Ein Wort zum Jahresbeginn 2009

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sagt heraus,
Was keiner denkt, sollt ihr befragen,
Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles dunkel ist, macht Licht!

Dieser Appell stammt von dem Schriftsteller Walter Flex (1887 – 1917) und könnte, nein, sollte ein persönliches Motto nicht nur für das neue Jahr 2009 sein, sondern darüber hinaus. Flex, geboren in Eisenach, ist früh gestorben, getötet als Frontoffizier im Ersten Weltkrieg. Er studierte Geschichte und Germanistik in Erlangen und Straßburg, war Mitglied einer Burschenschaft, schloss das Studium mit einer Promotion in Germanistik ab, schrieb Erzählungen, Gedichte, eine Tragödie, war vier Jahre als Hauslehrer bei mehreren Familien tätig, auch im Haus der Bismarcks.

In einer Kurzbiographie, die ich im Internet gefunden habe, heißt es: „In seinen Publikationen übersteigert Flex den patriotischen Idealismus bis hin zur Befürwortung des Opfertods. Er wählt als typische Motive starke Führerpersönlichkeiten und jugendlichen Kampfgeist.“ Über seine Gedichte (Das Volk in Eisen, Sonne und Schild, Im Felde zwischen Tag und Nacht) liest man: „Die nationalistischen Verse finden beim Publikum breite Anerkennung.“ Und weiter: „Seine historische Erzählung “Wallensteins Antlitz. Gesichte und Geschichten aus dem Dreißigjährigen Krieg” ist von schwärmerischem Nationalismus mit zum Teil chauvinistischen Zügen bestimmt.“

Copyright: Klaus Peter Krause



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5 Kommentare


  1. Thomas Windhöfel am 5 Januar, 2009 10:21
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    Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, dass Sie diesen geschmacklosen Unsinn, diese drittklassige Kommersbuch-Ästhetik, Produktion eines fehlgeleiteten, deutschnationalen Möchtegern-Poeten als Motto für 2009 empfehlen!!!

    Entgegnung (8.1.2009): Mag er’s sein: fehlgeleitet, deutschnational, Möchtegern-Poet. Mögen Sie seine Verse so sehen: geschmackloser Unsinn, drittklassige Kommersbuch-Ästetik. Ich finde es nicht. Klaus Peter Krause

  2. XiongShui am 8 Januar, 2009 08:44
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    Mag der Stil auch etwas antiquiert scheinen, als Aufruf gegen die Mainstream-Konformität taugt das Gedicht allemal: Es fordert Eigenständigkeit und Denken, eine Ware, die zur Zeit keinen Preis hat, da der Handel an den Börsen ausgesetzt wurde.

  3. Max Wessenberg am 9 Januar, 2009 22:51
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    Ich kenne Walter Flex und seine Gesinnung nicht, aber ich kann mich mit diesen 12 Zeilen identifizieren. Wenn alle so dächten, hätten wir uns in der Vergangenheit einige Krisen und Kriege ersparen können und würden uns auch heute nicht mit einer politischen Finanzkrise beschäftigen.

  4. Armin Weber am 27 März, 2015 15:57
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    Was mag nur in den “fehlgeleiteten” Hirnen von Menschen wie Herrn Thomas Windhöfel vorgehen, daß mit
    solchem offensichtlichen Haß ein mutmachendes, politisch völlig neutrales Gedicht, so angefeindet wird? Vielleicht gefällt ihm ja ein dem Volksmund zugesprochener Spruch besser:
    “Wer der Herde folgt, läuft immer den Ärschen hinterher.”

  5. Q.D.E am 28 März, 2015 11:09
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    Windhöfel zur Kenntnis
    Nicht nur Oscar Wilde: denkt wie Flex:
    „.. mit 90 % aller Menschen NICHT über ein zu stimmen, ist eine der wichtigsten Anzeichen geistiger Gesundheit…”
    Grüße von QDE.

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