Familien politisch Verfolgter können auf Vermögensrückgabe weiter hoffen

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Viele deutsche Opfer politischer Verfolgung durch die Sowjetunion müssen sie auch noch immer nicht aufgeben. Darauf hat der Berliner Rechtsanwalt Stefan von Raumer auf einer einschlägigen Tagung am 19. Februar in Waren aufmerksam gemacht. Er verwies dabei auf die Dokumentationsstelle Stiftung Sächsische Gedenkstätten in Dresden. Sie hatte im Oktober vergangenen Jahres mitgeteilt, die russische Militär-Oberstaatsanwaltschaft in Moskau habe die damaligen Urteile gegen 10 091 Deutsche überprüft. Dabei habe sich ergeben, dass die weitaus meisten Urteile (über 90 Prozent dieser Fälle) rechtswidrig gewesen seien und die Staatsanwaltschaft die Opfer daher rehabilitiert habe.

Die russische Bezeichnung für die Verfolgung ist „politische Repression“, geschehen 1945 bis 1949 in der einstigen Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands (SBZ) und bis 1953 auch in der nachfolgenden DDR. Stattgefunden haben die Verurteilungen durch die damaligen Sowjetischen Militärgerichte, Militärtribunale (SMT) oder durch außergerichtliche Sowjetstellen wie etwa der Spionageabwehrabteilung der Roten Armee.

Rehabilitiert auch ohne Antrag

An sich wird nur auf Antrag rehabilitiert. Aber haben die Angehörigen und Erben eines Opfers einen solchen Antrag gestellt und hat die Staatsanwaltschaft dabei festgestellt, dass viele andere Opfer mit dem gleichen Vorwurf unrechtmäßig verurteilt worden sind, dann hat sie alle diese anderen ohne individuellen Antrag gleich ebenfalls rehabilitiert, denn die Militärgerichte urteilten auch in Gruppen ab. Allerdings hat sie die Angehörigen nicht von sich aus darüber in Kenntnis gesetzt; benachrichtigt wurden und werden nur die Antragsteller. Daher hat das Auswärtige Amt die genannte Dokumentationsstelle schon Anfang Juni 2008 damit beauftragt, die Namen der unschuldig Verurteilten und Rehabilitierten aufzulisten. Die Namen der Rehabilitierten sind dort abzurufen.

Die mögliche Folge: Vermögensrückgabe oder Erlösauskehr

Für die Erben der Rehabilitierten hat die Rehabilitierung ihres Erblassers möglicherweise mehr als nur die bloß moralische Wirkung, vom einstigen Schuldspruch befreit zu sein. Anwalt von Raumer sagt: „Nach ständiger deutscher Rechtssprechung kann unter bestimmten Umständen eine Rehabilitierungsbescheinigung aus Moskau auch Grundlage für einen Rückgabe- oder Entschädigungsanspruch wegen enteigneten Immobilienbesitzes sein.“ Raumer ist einer wenigen Spezialisten für das politische Verfolgsunrecht jener Nachkriegsjahre, kennt sich mit den juristischen Fallstricken dieser Fälle aus und hat schon eine Vielzahl solcher Verfahren geführt. Aber solche Folgeansprüche entstehen nach Raumer nicht in jedem Fall, und ein Rückgabeverfahren sei nicht immer einfach. Für einen Anspruch auf Rückgabe oder Auskehr des Erlöses für die vom Staat verkaufte Immobilie sind nach seinen Angaben drei Voraussetzungen nötig.

Die drei Voraussetzungen für die Vermögensrückgabe

Erstens muss der Rehabiltierungsentscheidung zu entnehmen sein, dass die Verurteilung auch die Einziehung des Vermögens umfasst hat, also nicht nur die Haft- oder Todesstrafe.

Zweitens muss der Rehabilitierte am Tag seiner Verurteilung noch Eigentümer des Vermögenswertes (im Regelfall Haus, Grundstück, andere Sachwerte) gewesen sein. Ist ihm die Immobilie zuvor im Wege der sogenannten Bodenreform oder Industriereform entzogen worden, war er es nicht mehr. Dann hatte der Entzug durch damalige deutsche SBZ-Stellen stattgefunden. Diesen damals „deutschen“ Entzug umfasst die russische Rehabilitierung dann nicht. Gute Karten für Rückgabe oder Erlösauskehr haben die Erben des Rehabilitierten also dann, wenn dieser durch ein SMT verurteilt wurde und es damit ein russischer Vermögensentzug gewesen ist, schlechte Karten dann, wenn ihm deutsche Stellen das Vermögen weggenommen haben.
Drittens muss die Rückgabe oder Erlösauskehr beim jeweils zuständigen Amt zur Regelung offener Vermögensfragen innerhalb von sechs Monaten nach der Zustellung der Rehabilitierungsbescheinigung beantragt werden, spätestens aber acht Monate seit dem Versenden der Bescheinigung durch eine deutsche Stelle. Zu beachten ist ferner eine weitere Frist: Anträge auf Vermögensrückgabe oder Erlösauskehr nach Rehabilitierung sind nur noch bis zum 31. Dezember 2011 möglich, eine Frist, die schon verschiedentlich verlängert worden ist.

Vollzugsnachweis des Vermögensentzuges nicht mehr nötig

Nicht mehr nachweisen müssen die Antragsteller, dass die sowjetischen Behörden den Einzug des Vermögens auch tatsächlich vollzogen haben. Schon im Sommer 2007 hat der für diese Fälle alleinzuständige 8. Senat des Bundesverwaltungsgerichts klargestellt, dass Rückgabeansprüche bei einer Rehabilitierung des Opfers eines sowjetischen Militärgerichtsurteils auf deutschem Boden, also bei fast allen typischen Fällen verurteilter Deutscher, auch ohne einen solchen Vollzugsnachweis bestehen. Seinen Grund hat das, so von Raumers Begründung, in dem damals geltenden Besatzungsrecht in der SBZ. Danach ging das Vermögen des Verurteilten mit der Rechtskraft des Urteils automatisch auf die Sowjetunion über. Sein Vermögen verlor der Verurteilte also unmittelbar durch das Urteil, ohne dass es eines weiteren tatsächlichen Vollzugs des Urteils bedurfte. Damit führt auch die Rehabilitierung mit der Aufhebung des damaligen Urteils grundsätzlich zur Vermögensrückgabe.

Die Stiftung sucht nach Angehörigen der Rehabilitierten

Die Stiftung in Dresden erforscht die Schicksale verfolgter Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg seit Jahren. Außerdem verfügt sie auch über die Daten von 650 000 sowjetischen Kriegsgefangenen in Deutschland, die sie an deren Angehörigen übermittelt. Für die Dokumentationsstelle beginnt nun die Suche nach den noch lebenden Angehörigen der rehabilitierten Deutschen, um ihnen die Rehabilitierungsbescheinigung zuzustellen. Diese können die Bescheinigung bei der Stiftung anfordern. Geschäftsführer der Stiftung ist Klaus-Dieter Müller. Anträge auf Rehabilitierung an die russische Militär-Oberstaatsanwaltschaft können die Angehörigen der Opfer auch über die Dokumentationsstelle nach Moskau leiten.

Hilfestellung auch bei der Akteneinsicht in Russland

Ferner kann man in der Online-Datenbank der Stiftung zu verurteilten deutschen Bürgern recherchieren. Hier liegen auch für alle aufgelisteten Namen Ergebnisse der Urteilsüberprüfungen vor und können vor Ort eingesehen werden. Ist der Name in der Datenbank nicht verzeichnet, ist es möglich, in Moskau eine Überprüfung zu veranlassen oder dort vorliegende Ergebnisse abzurufen. Ebenso hilft die Stelle bei der Antragstellung auf Urteilsüberprüfung und Akteneinsicht. Als einzige deutsche Stelle ist sie jetzt auch zuständig für das Bearbeiten und Weiterleiten von Anfragen und Anträgen nach dem russischen Rehabilitierungsgesetz. Dabei leistet sie, wenn nötig, auch Hilfestellung bei der Beantragung von Einsicht in Personal- und Strafakten sowie bei der Durchsicht von Akten in russischen Archiven. Diese vom Auswärtigen Amt übertragenen Aufgaben haben die russische Regierung und die Militär-Oberstaatsanwaltschaft anerkannt. Näheres findet sich auf der Web-Seite der Stiftung (www.dokst.de).

Russland rehabilitiert Unschuldige schon seit 1990

In den Jahren 1945 bis Ende 1953 haben sowjetische Militärgerichte in SBZ und DDR rund 35 000 Zivilisten verurteilt. Mit den Rehabilitierungen begonnen hat Russlands Militär-Oberstaatsanwaltschaft schon in den achtziger Jahren, aber nur für sowjetische Bürger als Opfer von Verurteilungen. Doch sind Deutsche durch Moskau bereits 1990 rehabilitiert worden, als die Wiedervereinigungsverhandlungen noch liefen und die Sowjetunion noch nicht untergegangen war. Die Rehabilitierungen waren also auch schon der Wille der damaligen sowjetischen Regierung unter Gorbatschow, nicht erst der dann russischen Regierung unter Jelzin mit ihrem Rehabilitierungsgesetz für Opfer politischer Repression vom 18. Oktober 1991. Dieses Gesetz war zunächst ebenfalls nur für die eigenen Staatsbürger bestimmt. Trotzdem sind 1991/92 einzelne Ausländer und auch Deutsche unter ausdrücklicher Berufung auf dieses Gesetz rehabilitiert worden.1) Doch haben Bundeskanzler Kohl und Russlands Präsident Jelzin in einer „Gemeinsamen Erklärung über die Rehabilitierung unschuldig Verfolgter“ vom 16. Dezember 1992 das russische Rehabilitierungsgesetz auch offiziell auf deutsche Opfer von SMT-Verurteilungen ausgeweitet.

Die Jelzin-Kohl-Erklärung von 1992

In dieser Erklärung heißt es: „Deutschland und Russland … stimmen darin überein: Den unschuldigen Opfern von Willkür und Unterdrückung muss Gerechtigkeit widerfahren. Sie anerkennen die Bemühungen, dem einzelnen Betroffenen Rehabilitierung zu verschaffen und sprechen sich für eine beschleunigte Fortführung dieser Bemühungen im Einzelfall aus. Sie stellen fest, daß die zu Unrecht Verurteilten und unschuldig Verfolgten moralisch rehabilitiert sind. Wer über diese Erklärung hinausgehend individuelle Rehabilitierung begehrt, kann diese in individuellen Verfahren verfolgen.“

Russland macht Unrecht wieder gut, Deutschland nicht

Russland unter Boris Jelzin (erster Staatspräsident Russlands von 1991 bis 1999) verfuhr danach, aber deutsche Politiker, Ämter und Gerichte fabulierten vom vorgeblichen sowjetischen Rückgabeverbot, von „Nicht-Rückgängigmachen“ und behinderten die Rehabilitierungen mit der dann zwingenden Folge im eigenen Land massiv. Russland dagegen zeigte, wie man begangenes Unrecht aufhebt und führte Deutschland damit jene Rechtsstaatlichkeit vor, die Deutschland in diesen Fällen von Willkür und Unrecht so offensichtlich und in skandalöser Weise noch heute missachtet.

Die Enteigneten sollen enteignet bleiben

Der Kohl-Regierung war wohl erst allmählich klar geworden war, welche rechtliche Folge die russischen Rehabilitierungen für den deutschen Staat auslösten. Denn sie bedeuteten, dass er die in der SBZ entzogenen Vermögenswerte an die rehabilitierten Opfer oder deren Erben zurückgeben musste, also jene Häuser, Gebäude, Anlagen und Grundstücke, die als „Volkseigentum“ nach der Wiedervereinigung von der DDR zunächst auf ihn übergegangen waren. Doch wollte sich der deutsche Staat das fremde Vermögen, wie dann bald nach 1990 (zum Entsetzen der Opfer und rechtsstaatlich Gesinnter) deutlich wurde, selbst einverleiben, um es zugunsten der Staatskasse verkaufen zu können. Die rechtswidrig enteigneten Familien sollten im vorgeblichen Rechtsstaat Deutschland enteignet bleiben.

Als Moskau dann restriktiv rehabilitierte

Diesen Raubzug drohten die Rehabilitierungen zunichte zu machen. Daher wurde die Jelzin-Regierung 1995/96 von deutscher Seite zu einer restriktiven Rehabilitierung gedrängt, was allerdings Günther Wagenlehner, damals Direktor des Instituts für Archivauswertung in Bonn, in einer Dokumentation der Friedrich-Ebert-Stiftung bestreitet.2) Aber das ist eine Geschichte für sich, die hier zu weit führt. In ihr spielt eine besondere Rolle der russische der Militär-Oberstaatsanwalt Walerij A. Wolin. Worin die Restriktion bestand, hat Wolin später gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vom 13. Januar 1997 so formuliert: „Wir durften nur noch strafrechtlich zu Unrecht verfolgte Opfer rehabilitieren, nicht aber mehr die auf Grund von Verwaltungsakten und ohne Gerichtsurteil Verfolgten – genau darum aber geht es in den meisten Fällen.“ Auf die Spiegel-Frage, warum er fünf Jahre lang deutsche Stalinismus-Opfer rehabilitiert, dann aber seinen Dienst quittiert habe, sagte Wolin: „Mir war klargeworden, daß ich künftig aus politischen Gründen immer mehr Anträge auf Rehabilitierung würde ablehnen müssen. Das wollte ich nicht.“

Die Rehabilitierung durch Militär-Oberstaatsanwalt Wolin

Auf die weitere Frage, ob die restriktive Rehabilitierung auf Wunsch irgendwelcher deutscher Stellen geschehen sei, sagte Wolin: „Beweisen kann ich das nicht. Aber ich könnte es mir vorstellen, wenn man davon ausgeht, daß die deutsche Seite nicht übermäßig begeistert ist, daß wir so viele Leute rehabilitieren. Ich weiß nur aus zahlreichen Briefen, dass die deutschen Behörden keinerlei Interesse haben, die Opfer oder deren Nachkommen in ihren Rechten zu unterstützen.“ Für die nun restriktive russische Haltung fielen Rehabilitierungen durch Wolin zu eigenwillig aus. Der rechtsstaatlich denkende Wolin machte sich damit in Moskau politisch unbeliebt und juristisch angreifbar. Einer befürchteten staatlichen Verhaftung entzog er sich, indem er sich nach Deutschland absetzte. Dort lebt er jetzt.

Der neue Zusatz in den Rehabilitierungsbescheinigungen

Auch bekamen die russischen Bescheinigungen damals einen Zusatz. Er besagte, diese Rehabilitierung schaffe in Deutschland für die Rückgabe von entzogenen Vermögenswerten keine rechtliche Grundlage. Wie Wagenlehner schreibt, musste vom 10. November 1997 an jede in der Militär-Oberstaatsanwaltschaft ausgestellte Rehabilitierungsbescheinigung den Vermerk tragen: „Der Rehabilitierungsbeschluß kann nicht als Grundlage für vermögensrechtliche Forderungen Staatsangehöriger Deutschlands verwendet werden, die den geltenden Gesetzen und Vorschriften und völkerrechtlichen Verpflichtungen zuwiderlaufen.”

Nur eine verbale Wiedergutmachung

Das Ergebnis des Zusatzes war, daß sich die Rehabilitierung auf eine bloß verbale („moralische“) Wiedergutmachung beschränkte und deutsche Ämter wie Gerichte die Eigentumsrückgabe verweigerten. Nur in wenigen Sonderfällen und mit dem jahrelangen Rechtsweg bis hin zu den höchsten deutschen Gerichten erkämpften einige wenige Opfer mit der russischen Rehabilitierung auch die Vermögensrückgabe, darunter die einstige DDR-Bürgerin Karin Rohde-Höfig und Prinz Eduard von Sachsen-Anhalt.

Rußlands Haltung ist verständlich

Russland selbst konnte es gleichgültig sein, wie der deutsche Staat mit seinen deutschen Verfolgungsopfern umsprang. Für seinen Teil jedenfalls hatte es das von seinem Rechtsvorgänger Sowjetunion begangene Unrecht wiedergutgemacht. Der andere Teil, die Rückgabe, ist Sache des deutschen Staates. Die russische Haltung ist verständlich, denn über die einst entzogenen Vermögenswerte kann es nicht verfügen; sie liegen in Deutschland und sind in Staatsbesitz. Sie lautet kurz: „Vermögensfragen fallen nicht in unsere Kompetenz.” So hat es General Kupez von der Militär-Oberstaatsanwaltschaft gegenüber einer elfköpfigen deutschen Delegation formuliert, die vom 30. November bis 4. Dezember 1996 nach Moskau gereist war, unter ihr Wagenlehner.

Die Moskau-Reise einer deutschen Delegation 1996

Bei dieser Reise ging es um Rehabilitierungsprobleme sowie um die Situation und den Zugang zu den russischen Archiven. Nachzulesen ist das in dem Bericht von dieser Reise, verfasst von dem mitgereisten Markus Meckel, damals Bundestagsabgeordneter und Obmann der SPD in der Enquetekommission zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte.3) In diesem Meckel-Bericht findet sich auch die folgende Passage:

Aus dem Reisebericht von Markus Meckel

„Die Rehabilitierung in Moskau kann von jedem beantragt werde, nicht nur von Betroffenen oder ihren Hinterbliebenen. So hat die Bundesrepublik Deutschland selbst verschiedene Rehabilitierungen beantragt (welche das sind, wäre einmal zu erfragen!). Bei einer Rehabilitierung werden alle in einem Urteil Verurteilten (es handelt sich vielfach um Gruppenurteile) rehabilitiert, auch jene, für die keine Rehabilitierung beantragt wurde. Die Namen der ohne Antrag Rehabilitierten werden der deutschen Botschaft mitgeteilt, die jedoch nicht über die Adressen der Betroffenen bzw. Hinterbliebenen verfügt. So liegen z.Zt. 1.900 Rehabilitierungen im Auswärtigen Amt vor, ohne daß die Adressen zur Weiterleitung bekannt sind. Da die Datenschutzbeauftragten des Bundesministeriums des Inneren und des Auswärtigen Amtes Einspruch erhoben haben, kann das Auswärtige Amt die Namen der Rehabilitierten nicht mehr in den einschlägigen Verbandszeitungen u.ä. veröffentlichen. Über diese Praxis gibt es einen Streit, der noch nicht beendet ist, da der o.g. Einspruch den Opferverbänden verständlicherweise nicht einsichtig ist. Das Auswärtige Amt will jetzt die Hilfe des DRK in Anspruch nehmen.“

Was Wolin beim Bautzen Forum 1993 berichtete

Beim Bautzen-Forum im Juni 1993 hatte Wolin, damals noch im Amt, gesagt: „Die sowjetische Besatzungsmacht, in erster Linie ihre Straforgane (das Ministerium für Staatssicherheit, die Leitung der operativen Sektoren, die Gerichte und Staatsanwälte) haben die für die Besatzungszeit geltenden Gesetze gröblich verletzt. Sie verhafteten deutsche Bürger und schickten sie ohne Gerichtsverhandlung und Ermittlungsverfahren nur deshalb nach Sibirien, weil sie Land und anderes Eigentum besaßen. Ich habe Dutzende von Strafakten deutscher Bürger gelesen und fand jedesmal Verletzungen selbst der undemokratischen sowjetischen Gesetze…“. Und an anderer Stelle:“ Mich entsetzten sowohl die Unmenschlichkeit und die ausgeklügelten Methoden der Foltern als auch ihr Ausmaß“.4)

1) Günther Wagenlehner in einer Dokumentation der Friedrich-Ebert-Stifung http://library.fes.de/fulltext/historiker/00700008.htm#E10E21

2) http://library.fes.de/fulltext/historiker/00700008.htm#E10E21

3) http://library.fes.de/fulltext/historiker/00700008.htm#E11E30

4) Zitiert aus Wolins Redemanuskript von Gerhard Finn in seinem Beitrag „Die Speziallager der sowjetischen Besatzungsmacht 1945 bis 1950“, Fußnote 13 http://www.gulag.memorial.de/pdf/finn_speziallager.pdf



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3 Kommentare


  1. M. Pfeiffer am 27 Februar, 2010 15:33
    --------------------------------------------------------------------

    (…hier nochmals mit (hoffentlich) “funktionierenden” Links :)
    _____________

    Die binnendeutsche politische (und CDU-Lobby-juristische) “Gerechtigkeitsformel” :

    1.) “Man” verspreche (vor 1990) den Opfern der SBZ-Boden- / und Industriereform/1945-1949 explizit die Rückgabe ihrer Vermögenswerte für den Fall der gesamtdeutschen Wiedervereinigung – wie folgt : http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_henning_von_storch-858-9161–f36491.html#q36491

    2.) “Man” täusche nach der erfolgten gesamtdeutschen Wiedervereinigung (1990) das Parlament und verbiege die Verfassung – wie folgt : http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_michael_naumann-595-15039–f88118.html#q88118

    3.) …und verweigere hiernach (2008) den politisch verfolgten-, zwangsvertrieben-, internierten oder ermordeten Mitbürgern aus der SBZ/DDR sogar die Wiederherstellung ihrer EHRE und REPUTATION aus Artikel 1 Grundgesetz – wie folgt : http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse/a02/uebersicht_abgeschlossen/bgr_16-00238.pdf

    Eine wahrlich saubere politische (und CDU-Lobby-juristische) “Endlösung” (?) der unverändert offenen binnendeutschen SBZ-Gerechtigkeitsfragen/1945-49 ! – q.e.d.

  2. Alexander Kalinker am 18 Juli, 2015 15:36
    --------------------------------------------------------------------

    Wie Russland deutsche Sowjet-Opfer rehabilitiert

    Thema: Politische Verfolgung in der SBZ, Rechtsstaat, Rechtsverstoß
    Klaus Peter Krause
    Sehr geehrter Klaus Peter Krause. Ein heiliges Tag wünscht Ihnen Alexander Kalinker.
    Hat ins Internet Ihr Programm Wie Russland deutsche Sowjet-Opfer rehabilitiert
    Thema: Politische Verfolgung in der SBZ, Rechtsstaat, Rechtsverstoß gefunden. In den Sie sich wahr beunruhigen. Über die Rehabilitierung der Sowjetischen Deutschen. Es ist die sehr gute Seite von Ihnen. Jedoch will ich dass die sowjetischen Deutschen bemerken. Schon sind 13 zweimal rehabilitiert. am 13. 12.1995 Woroschilow. Pegov in 1995 Jelzin. Wie ich sehr gut verstehe beunruhigt sich. Für die fremden Deutschen lebend in anderem Land. Jetzt werden wir zu meiner Rehabilitierung übergehen. Meine 26.09.1991 Antrag war übernommen. In Bundesverwaltungsamt Köln und am 02.12 1994 habe ich bekommen ablehnungs- Bescheinigung. матировка Herr Kropp war in § 6 Volkszugehörigkeit geschlossen. Nicht gesetzmäßig von 1943 wenn habe ich vom Kind Volkstumausweis 1.3.1943 Nr. 227/5652 Odessa bekommen. Und gesetzmäßig von 1993. Diese Einführung ins Gesetz § 6 mit der Wortverbindung. Aussiedlungsgebiete hat den zerstörenden Defekt. Der atomaren Bombe. Ja. Ja verwundern Sie sich nicht. Der Defekt der atomaren Bombe. Warum? Die ganze Sache besteht darin. Sich wie der vollberechtigte Bürger des deutschen Imperiums befindend. Im Schluss in ehemaliger UdSSR. Nicht wie der russische Deutsche. Wie der vollberechtigte Bürger. Der deutschen Nation des Deutschen Imperiums. ich in 1954 mit die Mutter unter Sonderkommandantur ohne Rechte befindend sich. War erzwungen, auf den Namen des gestorbenen Vaters in 1940 zu bekommen. Der russische Pass nach dem Familiennamen des Vaters mit der russischen Nationalität. Dieser Pass liegt auf mir wie die atomare Explosion. Es noch nicht aller. Meine deutsche — russischen Dokumente gestehen nicht ein. Es ist kürzer. Sie beunruhigen sich für die Russischen Deutschen., Während im am meisten demokratischen Land. Befinden sich Tausend unschuldige nach § 6. Ich eines dieser Opfer. In der Strömung 20 Jahre nichts kann ich streben. Ich weiß nicht werden mir die Antwort geben oder werden nicht geben. Ich habe mich zu so ohne menschlicher Anrede für 20 Jahre schon gewöhnt.

    So dass sehr geehrt. Suchen Sie die Gesetzlosigkeit im fremden Land nicht. Im Land von der Gesetzlosigkeit. Man kann der Dissertation schreiben. Ich eine jener Tausende.
    Mit freundlichen Grüß
    Alexander Kalinker
    PS: Aber ich möchte von Ihnen Hilfe bekommen.

  3. admin am 19 Juli, 2015 09:50
    --------------------------------------------------------------------

    Sehr geehrter Herr Kalinker,
    ich vermag Ihren Fall im Zusammenhang mit jenem “§ 6 Volkszugehörigkeit” leider nicht zu beurteilen, kenne mich damit auch nicht aus. Ihnen zu helfen, ist mir ohnehin nicht möglich. In der Hoffnung, dass Sie die benötigte Hilfe bei Kundigen finden mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Krause

  4. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------

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