Die Klimaschutzpolitik unter Beschuss

Es mag sein, dass es den Staaten mit ihren Politikern allmählich dämmert. Sie mögen es nur nicht offen aussprechen, auf was für einen Wahnsinn sie sich mit ihrer „Klimaschutzpolitik“ eingelassen haben. Wahnsinn ist sie allein schon wegen ihrer gewaltigen finanziellen Folgen, ebenso aber auch, weil mit ihr naturwissenschaftliche Tatsachen geleugnet werden. Das globale Klima wollen diese Politiker „schützen“, einen Klimawandel gar verhindern, weil das menschenverursachte Kohlendioxid wie ein Treibhaus die Erde gefährlich erwärme und daher dieses Treibhausgas CO2 zu verringern sei. Aber inzwischen verschaffen sich immer mehr Wissenschaftler Gehör, die diesen Zusammenhang bestreiten und die „Klimaschutzpolitik“ absurd und ruinös nennen.

CO2 ist ein Naturgas und lebensnotwendig

Das ist am 16. Juni auch in Berlin geschehen. Dort hatten das Institut für Unternehmerische Freiheit (IUF), das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) und das Haus der Zukunft gemeinsam die „1. Berliner Klimakonferenz“ der Kritiker veranstaltet. Wissenschaftler haben hier Fakten vorgetragen. Zu diesen Fakten gehört: CO2 ist ein Naturgas, auf das die Pflanzen zum Leben unabdingbar angewiesen sind. Und da die Menschen auf die Pflanzen angewiesen sind, sind auch die Menschen selbst auf CO2 angewiesen. Gleichwohl bezeichnen Politiker und Medien dieses Gas als „Klimakiller“ und Schmutzgas der industrialisierten Welt. Aber in sprudelndem Mineralwasser trinken es die Menschen und nennen es dann, wenn auch nicht ganz korrekt, Kohlensäure.

Aber nur mit 0,038 Prozent in der Atmosphäre vertreten

Allerdings ist CO2 nur ein Spurengas und in der Erdatmosphäre bloß mit einem Anteil von 0,038 Prozent vertreten. Außerdem liefert das meiste dieses Spurengases die Natur selbst, denn es gehört zum natürlichen CO2-Kreislauf der Erde. Der menschlich verursachte („anthropogene“) Anteil am gesamten CO2 beträgt nur etwa 5 Prozent. Aber diesen winzigen Anteil stellen die Klima-Abteilung der Vereinten Nationen (IPCC) und alle ihre Nachbeter in Wissenschaft, Medien, Politik, Wirtschaft und Bevölkerung als maßgeblich verantwortlich für eine gefährliche globale Erwärmung hin.

Treibhausgas Nummer 1 ist der Wasserdampf

Dieser Ansicht widersprachen die Wissenschaftler bei der Konferenz in Berlin nachdrücklich und entschieden. Wohl leugnet Horst-Joachim Lüdecke, emeritierter Professor für Physik in Heidelberg, einen physikalisch begründeten Treibhauseffekt der Gase um den Erdball nicht. Aber das bei weitem stärkste Treibhausgas sei in der Atmosphäre der Wasserdampf. So sieht es auch der Paleogeologe Jan Veizer, Professor der University of Ottawa: „Wasserdampf ist das Treibhausgas Nummer 1, 2, 3 und wahrscheinlich auch Nummer 4. Dann erst kommen andere Gase, darunter CO2. Ohne diese Atmosphäre wäre es auf der Erde durchschnittlich minus 18 Grad kalt, mit der Atmosphäre ist es im Durchschnitt plus 15 Grad warm.“

CO2-Antieg nicht Ursache, sondern Folge eines wärmeren Klimas

Wie Lüdecke belegte, gibt es einen CO2-Anstieg seit etwa 1750, also schon vor der industriellen Revolution. In früheren Erdzeitaltern hat es sogar noch viel mehr CO2 gegeben als heute – also ohne menschliches Zutun. Veizer allerdings führte in Berlin vor, dass der CO2-Antieg einer Erwärmung folgt, nicht umgekehrt eine Erwärmung dem CO2-Antieg. Danach also ist ein CO2-Antieg nicht die Ursache, sondern die Folge eines wärmeren Klimas. Hierbei spielt die große Wasserfläche der Erde eine Rolle. Erwärmen sich die Ozeane, setzen sie mehr von dem im Wasser gebundenen CO2 frei.

Hauptakteur beim Klimawandel ist die Sonne

Andere Fakten, wie sie Lüdecke vortrug, sind: Klimawandel in langen Zeiträumen habe stets stattgefunden. Erdgeschichtlich herrsche jetzt eine Zwischenwarmzeit. Während der mittelalterlichen Klima-Optima und der Holozän-Zeit seien die Temperatur-Maxima weit höher gewesen als heute – also ganz ohne anthropogenes CO2. Extremwetter nehme nicht zu, im Gegenteil, die Windgeschwindigkeiten im Atlantik zum Beispiel hätten abgenommen. Auch solle man sich einmal die alten Flusspegel ansehen. Das Arktiseis habe wieder zugenommen. Das heutige Klima sei nicht extrem, sondern seit 10 000 Jahren ungewöhnlich ausgeglichen. Davor seien Temperatursprünge von mehreren Grad Celsius während eines Menschenlebens nicht ungewöhnlich gewesen. Von diesen gefährlichen Extremverhältnissen seien wir heute weit entfernt. Es gebe aber keine Garantie, daß sie sich nicht wieder einstellen könnten. Konstantes angenehmes Klima sei unmöglich. „Global Player“ sei die Sonne, der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und dem Klima, untersucht zwischen 1860 und 1980, sei überwältigend. Tatsächlich werde es inzwischen sogar kühler, nicht wärmer, es fehlten nämlich die Sonnenflecken. Veizer wies noch zusätzlich auf den Klimaeinfluß der kosmischen Strahlung hin.

Die nützliche Klimaerwärmung

Schädlich, so Lüdecke, ist eine Klimaerwärmung ohnehin nicht: Die Artenvielfalt nehme zu, die Pflanzen wüchsen besser, die Ernten fielen reicher aus. Gärtner in ihren Gewächshäusern führten die Ertragssteigerung durch Begasung mit CO2 sogar künstlich herbei. Auch habe sich die Völkerwanderung stets in Richtung wärmeres Klima bewegt. Außerdem finde die Erwärmung vorwiegend im Norden und nicht am Äquator statt. „Klimakatastrophen“, wie von den Medien kolportiert, gibt es für Lüdecke nur in den theoretischen Klimamodellen der Computer. Mit der Wirklichkeit hätten sie nichts zu tun. Er und Veizer stehen bei weitem nicht allein. Viele Klimaforscher und fachnahe Naturwissenschaftler sehen es nicht anders. Für sie ist der Erwärmungseffekt von CO2 (den Veiser bestreitet) zu vernachlässigen oder sogar Null und der des anthropogenen allein erst recht.

Die Profiteure der „Klimaschutzpolitik“

Zu den Fakten gehört auch dies: Es sind zu viele, die von der Mär des Klima-Killers CO2 und der mit ihm geschürten Furcht vor Klimaerwärmung profitieren. Lüdecke führte die Profiteure auf: erstens die Regierungen und ihre Politiker (sie missbrauchen sie als Umweltschutz-Alibi, zur Verbraucher-Disziplinierung, zu fiskalischen Zwecken, zum Wählerfang), zweitens die Windrad- und Photovoltaik-Hersteller, die Kernkraftindustrie, alle Energieunternehmen, der Maschinenbau, die sonstige Ökoindustrie (es fördert die Beschäftigung), drittens die Versicherungen (sie können höhere Prämien durchsetzen), viertens die Medien (Katastrophen-Szenarien sind gut für die Auflage, die Öko-Bewegung sorgt für das nötige Material), fünftens die Klimaforschung (Mitmachen sichert Forschungsgelder und Arbeitsplätze), sechstens die Umweltschützer (sie fühlen sich bestätigt, mächtig und greifen Staatsgelder ab).

Steffen Hentrich vom Liberalen Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sagte: „Die Klimapolitik, die wir heute machen, ist zwar teuer, aber bringt so gut wie nichts.“ Sich mit dieser Politik einseitig auf das Vermeiden von CO2 zu fixieren, hält er für zu kostspielig und für nutzlos. Vernünftiger sei es, was die Menschen von Beginn an geübt hätten: sich dem Klimageschehen anzupassen. Das sei für alle Menschen ungleich vorteilhafter – selbst dann, wenn die UN-Klima-Abteilung IPCC mit ihren windigen Modellrechnungen recht haben würde.

Sichtbar wird ein politisches Zurückrudern

Für den Kultur-Anthropologen Benny Peiser von der John Moores University in Liverpool erschöpfen sich die Mammutkonferenzen zum “Klimaschutz” in leeren, aber teuren Ritualen. Deren hauptsächliche Aufgabe sei es, willige Geldgeber zu finden, die den Popanz “Klimaschutz” mit Unsummen bezahlen sollen. Die immensen Kosten würden jetzt sichtbar, nämlich immer höhere Energiepreise und die dadurch verursachten Wettbewerbsnachteile der westlichen Industrie. Dazu komme die Erkenntnis, das „Kyoto-Protokoll habe Schaden angerichtet, ferner die Frage, wer das alles bezahlen solle, und dann noch die Krise des CO2_Emissionshandels (Einbrechen der Zertifikatspreise, zu geringer fiskalischer Ertrag). Neuseeland, Australien und Kanada hätten den Emissionshandel verschoben. Allein die Schwellenländer verlangten von den Klimaschützer-Staaten für ihre Kooperation mit ihnen inzwischen schon über 200 Milliarden Euro jährlich. Daher mache sich jetzt bei Bundeskanzelerin Merkel und den anderen EU-Politikern ein politisches Zurückrudern bemerkbar. Deren Position: Ohne USA und China tun wir nichts mehr. Es gelte die Berlusconi-Klausel „Wenn in Kopenhagen nicht alle mitmachen, dann wird das Paket wieder aufgeschnürt“. In Kopenhagen soll im Dezember ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende „Kyoto-Protokoll“ vereinbart werden.

Dabei haben nach Peiser die Wissenschaftler und Klimaberater auf Entscheidungen in Sachen Klimapolitik derweilen keinen Einfluss mehr. Sie hätten mit der von ihnen geschürten Klimahysterie ihre Aufgabe erfüllt, ihre Schuldigkeit getan. Klimapolitik werde nur noch nach nationalen politischen und wirtschaftlichen Interessen gemacht. Auch entschieden über Klimapolitik nicht die Umweltminister, sondern die Regierungschefs. Und die interessierten sich, wie er ironisch sagte, nur noch für fünf Themen: „Wirtschaft – Arbeitsplätze – Wirtschaft – Arbeitsplätze – Wirtschaft.“

Die Europäer in einer selbstgebauten Falle

Peiser sieht ein Umdenken auch wegen der Finanzkrise und weil es nicht wärmer geworden ist. Aber vor allem: „Die Europäer haben sich eine Falle gebaut.“ Einerseits hätten sie sich wegen ihrer industriell bedingten CO2-Emissionen für historisch schuldig erklärt und wollten das wieder gutmachen. Andererseits aber führe dies dazu, hunderte von Milliarden an die Konkurrenz zu transferieren. Aus dieser Falle kämen sie nicht mehr heraus. China, Indien und andere aufstrebende Staaten nutzten die Chance der Schulderklärung und beanspruchten beim Emittieren von CO2 Nachholbedarf. Für ihn müssten die westlichen Industrieländer ihre Emissionen entsprechend verringern. Diese Länder sagten: „Wir holen nur nach, was der Westen schon hinter sich hat.“ In der nachfolgenden Diskussion nannte ein Konferenzteilnehmer die deutsche und europäische Klimaschutzpolitik einen „Kollektiv-Irrtum zur Selbstzerstörung“.

Hoffnung auf ein Scheitern der Konferenz in Kopenhagen

Dass Peiser mit dem politischen Zurückrudern nicht so ganz schiefliegt, zeigt die Entscheidung der CDU/CSU vom 16. Juni, die Verabschiedung des Gesetzes zur Abscheidung und (unterirdischen) Lagerung von CO2 zurückzustellen. Das zeigt auch die am 12. Juni beendete „Klima-Konferenz“ in Bonn. Mit ihr ist so gut wie nichts vorangekommen. Greenpeace zum Beispiel brachte es auf diesen Kernpunkt: „Die Länder haben sich in den zentralen Punkten nicht geeinigt. Die notwendigen Schritte zur Verringerung der Treibhausgase sind strittig wie nie zuvor. Es wurde kein gemeinsamer Nenner gefunden.“ Und nach dem FAZ-Bericht vom Konferenzabschluss „ist es weiterhin fraglich, ob sich die Staatengemeinschaft auf ehrgeizige Ziele zur Verminderung von Treibhausgasemissionen einigen kann“. Die Veranstaltung in Bonn war eine Vorbereitungskonferenz für die „Klimaschutzkonferenz“ in Kopenhagen im Dezember. Vorgesehen sind bis dahin noch zwei weitere Vorbereitungskonferenzen. Doch mögen die Kritiker der „Klimaschutzpolitik“ aus der Nichteinigung in Bonn Hoffnung schöpfen.



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Kommentare


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2 Kommentare


  1. LePenseur am 8 Juli, 2009 16:06
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    Präzise auf den Punkt gebracht!

  2. freiheitistunteilbar am 21 Juli, 2009 23:04
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    Es ist schon bedenklich, wie bereitwillig namenhafte Wissenschaftler ihre wissenschaftliche Seele verkaufen, nur um Deutungshoheit und Opportunimus frönen zu können – und damit sind nicht die Kritiker gemeint, denn sie stehen außer Verdacht sich anbiedern zu wollen.

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