolgeld ist es keinem Wettbewerb um die Qualität ausgesetzt. Da es durch ein knappes Sachgut wie Gold nicht (mehr) gedeckt ist, lässt es sich – unabhängig von der Gütermenge – beliebig vermehren, ermöglicht es Geldschöpfung aus dem Nichts. Was möglich ist, wird auch gemacht. Das Ergebnis: Aufblähen der Geldmenge, genannt Inflation. Sie erleichtert es dem Staat, sich zu entschulden, und ist damit zugleich eine schleichende Enteignung der Sparer. Hinzukommt, dass der Staat mit seiner Zentralbank den Zins monopolisiert und manipuliert und einen freien (den „natürlichen“) Marktzins aushebelt.

Freie Marktwirtschaft braucht auch freies Marktgeld

Beliebig vermehrbares Geld durch ein Staatsmonopol verliert an Wert, ist daher schlechtes Geld, nur knappes und frei entstehendes Geld („freies Marktgeld“) kann gutes Geld sein. (Näheres hierzu unter: http://kpkrause.de/?p=1300). Wenn die Wirtschaft eine freie Marktwirtschaft sein soll, braucht sie auch eine Geldordnung, die marktwirtschaftlich ist. Dagegen entfaltet eine Geldordnung mit staatlichem Monopolgeld gegenüber der freien Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung allmählich eine zerstörerische Kraft. Deshalb ist auch das staatliche Geldmonopol kein gutes Monopol. Schlimmer noch: Unter den Monopolen ist es das für die Menschen bedeutsamste, wirkungsmächtigste, folgenträchtigste und schädlichste Monopol überhaupt.

Wird fortgesetzt

Print

Schreibe einen Kommentar